gregorgross am 29. August 2014

Wie bereits geschrieben, findet am 18. Oktober in Stuttgart das nächste Leancamp statt. Und auch um den versprochenen Rabatt habe ich mich erfolgreich bemüht. Hier ist der Rabatt-Code, der euch für die Tickets 20% Rabatt sichert:

denkpass

Tickets für das 3. Leancamp Stuttgart gibt's auf der Webseite. Das Leancamp ist eine multi-track Unconference. Ich werde auch da sein!

Was? 3. Leancamp Stuttgart
Wann? 18. Oktober, 10-17 Uhr
Wo? bei KPMG, Theodor-Heuss-Straße 5, 70174 Stuttgart

Mit dem obigen Rabatt-Code sichert ihr euch 20% Rabatt auf die Tickets!

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gregorgross am 27. August 2014

Genau jetzt bin ich auf dem #Berlin #MakerCamp #DemoDay, der in der Factory in Berlin-Mitte stattfindet. Das MakerCamp Berlin läuft einen Monat, dieser DemoDay ist sowas wie der Abschluss. Hier eröffnet Stefania Druga den DemoDay gerade:

Stefania Druga opening the MakerCamp Demo Day

Das MakerCamp lief den gesamten August und war die ganze Zeit in der Factory, in Sichtweite der ehemaligen Mauer, die man vom Maker-Container sehen kann. Auf dem Hof der Factory wurde ein Container aufgestellt, den die BSR gespendet hat. Die Teilnehmer haben diesen Container aus- und umgebaut und ihn zu einem Maker-Container gemacht, inkl. selbstgebautem 3D-Drucker, Lötstationen, Nähmaschine, Arbeitsplätzen und mehr. Alles, was verwendet wurde, kommt entweder von Sponsoren oder wurde selbst zusammen gesucht. Der Maker-Container soll selber eine Vorlage für weitere Maker-Container weltweit sein, die ähnlich aufgebaut und ausgestattet werden und dann dafür dienen, dass die Menschen das, was sie brauchen, selber bauen. Maker eben. Schaut auch das Blog vom MakerCamp Berlin an, um noch mehr zu sehen!

Schon während der Maker-Container ausgestattet und eingerichtet, also nutzbar wurde, fingen die Teilnehmer an, ihre eigenen Ideen umzusetzen. Hier eine Auswahl, die auf dem Demo Day präsentiert wurde (und es gab viel mehr, was dort gemacht wurde):

  • Janez präsentiert LED FlowerPot (kleine Arduino-Schaltung für Wasserstandsmessung und Beleuchtung von Blumentöpfen)
  • Ruby präsentiert Petricity (programmierbare Kuscheltierchen, damit Mädchen Zugang zum Programmieren haben)
  • Bokamoso präsentiert Energy Consumption Monitoring IoT (Elektrizitätsverbrauchsmessung angepasst an die Situation in Botswana)
  • Hanna präsentiert Maker Art for Kids (Kunst-Installationen aus Pfandflaschen und LEDs)
  • Susanne präsentiert 3D scanning for repairs with 3D printer
  • und einige mehr

Hier wird gerade das Elektrizitätsmonitoring von Bokamoso präsentiert (was mein Favorit ist):

Bild 2: Electricity monitoring for Botswana

Ich bin begeistert: was mir an diesem Projekt gefällt, ist dass es Leuten helfen kann, sich selbst zu helfen. Man kann da drin Dinge basteln. Man kann Sachen reparieren. Man kann Kindern programmieren, nähen, basteln, 3D-Druck und Holzbearbeitung beibringen. Leute können ihre eigenen Ideen in die Realität umsetzen. Ich finde, jeder Ort weltweit sollte einen Maker-Container haben.

Und in Berlin fing mal wieder alles an.

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gregorgross am 27. August 2014

Am 23.9. bin ich in Hamburg im betahaus und bin einer von drei Teaser-Vorträgen rund um Informationsdesign, Verhandlungstraining und (jetzt komme ich) Lean Startup Intro. Es gibt drei Impulsvorträge und haufenweise Bier, sagt man mir. Eine Ankündigung ist noch nicht online, kommt aber noch.

Wann? 23.9. ab 19 Uhr
Wo? betahaus Hamburg, Eifflerstraße 43, 22769 Hamburg

Geteasert wird nämlich für unseren Lean Startup Crashkurs im betahaus Hamburg am 29.9. von 14-16 Uhr. Dort gehen wir insbesondere auf den ersten Teil von Lean Startup, das sogenannte Customer Discovery, ein.

Wann? 29.9. von 14-16 Uhr
Wo? betahaus Hamburg, Eifflerstraße 43, 22769 Hamburg

Für beide Veranstaltungen gibt's noch Tickets beim betahaus.

Die Veranstaltungslinks, wenn das betahaus Hamburg sie denn endlich veröffentlicht, reiche ich noch nach.

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gregorgross am 25. August 2014

Logo NRW gruenderpreisNordrhein-Westfalen lobt in diesem Jahr zum dritten Mal den Gründerpreis NRW aus. Daran teilnehmen können kleine, eigenständige Unternehmen mit maximal 50 Mitarbeitern, die zwischen 2009 und 2012 gegründet haben. Ausdrücklich gewünscht ist auch die Teilnahme von Unternehmensnachfolgen, Gründungen aus der Arbeitslosigkeit und von Berufsrückkehrern. Es gibt Preisgelder von insgesamt 20.000€ (für den Sieger 5.000€, für den 2. Platz 2.000€ und für den dritten Platz immerhin noch 1.000€ und wie zu vermuten steht, gibt’s weitere Preise).

Bewerben kann man sich noch bis zum 29. August 2014. Also ran halten und gewinnen!

Die Preisverleihung findet am 13. November 2014 in Bochum, am Vorabend des Gründergipfel NRW, statt. Als Berliner fällt mir da gleich ein: Der 1. FC Union ist da heute schon mal hin, sich die Gegend anschauen und vielleicht sogar, um ein paar Punkte zu entführen.

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gregorgross am 19. August 2014

Am Samstag, 18. Oktober 2014, von 10-17 Uhr findet das 3. Stuttgarter Leancamp statt. Daniel Bartel, Dan Toma und Rui Lun Tran haben es organisiert, und dafür gehört ihnen Respekt gezollt. Denn während Berlin sein 3. Leancamp erst noch plant, findet's in Stuttgart schon statt1. Auch der Serien-Organisator des Berliner Leancamp, Matthias Patz, wird dabei sein.

Was genau passiert auf einem Leancamp? Das sagt das Leancamp über sich selber:

Leancamp is a high-energy multi-track un-conference where attendees regardless of their knowledge can attribute 30 min talks, workshops or Q&A sessions through the whole day in parallel sessions.

The goal of Leancamp is to exchange knowledge between people. Discover new methods and learn from startups or corporations who are practicing approaches like Lean Startup, Business Modelling, Lean Marketing or Customer Development. Also feel free to ask for help and get actionable feedback on your current challenges.

Meet new innovative people and expand your network.

Der wichtige Teil steht ganz vorn: das Leancamp ist eine multi-track un-conference. Was bedeutet das? Es wird wahrscheinlich, je nach Anzahl Teilnehmer, 3-4 verschiedene Tracks geben. Ein Track findet meistens immer im selben Raum statt und besteht aus verschiedenen, zeitlich aufeinander folgenden Sessions, die (falls möglich) thematisch zu einander in Beziehung stehen. Davon gibt es vier verschiedene Tracks, also jederzeit immer bis zu vier verschiedene Sessions gleichzeitig. Man halt also sehr viel Auswahl.

Was eine Un-Conference wie das Leancamp so hoch-energetisch und sehr authentisch macht, ist dass diese Sessions von den Teilnehmern selber geliefert werden. Wenn man schlau ist, bereitet man sich natürlich darauf vor und kann dann ein Thema so ausführlich darlegen, dass man damit eine halbe oder Dreiviertel-Stunde füllen kann (die übliche Dauer einer Session). Wobei es nicht immer Präsentationen sein müssen (wo der/die Präsentierende die Zuhörer bespielt), sondern auch Diskussionsrunden, gemeinsame Brainstormings etc. Durch die unmittelbare Darbietung, oft auch sehr dynamisch in Zusammenarbeit mit den Ko-Kreatoren (den Zuschauern), lernt man die anderen Teilnehmer sehr gut kennen, erfährt viel neue Perspektiven und vor allem: langweilt sich nie. Und sowas findet in Stuttgart statt!

Das Leancamp ist eine Un-Conference rund um Lean Startup, Business Modelling, Lean Marketing, Design Thinking, Agile oder Customer Development. Ich persönlich halte für Leute, die sich für diese Themen interessieren, auch Produktivität für ein interessantes Thema und werde etwas in dieser Richtung dabei haben und als Session anbieten – denn ja, wenn sowas in Stuttgart stattfindet, bin auch ich dabei!

Tickets gibt's auf der Webseite des 3. Stuttgarter Leancamps und kosten zwischen 50-100€ . Ich versuche gerade, noch einen Denkpass-Rabatt rauszuschlagen, den ich dann hier teilen werde.

Ich freue mich darauf, so viel wie möglich von euch in Stuttgart zu sehen!

Was? 3. Stuttgarter Leancamp
Wann? 18. Oktober 2014, 10-17 Uhr
Wo? KPMG, Theodor-Heuss-Straße 5, 70174 Stuttgart


  1. Ich werde im Verlauf dieses Blogposts dran arbeiten, dieses schöne Stutt und statt noch mindestens einmal aneinander zu reihen. 

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gregorgross am 18. August 2014

Dieser Blogpost ist eine Zusammenfassung von How to validate your business idea by testing a hypothesis, erweitert um eigene Ideen und Hinweise. Es handelt sich um einen Prozess, wie man eine Geschäftsidee validiert. Hier der Ablauf:

Wer Ist Mein Kunde?

Als erstes musst Du Deine Zielgruppe genau beschreiben: dafür empfiehlt sich beispielsweise die Empathy Map. Ich empfehle, die Empathy Map noch um zwei Felder zu erweitern: Pain & Gain.

Was Ist Deren Problem Oder Bedürfnis?

Als nächstes musst Du das Problem Deiner Zielgruppe genau beschreiben, z.B. mit dieser Hypothese:

“Ich glaube, meine Zielgruppe hat Schwierigkeiten damit, dieses Ziel zu erreichen weil dieses Problem besteht.”

Diesen Kunden/Problem-Fit solltest Du in Problem-Interviews testen. Achte bei den Problem-Interviews darauf, welche Workarounds die Zielgruppe nutzt.

Wie kann die Lösung aussehen?

Wenn Du das Problem Deiner Zielgruppe gut verstanden hast, kann Du anfangen, Dir passende Lösungen auszudenken. Diese Lösungen testest Du mit einer Lösungshypothese:

“Wenn wir Problem wie folgt lösen, helfen wir unserer Zielgruppe den folgenden Benefit zu erreichen. Wenn x% der Befragten zustimmen, ist die Hypothese bestätigt.”

Du suchst dabei den besten Problem/Lösungs-Fit.

Preis-Level Testen

Nun hast Du Kunde/Problem-Fit geprüft, Problem/Lösungs-Fit getestet und hast damit validiert, dass Deine Zielgruppe ein Problem hat, für das Du eine Lösung hast. Jetzt musst Du noch herausfinden, ob Du ein lösungswertes Problem löst und Du damit auch Geld verdienen kannst. Das kannst Du mit folgender Hypothese testen (z.B. im Rahmen eines Lösungs-Interviews):

“Wir bieten Produkt für Preis an: würden Sie das kaufen? Ich stelle Ihnen die Rechnung erst aus, wenn das Produkt fertig und lieferbar ist.”

Alles Zusammen Als Mission-Pitch

“Ich glaube, meine Zielgruppe hat Schwierigkeiten damit, dieses Ziel zu erreichen weil dieses Problem besteht. Wenn wir Problem wie folgt lösen, helfen wir unserer Zielgruppe den folgenden Benefit zu erreichen. Wir bieten Produkt für Preis an. Sind Sie interessiert?”

Hypothesen Testen

Alles, was Du über Zielgruppe, Problem, Lösung und auch den ganzen Rest Deines Business-Models weisst, sind Annahmen. Diese solltest Du in Hpyothesen formulieren und diese Hypothesen testen. Dafür solltest Du auch eine Test-Akzeptanz formulieren, z.B. so:

“Von x Kunden, die (ich befrage/die auf die Landing Page klicken), akzeptieren y% das Angebot, indem sie folgendes machen.”

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gregorgross am 15. August 2014

Editorial ist eine coole Write-App fürs iPad. Dieser Text hier ist in Editorial geschrieben. In Verbindung mit einem Logitech Ultrathin Keyboard Cover wird ein iPad auf einmal zu einer Geräteklasse, die mehr als nur beim Konsum hilft.

Darüber hinaus kann man Workflows anlegen, was dann sowas ermöglicht wie Automator auf Mac OS, nämlich das Erstellen von ständig wiederkehrenden Arbeitsabläufen, die dann eben automatisiert ablaufen. Das ermöglicht, sich voll auf den Text zu konzentrieren.

Editorial hat auch einen eigenen Browser, der durch einen Swipe nach links zu erreichen ist. Und in Verbindung mit Snippets, die es in Editorial auch gibt, geht dann folgendes:

  • mit einem Snippet, das ich mitten in den Text schreibe, starte ich einen Workflow
  • das Snippet verschwindet dabei sofort im Text
  • der Workflow fragt mich, nach welchem Text ich suchen will
  • nach Eingabe des Textes wird im Editorial-internen Browser dieser Text gesucht
  • ich habe bislang zwei Snippets, eins für Wikipedia und eins für, na ja, Google
  • ich werde mir noch ein paar weitere einrichten für andere, spezifische Seiten

Der Workflow könnte auch über einen Snippet ansuchbar sein und per Klick auswählen, wo ich suche. Dann müsste ich aber bereits die Hände vom Keyboard Cover nehmen und den Screen berühren, aber gerade das will ich ja nicht. Editorial zeigt übrigens unten am Bildschirm eine Vorauswahl passender Snippets an, sobald ich was tippe.

Ich bin begeistert, wie man sieht.

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gregorgross am 14. August 2014

Ich bin gerade auf eine interessante Erklärung für die zunehmende Ungleichheit gestossen, die Thomas Piketty in Das Kapital im 21. Jahrhundert feststellt. Aber der Reihe nach.

Der wichtigste Rat

In seinem Buch Black Swan – The Impact of the highly improbable) führt Nassim Nicholas Taleb aus, dass der wichtigste Rat, den er in seinem ganzen Leben erhielt, folgender war: Suche Dir einen Job, der skalierbar ist. Damit ist gemeint, dass dieser Job nicht pro Stunde bezahlt wird. Alles, was pro Stunde bezahlt wird, lässt sich nicht beliebig steigern (weil einfach nicht genug Stunden da sind).

Bestimmte Berufe wie Zahnarzt, Berater, Physiotherapeut oder Klempner können nicht skaliert werden: es gibt ein Limit an Behandlungen oder Beratungen, die Du durchführen kannst. Die Bezahlung ist damit auch limitiert, weil sie von den Stunden abhängt. Aber: das Einkommen ist ungefähr vorhersagbar (es wird keinen Tag geben, an dem Du mehr verdienst als im ganzen Rest Deines Lebens).

Andere Berufe können skalieren, z.B. Autoren, Schauspieler, Opernsänger etc. Wenn alles klappt, hängt ihr Einkommen nicht von den Stunden ab, die sie arbeiten. Ihre Texte, Lieder, Filme können auch aufgeführt werden, wenn sie nicht anwesend sind (genau das macht sie skalierbar).

Man könnte diese beiden Arten von Berufen auch daran unterscheiden, dass nicht skalierbare Jobs Arbeit verkaufen und skalierbare Jobs Ideen.

Der noch viel wichtigere, weil richtigere Rat

Übrigens war dieser Rat so wichtig für Taleb, weil er ihm das mit den Ideen und der Arbeit klar machte. Grundsätzlich ist Talebs Rat: Suche Dir einen nicht skalierbaren Job!.

Bei skalierbaren Jobs verdienst Du immer – wenn auch mitunter nicht mehr als Deine Nächsten. Bei skalierbaren Jobs verdienst Du entweder ganz viel – oder ganz wenig. Die skalierbare Karriere ist nur gut, wenn Du erfolgreich bist (das sind aber sehr, sehr wenige, nämlich nur die Schwarzen Schwäne). In nicht skalierbaren Berufen sind sich alle (fast) ähnlich, in skalierbaren Berufen gibt' nur ein paar Riesen und sehr viele Zwerge.

Taleb nimmt als Beispiel einen Konzert-Klavierspieler an einem mittelmässigen Konzerthaus in einer mittelmässigen Stadt vor der Erfindung des Grammophones im Jahre 1887. Dieser Klavierspieler war nicht so bekannt wie seine berühmten Kollegen an den besten Konzerthäusern der Welt, aber er verdiente auch was und wenn man gutes Klavierspiel hören wollte, kamen die Leute in sein Konzerthaus. Sein Job war nicht skalierbar und seine berühmten Kollegen hatten zwar mehr Geld, mehr Einladungen und mehr Techtelmechtel, aber so viel mehr auch wieder nicht.

Dann kam das Grammophon und der Job eines Klavierspielers wurde skalierbar. Alle, die Klaviermusik hören wollen, kaufen sich seitdem erst Platten, dann Tapes, dann CDs und mittlerweile MP3s – aber nicht mehr von dem Klavierspieler, von dem wir hier reden, sondern von einigen ganz berühmten Superstars. Deren Arbeit ist nicht millionenmal besser, aber trotzdem verkaufen sie millionenmal mehr, verdienen millionenfach und sind die Riesen. Unser Klavierspieler spielt jetzt nicht mehr im Konzerthaus, sondern gibt Klavierstunden an freche Prenzl-Berg-Kinder. Er ist ein Zwerg, weil sein Job skalierbar wurde und er nicht das Glück hatte, ein Riese zu werden.

Das klingt ungerecht, aber was hat das mit der Erklärung für zunehmende Ungleichheit zu tun?

Die Erklärung für Ungleichheit

Hier kommen wir zu der interessanten Idee von Nassim Nicholas Taleb: die USA ist besonders stark in Berufen, die Ideen verkaufen (sie machen Filme, Musik, iPods, Turnschuhe, haben aber vieles an Produktion in andere Länder ausgelagert). Die USA sind weniger berühmt für Berufe, die Arbeit verkaufen. Das waren sie mal, aber heute lagern sie viel davon aus – und verdienen insgesamt nicht schlecht damit. Seit die USA ihre Fähigkeit, Dinge herzustellen, ausgelagert haben, und sich nur auf Design und Ideen-Generierung konzentrieren, ist ihr Bruttosozialprodukt am Steigen.

Nun kommt aber der Nachteil: in einer Weltwirtschaft, wo mehr Geld an die Ideengeber als an die Hersteller gezahlt wird, wo also für die Ideen (skalierbar) mehr Geld übrig ist als für die Arbeit (nicht skalierbar), folgt – wie Taleb ausführlich am Beispiel des Klavierspielers gezeigt hat – große Ungleichheit unter den Ideen-Generierenden und viel Platz für Gelegenheiten und Glück. Das ist dann die zunehmende Ungleichheit auch in der 1. Welt, die Piketty meint. Der Grund dafür könnte also sein, dass wir uns als Welt- oder Volkswirtschaft immer mehr auf Skalierbarkeit verlassen, und diese Skalierbarkeit hat eben Nebenwirkungen.

gregorgross am 13. August 2014

In der Startup-Blogosphere läuft gerade eine interessante Diskussion um das #LeanCanvas, und zwar zwischen Ben Kampmann und Ash Maurya.

Was am Lean Canvas nicht passt

Ben schreibt in seinem Artikel Lean Canvas: The wrong tool, dass er mehrere Probleme mit dem Lean Canvas hat, vor allem:

  • es bezieht sich von Anfang auf Profite (und in keinster Weise auf das, was die Gründer erreichen wollen)
  • seine Betrachtung ist Market-first anstelle von Product-first

Der erste Punkt erfasse auch nicht all die Gründungen, die Plattformen bauen, wo Kunde und Endanwender verschiedene Personen seien. Mit dem letzteren bezieht er sich auf Software-Produkte, die heutzutage agil erstellt werden. Während der agilen Entwicklung (dieses Framework setzen wir bei alpha-board übrigens auch für Hardware-Entwicklung ein) verschiebt sich oft das Ziel: das Produkt sieht am Ende meistens anders (und deutlich besser) aus als am Anfang gedacht. Wie soll dann aber, so Ben Kampmann, der Markt im Auge behalten werden? Er schlägt vor, sich nur auf die Endanwender und ihre Bedürfnisse zu konzentrieren.

Ben meint auch, dass alle Startups am Anfang Leidenschafts-Projekte sind, und wenn man die Zeit berücksichtigt, die an dieser Stelle fürs Canvas benötigt wird, verschlechtern sich die meisten Produkte so sehr, dass sie nie den Break-even erreichen. Naja, wenn das bedeuten soll, dass man besser ohne Canvas gründet, wären wir ja wieder da, wo wir vor zehn Jahren waren, könnte man antworten. Für Ben hängt das aber damit zusammen, dass viele Projekte eben nicht gestartet werden, um damit schwerreich zu werden (außer die in Berlin, wobei wir dabei die beste iPad-Schreib-App ever, Editorial, ausnehmen). Und wenn ich mich nur aufs Produkt konzentriere, brauche ich kein Canvas. Oder eben erst sehr, sehr viel später, wenn mein Produkt den Leuten gefällt. Ganz klar, Ben beschreibt Gründer, die nicht nach Geld streben, sondern nach Selbsterfüllung.

Das ist dann auch der schwierigste Schritt, findet Ben Kampmann: vom initialen Experiment zum nachhaltigen Produkt. Und das Lean Canvas, so seine Meinung, geht dabei von einer Balance zwischen Marketing und product building aus, die es aber in der Realität selten gibt. Ein gutes Canvas hilft seinen Tech-Anwendern, sich auf seine Endanwender zu konzentrieren, ohne die technischen Möglichkeiten zu weit einzugrenzen.

Warum das Lean Canvas doch passt

In seiner Antwort There is no business model without revenue befasst sich Ash Maurya hauptsächlich mit dem ersten Vorwurf, dass es beim Lean Canvas viel zu früh nur ums Geld gehe. Für Ash drängt sich bei dieser Frage ein Vergleich zu Sauerstoff auf:

We don’t live for oxygen, but we need oxygen to live.

Aber Sauerstoff ist nicht unser Lebenszweck, sondern nur Mittel zum Zweck. Der eigentliche Sinn eines Unternehmens ist folgender:

The universal goal of every business is to make happy customers.

Und diese glücklichen Kunden bescheren einem dann den Sauerstoff, den das Startup braucht. Was aber, wenn das anfangs schwer zu bestimmen ist, wie viel Sauerstoff die Kunden einem geben wollen, u.a. weil man am Produkt noch experimentell bastelt und nix zeigen kann? Dann, so Ash Maurya, schätzt man den Revenue Stream anhand des Problems ein: was wären die Leute bereit, für die Lösung des Problems zu zahlen? Was zahlen sie für vergleichbare Problemlösungen?

Welche Annahmen soll ich bezüglich customer lifetime treffen? Auch hier, so Ash Maurya, kann man sich am Problem orientieren, das man lösen will: tritt es einmalig oder mehrmalig auf? Falls ansonsten nichts Ähnliches zu finden ist, einfach konservativ schätzen.

Warum ist es für Ash Maurya so wichtig, den Revenue Stream von Anfang an zu schätzen? Ganz einfach, weil man nur begrenzt Zeit hat in seinem Leben und von all den Produkten, die man bauen könnte einfach das bauen sollte, das am ehesten genug Sauerstoff erhalten kann, um ein nachhaltiges Produkt zu werden!

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Weil einerseits Google Hangout mein MacBook Pro 2x abgeschossen hat und wir dann sogar noch Probleme mit unseren Telefonen hatten, haben Ute und ich beschlossen, unseren 4. Business BuchClub (BBC) zu verschieben und zwar auf den 28. August, 15 Uhr.

Das ist eigentlich ein bisschen lange hin, aber da sind noch ein paar Urlaube dazwischen gestreut. Wir werden uns mit dem Buch Peopleware von DeMarco und Lister beschäftigen, insbesondere mit Kapitel 3 (Wien wartet) und Kapitel 11 (Telefon).

Wann? 28.8.14 ab 15 Uhr

Wo? Google Hangout: Business Buch Club 4

Was? Ute Muendlein und Gregor Groß stellen Peopleware vor und diskutieren Kapitel 3 und 11

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