gregorgross am 27. Januar 2012

Am 3. Februar von 13-18 Uhr findet in Dresden ein recht interessant klingender Workshop über Lean Startup aus der Forschung statt.

Wann? 3. Februar 2012 ab 13 Uhr

Wo? Center for Knowledge Architecture, Zellescher Weg 17 BZW, 01069 Dresden

Inhalte:

  • Diskussion, ob Lean Startup für die Ausgründung aus der Forschung anwendbar ist
  • Welche der Prinzipien des „Lean Start Up“ sind realisierbar, wenn es um die Ausgründung aus einer Universität geht?
  • Passt das in die deutsche Forschungs- und Marktlandschaft?
  • Ist das Konzept des „Lean Start Up“ auch anwendbar, wenn es nicht – wie bei seinem Ursprung – um Softwareentwicklung geht?
  • Wie könnte eine permanente und testweise Auslieferung von Produktversionen in anderen Produkt- und Leistungsbereichen aussehen?

Mit dabei sind folgende Referenten:

  • Dr. Jürgen Anke (www.ubigrate.com)
  • Sascha Seewald (www.caterna.de)
  • Christian Kohser (www.qpoint-composite.de)
  • Jens Korte (www.syndato.de)
  • Lars Schmieder (www.paulsberg.co)
  • Sven Richter (www.architectinginnovation.net)

>> Flyer Lean Startup Workshop in Dresden zum Download

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gregorgross am 25. Januar 2012

Fastbill ist ein Startup, das kürzlich mit dem T3N-Award als Bester Cloud Service national ausgezeichnet wurde. Die Jungs hinter diesem Startup sind auf Deutschland-Tour gegangen, um andere Gründer zu besuchen (der Denkpass berichtete). Die ist mittlerweile abgeschlossen. Hier eine zusammenfassende Grafik: Eintrag weiterlesen »

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Es wird Zeit für unser nächstes Lean Startup Meetup, das erste in 2012. Termin ist der 23. Februar 2012 ab 19 Uhr.

ACHTUNG: Diesmal treffen wir uns bei YOUISNOW, dem Startup-Inkubator von Immobilienscout24.de, in der Andreasstr. 10 (10243 Berlin), Nähe Ostbahnhof.

Als Vortragenden konnten wir diesmal Cornelius Rabsch von KaufDA gewinnen. Er wird über seine Erfahrungen mit Lean Startup bei KaufDA mobile berichten. Im Anschluss gibt’s wie immer Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch, außerdem die Möglichkeit einer Besichtigung der Büroräume von Youisnow.

Wann: 23. Februar 2012, ab 19 Uhr

Wo: Youisnow, Andreasstrasse 10, 10243 Berlin

Thema:

    • Cornelius Rabsch von KaufDA berichtet über seine Erfahrungen mit Lean Startup beim Aufbau von KaufDA mobile
    • Erfahrungsaustausch
    • Besichtigung von Youisnow (falls Interesse)

Ich freue mich auf euer zahlreiches Erscheinen!


gregorgross am 19. Januar 2012

Stell Dir mal vor, Dein Gott besucht Dich. Du bist außer Dir vor Freude, und bestätigt im Glauben an Deine eigene Bedeutsamkeit. Du feierst und zeigst Zaubertricks – und Gott, voll Enttäuschung über alle anderen Menschen, außer Dir, findet an einem Deiner Kunststücke Gefallen. Zeigt richtige Begeisterung dafür, wie Du einen Pfennig unter einer mit Wasser gefüllten Flasche optisch verschwinden lässt. Und erklärt Dir allen Ernstes, er wolle dasselbe mit der Welt machen, in der Du lebst. Du mögest eine Arche bauen, um zu überleben, wenn er seinen Wasser-Trick abzieht.

Stell Dir vor, Du bezahlst Knechte und Bauarbeiter und jeden anderen, der Dir greifbar ist. Dingst sie, Dir ein riesiges Schiff zu bauen. Aber wenn sie Dich fragen, wofür das Ganze? Was antwortest Du? Erzählst Du ihnen vom Untergang der Welt? Wie sagst Du Deiner Frau, dass bereits zwei Katzen an Bord seien – und ihre Lieblingskatze gebrandopfert werden müsse, weil es sonst Verschwendung wäre, da sie ohnehin sterben muss? Und, erlaubst Du Deinen Schwiegertöchtern, sich zu verabschieden von ihren Familien?

Stell Dir vor, Du bist die Lieblingskatze Deiner Herrin, der Frau des berühmten und berüchtigten Doktor Noah. Einem Tierquäler, der vor keiner Art von Versuch zurückschaut, um seinem göttlichen Freund bei der Schöpfung über die Schulter zu schauen. Du hast Freunde unter den Tieren auf dem Hof, und Freunde im Wald. Denn so wie Menschen sprechen auch Tiere. Und Du bist läufig, als Gott kommt. Und schwanger, als er wieder geht und seine beiden Katzen seinem besten menschlichen Freund übergeben hat.

Stell Dir vor, Du bist die Frau eines Tyrannen, eines herrschsüchtigen, rechthaberischen, völlig vernagelten Mannes. Du lebst seit 670 Jahren an seiner Seite, hast mehr als zehn Kinder von ihm – von denen nur drei überlebt haben. Du trinkst Gin, wenn keiner zusieht – und weil Du Deine Familie kaum noch ertragen kannst, entfernst Du dich oft und gerne von ihnen. Stell Dir vor, Du erlebst die Sintflut als Gefangene an Bord der Arche. Siehst, wie sich Deine Kinder gegen Dich wenden. Und am Ende, als alles vorbei ist – wünschst Du Dir noch mehr Regen, noch mehr Wasser, alles. Bloß nicht wieder eine neue Welt für Deinen Mann, auf dass er sie zerstören möge.

Stell Dir vor, Du bist eins der Kinder dieses Paares. Weil Du von Menschenfressern gekocht wurdest, hast Du nun blaue Haut. Du willst ein großer Krieger werden wie Michael Archangelis, der Kämpfer des Herrn. Du willst Respekt, den ansonsten nicht mal Deine Frau vor Dir hat. Am Ende kämpfst Du gegen Luzifer und gewinnst. Freuen wirst Du Dich aber nicht, denn Luzifer überlebt die Sintflut trotzdem. Du bist der Mensch, der das Einhorn tötet.

Hat sich jemals jemand vorgestellt, was los war auf der Arche Noah? Ich nicht. Noahs Arche ist eine Geschichte aus der Bibel, zu der ich bislang nur komischen Zugang hatte (Erich Schmitt: Die Arche Noah). Dabei ist es doch eigentlich eine interessante Situation, die sich da auftut. Typisch unbarmherzig halt. Timothy Findley erzählt uns diese Geschichte ausführlich. Findley ist ein großer kanadischer Autor und Die letzte Flut war sein erstes veröffentlichtes Buch.

Ein ziemlich gutes Erstlings-Werk. Leicht, locker, verspielt am Anfang. Dann wuchtiger und schneller. Am Ende riesig. Lesenswert.

 

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gregorgross am 18. Januar 2012

Weltweit, aber vor allem in den USA, protestieren heute Websites wie Wikipedia oder Reddit mit einem «Blackout» gegen Gesetzesvorhaben, die das grundlegende Funktionieren des Internets in Frage stellen.

Meinungsfreiheit im Internet

Mit den Gesetzesinitiativen Stop Online Piracy Act (SOPA) und Protect IP Act (PIPA) wird in den USA versucht, die ungeschützte Verteilung urheberrechtlich geschützter Inhalte im Web zu verhindern. Das wollen SOPA und PIPA mit einem Bündel weitreichender Massnahmen erreichen, die gegen Betreiber von Websites eingesetzt werden können, auf denen vermeintliche Urheberrechtsverstöße vorkommen:

  • Suchmaschinen  blockieren entsprechende Links
  • Internet-Provider greifen in das Adresssystem des Internets ein, um den Zugriff auf “Schurkenseiten” zu verhindern
All dies soll möglich sein ohne Anhörung eines Gerichts. Das ist das, was die meisten Leute dagegen auf die Palme bringt – es handelt sich um willkürliche Zensur. Und natürlich fragt man sich, welches Vorbild die freien USA damit abgeben wollen gegenüber Unrechtsstaaten?

Heute protestieren weltweit Anhänger eines nicht zensierten Internets gegen diese beiden Gesetzesvorlagen, die darauf hinauslaufen, dass einige wenige auf eindeutig unverhältnismäßige Art und Weise die Aktivitäten und die Informationsrechte der gesamten Menschheit beschränken können. Was uns auch in Europa berührt: Websites, die vermeintlich ausserhalb der US-amerikanischen Jurisdiktion liegen, würden von SOPA genauso betroffen sein.

Fazit

Der Denkpass findet das nicht gut und schliesst sich dem Protest an. Urheberrechtsverstöße sollen verfolgbar sein, aber nicht in unverhältnismäßiger, von Gerichten nicht kontrollierter Weise. Vielleicht sollte sogar unser Verständnis von Urheberrecht und Patentschutz etc. sich einer modernen Welt anpassen. Ein Rückfall in den Stalinismus oder die McCarthy-Ära, wie das SOPA und PIPA vorschlagen, ist jedenfalls nicht die Lösung.

Weitere Infos:

>> Umstrittenes US-Internetgesetz: Wikipedia schaltet ab – aus Protest
>> SOPA kurz erklärt
>> Wikipedia: Stop Online Piracy Act

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gregorgross am 17. Januar 2012

Am 23. Januar 2012 bietet Amazon einen Halbtagsworkshop zum Thema Lean Startup mit Amazon Web Services in Berlin an. Los geht’s um 13:00 Uhr im Scandic Berlin Potsdamer Platz in der Gabriele-Tergit-Promenade 19. Die Veranstaltung geht bis 16 Uhr, inkl. eines abschliessenden Networkings mit Drinks.

Wer sollte da hingehen?

Amazon sagt, da sollten Entwickler, Ingenieure, System-Administratoren und -architekten hingehen, die ein besseres Verständnis des Cloudcomputings von Amazon wünschen. Die Aufzählung der Funktionen klingt pre-SCRUM, und natürlich sollten nur die hingehen, die sich auch und gerade für Lean Startup interessieren.

Warum solltest Du da hingehen?

  • Einführung zu Amazon Web Services (AWS) und directer Feedback von AWS Kunden
  • Anleitung, wie Du den Lean Startup Cycle mit AWS umsetzen kannst
  • Erfahre mehr von den Vorteilen des Cloud Computings
  • Tipps und Best Practice-Beispiele von Amazon fürs Entwickeln in der Cloud
  • Mehr über end-to-end-Security und -Privacy mit AWS

Agenda?

  • ab 12:30 Registration
  • ab 13:00 Welcome & Introduction to Amazon Web Services
  • ab 13:15 A Guide to the Lean Lifecycle with AWS
  • ab 13:45 Customer Tech Talks & Q&A
    • Aron Spohr, CTO of fashion4home GmbH
    • Weston Hankins, CTO of 9 Flats GmbH
  • ab 14:30 Break
  • ab 14:45 Cost Optimisation with AWS
  • ab 15:30 Drinks & Networking

Wo?

Scandic Berlin Potsdamer Platz
Gabriele-Tergit-Promenade 19
10963 Berlin

Amazon besteht auf einer Anmeldung.

In eigener Sache:

Wir beim Denkpass überlegen derzeit noch, ob wir im Januar ein Lean Startup Meetup veranstalten (falls ja, dann am 26. Januar und wahrscheinlich diesmal bei Youisnow). Derzeit suchen wir noch einen Vortragenden. Sollte das nicht klappen, wäre dieser Workshop bei Amazon zumindest ein ansatzweiser Ersatz. Der Februar-Termin für das Lean Startup Meetup Berlin ist der 23. Februar.

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gregorgross am 13. Januar 2012

Ich kenne leider keine Gründercoaches, weil ich meine vier Firmen ohne Coaching gegründet habe. Ich bezweifle aber, dass die meisten Gründungs-Coach besonders viel Ahnung vom Gründen haben, und zwar weil sie das selber nicht so oft tun, wie’s nötig wäre. Finde ich zumindestens und will mal darstellen, wieso.

Ich unterscheide beim Gründen eines Dienstleisters zwischen professionellen Dienstleistungen mit Zugangsvoraussetzung wie z.B.

  • Klempner
  • Rechtsanwalt
  • Steuerberater
  • offiziell zugelassener Gründungscoach
und Dienstleistungen ohne solche Zugangsvoraussetzungen zum Markt.

Bei den oben aufgeführten Dienstleistungen handelt es sich – aus meiner Sicht – um professionelle Dienstleistungen, aber mit verknapptem Angebot. Diese Dienstleistungen dürfen nur von zugelassenen Dienstleistern erbracht werden. Ich darf nicht einfach rumklempnern oder in Rechtsfragen beraten, sondern brauche eine Ausbildung und eine Zulassung bei der Handwerks- oder Rechtsanwaltskammer. Das dient dem Kunden, so die Argumentation, da dann die Qualität der Dienstleistung gesichert sei. Mal abgesehen davon, dass diese Zulassungsbeschränkung uns als Kunden nicht davor bewahrt, dass wir fehlerhafte Klempnerarbeiten erhalten oder falsch juristisch beraten werden – in meinen Augen haben diese Zulassungsbeschränkungen oft den Nachteil, ein hohes Preisniveau für die Dienstleistungs-Anbieter zu sichern. Weil der Wettbewerb eingeschränkt ist, erhalte ich die Dienstleistung nicht überall.

Andere Dienstleisungen, wie Texten, Marketing, Grafik- oder PCB-Design, verfügen nicht über solche Beschränkungen beim Markt-Zugang. Diese Dienstleistung kann jeder anbieten. Es gibt keine offizielle Zugangsvoraussetzung, sondern alles regelt sich einzig und allein über die Güte Deines Angebots und die Güte Deiner Kommunikation. Oft ist es in solchen Bereichen dann auch so, dass eine breite Masse von mehr oder weniger geeigneten Unternehmen solche Dienstleistungen anbietet. Ein Markt ohne Zulassungsvoraussetzung führt zu sehr viel Wettbewerb und somit fast zwangsläufig zu einem ziemlichen Preiskampf mit oft unseriösen Preisleveln. Profitabel sein fällt da oft schwerer als bei den Dienstleistungen mit Zulassungsvoraussetzung.

Damit will ich nicht in Abrede stellen, dass ein Rechtsanwalt oder ein Klempner, der eine neue Firma gründet, kein Gründer ist. Sowas zu gründen erscheint mir einfacher als in den Märkten ohne Zulassungsvoraussetzung – aber wenn Du die hast: Glückwunsch! Ist ja dann mehr die Schuld der anderen, warum sie sich nicht auch einen Markt mit Zulassungsvoraussetzung aussuchen, diese Voraussetzung erwerben und dann gründen.

Was ich aber sagen will ist, dass sich diese beiden Arten des Gründens grundlegend unterscheiden. Und ob die eine Gründungserfahrung, auf die ein Gründungscoach mit Zulassung bei staatlich geförderten Gründungsberatungen zurückblicken kann, dann wirklich hilfreich ist, wenn Du was gründest in einem Dienstleistungs-Markt OHNE Zulassungs-Vorteile, das will ich mal bezweifeln.

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gregorgross am 2. Januar 2012

Gerade zu Ende gelesen: Das Dritte Reich von Robert Bolano. Es geht um einen Urlauber, der den ersten gemeinsamen Urlaub mit seiner neuen Liebe in Spanien verbringt und dabei ein Brettspiel mitnimmt, über das er einen Artikel zu schreiben gedenkt. Um seine Schreibkünste zu verbessern, fängt er ein Tagebuch an – das, was wir als Leser dann im Buch lesen.

Dabei liest sich das anfangs wie eine kleine, nette Urlaubsgeschichte, an deren Rand irgendwie etwas Böses lauert. Ein Urlaubsbekannter stirbt beim Surfen, bei der Freundin des Helden vermutet man immer, dass sie ihn betrügt und um die Freundin des toten Surfers ranken sich irgendwelche angedeuteten Vergewaltigungen in Zusammenhang mit zwei spanischen Party-Freunden. Dazu kommt der Betreiber des Tretbootsverleihs, der vollkommen gezeichnet ist von seinen Verbrennungen.Gegen eben diesen Verbrannten spiel der deutsche Urlauber eine Partie seines Brettspiels Das Dritte Reich.

Am Ende liest sich das Tagebuch immer wüster und ungeordneter, der deutsche Urlauber Udo Berger wird von seiner Spielsucht beherrscht und verliert die Kontrolle über sein Leben. Was ist wahr an seinem Tagebuch? Wer sind seine Feinde – und überhaupt: hat er Feinde?

Ganz interessantes Buch, mit nur 315 Seiten auch beherrschbares zeitliches Investment. Macht Hunger auf mehr von Robert Bolano. Dürfte aber nicht der beste Einstieg in diesen Schreiber sein.

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gregorgross am 29. Dezember 2011

Ich gewöhnte mir einen Gesichtsausdruck an, den ich extra für die allerbösesten Brutalinski-Proll-Fighter aufsetzte. Keine Ahnung, was das genau für ein Blick war. Er hatte eine melancholische Note. Er ging in die Richtung Lass-gut-sein-wir-haben-doch-beide-schon-genug-Probleme. Ich kam damit durch.

So versuchte Moritz von Uslar, sich einer Kleinstadt anzupassen, die für ihn als Großstädter fremd, fern und unverständlich ist, in der er sich aber für mehrere Monate niederließ, um sie zu verstehen. Um das Deutschland zu verstehen, das von Berlin aus gar nicht wahrgenommen wird. Herausgekommen ist ein ziemlich schonungsloser Blick auf unser Land, unterhaltsam geschrieben, witzig:

Gut finde ich, dass zwar über den Osten gesprochen wird (den Reporter zieht’s nach Oberhavel nördlich von Berlin) – aber für mich war klar, dass die angesprochene Sinnlosigkeit und die vielen “Alkoholiker und Hirntoten” keine regionale Besonderheit, sondern eher Auswirkungen eines universalen, landesweiten Problems sind. Das Trost- und Ausweglose der Helden dieser Erzählung ist nicht auf Oberhavel beschränkt, es ist ein gesellschaftliches Problem, das überall in der Bundesrepublik auftritt: was tun Leute, die niemand braucht?

So gesehen, macht sich Moritz von Uslar nicht ansatzweise über Ossis in Brandenburg lustig. Wer dieses Buch so verstehen will, hat’s falsch verstanden. Es sind liebenswerte Menschen, die da in Oberhavel wohnen, “ziemliche Arschgeigen da. Aber verstehst Du, großartige Arschgeigen.” Junge Leute mit wenig Aussicht auf Zukunft findet Moritz von Uslar in Oberhavel, aber mit viel Humor.

Gutes Buch, entwickelt einen starken Sog. Lesenswert, weil unterhaltsam – und weil es zeigt, wie die Probleme der großen Mehrheit im Land aussehen: private Kredite von 500.000€ für einen Häuslebau auftreiben gehört nicht dazu. Im Gegenteil: vom Reporter befragt, sind die Leute in Oberhavel alle offen und ehrlich. So wie das Buch. Vielleicht sollte das Buch mal jemand dem Herrn Bundespräsidenten vorlesen, damit er weiß, wie es draußen auf dem Lande so läuft.

Anmerkung: Seit einer Lesung von Moritz von Uslar, an der ich teilgenommen habe, bin ich ein großer Fan. Wie sein Tattoo am rechten Unterarm aussieht, und ob es wirklich existiert, weiß ich nicht. Aber vielleicht hat diese lustige Lesung mein Urteil über Deutschboden beeinflusst.

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gregorgross am 27. Dezember 2011

“Einer der wenigen Vorteile des Endes der Zivilisation, wie wir sie kennen”, sagt er, “ist, dass man überall private Weinkeller mit exquisiten Jahrgängen freilegen kann. Und es ist nicht einmal Diebstahl. Es ist Archäologie.”

Pater Federico de Soya

Aus dem besten Sci-Fi-Roman aller Zeiten: Endymion, der Fortsetzung des zweitbesten Sci-Fi-Romans aller Zeiten, Hyperion. Dan Simmons schreibt wie ein Gott, sagten schon andere. Ich stimme zu.

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