Meine Lean Startup Workshops in Hamburg im Februar/März

Demnächst bin ich mit Matthias Patz in Hamburg, um im dortigen betahaus Workshops rund um Lean Startup durchzuführen. Die Workshops zu Customer Development, Value Proposition Canvas und Lean Startup richten sich an Gründer in frühen Phasen ihres Startups, gründungsaffine Menschen und Leute, die beruflich mit der Entwicklung neuer Produkte in mittleren und großen Firmen zu tun haben.

Die Delinquenten: Matthias Patz und Gregor Groß

Die Delinquenten: Matthias Patz und Gregor Groß

Customer Development

Wann? 2. Februar, 14.00-18.00 Uhr

In der ersten Session lernst Du die Phasen des Customer Development -Prozesses kennen. Du lernst Techniken, mit denen Du herausfindest, welches Produkt deine Kunden wirklich wollen. Wir üben gemeinsam, wie Du Deine Kunden interviewst, um mehr über das lösenswerteste Problem zu erfahren und wie mögliche Lösungen dafür aussehen können.

Value Proposition Canvas

Wann? 13. Februar, 14.00-18.00 Uhr

In der zweiten Session lernst du das Value Proposition Canvas kennen. Damit verstehst Du, Dein Team und Deine Investoren besser, welches Problem Deine Kunden haben, welche Schmerzen dabei entstehen und welche Vorteile der Kunde hat, wenn das Problem gelöst wird. Im zweiten Schritt feinjustierst Du Dein Produkt, um bestimmte Vorteile zu liefern (die am wichtigsten sind oder Dich vom Wettbewerb unterscheiden) und Schmerzen zu lindern. Wir üben an Euren Beispielen!

Lean Startup in Action

Wann? 2. März, 14.00-18.00 Uhr

In der dritten Session lernst du, wie Du all die riskanten Annahmen, die Du über Deine Kunden, ihr Problem, Deine Lösung dafür und das damit verbundene Geschäftsmodell getroffen hast, mit Hilfe von Experimenten schnell und mit geringem Risiko validieren kannst. Wir zeigen Dir, warum die richtige Einstellung ganz wichtig ist und wie Du Deine Experimente am besten im Team abstimmst und verfolgst.

Tickets

Tickets für einen einzelnen Termin kosten 99€. Ein Ticket für alle drei Veranstaltungen kostet 249€. Die Tickets gibt’s hier.

Alle Termine finden im betahaus Hamburg in der Eifflerstraße 43 im Hamburger Schanzenviertel statt.

Ich freue mich auf Hamburg, aufs betahaus in Hamburg und auf euch! Um eine Floskel eines mit diesen Themen eng verknüpften Bekannten zu borgen: Kommet zuhauf!

Lean Startup – MVP in der deutschen Praxis

Vor einiger Zeit wurde ich im Rahmen eines Studienprojekts zum #MVP bei #LeanStartup befragt. Dass ich ab und zu hier auf dem Denkpass über diese Themen schreibe, öfter mal twittere und auch Vorträge und Workshops dazu halte, hat mich in den erlauchten Kreis von Interviewees für dieses Projekt katapultiert. Neben meiner Wenigkeit wurden noch diese weiteren Lean Startup-Anwender aus Berlin befragt:

Durchgeführt wurde diese Studie übrigens durch

Die Studienarbeit sah vor, sich mit der Theorie zu beschäftigen, eine Forschungsfrage abzuleiten und zu dieser Forschungsfrage dann Experten zu befragen und das dann auszuwerten. Die Forschungsfrage lautete:

Wie sieht der Einsatz von MVPs in der deutschen Praxis aus?

MVP ist ein Terminus aus der Lean Startup-Welt und steht für minimal viable product. Was damit exakt gemeint ist, wird vielfach debattiert. In meinen Workshops, gemeinsam mit Matthias Patz, reden wir auf deutsch von einem minimal akzeptablen Produkt.

Hier die Präsentation auf Slideshare:

Es sind einige verblüffende Aussagen enthalten. Insgesamt zeigt sich der aktuelle Stand des Einsatzes und Umgangs mit Lean Startup, zumindest hier in Berlin.

Der Mensch als Zentrum des Universums?

In Die Entdeckung des Himmels führt Harry Mulisch immer wieder an, dass der Mensch doch im Mittelpunkt der Schöpfung stehe, denn seine Abmessungen sind ungefähr in der Mitte zwischen den kleinsten Teilen der Quantenmechanik und des Universums an sich. Stimmt das genau?

Mal schauen: Der Radius des Universums ist 1,296*10 hoch 26 Meter. Das war einfach.

Schwerer wird das mit den kleinsten Teilchen. Da legt sich das Web nicht so gerne fest, scheint es. In Frage kommen Bauteile von Atomen wie Quarks, Leptonen und Neutrinos. Allerdings findet man dort nur Angaben zur Masse, nicht zu den Abmessungen. Die scheinen bei 10 hoch minus 15 bis 18 Metern zu liegen (-15 ist femto, -18 ist atto).

Die von Mulisch beschriebene Symmetrie von Quantenmechanik und Kosmologie, bei der der Mensch im Mittelpunkt steht, haut nicht ganz hin. Damit das stimmen würde, müssten wir Menschen ca. 10.000 Meter hoch sein. Stünden wir also auf dem Mount Everest, würde es passen.

Bill Gates: Gute Neuigkeiten aus 2014

Bill Gates, der Gründer von Microsoft und derzeit wohl zweitvermögendste Mensch auf der Welt, zeigt uns in seinem Blogpost Good News You May Have Missed in 2014, dass auf der Welt auch gute Dinge passieren1. Glaubt man ja manchmal fast gar nicht mehr.

Weniger Kinder sterben extrem jung, bei AIDS gibt’s weniger Neuansteckungen als Steigerung bei der Zahl der behandelten Patienten, bei der Behandlung hartnäckiger Tuberkulose-Fälle gab’s einen massiven Durchbruch usw. Das sind fantastische Nachrichten, und anscheinend erfindet unsere Generation eben doch nicht nur Apps mit 160 Zeichen, sondern eben manchmal auch ziemlich wichtige Dinge.

Ich persönlich finde Startups, die sich mit neuen, sicheren Formen von Nuklearenergie beschäftigen, viel spannender als die meisten Web- und Appservices und der ganze andere Software-Schmunz. Mehr Respekt für sowas habe ich auch. Und alles zusammen genommen zeigt vielleicht, dass wir wissenschaftlich-innovativ vielleicht doch nicht im Jahre des Herrn 1971 stehen geblieben sind? Der Artikel in Aeon argumentiert ja gerade, dass wir vielleicht etwas zu risikoscheu sind und deswegen kaum noch innovativ sind.

Die niedrig hängenden Früchte sind geerntet. Die höher hängenden Früchte können wir aber, so zeigt Gates’ Artikel, immer noch ernten. Das erfordert etwas mehr Risikofreude, auch innerhalb unserer gesamten Gesellschaft. Um das zu erreichen, brauchen wir eine qualifizierte Diskussion, finde ich. Und für die ist z.B. auch ein durchgängiges Verständnis von Mathe hilfreich.

Fußnoten:

  1. Gates’ Artikel enthält mindestens zwei mathematische Fehler, die aber von einer Grafik stammen, die er übernommen hat (hätte trotzdem erwartet, dass Bill Gates weiss, dass 19 * 19 = 361 ist und 120 * 120 = 14400).

Ignore Integer Contraints in Excel umgehen

Ich war gestern am Durcharbeiten von John Foremans Data Smart, einem Buch darüber, wie man Muster in Daten erkennt (#bigdata, #datascience etc.). Es macht Spaß, man arbeitet nur mit Excel, ich lerne vieles – und werde das bald auf meine Firmen, mein #FantasyBaseball-Team und mehr anwenden.

In einem Kapitel haben wir k-means-Clustering angewendet, zu dem beschriebenen Fall passt aber besser k-median-Clustering. Dazu lassen wir u.a. die veränderbaren Daten für den Basic Solver von Frontline Solvers nicht mehr mit gebrochenen Zahlen laufen, sondern nur noch mit binären Zahlen.

Mein Excel for Mac hat das aber nicht gemacht, obwohl ich das als Nebenbedingung für den Solver angegeben hatte. Auf der Erklärungsseite von Frontline Solver für Excel (Basic Solver – How Integer, Binary and Alldifferent constraints affect solving | solver) fand ich einen Hinweis, dass es in der englischen Version einen Punkt in den Optionen gibt, der Ignore Integer Constraints heisst und weggeklickt werden muss. Ich fand ihn aber nicht und eben in deutsch auch nichts Vergleichbares.

Allerdings gibt es einen anderen Punkt zum Klicken mit der Überschrift Mit ganzzahligen Nebenbedingungen lösen und der Bezeichnung Ganzzahlige Nebenbedingungen. Da steht nirgendswo etwas von Ignorieren, aber wenn man das wegklickt (es ist per Default/Vorauswahl angeklickt), dann beachtet Excel die Integer-Contraints und ignoriert sie NICHT!

Excel: Das Wort "Ignorieren" fehlt hier!

Excel: Das Wort “Ignorieren” fehlt hier!

Danke für die tolle Übersetzung! Wenn man das angeklickt lässt, ignoriert Excel die ganzzahligen Nebenbedingungen, was nur Sinn macht, wenn dort ignorieren auftauchen würde. Tut es aber nicht!

So kriegt man einen Nachmittag auch rum. #fail

Warum die Folter der CIA nicht funktionieren konnte

Einen sehr interessanten Gedanken zu den Erfolgsaussichten von Folter liefert der Artikel Guess Who Else Tortured People Like the CIA Did—Soviets and Nazis. Ganz sicher wissen wir, dass die CIA und somit die Amerikaner nicht als erste und nicht als einzige gefoltert haben, so der Artikel, aber das verringert die Schuld der CIA nicht (finde ich zumindest). Auch die Sowjets und die Nazis haben gerne mal gefoltert.

Sie sind es aber grundsätzlich anders angegangen, und das ist der interessante Gedanke, finde ich. Das Problem mit Folter ist, dass die Gefolterten entweder schnell oder langsam sterben, bevor sie was sagen – oder aber sich Aussagen ausdenken, um weitere Schmerzen zu vermeiden. Die Aussagen, die man erhält, sind also fast immer in keinster Weise nützlich (was ja auch der Senatsreport über die Folterpraktiken der CIA aussagt). Foltern liefert keine Ergebnisse.

Was aber das Foltern bei den Sowjets und Nazis doch erfolgreich machte, war der Umstand, dass es nicht komplett geheim war, dass man folterte. Die Gesellschaft wusste, was da läuft und wie willkürlich das jeden einzelnen treffen konnte. Nachts waren die Schreie zu hören. Jeder kannte irgendwen, der nachts (immer in den frühen Morgenstunden) abgeholt wurde und nie wieder kam. Oder wenn jemand wieder kam, dann unglaublich viel später und als gebrochener Mensch. Und dann das Auftreten von KGB oder Gestapo: anmassend, voll Selbstvertrauen, jenseits von allen Gesetzen und Normen stehend. Leute, die in Dein Wohnzimmer oder Büro kommen, mit knarzenden Ledermänteln und dreckigen Stiefeln, die sie weder abtreten noch ausziehen noch rücksichtsvoll von Deinem kostbaren Teppich fernhalten.

Nein, die Sowjets und die Nazis folterten nicht im Geheimen. Sie machten das so, dass sich alle ganz genau ausmalen konnten, was da passiert. Alle hatten Angst – und zwar auch, weil nicht komplett öffentlich gefoltert wurde. Ein Teil des Schreckens war ja das Ungewisse daran. Und so brachte die Folter zwar keine bislang unbekannten Wahrheiten ans Tageslicht (nur weitere Lügen und Denunziationen), aber immerhin funktionierte sie sehr gut als Unterdrückungs-Instrument, als Abschreckung für selbst die geringsten Vergehen.

Selbst dieser zugegeben leicht verqueren Logik zufolge waren die Folter-Aktionen der CIA also von vornherein sinnlos. Warum taten sie es dann?

The Agency’s attempts to cover its tracks by burning evidence and stonewalling investigators reveals it for what it’s been all along.

A group of sadists flogging prisoners in the dark while no one watched.

gregorgross

9. Dezember 2014

Schönes Zitat aus Laugh Factory aus New Yorker:

America, however, is the country of the eternal appeals court, where judgement, once it has worked its way through the system, has to work its way through the system all over again.

Und kurze Zeit später das hier:

… which, one gathers, was a bit like writing for the Huffington Post today: to do it, you did it.

Der Rasende Falke im Krebsgang rückwärts

Eine Sache hat mich an Star Wars immer gestört, aber vielleicht habe ich das ja nur falsch verstanden. Diese Sache fiel mir wieder ein, als ich diesen Artikel über den neuen Star Wars-Trailer im New Yorker las.

Der Rasende Falke ist das unter gewissen Leuten im Outer Rim berühmte Schiff von Han Solo. Berühmt ist es unter anderem, weil es den Kessel-Flug in weniger als 12 Parsecs schaffte, wie Solo vor Kenobi und dem jungen Skyywalker hervorhebt. In der Szene brüstet sich Han Solo mit der Geschwindigkeit des Falken, aber ein Parsec ist keine Zeiteinheit, sondern eine Längenangabe.

Das ist so ähnlich wie Leute, die sagen “Das dauert ja Lichtjahre!”, obwohl ein Lichtjahr auch keine Zeitangabe ist, sondern eine Entfernung (eben die Strecke, die Licht in einem Jahr zurücklegt). Ein Parsec ist eine Parallaxensekunde und entspricht in etwa 3,26 Lichtjahren.

Wie gesagt, in der Szene scheint sich Solo mit der Schnelligkeit des Falken zu brüsten, wenn er sagt, dass der Falke den Kessel-Lauf in weniger als 12 Parsecs schaffte. Der Kessel-Lauf ist eine ziemlich beliebte Schmugglerroute, die insgesamt 18 Parsecs lang war in der am meisten geflogenen Version. Solo, durch geschickte Navigation und riskantes Annähern an einige Schwarze Löcher auf der Route, schaffte es, den Kessel-Lauf auf unter 12 Parsecs zu verkürzen. Damit wäre die Route also um 6*3,26=19,56 Lichtjahre kürzer – und dann könnte der Falke eins der langsamsten Schiffe der Galaxis sein, die Strecke im Krebsgang rückwärts zurücklegen und wäre immer noch schneller am Ziel.

Was Solo in der Szene rühmt, ist schlaue, risikofreudige Navigation, nicht die Schnelligkeit seines Schiffs.

Was mir an Hackathons nicht passt

Was ihm (und mir) an Hackathons nicht passt, schreibt Alex Baley in Why I don’t like hackathons, by Alex Bayley aged 39 ½. Seine Haupt-Kritikpunkte hier mal zusammengetragen:

  • einseitige Demographie auf junge Männer hauptsächlich
  • ungesund (durch die Nacht, schlechtes Essen)
  • warum darf man nicht seine eigenen Projekte mitbringen?
  • die Atmosphäre wird als kollaborativ beschrieben, die Preise erzeugen aber Wettbewerb
  • es werden oft nur die niedrigst hängenden Früchte geerntet (sprich: Kikifax gebaut)
  • die allerallerallermeisten Ideen werden nicht fortgesetzt (Alex sagt, er kennt keine Idee, die aus einem Hackathon weiter geführt wurde. Ich kenne immerhin feelthebeat, dass bei einem Startup Weekend in der Backfabrik erdacht wurde)

Ich kann dem voll zustimmen: warum muss das immer am Wochenende sein? Das stört mich am meisten. Und wenn man öfter bereits vorhandene Projekte sehen würde, wären vielleicht auch die Ergebnisse “besser”. So kommen meist nur allereinfachste Demos raus (zumindest bei den Hardware-Hackathons, bei denen ich war), die dann oft nicht wirklich laufen.

Das, was aus einem Hackathon kommt, ist auch kein Produkt, sondern ein Prototyp. Wenn man also einen Hackathon benutzt, um sich einen MVP für seine Lean Startup-Idee zu basteln, so ist das dann kein minimal viable product, sondern ein minimum viable prototype!

#dtcamp14 – Barcamp Design Thinking – dtcamp

Am 5./6. Dezember findet in Berlin das #dtcamp14 – Barcamp Design Thinking – dtcamp statt (am Freitag von ca. 12-18 Uhr, am Samstag von ca. 9-17 Uhr). Dabei geht’s um Design Thinking, und das alles findet im Rahmen eines barcamps/Unconference statt: das heisst, die Sessions werden von den Teilnehmern erbracht. Diese Form der Konferenz ist sehr dynamisch und sehr authentisch, und vor allem: viel weniger langweilig als normale Konferenzen. Für Catering ist übrigens auch gesorgt.

Bisherige Session-Vorschläge:

  • Jan Schmiedgen und Holger Rhinow – “What are you Design Sinking about?” – Eine phänomenologische Betrachtung gelebter Design Thinking Praxis in Organisationen”
  • Daniel Gona – “lean service design thinking – Schnittstellen von  “Lean Startup” und “Human Centered Design”
  • Nadja Berseck & Mana Taheri – „Design Thinking went to Cuba – Do you want to know how our experience was?”
  • Pauline Tonhauser – Design Thinking Coach – das Handbuch
  • Dr. Chaehan So – Teambreakers – Why people break teamwork in design thinking workshops | Resistance – Why your management hates design thinking
  • Mario Leupold – Pretotyping: Fake it before you make it
  • Jens Otto Lange und Stefan Haas – Co-Design Your Organization
  • Peter Kraushaar und Julian Kea – Design Thinking und Lego Serious Play
  • Ahmet Emre Açar – Dealing with critics – 10 mistakes we made in projects
  • Amrei Kellner – Behavior Design: zur Innovationskultur durch die Gestaltung der Umgebung.
  • Karl Hosang – Design Thinking und Naturwissenschaft! How to direct innovation in deliberately serious science?

Was? #dtcamp14

Wann? 5./6. Dezember 2014

Wo? Im Ahoy, Windscheidstrasse 18, 10627 Berlin

Wie? Tickets gibt’s ab 47€