28.12.05

Andersrum

In Deutschland, so munkelt man, sollen zum Teil auch gute Filme gedreht werden. Ja, richtig. Alle paar Jahre etwa. In der Zwischenzeit gibt es für die Zuschauer jedoch genau das, was für den deutschen Film bezeichnend ist: belanglose Zeitvergeudung auf Zelluloid. Wie sie zum Beispiel gestern abend auf Pro7 zu sehen war. Andersrum hieß das Machwerk. Eins vorneweg: Schlechtere Unterhaltung im Fernsehen gab es nicht mal in Rumänien - und die hätte mittlerweile nostalgischen Charakter. Das wird dieser Pro7-Produktion verwehrt bleiben.

Will man da noch wissen, wie Ideen zu solch sagenhaft blöden Filmen entstehen?

"Die Idee dazu hatten Mark und ich schon vor zehn Jahren. Wir waren in einer Diskothek, zusammen mit Til Schweiger und Heinz Hoenig. Und die war abgesehen von uns leer. Da haben wir uns gegenseitig vorgespielt, wie die verschiedensten Leute auf die Tanzfläche gehen", erzählt Heiner Lauterbach. Mark Keller spielte dabei einen Schwulen. "Er hat das so witzig gemacht und auch so getanzt, da haben wir gesagt, da müssen wir unbedingt einen Film draus machen."
So werden blöde Ideen umgesetzt - man lässt die zur Selbstüberschätzung neigenden Hauptdarsteller auch noch gemeinsam Regie führen. Am Ende freuen die sich dann noch über sich selber und halten ihr gefährliches Machwerk für sehenswert und originell. So sagt Marc Keller:
"Es ist ein schöner Film geworden! Besonders, wenn man von der Idee bis zur Fertigstellung so nah mit dabei ist! Außerdem lernen mich so die Zuschauer auch mal von der komödiantischen Seite kennen."
Dazu ganz kurz: Für uns Zuschauer, die wir nicht so nah dabei waren von Anfang bis Ende, war es nicht schön. Eigentlich hat das Ende, der Film, auch gereicht - da kann man auf den Rest dankend verzichten. Von einer komödiantischer Seite bei Herrn Keller kann man auch nicht reden. Von einer unfreiwilligen komödiantischen Deutung seiner stümperhaften Darbietung vielleicht. Ansonsten lachen da höchstens Leute, die sich in einer freien Minute gerne mal die Zehennägel rausreißen.

Der Film "Andesrum" ist die Krönung einer Filmreihe, mit der Pro7 sich gerne auf den Olymp der deutschen Fernsehunterhaltung schwingen möchte. Christian Buß von Spiegel Online tut das einzige, was einem übrig bleibt, sollte man dieses Machwerk auch nur in Auszügen gesehen und diese Aufführung mit einigermaßen gesundem Verstand überlebt haben: er zerreißt es von vorn bis hinten.

Zombiesk, humorfrei, dilettantisch: Dieser Film ist ein echter Albtraum.

26.12.05

Innovative talent

In the 1960s, John F. Kennedy said:

If men have the talent to invent new machines that put men out of work, they have the talent to put those men back to work.
It is still as true as ever.

24.12.05

Symbolik

Ob Personalchefs die tiefe Symbolik erfassen könnten, so man ihnen am heutigen Tage eine Bewerbung zukommen liesse? Dass es sich nicht um irgendeine Bewerbung handle, sondern um ein Geschenk des Himmels? Mal sehen...

23.12.05

Frohes Fest!

... wünscht die faulste Bloggersau der Welt!

07.12.05

Warum fallen wir?

Ein Satz aus Batman begins, der mittlerweile besten Comicverfilmung aller Zeiten:

Warum fallen wir? Damit wir lernen uns wieder aufzurappeln.

06.12.05

Tester gesucht!

Die Firma Durex, spezialisiert auf passgenaue Regenkeeps für spezielle Körperteile, hat ein neues Modell in der Pipeline. Dafür sucht man Tester, so der Spiegel.

Die Belohnung für die ganze Ackerei? Gratiskondome und viel Erfahrung!

24.11.05

Musik für alle!

Wer auf Arbeit kein Radio hat, und wer auch nicht die ganze Zeit ins Internet kann oder darf, um vielleicht Internetradio zu hören, kann sein Büro auch anders mit Musik beschallen:

Einfach mal die Arcorhotline anrufen. Irgendein Thema auswählen, über das man mit den netten Leuten reden will und schon landet man in der Warteschleife. Hörer neben´s Telefon gelegt und den Lautsprecher laut stellen.

Dann kann man eine ganz, ganz, ganz, ganz, ganz, ganz, ganz lange Zeit Musik hören. Kostenlos. Gebühren fallen erst an, wenn man mit jemanden spricht, was aber ganz, ganz, ganz, ganz, ganz, ganz, ganz lange dauert.

Eine Frage bleibt aber: Weiß die GEZ schon von dieser Sache?

09.10.05

I´m back!

In einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz hat der Autor des Denkpasses bekannt gegeben, daß seine Blogaktivitäten nunmehr fortgesetzt werden können.

"Es hat Angriffe von Hackern gegeben, die vorgaben, auf den Server meines Providers gerichtet zu sein. Angesichts der Medienpräsenz von Blogs im allgemeinen und dem Denkpass im Speziellen, brauche ich wohl nicht darauf hinweisen, für wie wenig glaubwürdig ich das halten darf."
Die Arbeiten am Server und der Datenbank, der Umzug auf einen anderen Server, und viele weitere unnötige Sinnlosigkeiten, die für das Betreiben eines Blogs mit Movable Type nötig sind, seien nun abgeschlossen. Der Autor des Denkpasses, von vielen nur Chief Pedro oder Knallkopp gerufen, wies darauf hin, daß angesichts des erwarteten knappen Wahlausgangs zumindest eine Partei, womöglich aber mehrere hinter diesem Komplott stecken. "Wahrscheinlich sogar alle", brüllte Chief Pedro selbstsicher ins Mikro und rülpste dann. Befragt, wie seine lächerlichen, an den Haaren herbeigezogenen Artikel den etablierten Parteien der Bundesrepublik überhaupt zur Kenntnis gelangen sollten, zuckte Chief Pedro nur mit den Schultern und nahm einen tiefen Schluck aus einer Reihe von vor ihm stehenden Gläsern mit alkoholischen Getränken.
"Ich weiß, was ich weiß."
Was das wäre, fragte der einzige anwesende Reporter.
"Das weiß ich noch nicht so genau."
Wie es, unabhängig davon, nun weitergehen solle?
"So wie immer: Überflüssige Bemerkungen zum Nulltarif. In Serie!"

15.06.05

Altwerden

Woran merkt man, daß man älter und erfahrener geworden ist? Man beginnt, sich die Namen der Journalisten einzuprägen, deren Artikel einem gefallen.

In meinem Falle stoße ich dabei immer wieder auf Eva Haacke. Aber das nur am Rande.

Super-Nanny und die moralischen Konsequenzen

Im Titelthema des Heftes 17/2005 des Sterns kommt Erziehungsberater Jan-Uwe Rogge auf die aktuelle Hysterie rund um die "Super-Nanny"-Sendungen zu sprechen:

Eine verantwortungsvolle Beraterin, die von einem Fernsehsender in Familien geschickt wird, die eigentlich eine Therapie brauchen, hätte sofort die Kamera abschalten müssen.
Wer aber gerade das nicht tut, obwohl er qualifizierter Berater ist und die Situation erkennen müsste, scheint das deswegen zu machen, weil er von dem Fernsehsender Geld erhält. Das wäre aber zutiefst unmoralisch und verantwortungslos.

Wenn man nun Prosititution als das Angebot unmoralischer Handlungen gegen Entlohnung verstehen möchte, wäre dies ein Fall davon. Aber im Fernsehen haben sich schon ganz andere prostituiert. Vor allem das Medium selber. Von daher also nichts Neues.

02.05.05

Kirche und Sexualität

Benedikt XVI. ist keinen Monat an der Macht, da liest man bereits von einschneidenden Änderungen im Umgang der Kirche mit Fragen der Sexualität. So berichtet der Sex Columnist des Daily Northwestern von folgendem Erlebnis:

In hearing stories of public sex, the only time I can say I've felt personally offended was when I heard how a friend of mine got a handjob through his pants pocket while sitting in church. I think the only reason I was offended was that I was sitting a couple of pews away, getting no action. But I think others might be offended for different reasons.
Na, da kommen dann künftig auch mehr Leute zum Gottesdienst, oder?

[via Obscure Store]

27.04.05

Von einem, der auszog, um Doktor zu werden

Von wegen, Deutschland sei eine Bildungswüste! Hierzulande werden sogar 80jährige noch Doktor.

Eine Frage bleibt: War diese fulminante Karriere rein akademisch oder gab es auch Zeiten, wo der gute Mann arbeiten ging?

03.04.05

Sondersendungen zum Tode des Papstes

Papst Johannes Paul II. hat seine letzte Ruhe gefunden. Nach einem sehr langen Leben, das der Papst als Instrument in den Dienst der katholischen Kirche gestellt hatte, und das immer gezeichnet war von den Folgen eines Attentats im Jahre 1981, schlief der höchste Diener Gottes nach schwerer Krankheit gestern in den Abendstunden ein. Friede sei mit ihm.

Daß darüber aber gestern fast alle Sender dieses Landes in Sondersendungen berichten mußten, war zumindest merkwürdig. Denn zum einen kam Karel Wojtylas Tod nicht unerwartet. Zum anderen wird hier der Tod eines Menschen zum Gegenstand einer Inszenierung gemacht, von dessen Lebenswerk dieselben Fernsehsender ansonsten auch nur höchstens am Rande Notiz nahmen.

Deutschland ist und bleibt ein multikonfessionelles Land. Um über den Tod von hohen Würdeträgern der evangelischen Weltkirche zu berichten, würde man aber keine Sondersendungen ausstrahlen. Dies alleine ist ein Zeichen der Bedeutung und der Leuchtkraft von Johannes Paul II. Auf der anderen Seite wird aber das Lebenswerk des Papstes in Deutschland kaum zur Kenntnis genommen, wird die Position des Vatikans in Sachen Abtreibung und Verhütung als mittelalterlich und rückständig belächelt.

Warum dann aber die plötzliche öffentliche Anteilnahme auf fast allen Fernsehsendern, wo die deutschen Kirchen aller Konfessionen doch über ständig schwindende Mitgliederzahlen klagen? Würde sich der Papst nicht mehr freuen, wenn dieselben Personen, die mit Sondersendungen über seinen Tod ihr Abendprogramm füllen, ihre Anteilnahme über seinen Tod in mehr oder weniger regelmäßigem Besuch einer Kirche -egal welcher Konfession- manifestieren könnten? Wenn sie, anstatt ergriffen vor Fernsehkameras zu posieren, in einer ehrenamtlichen Arbeit ihrer Gemeinde helfen würden, die Not von Kranken, Schwerbehinderten, Alten oder Hilfebedürftigen zu lindern? Wenn statt vorübergehender Anteilnahme dauernder Glauben gezeigt werden könnte?

Mit Sicherheit. Aber in Deutschland ist das nicht zu erwarten. Denn sobald die Sensation vorbei ist, geht es für uns mit dem normalen Fernsehprogramm weiter. Zapp...

06.03.05

Definitionssache

Ein Gentleman ist jemand, der schwangeren Frauen und fremden Müttern hilfsbereit gegenübertritt, auch wenn er sich nicht erinnern kann, sie geschwängert zu haben.

13.02.05

Musikalische Informationszwänge

Diesem Wochenende, eine Insel des Familienlebens inmitten eines Monats voller Dienstreisen, kann jedenfalls kein Aspekt des Ungeschoren-davon-Kommens abgewonnen werden. Und das in zweierlei Hinsicht: Zum einen ist wohl dosierter Eingriff in wild wuchernde Kopfbehaarung nötig - zum andern schreit so manches Postfach danach, mit Infos vom Denkpass gefüttert zu werden:

Wem wirfst du dieses Stöckchen zu (3 Personen) und warum?
[..]
- chiefpedro vom Denkpass - damit er nicht glaubt, dass er ungeschoren davonkommt
Lieber Postmeister, der Denkpass glaubt das nicht. Dafür ist er bereits zu lange Teil der geheimnisvollen Vorgänge, die wir Leben nennen. Doch hier nun die gewünschten schwerwiegenden Äußerungen zum Thema Musik:

1) Wie viel GB Musik sind auf deinem Computer gespeichert?

0 GB. Halt. Genaugenommen 0,02 GB. Da gibt es zwei amerikanische Lieder zum Thema Baseball, die mal auf irgendeinem Baseballspiel zu finden waren. Aber meine Frau hat mir angedeutet, diese Lieder weiter zu hören, könnte unserer Beziehung eine dramatische Wendung geben.

2) Die letzte CD, die du gekauft hast…

The King: Return to Splendor - aber nicht als sie erschien, sondern erst vor ein paar Wochen.

3) Welches Lied hast du gerade gehört, als dich der Ruf ereilte?

Gar keins. War nur kurz die e-mails checken und meine Lieblingsblogger abgrasen, bevor die Familie einkaufen ging. Ansonsten hört man hier auch kaum CDs, sondern eher Radio. Und zwar Jazz Radio, weil das wirklich ein toller Sender ist. Und weil das einer der Vorzüge der Hauptstadt ist: Jazz im Radio hören zu können.

4) Fünf Lieder, die mir viel bedeuten oder die ich oft höre:

- Take Five von Dave Brubeck
- White Lines von Grandmaster Flash and the Furious Five
- What a difference a day made von Dinah Washington
- Take another piece of my heart in eigentlich allen Versionen, aber besonders von The King oder Janet Joplin
- Techno oder House von Robert Deckstar, Tom Dailee oder Rene

5) Wem wirfst du dieses Stöckchen zu (3 Personen) und warum?

- dem Herrn Braun - und zwar aus purer Bosheit
- dem Bibliomaniac - zum einen weil es hierbei nicht um Literatur geht und zum anderen, weil man gespannt sein darf, auf welchem Themenblog es landen wird (wegen seiner Nichtigkeit aber hoffentlich nicht als finaler Eintrag des Freitod-Weblogs?!)
- dem Daniel van Moll - weil das doch so die Art von Informationen sind, die seine Fangemeinde über ihn wissen möchte, oder?

11.02.05

Kausale Kette

Ein sicheres Händchen bei der Wahl ihrer Themen bewiesen die Redakteure der Ostseezeitung am vergangenen Dienstag, dem 1. Februar, als sie auf Seite 13 - dem Titelblatt der Lokalseiten - folgende Artikel direkt übereinander platzierten:

Pfadfinder in Bestform beim Nudel-Wettessen

Vorschüler immer pummeliger

28.01.05

Druck

... ist zum Beispiel, wenn man sich selber in folgender Situation wiederfindet:

- man hat am Anfang der Woche im fernmündlichen Auftrag des Chefs eine Zuarbeit für den Auftraggeber mit der eigenen e-mail verschickt, diese Zuarbeit aber nicht selber erledigt (sondern sie wurde von einem anderen Mitarbeiter erstellt)

- am Ende der Woche äußert deswegen der Projektleiter beim Auftraggeber in erregter Weise seine Unzufriedenheit, nachdem während der Woche vom Projektbearbeiter beim Auftraggeber keinerlei Anzeichen für mangelnde Zuarbeit zu spüren waren

- der Mitarbeiter, der die Zuarbeit im eigenen Unternehmen erledigt hat, ist nicht auffindbar

- der eigene Chef ist während der ganzen Woche im Urlaub und nicht erreichbar

- eine Überarbeitung bis zum nächsten Montag - wo die Zuarbeit dem Bauherrn präsentiert werden soll - sieht sich einigen Widerständen gegenüber (die Liste der beanstandeten Punkte wird erst am späten Freitag verfügbar sein / Wochenendarbeit scheidet aus, da meine Frau beruflich unterwegs ist und ich vom Kind in Schach gehalten werde / eine Bearbeitung am Montagmorgen scheidet ebenso aus, weil ich früh das Kind in der Kita abgeben muß, und deshalb erst im Büro sein kann, wenn der Termin der Abgabe vorbei ist)

Um die Situation zu verschärfen, ist das Kind krank und wird mich aller Wahrscheinlichkeit nach am nächsten Montag grundsätzlich zu Hause halten.

Die wichtige Unterhaltung mit dem dann erst aus dem Urlaub zurück erwarteten Chef, die von mir angesetzt ist und wegen der einzuhaltenden Fristen unbedingt an diesem Termin stattfinden muß, und in der die zeitliche Knappheit meiner eigenen Zukunft im Unternehmen zum Ausdruck gebracht wird, habe ich da noch gar nicht berücksichtigt.

18.01.05

Der Lichtgeschwindigkeit schon nahe

Wer älter als 15 Jahre ist, und große Lust auf gemäßigte, zweirädrige Fortbewegung verspürt, der geht zu einer Fahrschule in seiner Umgebung, lauscht einigen kurzen, theoretischen Ausführungen, dreht anschliessend auf dem Hof ein paar Runden und erhält - ohne Prüfung - die passend benannte Mofa-Prüfbescheinigung. Die gilt allerdings nur für Fahrräder mit Hilfsmotor, wenig Hubraum und einer Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h.

Nicht genug für manchen Zweiradpiloten. So fiel der Duisburger Polizei ein 35-jähriger Mann auf, dessen Motorroller mit 50 km/h durch eine Verkehrskontrolle schoss. Der sich zwangsläufig anschliessende Test auf dem Prüfstand aber ergab für das Maschinchen selbst bei Vollgas mit nur kümmerlichen 19 km/h eine noch zu tolerierende Höchstgeschwindigkeit.

Erst als man einen Sachverständigen hinzuziehen wollte, zog der Mann eine Fernbedienung aus der Tasche, löste damit die elektronische Sperre und verhalf seinem Gefährt zu unerlaubtem Geschwindigkeitsrausch - 110 km/h konnten die staunenden Freunde und Helfer messen. Ob der Fahrer jetzt von FedEx eingefangen wurde und bald Pakete zustellt, geht aus der Meldung übrigens nicht hervor.

03.01.05

Todesmeldung per e-mail

Mit den Ängsten seiner Mitbrüger spielte ein 40jähriger Brite aus Lincolnshire, den die Polizei darauf hin festgenommen hat. Er habe e-mails verschickt, in denen er den Empfängern den Tod ihrer Verwandten oder Bekannten übermittelt habe. Die e-mail-Adressen hatte er sich zuvor vom Internetauftritt des britischen Fernsehsenders Sky News besorgt, wo die verzweifelt nach überlebenden Verwandten oder Bekannten in den vom Tsunami betroffenen Gebieten in Asien suchenden Betroffenen sie veröffentlicht hatten. Der Mann werde in einem Schnellverfahren wegen arglistiger Täuschung und Erregung öffentlichen Ärgernisses angeklagt.

Bleibt zu hoffen, daß der schwarze Humor des Angeklagten beim Richter auf wenig Verständnis stößt und der den ihm gegebenen Rahmen bei der Straffestsetzung voll ausschöpft.

Körperloses Spiel

Basketball sei ein Sport für Ästheten, sagt man. Ohne sich zu berühren, jagen die Spieler im zweitschnellsten Mannschaftssport der Welt über das schimmernde Parkett, wirbeln in einstudierten Bewegungen umeinander und lassen den Ball von Hand zu Hand tanzen, bis er in hohem Bogen im Korb verschwindet. Harte Fouls, sich am Boden windende, vor Schmerz (oder, wie oft in der italienischen oder spanischen Variante zu bestaunen: vor Schauspielerei) verkrümmte Körper attackierter Spieler seien im Basketball überflüssig - denn das sei etwas für Barbaren, so die Fans des Sports.

An Barbaren fühlt man sich aber auch erinnert, wenn man von den Eskapaden des Trainers von Basketballbundesligist Artland Dragons hört. Jener, Chris Fleming mit Namen, ist in einer Doppelfunktion auch für die deutsche U20-Auswahl verantwortlich. Und in seiner Vorbildfunktion als Auswahltrainer für basketballspielende Teenager ist sich Chris Fleming nicht nur nicht zu schade, die Schiedsrichter eines Spiels wüst zu beschimpfen, sondern dem Manager des erfolgreichsten deutschen Basketballteams nebenher mal so richtig Keile anzudrohen.

Sage da noch einer, Basketball ist ein Sport für Weicheier...

02.01.05

Old Boy

Was tun, wenn man fünfzehn Jahre in einem Raum ohne Fenster eingesperrt war und nicht den geringsten Anhaltspunkt über den Grund dafür weiss? Wenn die einzige Verbindung zur Außenwelt, der Fernseher, dir die Nachricht überbringt, daß du als der Mörder deiner Frau gesucht wirst, während euer gemeinsames Kind im Ausland großgezogen wird? Und dann, eines Tages, wirst Du einfach so freigelassen...

Das ist die Story von Old Boy, einem koreanischen Meisterwerk, das den Zuschauer dieselbe Ungewissheit spüren lässt wie Oh Dae-su, des Hauptdarstellers, der um sein Leben betrogen wurde. Aber Oh Dae-su hat seine Zeit in dem fensterlosen Raum genutzt - sein Körper fiebert der langersehnten Rache entgegen.

Kaum draußen, lernt er - zufällig oder nicht? - Mido kennen, die Köchin in einer Sushi-Bar. Gemeinsam wollen sie das Rätsel lösen - und werden gemeinsam immer tiefer in den Abgrund gezogen. Als Oh Dae-su seinen Kidnapper kennenlernt und töten will, weist dieser darauf hin, daß er sein Geheimnis mit ins Grab nehmen werde. Den Grund für seine Haft zu erfahren, dafür blieben Oh Dae-su fünf Tage - andernfalls werde Mido getötet. Mido, zu der Oh Dae-su mittlerweile aber mehr als nur Zuneigung empfindet...

Und es gibt kein Entkommen für die beiden. Nur weitere düstere Enthüllungen, drohende Gefahren und ein irrwitziges Finale von solcher Bosheit, das die gesamte Geschichte auf den Kopf stellt.

---

Ein beeindruckender Film, der einem Drehbuch folgt, das seinesgleichen sucht. Hollywood hat sich von dieser Art von Film schon lange verabschiedet. Sowas kommt mittlerweile eigentlich nur noch aus Asien - und wirft die Frage auf, ob die Bewohner Asiens wirklich zur Erde gerechnet werden dürfen, wenn ihre Filme so fremd, faszinierend und voller Abgründe sind.

Die Umsetzung ist perfekt. Die Kamera spielt mit außergewöhnlichen Perspektiven und sprunghaften Schnitten, die der Stimmung angepasst sind. Settings sind abwechslungsreich und originell gewählt und folgen einer ästhetischen Linie. Die Schauspieler sind glaubwürdig - und in ihrer Gewöhnlichkeit wunderschön. Hier ist der Film der Star.

Ich kann Old Boy nur empfehlen. Besser kann man Filme nicht drehen, wie man auch in Cannes und Korea findet. Der Film ist aber nur für Erwachsene geeignet. Nicht wegen seiner Gewalt- oder Sexszenen, sondern wegen der moralischen Implikationen, mit denen das Finale aufwartet.

PS. Sowas isst Oh Dae-su übrigens lebendig.

28.12.04

Zuwenig Zeit? Nein. Zu viel zu tun!

In Heft 12/04 der Zeitschrift Technology Review äußert sich Prof. Dr. Karlheinz A. Gießler von der Bundeswehruniversität München über die Rolle, die wir der Zeit in unserem Leben einräumen (der Artikel ist leider online nicht verfügbar). Dem interessanten Blickwinkel, den der Professor auf die Probleme fehlender Zeit anwendet, kann man dabei nur zustimmen.

Geißler würde einem Kind Zeit auf die folgende Art erklären:

Die Zeit ist etwas, was nicht vorhanden ist und was wir uns ausdenken. Und warum denken wir es uns aus? Damit wir unser Leben ordnen können.
Weil unser Leben spätestens seit dem Erfolg des Calvinismus in England und Holland auf Arbeit und Aktivitäten konzentriert sei, von denen wir uns Fortschritt, Entwicklung und Reichtum - und damit Glück - versprechen, nimmt dieses Konstrukt unseres Geistes jedoch eine so zentrale Rolle in der Gestaltung unseres Lebens ein. Unser Problem sei es auch nicht, so der Professor, daß wir zuwenig Zeit hätten. Wir würden uns nur zuviel an Aktivitäten aufbürden in den uns gegebenen Zeiträumen.

Dabei ändert sich gerade die Strategie der Gesellschaft, mehr im Leben unterzubringen. Waren bislang schnellere Technik, Transporte, Produktionszeiten und Konsummöglichkeiten das Maß der Dinge, wird die Zeit des Einzelnen nunmehr verdichtet - durch Gleichzeitigkeit. Deswegen üben Mobiltelefonie, Hörbücher und Laptopsteckdosen im ICE solchen Reiz aus: Sie ermöglichen uns simultane Aktivität und werden uns als ein Mehr an Freizeit uns somit auch ein Mehr an Freiheit verkauft.

Daß es ein bewußtes Mehr an Freiheit auf diese Art nicht geben kann, darauf weist Prof. Dr. Geißler hin. Soziale Systeme, von denen intelligente Wesen wie der Mensch abhängig sind, können "weder verdichtet noch beschleunigt werden".

"Wir werden einsamer, weil wir kurzfristiger werden."
Auswege aus dieser Krise bietet die Verknüpfung der verschiedensten Formen von Zeit: Langsamkeit, Schnelligkeit, Hektik, Warten, Ruhe. Eine Aussage von Prof. Dr. Geißler ganz wenig abwandelnd, kann man sagen:
"Man muss möglichst viele dieser Formen praktizieren, um ein erfülltes Leben zu erlangen.
Die Dualität von aktivem und beschaulichem Verhalten, sozusagen.

26.12.04

Erfahrungen als Amateurdarsteller

Das Krippenspiel in der Adventkirche an der Danziger Straße wurde - soweit das feststellbar war - vom Publikum sehr gut aufgenommen. Die Dramaturgie war ja von einem theatererfahrenen Ehepaar mit Hinblick auf die anwesenden Kinder zusammengestellt worden (oder wie der Pfarrer in seiner Einführung es benannte: ein Stück für junge Herzen). Höhepunkt waren sicherlich die drei Könige, die auf Pferd, Kamel und Elefant durch den langen Gang geritten kamen. Gerade der dilettantisch-eifrige Einsatz bei der Kostümgestaltung der Tiere stieß auf die größte Gegenliebe.

Persönlich brachte mir die Teilnahme mehr, als ich je erwartet hätte. Nicht nur daß die Proben unheimlich viel Spaß gemacht haben. Gerade bei der Vorstellung selber hat man die eigene Darbietung und die der anderen Darsteller in einer Intensität erlebt, die ich nicht für möglich gehalten hätte (hervorzuheben sei an dieser Stelle der Gesang der Verkündungsengelin). Der abschließende Applaus von mehr als fünfhundert Zuschauern bestätigte unsere Anstrengungen. Dabei habe ich den Beifall nicht im Sinne einer mir zustehenden Leistung verstanden, sondern als Billigung der meinerseits erduldeten Mühsal, dem Publikum eine unterhaltsame Zeit zu bereiten. Also nicht ein Herab-Hinauf, sondern ein Geben und Nehmen auf einer Ebene.

Zwei Dinge habe ich gelernt:

1. Beifall ist geil.
2. Das war das weihnachtlichste Weihnachten, an das ich mich erinnern kann.

Daher gilt mein Dank den Organisatoren des Krippenspiels (die mich in meine Rolle nötigten), den anderen Darstellern (die die Proben so unterhaltsam ablaufen ließen) und dem Publikum (für seine erwartungsvolle Aufmerksamkeit). Ich glaube, im nächsten Jahr nötige ich die Organisatoren zu meiner Teilnahme.

23.12.04

Frohes Fest!

Wer kann, kommt morgen um 14:30 Uhr oder 16:00 Uhr zu einer der Aufführungen des Krippenspiels in die Adventkirche Danziger Strasse. Wenn man dann genau auf den größten der vier Hirten achtet, wird man unter Umständen den Autoren des Denkpasses erkennen können. Das heißt, wenn man von der miserablen schauspielerischen Leistung absehen kann (ohne zu kotzen) und die eigene Sehstärke das erlaubt. Aber das nur am Rande.

Die Vorbereitungen für das Krippenspiel, eine Firmenweihnachtsfeier in Paris, die vor dem Jahresendurlaub anstehenden Arbeiten im Job sowie eine kurze Krankheit meines Sohnes haben mich in der letzten Zeit den Denkpass stark vernachlässigen lassen. Das wird sich aber ändern, sobald das Weihnachtsgeschenkpapier in der Mülltonne gelandet ist.

Bis dahin wünsche ich den Lesern des Denkpasses ein frohes Fest und eine besinnliche Weihnachtszeit.

Der Autor des politischen Weblogs, das den Rücktritt Laurenz Meyers vorher gesagt hat. Jawohl.

06.12.04

Unnorwassrmodorgreiselbumbe, Teil III

Also:

• Leserbeteiligungszählerstandsbenachrichtigung: Leser 2
• Neuer Begriffskandidat: Weihnachtsurlaubsantragsformularausdruck von rtfm

Originelles gab´s schon, allerdings noch nichts mit HundertkilomannausdemSockenhaukaliber. Aber letztendlich kann man das ja erst festlegen, wenn man das gesamte Teilnehmerfeld kennt, oder?

04.12.04

Galaktischer Zufall

Da trifft man doch in einer Stadt mit weit mehr als einer Million zugelassener PKW am selben Tag dreimal Bekannte, die mit ihrem eigenen Fahrzeug genau neben einem an der Ampel zu stehen kommen.

OK, es war nur ein Bekannter, den ich auf diese Weise traf. Aber das ist genau diese Art von Zufall, die glaubwürdig gewesen wäre.

Unnorwassrmodorgreiselbumbe

Also, der Nils, der bringt einen immer auf so schräge Ideen. Schreibt er hier in einem der Kommentare was von einer Nachtstromspeicherheizung, was mich sofort auf dieses bemerkenswert deutsche Substantivkonstrukt aufmerksam macht. Wo gibt´s denn das schon, dieses Wort-an-ein-ander-klatschen-bis-der-Füller-schmerzhaft-aufjault? Doch nur in Deutschland. Mein Liebling ist und bleibt folgender Begriff:

Unterwassermotorkreiselpumpe
Besonderen Charme entwickelt er übrigens auf sächsisch:
Unnorwassrmodorgreiselbumbe
Damit verbunden der Aufruf an meine begrenzte Leserschar, weitere Begriffe zu finden, die die Herzen der Papierindustrie höher schlagen lassen - und die der Tintenfische niedriger. Wer mich von den Socken haut mit seiner Wortschöpfung, soll auch eine Überraschung kriegen. Versprochen!

30.11.04

Spongebob entführt

Das könnte Gregor jr. gewesen sein. Kann aber in seinem Zimmer keine Spuren finden. Wahrscheinlich hat er ihn im Kindergarten versteckt...

Schockwellenstyle

So.

29.11.04

Ausgelöscht durch Unauslöschbares

Eintausendundachtundsechzig Todesfälle gab es im letzten Jahr, die auf den Kontakt mit Asbest vor mehr als dreißig Jahren zurückführbar sind. Asbest ist damit die weitaus häufigste Todesursache berufserkrankter Arbeitnehmer. Der Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften berichtet von 24.000 Fällen, in denen Arbeitnehmer Zahlungen wegen Erkrankungen im Zusammenhang mit Asbest erhalten haben.

Trotz des mittlerweile völligen Verbots der Verwendung von Asbest und der bei Abrruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten geltenden Sicherheitsvorschriften werde die Zahl der Toten weiter steigen. Denn die Verbote und Richtlinien traten erst in Kraft, als eine große Zahl von Arbeitnehmern und Endverbrauchern mit asbestversetztem Material in Berührung gekommen waren.

Da Asbest chemisch sehr stabil und hitzebeständig ist und eine hohe elektrische und thermische Isolierfähigkeit besitzt, wurden Asbestprodukte bis in die 70er Jahre hinein vielfach in der Bauindustrie bei der Wärmedämmung, aber auch in Feuerschutzanzügen oder Haartrocknern verwendet. Asbest (griechisch: asbestos - unauslöschbar) ist zudem sehr elastisch, zugfest und lässt sich gut in Bindemittel einbinden.

Gefahr kann auch heute noch von folgenden älteren Produkten ausgehen:

• alte Nachtspeicheröfen
• Toaster
• Bremsbeläge
• Dichtungen
• ebene oder gewellte Dach- und Fassadenplatten
• Spritzasbest zur Brandschutzisolierung
• alte Fußbodenbeläge (PVC)
• Fensterbänke und Blumenkästen
• Lüftungs- und Wasserrohre

Punktesammeln auf der Arbeit

... ist sicherlich immer eine gute Sache. Dem Chef Honig um die Backen schmieren, ihm ein bisschen den verlängerten Rücken küssen, auch die andere Wange hinhalten, immer ja, ja sagen. Ja, ja. Is´ aber was für Trockenfurzer, unter uns gesagt.

Richtige Männer sammeln Punkte nach dem Nils´schen Punktesystem. Auszüge gefällig?

• Abends in das Büro eines Workaholics gehen und während dessen Anwesenheit das Licht zehn mal aus- und wieder einschalten

• Jeden, mit dem man spricht, mindestens eine Stunde lang "Herbert" nennen

• Bei der nächsten Besprechung laut ankündigen, dass man kurz raus muss, um "gross" zu machen

• Während der Abwesenheit eines Kollegen dessen Stuhl in den Lift fahren

• Die eigene Tastatur zu einem Kollegen tragen und fragen: "Willste mal tauschen?"

• Folgende Unterhaltung mindestens 10 mal hintereinander mit irgendeinem Kollegen führen: "Hast du das gehört?" "Was?" "Egal - es ist schon vorbei."

• In voller Kampfkleidung ins Büro kommen und wenn man nach dem Grund gefragt wird erwidern: "Ich darf nicht drüber reden."

• Während einer Besprechung langsam mit dem Stuhl immer näher zur Tür rutschen

• Playmobilfiguren bei Besprechungen gemäß der Sitzordnung anordnen und wenn jemand sich meldet oder was sagt die betreffende Figur dazu bewegen

Und damit basta. Jetzt wird gespielt. Sieger ist, wer 50 Stückens in einer Woche sammelt! Erfolge in den Kommentaren eintragen, ja?

21.11.04

Lange Traditionen

1426 Jahre sind eine lange Zeit. Was aber für den Rest der Welt eine Ewigkeit ist, kann für andere der Zeitraum sein, in denen man ein Geschäft betreibt. So zum Beispiel für Kongo Gumi, eine Firma, deren Gründer vor eben dieser Zeit aus Korea nach Japan übersiedelten und sich dort seitdem mit Tempel-, Schloss- und Häuserbau befassen. Sie sind damit das am längsten tätige Familienunternehmen der Welt. Hier ein Auszug aus der Rangliste:

• Kongo Gumi, Japan (Bau) - seit 578

• Hoshi Ryokan, Japan (Hotel) - seit 718

• Château de Goulaine, Frankreich (Weinanbau) - seit 1000

• Fonderia Pontificia Marinelli, Italien (Glockenguss) - seit 1000

• Barone Ricasoli, Italien (Wein- und Olivenanbau) - seit 1141

• Barovier & Toso, Italien (Glasherstellung) - seit 1295

• Pilgrim Haus, Deutschland (Hotel) - seit 1304

• Richard de Bas, Frankreich (Papierherstellung) - seit 1326

• Torrini Firenze, Italien (Goldschmiede) - seit 1369

• Antinori, Italien (Weinanbau) - seit 1385

16.11.04

Die Frau in der Mercedes Benz CLS-Werbung

Die Kapsel vibrierte sanft.

"Lage gesichert."

Die Energieblase, in der sich die Kapsel befand, war auf halber Höhe der riesigen, mit einer gelblichen Flüssigkeit gefüllten Höhle zu einem Halt gekommen.

"Gaszufuhr stabilisiert."

"Dann schicken Sie die Sonde raus."

"Jawohl."

Lange, dünngliedrige Finger glitten über die schleimigen Erhebungen auf der ockerfarbenen Oberfläche. Nach einem kurzen Zischen schoß die Sonde mit einem trockenen "Plopp" aus der Kapsel und durchdrang die Blasenwand.

"Bilder?"

"Gleich."

Einige Minuten später hatte auch die Sonde ihren Platz an der gegenüberliegenden Seite der Höhle gefunden. Sofort begann sie damit, die Bilder zu liefern, die ihre Kameras durch die glasklare Außenwand der Höhle aufnahmen.

Die beiden Insassen der Kapsel konzentrierten sich auf die Monitore vor ihren Augen. Auf den meisten ihrer Anzeigegeräte waren Daten und Diagramme zu erkennen, nur zwei zeigten Bilder der Außenwelt. Auf einem war ihr riesiges Versuchsobjekt zu sehen, ein typischer Vertreter der Spezies, die sie seit einigen Jahren intensiv studierten. Der andere Bildschirm zeigte die flimmernden Bilder, die ihre Sonde aufnahm.

"Ist es ein Männchen?"

"Ja. Man kann sehr gut die kurzen Häärchen rund um den Mund erkennen."

"Was macht er gerade?"

"Er scheint sich zu erholen. Dabei schauen sie oft in ihre Bildschirme."

Beide schauten zu dem Monitor, der die Bilder der Sonde verarbeitete. Dort war eines der Fortbewegungsmittel dieser Spezies zu sehen. Es war von tiefem Rot, flach und lang und war vorne durch einen von einem Kreis umgebenen Stern gekennzeichnet. Es bewegte sich durch die auf dieser Welt üblichen, zweidimensionalen Verkehrsströme.

"Warum wird es von Weibchen verfolgt?"

"Die nennen es Werbung, glaube ich. Dieses Verkehrsmittel ist in ihren Augen von solcher Schönheit, daß seine Ausstrahlungskraft auch auf den Besitzer übergeht. Der erscheint in den Augen der Weibchen als besonders potent. Deswegen verfolgen sie ihn."

"Sie wollen sich wegen eines Verkehrsmittels fortpflanzen?"

"Ja."

"Wie geschmacklos."

"So sind sie."

Das Verkehrsmittel war zum Stehen gekommen. Sie konnten auf ihrem Monitor verfolgen, wie die Tür aufschwang und ein Weibchen ihre Beine ausstreckte. Auf einem anderen Monitor änderten die Diagramme ihre Farbe. Gleichzeitig war ein Piepen zu hören.

"Was passiert?"

"Er reagiert."

"Worauf?"

Ratlos blickten sich die beiden Forscher an.

"Auf das Weibchen?"

"Wär möglich. Unsere Daten zeigen, daß die Mehrheit der im Falle einer Vermehrung zum Einsatz kommenden Zellen seines Körpers aufs deutlichste anzeigt, daß es sich bei diesem Weibchen..", er zeigte auf den Sondenmonitor, "... um ein äußerst fruchtbares Exemplar handeln muß."

"Sein Blick ist so starr. Wo schaut er hin?"

Der andere drückte einige Knöpfe und schaute dann auf einen der kleinen Monitore.

"Auf ihre Beine."

"Was ist mit denen?"

"Sie scheinen sehr lang zu sein. Überdurchschnittlich lang."

Beide schauten auf den Sondenmonitor.

"Die Aktivitäten im Nervenzentrum steigen an. Er findet sie ... er findet sie ... "

Wieder glitten die dünngliedrigen Finger über die schleimigen Erhebungen.

"Er findet sie herausfordernd und anspruchsvoll. Er möchte sie gerne dominieren."

"Er will dominieren?"

Entschuldigend hob das Wesen die Achseln, "Ja. Bei ihnen ist häufig das Männchen dominant."

"Interessant."

"Er will sich in diesem Augenblick fortpflanzen."

"Nein, wirklich?"

"Ja. Schauen Sie hier."

Die Finger zeigten auf verschiedene Monitore.

"Die Oberflächentemperatur seiner Haut steigt. Das Blut fliesst schneller. Sein Mund wird trocken."

In die Höhle kam plötzlich Bewegung. Mehrere Monitore zeigten rote Warnschrift. Von überall her aus der Kapsel kamen Piepgeräusche.

"Oh nein. Sofort Notsequenz auslösen."

"Was passiert?"

"Er will trinken."

Bruchteile einer Sekunde später war die Kapsel wieder zurück in ihre eigene Dimension gesprungen, kurz bevor die Energieblase destabilisierte und in sich zusammenfiel.

Eine von vielen Kohlensäureblasen stieg am Rand des Bierglases auf, bevor der Mann einen Schluck nahm und das Glas mit einem Klirren auf den Tisch stellte.

15.11.04

Männerabend

Und zwar mit Junior! Was für ein Fest:

- Steakpfanne
- Sponge Bob
- Mit Tiger und Schweinchen im Arm eingeschlafen

13.11.04

How, why and when

Said Diane Ravitch, professor at the New York University:

"The person who knows "how" will always have a job. The person who knows "why" will always be his boss."
Since I feel proud of being a project manager for the construction of a waste processing facility I have this to add:
"The person who knows "when" will always be their project manager."
Jeez. But another saying goes:
"Those whom the gods would destroy they first make proud."
So its probably better we leave it at Diane Ravitchs two sentences. Which this entire posting is about, anyway.

12.11.04

Schnell und ausdauernd

"Nichts und niemand", so sagte er, "kann jemals schneller und ausdauernder sein als deine eigene Vergangenheit. Denn die Zeit wird kommen, mein Freund, da sie dich einholen wird."

05.11.04

Freudenausbrüche

Das Leben, meine Freunde, das Leben ist eines der schwersten. Da ackert man sich den Arsch ab, tut sein Bestes, um die Art zu erhalten, und versucht so nebenbei, auf Schritt und Tritt gewissermaßen, Friede, Freude, Eierkuchen unter die Menschheit zu bringen. Und was ist der Lohn? Undank, Spott und Schwielen an den Händen und vor allen Dingen im Kopf.

Aber manchmal, Leute, da schwingt das große Pendel auch in unsereiner Richtung. Ruft da doch neulich einer an, den man lange nicht gesehen hatte, zu dem man aber früher so manches freundschaftliche Band geknüpft hatte. Und er erzählt, er hätte gehört, man selber schreibe eine flotte Feder. Zum Denkpass, so sagte er, müsse er mir gratulieren, bringe der doch manchmal Licht in trübe Stunden.

Danke, sage ich da demjenigen, der gerade Licht in meine Trübsal brachte. Denn auch meine Arbeit will vergolten - sprich gelobt, kritisiert, kurz: beachtet - sein. Ist der Denkpass nun völlig übergeschnappt, wird man sich fragen, sich hier ständig wegen fehlender Notiznahme zu beschweren?

Nein! Denn - mit Verlaub - Applaus ist für den Künstler wichtig. Ist es denn zuviel verlangt? Größere Egoisten als ich freuen sich doch über viel schlimmere Sachen: Der Sarglieferant der amerikanischen Streitkräfte zum Beispiel über die Wiederwahl George W. Bushs oder das israelische Parlament beinahe stündlich über (Fehl)-Meldungen von Arafats Tod. Die kommen aus dem Feiern kaum mehr raus...

04.11.04

Auch ein schlechtes Vorbild ist ein gutes Vorbild

Albert Einstein sagte einmal:

Es gibt keine vernünftigere Erziehung, als Vorbild zu sein. Wenn es nicht anders geht, ein abschreckendes.
Sagt zumindest die Postkarte, die hier auf meinem Schreibtisch liegt. Selbst, wenn es nicht von Albert Einstein wäre, durchdacht klingt es allemal.

02.11.04

Macht mir mein Essen nicht madig!

Erdnußbutter herzustellen, ohne daß auch mal einige Ratten in die Maschine fallen, ist schwer. Nicht ganz so oft - aber oft genug - findet man Kondome, Sicherheitsnadeln oder Bulleneier als Beigemengtes zur Erdbeermarmelade.

Ganz oft aber, und das ist entsetzlich, gelangen ungewünschte Zutaten mit Insektenbezug in die Lebensmittel. Die Menge der nebenbei verspeisten Insekten kann man so exakt wie gewünscht an dieser Stelle ermitteln. Mein Ergebnis:

- 118 Fliegeneier
- 24 Maden
- 225 Rattenhaare
- 3429 Milben

[via Herr Braun]

31.10.04

Männer sind Schweine

... und doch einfach unersetzlich. So braucht frau - zumindest in der heterosexuellen Variante - mann zum Kuscheln. Richtig, denn Romantik ohne Mann wäre ja Rotik. Vorne noch ein E - und schon ist man bei Erotik. Aber das nur am Rande.

Jedenfalls sind Männer eigentlich immer roh und haben einen Tick. Aber zusammen ergibt das nun mal alle Zutaten für etwas Romantik:

Rohmanntick.jpg

19.10.04

Prüfungsangst

... treibt manchmal seltsame Blüten!

18.10.04

Akt des Willens

Im Büro ergibt es sich meistens, daß ich zu einem geruhsamen Mittagsschläfchen entweder keine Zeit habe oder aber gar keine Lust verspüre. Dann, so traurig das klingt, bleibt mir nichts anderes übrig, als mich dazu zu zwingen.

01.10.04

Rohstoffschonendes Kennzeichen

Die Stahlpreise haben angezogen, soviel ist bekannt. Daß man deswegen in Holland bereits auf Nummernschilder aus Papier zurück greift, ist aber neu:

greg12.jpg

28.09.04

14 Stunden von der Apokalypse entfernt

Der Abstand zwischen Erde und Sonne ist definiert zu

AE = 149.597.870,691 km
Der Umfang der Laufbahn der Erde um die Sonne ermittelt sich somit zu
U= 2 • π • r = 2 • π • 149.597.870,691 km = 939.951.143,111 km
In einem Abstand von 1,5 Mio. km fliegt am Mittwoch der Asteroid Toutatis am Erdenrund vorbei. Ineinander gefügt, bedeutet das, er wird unsere Umlaufbahn kreuzen, wenn die Erde keine 14 Stunden entfernt ist:
(365 Tage pro Jahr • 24 Stunden pro Tag) / (Umfang der Laufbahn im Jahr / Abstand des Asteroiden) = 13,98 Stunden
Was aber, wenn es diese Differenz von 14 Stunden nicht geben würde? Könnten wir mit dem Erreichten zufrieden sein? Könnten wir mit Fug und Recht behaupten, es ist vollbracht?

- UPDATE -
Schnell dahingeschluderten Beiträgen mangelt es oft an der nötigen Präzision und Klarheit. Da es eine Anfrage gab, den Sachverhalt genauer darzulegen, hier meine Erklärung:

Den Umfang der Laufbahn der Erde um die Sonne beschreitet die Erde während eines Jahres. Dieser beträgt etwa 939 Mio. km.

Der Abstand, in dem der Asteroid an der Erde vorbei geschleudert wird, ist mit 1,5 Mio. km angegeben. Teilt man die Strecke, die die Erde in einem Jahr zurücklegt (also den Umfang der Laufbahn), durch diesen Abstand, so erhält man eine Zahl, die dem Teil des Jahres entspricht, den die Erde benötigt, diesen Abstand zurückzulegen. Im vorliegenden Fall irgendwas um 636. Das heisst, die Erde verbringt den sechshundertsechsunddreißigsten Teil eines Jahres damit, auf ihrer ewigen Jagd um die Sonne den Abstand zwischen Asteroid und Erde zu überbrücken (sollte der eben genau die Laufbahn kreuzen).

Da ein Jahr 365 Tage hat, errechnet sich leicht (365/636), wie lange die Erde in Tagen benötigt, um diesen Abstand zurückzulegen. Im vorliegenden Fall war das irgendwas wie 0,58 Tage. 0,58 Tage aber entsprechen 13,98 Stunden.

Zusammengefasst heisst das also, daß die Erde den Abstand zwischen ihr und dem Asteroiden in weniger als 14 Stunden auf Null verringert hätte, wenn dieser

a) die Umlaufbahn kreuzen würde (sonst müsste die Erde von ihrer Umlaufbahn abweichen und den Asteroiden jagen)
b) stehen bleiben würde (denn der hat auch eine Geschwindigkeit)

Ausserdem muß noch

c) Gregor hat richtig gerechnet

zutreffen.

Insgesamt also sehr knapp, wenn auch letztendlich genügend Abstand vorhanden war (ist, sein wird). Sozusagen mit mehr Glück als Verstand an der Apokalypse vorbei geschliddert. Wahrscheinlich können wir uns da beim Kanzler bedanken, der hat da ja Erfahrung ohne Ende.

25.09.04

Verzeiht mir, Freunde!

An dieser Stelle möcht ich bei meinen Lesern für die in letzter Zeit so sporadische Meinungsäußerung des Denkpasses um Entschuldigung bitten. Ich weise aber höflichst darauf hin, den Lebensunterhalt meiner Familie als Bauingenieur verdienen zu müssen (können, dürfen).

Was bedeutet das? Zum einen, daß ich schrecklich unterbezahlt bin. Jedenfalls, was den Vergleich mit anderen Ingenieuren angeht. So verdient mein Cousin bei einem großen Autohersteller unserer Republik - der Kanzlermarke - bedeutend mehr. Was ich als Bauingenieur am Monatsende überweisen kriege, kriegen dort die Putzfrauen und Pförtner in die Lohntüte geschüttet. Nicht ganz, aber beinahe.

Zum anderen bedeutet Bauingenieur zu sein folgendes:

• Überstunden, die mit dem Gehalt abgegolten sind und auch nicht gebummelt werden können
• 2-3 Tage pro Woche auf Reisen (in Zügen oder Autos)
• rund um die Uhr per Taschentelefon erreichbar sein müssen
• während der Reisetage mittags NIE Zeit zur Nahrungsaufnahme zu finden und früh auch nicht immer
• Aufstehen spätestens um 6:00 Uhr, vereinzelt auch um 4:00 Uhr
• Meetings mit dem eigenen Chef im Hotel, die wegen dessen Saunavorliebe erst ab 21:00 Uhr möglich sind

Bevor das aber klingt, als ob ich jammern würde, sei offiziell darauf aufmerksam gemacht: Nichts hat jemals solchen Spaß gemacht. Ich werde trotzdem bemüht sein, dem Denkpass weiterhin allerhöchste Priorität zu verschaffen. Denn eigentlich gilt hier dasselbe: Nichts hat jemals solchen Spaß gemacht.

27.08.04

Urlaub, Teil II

Der aktuelle Zustand der Urlaubsfunktion lautet für einige weitere Tage:

U(t) = 1

Zumindest in einem gewissen Sinne, was für Leser des Denkpasses jedoch das gleiche Resultat bietet.

Sprachliche Verwirrung

Eines wollen wir mal klarstellen: Lebensmittel, Gebrauchsgegenstände oder einfach Objekte, die nach einer Stadt benannt sind, haben in den meisten Fällen innerhalb der Grenzen dieser Stadt einen anderen Namen. Beispiele gefällig?

So heißen Pariser in Paris préservatif.

Berliner heißen in Berlin Pfannkuchen (diese wiederum haben nun keine Bezeichnung und werden daher in der Hauptstadt als Eierkuchen bezeichnet).

Wiener Würstchen sind Wiener Würstchen, selbst in China. Außer in Wien natürlich, da nennt man sie Frankfurter Würstchen. In den USA heißen sie aber Weiner.

Ausnahmen - das wollen wir nicht verschweigen - gibt es aber auch:

Hamburger heißen auch in Hamburg so.

In der Tat. Wie nun aber Cheeseburger in Cheeseburg genannt werden, kann selbst das örtliche Sprachinstitut nicht in aller Genauigkeit sagen. Wohl aber, wie Angela Merkel und die südrussische Mafia korrekt kommunizieren können.

25.08.04

Versoffenes Journalistenpack schlägt eiskalt zurück!

Wie von Tobias Müller festgestellt, hat Spiegel Online auf die Hinweise des Denkpasses reagiert und seinem Bericht über Microsofts Schimpfeskapaden gegen die überwiegende Mehrheit der spanisch sprechenden Bevölkerung nachträglich folgende erklärende Zeile angefügt:

In einigen Ländern, wie Nicaragua, sei "hembra" jedoch ein Schimpfwort und bedeute Hure.
Bei diesen lokalen Differentiationen die Feinheiten der spanischen Sprache betreffend versagen naturgemäß die besten Suchmaschinen und Übersetzungshilfen. Des Spiegels Journalisten können also durchaus recht haben, was Microsofts Fauxpas angeht: Frauen mit Hure anzusprechen ist unverzeihlich.

Wie der Spiegel im Rahmen dieser Posse aber selber demonstriert hat, rutscht dieser Fehler allzu leicht unter dem Radar durch. Denn eigentlich haben sie den Fehler von Microsoft reproduziert - nur in gespiegelter Form. Wo Microsoft das Wörtchen hembra für eine unproblematische Übersetzung von Frau hielt, und lokale Deutungen als Hure übersah, hat Spiegel Online das Wörtchen hembra global als Hure gedeutet und dabei die Bedeutung als Frau übersehen.

Was lernen wir daraus? Nicht viel. Und rein gar nichts wirklich Weltbewegendes. Aber das sind wir vom Denkpass ja gewohnt, oder?

24.08.04

Versoffene Journalistenbande betreibt volksgruppenspezifische Unternehmensverleumdung

Was schreibt der Spiegel da? Microsoft beschimpft weibliche Windowsnutzer als Huren?

In der spanischen Version von Windows XP wurde der Nutzer (und die Nutzerin) nach dem Geschlecht gefragt. Die Wahl bestand zwischen "no especificado" (nicht spezifiziert), "varon" (Mann) und "hembra" (Hure). Der peinliche Fehler unterlief Microsoft in einer Version, die in Südamerika vetrieben wurde.
Peinlich, liebe Spiegelredakteure, ist an dieser Meldung nur eines: Die offensichtliche Unfähigkeit, Fakten zu recherchieren.

Was findet sich als Übersetzung für hembra in diesem deutsch-spanischen Onlinewörterbuch?

• die Frau
• das Weib
• das Weibchen
• das weibliche Tier

Auf Hure findet sich dort kein Bezug. Auch hier nicht. Oder hier. Aber suchen wir mal Hure in diesem Wörterbuch. Kein hembra in Sicht.

Hier also ein Tip für angehende Netzkultur-Redakteure: Durch den unübersichtlichen Dschungel des atemberaubend großen Internets kann sich der angehende Webtourist durch eine Suchmaschine leiten lassen. So haben wir alle mal angefangen, und so machen wir das immer noch.

Weil das aber offensichtlich nicht möglich ist und somit eben das, wofür einige von euch Spiegelredakteure zuständig sind - Netzkultur - nun aber offensichtlich im konisch geformten Metallbehälter - sprich: Eimer - zu finden ist, bleibt dem Denkpass nichts anderes übrig, als übel nachzutreten und dafür zu sorgen, daß sie dort auch bleibt. Zumindest einige Zeit. Eben deshalb die Überschrift.

Konstante Änderung

Wenn der Urlaub eine Funktion mit dem Namen U ist, die in Abhängigkeit vom Datum die Eigenschaften 0 (kein Urlaub) oder 1 (Urlaub) annimmt, gilt für heute und die folgenden Tage:

U (heute) = 0

U (mittelfristige Zukunft) = 0

Und irgendwann, so um Weihnachten vielleicht, gilt mal wieder:

U (Weihnachtszeit) = 1

Das Ganze könnte natürlich viel eleganter mit einer Booleschen Funktion widergegeben werden. Allerdings fiele dann die korrekte Wiedergabe von Heiligabend und Sylvester schwer:

U (24.12.) = 0,5

U (31.12.) = 0,5

So weit, so gut. Trotz der wirklich atemberaubenden mathematischen Kenntnisse, die ich während des Urlaubs bei der Lektüre so manchen Buches erarbeiten konnte, ist selbiger nun zu Ende. Das Blog wartet, ebenso die Arbeit.

Gerade dort verschiebt sich einiges. So verdichten sich die Hinweise, daß bereits in naher Zukunft für zwei Tage die Woche - jede Woche - meine Anwesenheit im lieblichen Stralsund erforderlich sein könnte - was natürlich Auswirkungen auf den Denkpass haben wird.

Änderungen kommen aber auch von anderer Seite: So hat sich, behaupte ich mit fester Stimme, meine persönliche Einstellung zum Schreiben - und damit zum Denkpass - geändert. In welcher Form, das bleibt vorerst ein kleines Geheimnis.

Aber Änderungen wird es geben. Da, und vielleicht nur da, unterscheidet sich der Denkpass einmal nicht vom wirklichen Leben:

Change is the only constant.

13.08.04

Ufo rettete Menschheit

Am 30. Juni 1908 stürzte in aller Herrgottsfrühe ein riesiges Himmelsobjekt in der sibirischen Tundra auf die Erde. Der Feuerball sei heller als die Sonne gewesen, so Augenzeugen, der Donnerhall noch in 800 km Entfernung hörbar.

Allein, Teile des Objektes wurden nie gefunden. Es könne von der Atmosphäre abgeprallt sein, wenn es unter dem richtigen Winkel auf die Erde getroffen sei, so eine Theorie. Es könne sich um einen Schneeball gehandelt haben, der wegen der entstehenden Hitze geschmolzen sei, so eine andere Theorie. Aufsteigendes Erdgas habe sich entzündet, oder aber ein winziges schwarzes Loch sei implodiert, so weitere Mutmaßungen.

Eine ganz neue Erklärung liefert eine russische Expedition, die in anderer Richtung nach Teilen des Himmelskörpers suchte als ihre Vorgänger. Das etwa eine Million Tonnen schwere Objekt, so der Leiter der Expedition Juri Lawbin, sei vor dem Aufschlag von einem unbekannten Flugobjekt außerirdischer Herkunft zerstört worden.

Das Ufo schien dabei die Auslöschung der Menschheit verhindern zu wollen. Und es zahlte einen hohen Preis: Man sei sich sicher, Teile des Ufos gefunden zu haben, das anscheinend die Rettungsaktion nicht unbeschadet überstanden hat, so Juri Lawbin weiter.

Mutig, das Ganze. Nicht nur die Rettungsaktion der Außerirdischen, sondern auch die Verkündung seiner Ergebnisse durch den Expeditionsleiter. Denn der setzt seine wissenschaftliche Glaubwürdigkeit ebenso aufs Spiel wie damals die Mitglieder des außerirdischen Meteoriten-Abriß-Trupps ihr Leben.

12.08.04

Giant Horse catches olympic security forces on wrong foot

As greek security officials admitted, they were quite surprised when they found a giant wooden horse not far from the Olympic stadium late last week. The sudden appearance of the wooden structure sheds new doubts on whether security measures will be tight enough to protect athletes from around the world.

“When you’re spending over $1.5 billion in security, quite frankly, somebody shouldn’t be able to wheel a giant wooden horse right up to your stadium,” said one U.S. official today.

But greek officials also see the bright side of the event, as they think the giant horse will undoubtedly enhance viewership. Some officials go as far as recommending to wheel the structure into the stadium.

“I say let the horse in,” someone said. “What’s the worst that could happen?”

And why not, indeed?

[almost uncut from The Borrowitz Report]

Einheitsstuhl

Im Zusammenhang mit der Installation von MS Visio 2000 auf meinem Arbeitsrechner wurde festgestellt, daß damit auch Raumplanung möglich ist. Da unsere Bürogemeinschaft mit dem Gedanken spielt, Ende des nächsten Jahres eine Relokation durchzuführen, wurde die Möglichkeit eingeräumt, die Einrichtung der neuen Räume eben mit Visio zu planen. Dabei trat die Frage auf, inwieweit man die Maße der vom Programm zur Verfügung gestellten Einrichtungsgegenstände überprüfen müsse, um exakt planen zu können.

Folgender Begriff wurde sofort aufs Deutlichste mißverstanden:

Einheitsstuhl
Handelt es sich hierbei um

• die Abmessungen eines DIN-genormten Büromöbels?

• die Summe der Exkremente der Bundesbürger am Tag der Deutschen Einheit?

10.08.04

Die Blase platzt!

Demokratie ist, wenn genügend Froschfolie für alle da ist!

Schmerzhafte Erkenntnis

Viele Völker der Erde haben unabhängig voneinander Wasserwaage und Richtscheit erfunden. Selbst wenn sie sich die Nutzung dieser beiden Werkzeuge anderswo abgeschaut haben, ist nachhaltige Bautätigkeit - als Grundvoraussetzung aller uns bekannten höheren Zivilisationen - ohne den Einsatz dieser essentiellen Hilfsmittel schwer vorstellbar.

Dem Zustand ihrer Radwege nach zu urteilen, hat die Gemeinde Kleinmachnow bei Berlin diesen Entwicklungsschritt übersprungen - und ihm bis heute nichts vergleichbares entgegen gestellt.

08.08.04

At the end, not at the beginning

From Michael Crichtons Eaters of the Dead (the movie went by the name of 13th Warrior):

Thank Allah, for in his wisdom he put death at the end of life, and not at the beginning.

03.08.04

Golfen ist ein Männersport

Golfen macht Spaß. Könnt ihr mir glauben. Ich habe es drei Stunden lang gespielt.

Um aber richtig drauf los zu golfen, muß man erstmal am eigenen Schwung arbeiten. Dafür, so mein Plan, erstmal ein Buch kaufen, zwei, drei Lehrstunden nehmen und dann auf einer der vielen Driving Ranges in und um Berlin abschlagen üben. Und chippen. Und putten. Und zwar ohne Ende, bis es sitzt. Klingt doch logisch, oder?

Also habe ich mir dieses Buch ausgesucht. Hatte gute Rezensionen, der Klappentext klang interessant, Amazon.de verschickte ohne Versandkosten, also warum nicht?

Wie immer, bleibt eine Frage offen: Was üben die beiden Süßen da auf dem Titelbild?

Wer fummelt hier an wessen Stange rum?

27.07.04

So und nicht anders, Teil II

YO!

Soeben die achte Papiergranate in Folge versenkt. Das fällt mittlerweile schon den Kollegen auf, die mich ehrfürchtig mit Michael Jordans Vornamen anreden. Ja, ja.

Oder wollen die sich bloß lustig machen? Denen werd ich´s zeigen! Ich werde immer mehr Papier zerknüllen und immer nur noch treffen. Von Michael lernen heisst treffen lernen!

26.07.04

So und nicht anders

So, um das mal klarzustellen:

• ein Dreier ist es, wenn ich von meiner Bürotür aus das zusammengeknüllte Papier in den Papierkorb im Gang versenke
• ein Zweier ist es, wenn ich dabei im Gang stehe
• Nachgreifen zählt nicht.

Andere Dreier machen wir hier im Büro (noch) nicht.

Kaltblütig und unerschütterlich, wie ich nun mal bin, habe ich heute bereits meinen dritten Dreier einjekloppt. Super! Was bin ich doch bloß für ein cooler Homi.

21.07.04

Animalische Leckorgie

Ich habe Hildegard Knef gerade eben von hinten geleckt. Wirklich.

War zwar nur eine Briefmarke, aber vor vier, fünf Jahrzehnten hättet ihr alle mit der Zunge geschnalzt. Könnt ihr glauben.

16.07.04

Die Finanzierung von Eisenbahnbauvorhaben

Also, unter uns: Eine richtig gute Diplomarbeit zu diesem Thema gibt es hier zu bewundern. Oder da. Leseprobe an dieser, Inhaltsverzeichnis an jener Stelle. Worum gehts genau?

Die Finanzierung geplanter Eisenbahnbauvorhaben erfolgt größtenteils über öffentliche Gelder, deren Freigabe nach eingehender Prüfung durch das Eisenbahnbundesamt erfolgt. Die vorliegende Arbeit untersucht Zielkonflikte des Beschaffungsprozesses dieser Finanzierungsmittel. Projektverantwortlichen und Planungsingenieuren wird eine übersichtliche Darstellung des Themas an die Seite gestellt, die sie sicher durch das Bauvorhaben leitet. Es wird auf Probleme und Risiken fehlender Transparenz von anfallenden Kosten und möglicher Finanzierung eingegangen.
Habe ich eigentlich schon darauf aufmerksam gemacht, daß die Erwähnung dieser Fakten durch den Denkpass nicht wirklich Zufall ist? Daß hier die gleichen Kräfte am Wirken sind? Nee? War auch nicht nötig, oder?

Meine Leser sind nämlich helle Burschen. Und Babes. Und deswegen überrascht es auch keinen, daß ich als Autor verantwortlich zeichne. Ist das nicht wirklich einsame Spitze, Leute?

14.07.04

Monatliche Wohngebühr mit fünf Buchstaben

BBDO Germany, mit mehr als 3.600 Mitarbeitern und einem Umsatz von 2,1 Mrd. € selbsternannter Marktführer der deutschen Werbebranche, ist die unternehmerische Heimat der kreativen Köpfe hinter einer Reihe von TV-Werbe-Kampagnen der Landesbausparkassen. Die haben sich zum Ziel gesetzt, den Zuschauern die Kompetenz der LBS auf Themengebieten wie Bausparen, Altervorsorge und Finanzierung vorzuführen und dabei das LBS-eigene Markenversprechen "Wir geben Ihrer Zukunft ein Zuhause" zu unterstreichen. Gipfel der langjährigen Kooperation war kürzlich die Verleihung eines Werbepreises für einen der Spots.

Ein Spot, dessen vermeintliche Stoßrichtung das junge Werbepublikum war, wurde wohl ursprünglich, aber völlig zu Recht von bloggkade II verrissen. Kurzgefasst handelt es sich beim Protagonisten um einen kleinlichen Spießbürger, der sich Jahrzehnte später unwichtiger Begebenheiten erinnert und geistige Befriedigung im zutiefst sadistischen Niedermachen seiner sozial niedrig gestellten Mitbürger findet. Eine moderne Version von Diederich Heßling gewissermaßen.

Aber es gibt noch einen anderen Spot. Einen, bei dessen Produktion man Augenmerk auf eine ältere Klientel richtete und der ein Ehepaar im Garten ihres Hauses beim Kaffeetrinken beobachtet. Einen Spot, über dem man bisher noch nicht geredet hat, der einen Verriss aber mindestens eben so nötig hat wie der bereits erwähnte. In der Szene fragt die Frau ihren Gatten, ob er eine "monatliche Mietgebühr mit fünf Buchstaben" nennen könne. Der Träger eines Sportanzugs schaut erst interessiert, später verblüfft und anschließend ratlos, kann den geistigen Bemühungen seiner Lebenspartnerin aber keine entscheidenden Impulse geben.

Die verantwortlichen Köpfe hinter dem Geniestreich verraten dem spannenden Zuschauer auch bald, warum. Die LBS helfe ihren Kunden, so die Stimme des Sprechers, das Wort Miete schon heute vergessen zu können.

Es spielt hier keine Rolle, wie fortschrittlich, aus steuerlichen Gesichtspunkten lukrativ oder schlichtweg clever der Kauf einer eigenen Immobilie rückwirkend betrachtet sein kann. Leute, die das Wort Miete nicht erklären können, sind mit Sicherheit sowieso zu dumm oder zu dement, Bedeutung, Signifikanz und Vorteile der aufgezählten Vorzüge einer langfristig geplanten Altersvorsorge zu erkennen, geschweige denn zu verstehen. Sie sind mindestens ebenso dumm wie Landesbausparkassen, die ihnen Kredite aufschwatzen, um damit den Kauf von Häusern zu finanzieren.

Wobei Banken übrigens - im Falle des Ausfalls der Zins- und Tilgungszahlungen - wegen der kreditnehmerseitigen Stellung von Sicherheiten selten Verluste verbuchen. Insofern verfolgt die LBS also eine wirklich kundenfreundliche Werbestrategie.

06.07.04

Krasser Tip!

Ich werde heute etwas Unerhörtes tun, etwas nie Dagewesenes. Ich werde einen Schritt wagen, der von solch beispielloser Kühnheit, von solch unbeschreiblichem Wagemut ist, daß ich es selber kaum glauben mag, in Gedanken bereits den Entschluß dazu gefasst zu haben. Was das wohl sein mag? WAS DAS WOHL SEIN MAG?

Hmmmmmm. Was soll´s? Ich tu es einfach. Ich emfehle Euch heute eine CD. Ja, ihr könnt ausatmen! Das ist das große, das atemberaubende, unfassbare, mit Worten nicht auch nur annähernd beschreibbare Ereignis, von dem ich selber nie auch nur geahnt hätte, es ernsthaft in Betracht zu ziehen. Andere gehen da expressionistischer mit ihren musikalischen Vorlieben um, aber ich? Nein, nein. Musikalisch bietet der Denkpass eine dürftige Erscheinung.

Aber heute, Freunde, heute ist alles anders. Hier kommt sie, des Denkpasses musikalische Ur-Kunde. Da gibt es in Berlin Deutschlands einzigen Jazz-Radiosender. Weil sich seine Zuhörerschaft anscheinend aus etwas besser verdienenden Mittelklassehörern zusammensetzt, vertreibt er über diesen vorzüglichen Butterspezialisten exklusiv in Berlin Jazz-Compilations. Irgendwann einmal, in passenderen Tagen, eine Jazz-Weihnachtslieder-CD.

Diesmal 16 Songs zum Thema Liebe. Und um diese Scheibe geht es. Ich habe das Internet hoch und runter nach diesem Silberling abgesucht, aber es scheint nur den Bezug über die Lebensmittelkette zu geben. Wer kann, sollte sich das Ding ranschaffen. Und wenn er es hat, sollte er sie sich anhören - und genießen. Vor allem den zweiten Titel. Der ist von Dinah Washington, heißt What a difference a day made und ist der eigentliche Grund für all die Aufregung. Obwohl, Mr. Bojangles von Sammy Davis Jr., das Lied danach, hats auch in sich. Und Miles Davis´s Summertime erst mal.

Greatest Jazz Love Songs ist ein absoluter Zwangkauf. Wer sie haben will und sich nicht anders zu helfen weiss, kann sich ja melden. Ich leite das dann in die Wege. Habe hier so meine Verbindungen in der Stadt. Kenn die richtigen Leute für solche Deals. Hab die richtigen Nummern im Köpfchen. Langer Rede, kurzer Sinn: Wir kriegen das schon hin.

05.07.04

Busy, busy

Das kommende Wochenende scheint ein betriebsames zu werden:

Donnerstag:
• nachmittags - Zugfahrt nach Bremen
• abends - evtl. Bremer Nightlife

Freitag:
• vormittags - Planungsbesprechung
• nachmittags - Zugfahrt nach Berlin
• abends - LoveRadio vor dem Cafe Schönbrunn

Samstag:
• vormittags - Shopping mit Los Familios Denkpassos
• nachmittags - Kindergeburtstag im Prenzlauer Berg
• abends - LoveRadio vor dem Cafe Schönbrunn

Sonntag:
• vormittags - Taufe von Mattzes und Jackis Sohn Ole
• nachmittags und abends - Geburtstag bei Sachsen-Uwe und seiner Familie

Montag:
• vormittags - Zugfahrt nach Stralsund
• nachmittags - Grundsteinlegung und -feier für das Bauvorhaben, bei dessen Projektsteuerung ich seit drei Wochen mitwirke
• abends - evtl. Stralsunder Nightlife

Dienstag:
• vormittags - große Baubesprechung
• nachmittags - Zugfahrt nach Berlin
• abends - technischer KO

03.07.04

Sieben Fragen

Welche Erfindung müsste es geben?

Eine Pille, die einem die Erholung von acht Stunden Schlaf gibt. Dann könnte man weiter die liebe Maria in den Arm nehmen, mit Gregor jr. rumkaspern, arbeiten, die Blogs auf meiner Täglichen Lesung verfolgen, unermüdlich für den Denkpass im Einsatz sein, essen, lachen und ähnliches.

… und welche muss es nicht geben?
Badewannenüberlaufarmaturenschraubgewinde, die sich irgendwann nicht mehr lösen lassen.

Was ist für Dich die wichtigste Erfindung?
Das Buch. Es ermöglichte der Menschheit, all die wichtigen Sachen, die vergangene Generationen entdeckt, bedacht und aufgeschrieben haben, nicht noch einmal erfinden zu müssen. Es war somit eine Erfindung, die alle weiteren Erfindungen für immer beeinflußen sollte.

Bei was kannst Du besonders erfinderisch sein?
Beim Zubereiten vollwertiger, schmackhafter Mahlzeiten mit fast leeren Kühl- und Küchenschränken.

Erfinderisch sein müssen: Kannst Du gut lügen?
Meine lügnerischen Gedankengänge neigen zur Über-Innovation.

Wen bewunderst Du ob seines Erfindungsreichtumes besonders?
Politiker.

Erfinderisch sein für Freitags: Eine Frage die Du nächsten Freitag beantworten willst ...
Kommst Du am Sonntag mit in die Alte Försterei, die Bayern empfangen? Ja.

[via Michael Himsolt - Charming Quark - Cult7]

02.07.04

Der nackte Berg

Der westlichste Berg des Himalaya ist der in Pakistan befindliche, 8125 m hohe Nanga Perbat. Der neunthöchste Berg der Welt ist besonders den deutschen Bergsteigern ein grausiges Mahnmal. Vor der Erstbesteigung durch Hermann Buhl im Jahre 1953 hatten sich bereits unzählige deutsche Expeditionen die Zähne am einst als leicht besteigbar klassifizierten Berg ausgebissen und viele ihrer Mitglieder haben den Versuch der Besteigung mit ihrem Leben bezahlt.

Insgesamt starben bisland 26 Deutsche auf den eiskalten Hängen des Nackten Berges, wie der Nanga Perbat übersetzt heisst. Berühmtestes Opfer dürfte Reinhold Messners Bruder Günther sein, der den Versuch der gemeinsamen Besteigung des Berges mit seinem Bruder nicht überlebte - ohne dessen Schuld, wie wir heute wissen.

Derzeit spielt sich in der Todeszone über 7000 m wieder ein Bergsteigerdrama mit deutscher Beteiligung ab. Sieben Deutsche und Österreicher haben beim Gipfelsturm die Umkehrzeit verpasst und sind im letzten Lager vor dem Gipfel eingeschlossen. Ein sächsischer Teilnehmer der Expedition ist bereits verunglückt, und auch für die anderen stehen die Chancen schlecht.

Der Nackte Berg fordert heute, in dieser Stunde, erneut Tribut für die Besteigung seines Gipfels.

29.06.04

Preisbloggen

Hmmmm. Sich darüber nicht zu äußern, wird kaum gehen. Es wird so einige Wellen schlagen und fängt bereits damit an. Völlige Ignoranz könnte zudem als falsche Bescheidenheit ausgelegt werden. Als Zeichen für trügerische Erwartungen, hochgelobt und oft nominiert zumindest die Abstimmungsrunde erreichen zu wollen. Das aber wäre vermessen. Und mit dem bisschen an Freizeit, daß ich für meine kleine Webjournaille zu opfern bereit bin, auch nicht wirklich verdient.

Andere tun da mehr - und hätten ihr Lob verdient. Sie sehen sich aber demselben Problem ausgesetzt, das sich auch vor dem Denkpass auftürmt. Zu welcher der Kategorien Erzählen, Design und Fachblog lässt sich solch verbissene Weitläufigkeit wie meine eigene zweifelsfrei zuordnen? Zu vielseitig möchte der Denkpass glänzen, als daß er sich mit einer dieser strengen Unterscheidungen zurecht finden würde. Von der Klasse ganz zu schweigen. Nachsichtiger formuliert: vom ständigen Vorhandensein derselben.

Ich bin eben kein Michael mit seinen Remarks, der mit seinen Co-Autoren - dem intellektuellen Proleten und dem Literaten hinter den Sonntags-Arabesken - nicht nur sprachlich, sondern auch vom Blickwinkel her dem Erzählgenre neue Impulse verleiht. Bei aller Güte wird mich auch niemand mit dem Bibliomaniac verwechseln, dessen Lesefieber fundiert und mit atemberaubender Versessenheit über den Mittelpunkt seines und meines Lebens berichtet - über Bücher. Und was Design angeht, da habe ich so wenig Ahnung, daß ich nicht mal wüsste, wen ich vorschlagen könnte.

Und am Ende? Am Ende wird es denen weitere Aufmerksamkeit sichern, die davon bereits jetzt schon genug haben. Mir wird der Trost bleiben, daß es nicht wie verkündet um die besten deutschsprachigen Weblogs, sondern eigentlich um die beliebtesten deutschen Weblogs geht. Womit ich aber mit aller Kraft verdränge, daß zwischen Akzeptanz und Güte ein klarer Zusammenhang besteht. Zumindest meistens.

Zwei Dinge möchte ich noch klarstellen. Erstens ist hoffentlich allen klar geworden, wen ich für die besten deutschsprachigen Blogs halte und wer sich somit meiner Stimme gewiß sein kann. Zweitens will ich in aller Schärfe unterstreichen, daß ich nicht nominiert werden will. Eine Enttäuschung würde mir einfach zu sehr weh tun.

Hach, wenn ich es richtig überlege, sind es drei Dinge, die mir auf der Zunge brennen. Da wäre noch dies hier:

Ab und rüber, für den Denkpass abgestimmt!

Sauf-Lauf

... macht Spaß, findet der Spiegel. Sag ich doch die ganze Zeit.

e-mails bei der Deutschen Bahn?

Vor einigen Tagen - präzise: am 22.6. - habe ich mir bei der Deutschen Bahn AG eine Bahncard 50 bestellt. Da ich sie demnächst einzusetzen gedenke (klar: Warum würde ich sie sonst bestellen?), habe ich wegen bislang ausgebliebener Lieferung der Karte per e-mail nachgefragt.

Gerade eben zum dritten Mal. Die Bahn hüllt sich in elektronisches Schweigen. Weil mich das langsam - aber sehr sicher - in Wut versetzt, betrachten wir das Ganze mal von der logischen Seite:

• Vielleicht ist das eben die Art und Weise, wie man im Bahnkonzern mit Kunden umgehen möchte. e-mails nicht beantworten, Züge verspäten lassen, mit undurchsichtigen Preissystemen die Kunden verärgern und ab und zu auch ruhig mal die Wartung eines Radreifens vergessen. Was soll´s? Kunden gibt´s genug, wenn man ein Quasimonopol hat.

• Vielleicht sind die Leute aber auch einfach zu dumm, um auf e-mails antworten zu können. Windows ist zwar allgemein recht intuitiv zu bedienen, aber Mindestanforderungen an die Intelligenz seiner Benutzer gibt es allemal. Wie lautete der Spruch früher? Hast Du einen dummen Sohn, schicke ihn zu Robotron. Ist dein Sohn noch dümmer, die (Reichs-)Bahn nimmt ihn immer.

• Vielleicht hat Hartmut Mehdorn einen derart autoritären Führungsstil, daß er selbst belanglose e-mails wie die Frage nach dem Zusendungsdatum einer Bahncard erst gegenzeichnen möchte. Wär nicht sonderlich effektiv, aber Effizienz ist auch keines der Wörter, mit denen die Deutsche Bahn AG öffentlich in Verbindung gebracht wird.

Wir werden sehen. Und bis dahin stur täglich e-mails verschicken.

-UPDATE-
Sich dem medialen Druck des Denkpasses beugend, hat jemand bei der Deutschen Bahn AG ein Einsehen und auf die dritte e-mail geantwortet. Das heißt, eigentlich auf die erste e-mail.

27.06.04

Heisse Botten, Gregi!

Los Familios Denkpassos hat heute den prächtigen Sonntagmorgen dazu genutzt, die Sandsations zwischen Kanzleramt und Lehrter Stadtbahnhof anzuschauen. Für die 5 € Eintritt kriegt man zwar nur etwa zehn Skulpturen zu sehen, die sind jedoch teilweise riesig, immer ästhetisch und sollten eigentlich auch die Phantasie der Drogenabstinenzler anregen. Nehme ich zumindest an. Auf dem weitläufigen Gelände gibt es zudem einen gigantischen Buddelkasten und genügend Cocktailbars für eine sinnlose Ziehung nach der anderen. Was lag also näher, als dort zu versacken, sauer verdiente Euros unters Volk zu bringen und einen guten Eindruck zu hinterlassen? Let the good times roll.

Was mich jedoch enttäuschte, war des Kanzlers fehlende Aufmerksamkeit meine neuen Schuhe betreffend. Hatte ich doch nach dem Kauf eines neuen Paars wie angegossen sitzender Hufeisen fest damit gerechnet, daß der gute Gerhard eines seiner Fenster aufreißen würde und mit "Heiße Botten, Gregi!" seine Zustimmung zu meiner ästhetischen Entscheidung bekunden würde. Allein, der gute Kanzler verschlief zu meiner großen Enttäuschung auch diese Chance kostengünstiger, aber äußerst wirksamer Öffentlichkeitsarbeit. Dafür mag es Gründe geben, wird der geneigte Leser hinweisen wollen. Na klar, Gründe gibt es immer:

• dem Kanzler ist die Magnifizienz des politischen Einflußes des Denkpasses unbekannt
• seine politischen Berater haben ihn zwar darauf hingewiesen, daß dieses oder jenes Blog mediale Schockwellen verbreitet, des Kanzlers Geheimdienstschergen konnten bislang jedoch keine positive Identifizierung der im Hintergrund wirkenden Macher vorlegen
• Gerhard und Doris beziehen am Wochenende ihre Döner nicht aus Kreuzberg, sondern lieber aus Hannovers Innenstadt-Perle, der Pasarelle - und damit die Döner warm sind, wenn sie angeliefert werden, ziehts Familie Schröder Freitag nachmittag ins Niedersächsische

Jedwede Kombinationen sind natürlich auch möglich. Oder aber es war reine Bosheit. Wir werden es nie erfahren.

Bis auf Gerhards fehlenden rhetorischen Beifall war es nichtsdestotrotz ein lohnender Ausritt.

26.06.04

Terror und Piraterie im Nord-Ostsee-Kanal?

Wer kennt sich mit Piraterie aus? Nein - Ich rede nicht von Softwarepiraterie, mit der sich jeder anständige Student einige Zeit zumindest für den privaten Gebrauch befasst hat von der wir alle schon mal gehört haben, uns aber kaum vorstellen können, wofür das gut sei.

Oder wer kennt sich mit Terror aus? Nein - Ich rede nicht von dem Terror, der gegnerische Verteidiger erfasst, sobald Deutschlands Sturmgranate Fredi Bobic durch fremde Strafräume bummelt der seit September 2001 die Welt in Atem hält.

Ich rede von maritimen Terror und Piraterie auf hoher See. Denn wenn sich jemand von euch damit auskennt, kann er damit Geld verdienen. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin sucht nämlich Fachleute auf diesem Gebiet.

Nicht, um unseren tschechischen Freunden die Quittung für ihre unkollegiale Haltung zu präsentieren. Nein, die Tschechen sind nämlich ein Binnenland und mit Hochseepiraterie kaum zu beeindrucken. Und solange wir keinen Krieg mit den Molchen vom Zaun reissen, ist den Tschechen ihr Hochseezugang auch verwehrt.

Nö, besagte Bundesanstalt möchte nur ein kleines Forschungsprogramm starten, das sich eben maritimen Terror und Piraterie auf hoher See zum Inhalt nimmt. Der auf zehn Monate begrenzte Bearbeitungszeitraum wird allerdings kaum für aussagekräftige Feldversuche ausreichen, befürchte ich. Aber probieren kann man es ja. Wo? Zum Beispiel im Nord-Ostsee-Kanal! Gerade die Brunsbütteler haben da einen reichen Erfahrungsschatz ...

25.06.04

So a Schwachsinn ...

... leck mich am Arsch. Was war das denn für ein Fusel?

[via dunkle zeiten]

Frische Luft

In der Bundesrepublik Deutschland waren im Jahre 2003 in etwa 53,6 Mio. Kraftfahrzeuge (Pkw und Nutzfahrzeuge) zugelassen. Aufsummiert legt die bundesdeutsche Fahrzeugflotte pro Jahr 650 Mrd. km zurück. Anders gesagt, sind das exakt 6,5 Mrd. x 100 km.

Der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch eines Pkw wird mit etwa 8,5 Litern je 100 km beziffert. Für LKW finden sich kaum brauchbare Angaben, allerdings gibt das Umweltbundesamt eine Gesamtmenge verbrauchten Kraftstoffs in Litern von 70.000 Mio. Litern für Personen- und Güterverkehr auf der Straße an. Multipliziert man den oben angegebenen Verbrauch eines Pkw mit der Fahrleistung der bundesdeutschen Kraftfahrzeugflotte, erhält man etwa 56.000 Mio. Liter. Mit einem Zuschlag für LKW kommt man so recht genau auf die Werte des Umweltbundesamtes.

In Verbrennungsmotoren wie dem Ottomotor beträgt das Volumenverhältnis von Kraftstoff zu Luft 1:9000. Für ihren Verbrauch von 70.000 Mio. Litern Kraftstoff verbrennt die bundesdeutsche Fahrzeugflotte also

70.000.000.000 Liter Kraftstoff • 9.000 Liter Luft/Liter Kraftstoff = 630.000.000.000.000 Liter Luft

Das entspricht 630 Mrd. m³ Luft, einem Würfel mit einer Kantenlänge von 8572,6 m. Soviel reine Luft hatten die Leute vor 120 Jahren mehr zum Atmen als heute. Dazu kommt dann noch, daß bei der Verbrennung Abgase emittiert werden - und zwar in nicht unerheblichem Maße von etwa 60 kg je 100 km.

Wie frisch muß frische Luft damals gewesen sein?

24.06.04

May you rott and burn in hell

Mit dem bitteren Geschmack einer Niederlage im Mund stieg ich gestern abend in mein Bett. Dabei wäre ein Sieg im letzten Vorrundenspiel gegen Tschechien doch zumindest in der zweiten Halbzeit mehr als verdient gewesen. Leider scheinen die deutsche Spieler ihr Ohr aber den Unkenrufen so mancher Blogs zu leihen - und vor dem Tor die Nerven zu verlieren. Die Champagner-Party fiel somit aus, wäre aber über den gesamten Turnierverlauf betrachtet auch unverdient gewesen. Zuviel blieb das Team schuldig - und mit Laufbereitschaft und Einsatzwillen über jeweils nur eine Halbzeit lässt sich eben heutzutage kein Blumentopf mehr gewinnen. So gesehen, früher auch nicht.

Kaum im Bett angekommen, wartete weitere Ungemach auf meinen müden Körper. An der Kreuzung, an der wir wohnen, wird weiter kräftig investiert. Seit einigen Wochen befindet sich dort eine Baustelle, deren Ziel die Errichtung eines die Gegend überblickenden Geschäftshauses ist. Die Beleuchtung der Kräne kündet weithin vom geschäftlichen Erfolg der bauausführenden Walter Bau AG. Leuchtet das Logo doch des Nachts so stark, daß mein Sohn neulich darauf zeigte und mir erklärte, dies sei der Mond. Die Lichtstärke ist trotzdem noch tolerierbar. Gestern jedoch hatten die Herren Bauarbeiter die Freundlichkeit, auch den auf halber Höhe am Kran angebrachten Baustellenscheinwerfer anzustellen. Dessen Lichtstärke ist meines Erachtens stark genug, um ungehindert den Erdmittelpunkt betrachten zu können. Mein fürstliches Schlafzimmer zumindest war taghell. Um nicht die Jalousien zudrehen zu müssen, verbrachte ich eine gewisse Zeit mit der Suche nach einem schattigen Plätzchen im meinem ureigenen Bett.

Als ich es fand und meine Gehirntätigkeit sich dem Schlafniveau fast angenähert hatte, gab es die nächste Überraschung. irgendwelche Privatpersonen oder militärischen Forschungseinrichtungen scheinen im Prenzlauer Berg Mutanten-Pelikane zu züchten. Eines dieser gefährlichen Biester muss seinem abscheulichen Labor entkommen sein. Die durch den Baustellenscheinwerfer taghell beleuchteten Bäume vor meinem Schlafzimmerfenster scheint die genmutierte Bestie dann für einen geeigneten Platz für einen Neuanfang gehalten zu haben. Denn das Viech fing plötzlich unmotiviert damit an, seinen ohrenbetäubenden Paarungsruf auszustoßen. Erst nach einer halben Stunde schien sich die sexuelle Aktivität im Blättergewirr vor meinem Schlafzimmerfenster zu legen.

Das war ungefähr der Moment, den sich mein Sohn für eine Verlegung seines Nachtquartiers entschieden haben muß. Als ich später aufwachte, lag er neben mir und trat mit seinen Füßen nach meinem Gesicht. Frühe Morgenstunden sind kein Zeitpunkt für tiefschürfende Diskussionen, schon gar nicht mit einem halbwegs zur Ruhe gekommenen zweieinhalbjährigen Energiebündel. Die weiseste Alternative schien mir daher eine Verlegung meines Nachtquartiers zu sein. So fand ich mich also beim Kreischen des Weckers auf dem Sofa wieder - ohne Decke und mit kaum meßbarer Erholung. Die Nacht zusammenzufassen, überlasse ich einer Liedzeile von Johnny Cash:

May you rott and burn in hell.

21.06.04

Oberflächlich? Pahhh!

Das Thema sei ihr zu oberflächlich, an einer Beantwortung der Frage sei sie nicht interessiert, so Guilia Siegel heute morgen in dem Sendeformat, mit dem Pro7 seine morgendlichen Zuschauer verblödet. Die Reporterin und ihr Kameragefolge hatte es zuvor brennend interessiert, ob und wie ein Ex-Model und Mutter dreier Kinder ihre bezaubernden Füße pflegt. Die steckten nämlich in sündhaft teuren, glitzernden und funkelnden italienischen Designer-Schuhchen und erregten zwangsläufig die Phantasien der anwesenden Männerwelt.

Dabei sollte sich Guilia Siegel doch freuen, wenn man ihr vor laufender Kamera ein Mikrofon vor den hübschen Kopf hält und sie nach ihrer Meinung befragt. Denn immerhin rankt sich die Karriere der Tochter von Deutschlands bekanntestem Schlagerproduzenten doch allein um mediale Aufmerksamkeiten. Und weil die ihr doch meistens nur des Vaters Genen wegen zufallen, sollte Guilia-Häschen eigentlich froh sein, wenn man sie nach so bedeutenden Themen wie ihrer ureigenen, zutiefst persönlichen Fußpflege befragt. Zumal ihr der Gefallen noch vom eigenen Sender getan wird - da ist man doch nicht so unhöflich!

Oberflächlichkeit hin oder her, was erwartet die Gute denn eigentlich? Mit welcher tiefschürfenden, philosophischen und unvergesslichen Diskussion wollte uns die halbnackte und verführerisch geschminkte Guilia auf ´nem Münchner Promiball eigentlich stundenlang vor die Mattscheibe fesseln? Was könnte für den intellektuellen Zaungast zu holen sein bei Guilia Siegels rhetorischen Wanderungen? Juristische Spitzfindigkeiten aus ihren Erfahrungen als Moderatorin einer Chart-Show auf Pro7, die den wegen Vergewaltigung verklagten eigentlichen Star des Samstagnachmittags vertritt? Einblicke in die Lebensweisheiten, die sie als DJane, Personalchefin und Promisternchen eines Münchner Nachtklubs sammeln konnte? Brisante wissenschaftliche Ausblicke auf Karriereeindrücke als Ex-Model oder ein Sex-Interview mit Deutschlands geistigem Fußballoberhaupt Mario Basler?

Nein, liebste Guilia, wer sich auf solchen Anlässen blicken lässt und mit solchen Jobs seinen Lebensunterhalt verdient, belügt sein Publikum, wenn er sich plötzlich vor dessen Interesse in tiefgründige Intellektualität flüchtet. Also, raus damit, .... Du Stück! Du ..., welche Pflege läßt Dein Fußwerk so affengeil aussehen?

17.06.04

So früh?

Warum müssen Studenten in Deutschland im Gegensatz zu ihren österreichischen Kollegen schon um kurz nach halb acht aufstehen?

(Weil der Supermarkt um acht Uhr schliesst!)

15.06.04

Pro Information

Bei Artikel 20 findet sich ein Verweis zu pro-information.de, wo unter Anderem mit einer Unterschriftenliste eine zügige Implementierung des Informationsfreiheitsgesetzes gefordert werden soll. Weil wie jedes Medium auch Blogs von der freien Verfügbarkeit von Informationen leben, und von Daten, die mit Politik zusammenhängen, gerade auch der Denkpass profitiert, unterstützen wir diese Initiative.

Eine ganz andere Form der Informationsverteilung ist Freewayblogging. Dabei postet man kurze, prägnante Bemerkungen zu politisch oder anderweitig interessanten Themen, und zwar an Parkhäusern, Brücken oder Verkehrszeichen. Die Schilder mit den Bemerkungen werden von den vorbeifahrenden Autofahrern wahrgenommen - Freewayblogger haben so potenziell ein sehr großes Auditorium.

14.06.04

OstseeBlogGig 1.0

Pssssst! Weil auch der eifrigste Blogger manchmal sowas wie Urlaub von Nöten hat, und weil wegen des Jobwechsels der geplante Urlaubszeitraum im Herzen der Sommerzeit (auch August genannt) auf wackligen Füßen steht, wird es den Denkpass voraussichtlich von Mittwoch bis Sonntag an die Ostseeküste verschlagen. Um den Familienfrieden vollends zu sichern, bleiben alle technischen Hilfsmittel, die zur Benutzung des Internets eingesetzt werden könnten, zuhause.

Wer nun aber

• in der Nähe von Graal-Müritz lebt
• oder dort seinen Urlaub verbringt
• oder dort die Woche über arbeitet
• oder dort auf Kur ist
• oder so wie ich dorthin verschleppt wurde
• oder aber schnell mit dem Helikopter dort vorbeischauen möchte

und zugleich den Denkpass

• in Person kennen lernen
• oder verprügeln
• oder abküssen
• oder auf einen Drink einladen

will, der sollte sich schleunigst unter der irgendwo auf der rechten Seite angegebenen e-mail mit mir in Verbindung setzen. Wir könnten das ja dann OstseeBlogGig 1.0 nennen!

11.06.04

Englische Cannabisfreigabe sichert EM-Zuschauerrekord

Endlich nehmen zumindest Teile europäischer Regierungen Vernunft an und folgen den Forderungen des Denkpasses. Und was gibts da schon zu befürchten?

Wie der Sat1-Videotext berichtet, befürworten englische Behörden den Genuß von Cannabis während der anstehenden Fußball-EM. Begründung:

Trinkende Fans prügeln sich. Wenn sie einen Joint rauchen, schütteln sie sich die Hand und singen zusammen.
... oder sie

• kriegen einen Freß-Flash und verschlingen alle Würste, Schnitzel, Kartoffelsalate, Milky Ways, Mars und Pommes, derer sie im Stadion habhaft werden können
• beobachten gedankenversunken, wie fetzige Insekten auf dem Rücken oder Kurzhaarschnitt des Vordermannes umherkrabbeln und sich paaren
• überlegen sich mehrere hundert Gründe, warum das eigene Team so niederträchtig schwach spielt und halten einen Monolog von mindestens einer Halbzeit
• sacken röchelnd auf den Boden, lassen ungeniert ihre Rücken knarren und lachen sich kaputt
• spielen Verstecken untereinander und scherzen mit den anwesenden Polizistinnen
• vertiefen sich in hochgeistige Gespräche über die Möglichkeiten der kommerziellen Nutzung verschiedenster spontan entwickelter Geschäftsideen
• frönen der freien Liebe im Stadion oder masturbieren fröhlich vor sich hin

Jedenfalls geht keine Gewalt von über 40.000 Gleichgesinnten aus! Auf nach Portugal!

09.06.04

Full-scale violent confrontation

The Church of England is rewriting some prayers and psalms in the Bible to more accuratly reflect issues of modern life like fair trade and developing world debt. The new works will be published in October as Pocket Prayers for Justice and Peace, the Church of England announced. One of the changes is made to the 23rd psalm, edited by Pastor Zephania Kameeta, former vice-president of the Evangelical Lutheran Church in Namibia:

Yea, though I walk through the valley of the shadow of death
Its new version is going to look like this:
Even if a full-scale violent confrontation breaks out I will not be afraid, Lord.
Whereas the first version flows with what Hunter S. Thompson once called the "wild power of the language and the purity of the madness that governs it and makes it music", the new version lacks exactly that. The intensity of the language that the Bible is known for has not been captured. As Jane Galt puts it:
But really, as a co-worker points out, this "Lord" business is really hopelessly out of date. It needs to be replaced by something more modern, such as "boss", "jefe", or perhaps "daddy-o".
Across the Atlantic gives more advice as to what the idea for the rewriting might have been:
Like I said, if it ain't broke, break it!

Dummschwätzing, Part II

Ja, ja, liebste Leserschar: Heute ist der Tag der Fortsetzungen. Und warum auch nicht? Eine Fortsetzung verleiht ihrem Urspung mehr Bedeutung, die der eben manchmal nötig hat. Nicht immer, das ist klar, und manchmal wird das Original durch eine Fortsetzung entwürdigt. Und manchmal ... ja manchmal ... da weiss man einfach nicht, worüber man sonst reden soll. Was aber die Fortsetzung des eigentlichen Themas angeht, so scheine ich mich auf einer Tangente fortzubewegen. Oder kürzer: Ich schweife ab.

Das Original zu dieser Fortsetzung findet sich hier und fand damals sogar Würdigung durch einen Kommentar von einem der Michaels in meiner Täglichen Lesung sowie durch einen Trackback des Giga-Daniels. Verglichen mit den üblichen Reaktionen meiner vielleicht zu sehr dem Grundsatz

Der Kenner genießt und schweigt.
verfallenen Leserschaft war das also anscheinend ein Beitrag, der bildlich gesprochen Schockwellen durch die deutsche Bloglandschaft gesendet haben muß. Jedenfalls habe ich am Ende des epochalen Ur-Beitrags versprochen, weiterhin am Dummschwätzranking zu arbeiten. Denn mit 19.7 Punkten kann sich der Denkpass, die Geissel der Galaxis, nicht zufrieden geben. Und siehe, was ein erneuter Testlauf an Kenntnis erbrachte:
Das Dokument unter

http://www.denkpass.de/dpblog/sig/index.html

hat den wissenschaftlich ermittelten Dummschwätzquotienten DQ1.60

24.6

Juchhu! Der Denkpass entwickelt sich! Es lebe die Evolution! Es lebe der Fortschritt! Vom Denkpass lernen heisst siegen lernen! Überholen ohne einzuholen! Dem Denkpass gehört die Zukunft!

Schnauze.

-UPDATE-
Der Denkpass muss zugeben, immer noch hinter den meisten großen Parteien der politischen Landschaft der Bundesrepublik zurück zu bleiben:

SPD - 2,7 Punkte
PDS - 19,1 Punkte
CDU - 38,8 Punkte
Grüne - 39,3 Punkte

Aber den Vogel im wahrsten Sinne des Wortes abgeschossen, den Rest deplatziert, sich mit ihren Gegnern den Arsch gewischt ein Späßchen erlaubt haben die blaugelben Jungs und Mädels um Spaßkanzler Guido Westerwelle:

FDP - 88,4 Punkte

Als ob wir das nicht schon immer geahnt hätten: Sobald der Guido und seine Kumpels den Mund aufmachen, wird einem ganz schummrig vor Augen. Und endlich wissen wir warum! Nicht die fehlende Mundhygiene ist schuld. Das liegt an intellektueller Inkontinenz! Dummschwätzing-Weltmeister!

Neidlos erkennt der Denkpass die Überlegenheit der FDP und ihres Internetauftrittes an. Ehre wem Ehre gebührt.

05.06.04

Nothing less than full Victory!

Shortly before the Allied Expeditionary Force set out to open the Westfront on June 6, 1944, their commanding officer issued to his men the following order:

Soldiers, Sailors and Airmen of the Allied Expeditionary Force!

You are about to embark upon the Great Crusade, toward which we have striven these many months. The eyes of the world are upon you. The hopes and prayers of liberty-loving people everywhere march with you. In company with our brave Allies and brothers-in-arms on other Fronts, you will bring about the destruction of the Germany war machine, the elimination of Nazi tyranny over the oppressed peoples of Europe, and security for ourselves in a free world.

Your task will not be an easy one. Your enemy is well trained, well equipped and battle-hardened. He will fight savagely.

But this is the 1944. Much has happened since the Nazi triumphs of 1940-41. The United Nations have inflicted upon the Germans great defeats, in open battle, man-to-man. Our air offensive has seriously reduced their strength in the air and their capacity to wage war on the ground. Our Home Fronts have given us an overwhelming superiority in weapons and munitions of war, and placed at our disposal great reserves of trained fighting men. The tide has turned! The free men of the world are marching together to Victory!

I have full confidence in your courage, devotion to duty and skill in battle. We will accept nothing less than full Victory!

Good Luck! And let us beseech the blessing of Almighty God upon this great and noble undertaking.

Dwight D. Eisenhower

04.06.04

TV business is like a long plastic hallway

Says Hunter S. Thompson in the second volume of his Gonzo Papers, Generation of Swine:

The TV business is uglier than most things. It is normally perceived as some kind of cruel and shallow money trench throug the heart of the journalism industry, a long plastic hallway where thieves and pimps run free and good men die like dogs, for no good reason.

Which is more or less true.

And with every day, its becoming more true than before.

03.06.04

ABC of my life

A - Age/Alter: 30 - seit letzten Herbst.

B - Band listening to right now/Band, die du gerade hörst: Hmmm. Am nähesten kommt dem Robert Deckstar - kaum bekannter Underground-Assi-DJ.

C - Career future/berufliche Zukunft: Bislang Leiterplatten. Demnächst Projektmanagement Bauwesen. Irgendwann dann wieder Leiterplatten, so glaube ich.

D - Dad’s name/Name des Vaters: Jörg Peter Klaus. Oder Jörg Klaus Peter. Jedenfalls Jörg.

E - Easiest person to talk to/Person, mit der du am besten reden kannst: Ganz klar - mein holdes Weib: die ewig schöne, intelligente und verständnisvolle Maria.

F - Favorite song/Lieblingssong: "Piece of my heart" in der Version von The King

G - Gummy Bears or Gummy Worms/Gummibärchen oder Gummischlangen: Eindeutig Gummibärchen. Aber eigentlich die sauren Apfelringe.

H - Hometown/Heimatort: Berlin

I - Instruments/Instrumente: Ich mag: Hammond-Orgel, Klarinette. Ich spiele: Handfläche auf Waschbrettbauch mit Wäsche drauf.

J - Job/Beruf: Bis Freitag: Assistent Geschäftsleitung Leiterplattendesignbüro. Danach Bauingenieur.

K - Kids/Kinder: JAWOHLLLL: Gregor jr.

L - Longest car ride ever/Längste Autofahrt: Berlin-Weingarten.

M - Mom’s name/Name der Mutter: Brigitte Gisela.

N - Number of people you slept with/Zahl der Personen, mit denen du geschlafen hast: Promiskuität ist häufiger Geschlechtsverkehr mit ständig wechselnden Partnern. Warum ich das weiß? Keine Ahnung.

O - Obsession(s)/Besessen von: Baseball. Fussball. Denkpass.

P - Phobia(s)/Phobie(n): Kamelspinnen und ähnliches.

Q - Quote/Zitat: Der frühe Vogel fängt den Wurm.

R - Reason to smile/Grund zu lächeln: Gregor jr.

S - Song you sang last/Song, den du zuletzt gesungen hast: "Eisern Union" von Nina Hagen

T - Time you wake up/Zeit, zu der du aufwachst: 5:30 Uhr ist der Zeitpunkt, an dem Gregor jr. die Keule schwingt.

U - Unknown fact about me/Was man von mir noch nicht wusste: Ich bin nett.

V - Vegetable you hate/Gemüse, das du hasst: Rosenkohl!

W - Worst habit/Schlechteste Angewohnheit: Vergnügungssucht.

X - X-rays you’ve had/Wo wurdest du schon geröntgt (schreibt man das so?): Bein, Arm, Hand, Kopf, Hals

Y - Yummy food/Lieblingsessen: Sahne-Hering, Nudeln mit Räucherlachs und Meerrettich, Piroggen

Z - Zodiac sign/Sternzeichen: Jungfrau

[via Meinungen&Deinungen, der es von Emily hat, die es von ...]

31.05.04

Fussbroichs

Am Freitag abend, gegen dreiviertel Zehn, lief eine neunzigminütige Zusammenfassung des Flaggschiffes deutscher Doku-Soaps, der Fussbroichs. Die im Sommer 2002 eingestellte Sendung begeisterte ihre Anhänger durch den schonungslosen Blick hinter die Kulissen einer Kölner Arbeiterfamilie. 1979 gestartet, wanderten die Fussbroichs mit ihrer offen zur Schau gestellten Banalität einen scharfen Grat entlang und blieben dabei immer interessant: Die Familie wegzuschalten fiel schwer.

Dabei ist es gerade die Normalität und Beliebigkeit der Fussbroichs, die ihre Sendung so aus der deutschen Fernsehlandschaft abhebt. Wir Zuschauer möchten uns hüten, so zu sein wie Vater Fred, Mutter Annemie und Sohn Frank und erkennen uns doch ständig wieder. Bereits die erste Folge zeigt deutlich die Absurdität typischer westeuropäischer Verhältnisse. In den zutage tretenden Widersprüchen sind die Ursachen des späteren Scheiterns der Erziehung ihres Sohnes für die Außenstehenden leicht wahrnehmbar:

Es geht um den Alltag des damals zehnjährigen Frank in seinem Kinderzimmer. Auf etwa zehn Quadratmetern hat er alles, was die Spielzeug- und Unterhaltungsindustrie zu bieten hat. Während er mit Raketen, Schlümpfen und Carrera-Bahn spielt, singt er Schlager und Werbung im Fernsehen mit. Annemie und Fred sitzen nebenan vor ihrem Fernseher. Fred: "Dann kann er den schielenden Löwen gucken und ich die Sportschau." Gemeinsam mit den beiden Omas haben sie ihren Frank rundum ausgestattet. Annemie wünscht sich, dass aus ihm einmal "was Besseres" wird, er nicht wie bisher die Männer in der Familie in die Fabrik geht. "Irgendwie was Besonderes", meint sie, während Fred schon zufrieden wäre, wenn er wenigstens im Büro landete.
Damals fingen die Fussbroichs an, einer Kamera zu gestatten, ihr Leben aufzuzeichnen. Damit war sicherlich ein Gefühl der Auserwähltheit verbunden, das den Eltern Annemie und Fred geschmeichelt haben wird. Sie waren Doppelverdiener in einem aufstrebenden Land, das Medium Fernsehen war noch relativ jung und sie sollten im Mittelpunkt einer eigenen Sendung stehen. Das die schonungslose Offenheit der Kameralinse später in immer zunehmendem Grade Peinlichkeiten einfangen würde, hatte niemand bedacht. Da war Familie Fussbroich allerdings schon zu sehr dran gewöhnt, Medienstar zu sein - auch wenn nicht nur mit ihnen gelacht wurde, sondern immer öfter über sie.

An den ähnlichen verlaufenden, aber bislang gegensätzlich endenden Schicksalen von Fred und Frank Fussbroich lässt sich dann auch einiges über den Wandel der Gesellschaft erfahren. Vater und Sohn haben einen ähnlich begrenzten Geisteshorizont. Kann sich der Vater jedoch als Arbeiter ausreichend finanziellen Rückhalt schaffen, läuft die Karriere des Sohnes auf untertourigen Drehzahlen. Die Zeiten haben sich geändert: Wenig spezialisierte und ungebildete Arbeitskraft findet sich in Asien und Osteuropa genügend, gibt sich dort aber mit einem Fünftel des Lohnes zufrieden. Harte Arbeit zahlt sich auch heute aus, nur sind gute Ausbildung und lebenslange Fortbildung mittlerweile ein Muss. Im Falles des Sohnes zeigt sich denn auch, daß es ohne diese Zutaten immer schwerer wird, überhaupt einen Job zu behalten. Die Sendung wird hier zum Spiegel unserer Gesellschaft.

Und so bleibt zu sagen, daß die Naivität der Fussbroichs trotz allem ehrlicher Natur ist. Die Familie ist harmlos und somit letzten Endes sympathisch. Von den Ozzbournes kann man das nicht behaupten: Die sind peinlich, ekelerregend und arrogant. In der Summe ist diese Mischung sogar eindeutig gefährdend. Und das ist auch der Unterschied zwischen diesen eigentlich so ähnlichen Dokusoaps. Und auch der Grund, warum mir die Fussbroichs fehlen werden.

28.05.04

Lustspiel in 2 Akten

... und mit nur 2 Wörtern. (Na gut, drei).

1. Akt:

Vorhang auf.

    A: Ruth ruht!

    B: Ruht Ruth gut?

    A: Ruth ruht gut.

    B: Gut, Ruth ruht.

Vorhang. Spontaner Zwischenapplaus. Pause.

2. Akt:

Vorhang auf.

    A: Ruht Ruth?

    B: Gut ruht Ruth.

Vorhang. Frenetischster Applaus. Jubelchöre.

27.05.04

Moskauer Ansichten

Die gewohnt kritische Beurteilung des Denkpasses die Reiseeindrücke von Moskau betreffend ist - das ist mir bewußt - überfällig. Wenn sich auch die Leserschar des vielleicht am schwersten zu ertragenden Blogs in überschaubaren Grenzen hält, so bin ich mir meiner Verpflichtung bewußt, solch kolossale Erlebnisse wie eine Geschäftsreise in das Herz des Russischen Reiches nicht unkommentiert vorüberziehen zu lassen. Denn überschaubare Grenzen hin und schwer zu ertragen her, die Leserschar gibt es nichtsdestotrotz, und sie besteht nicht nur aus Leuten die hier ungebeten von Google hereingeschleust werden, weil sie Uma Thurmans Arsch oder Angela Merkels Titten suchen (womit ich übrigens glänzend in der Lage war, unauffällig weitere Google-Ströme anzuzapfen). Aber zum eigentlichen Inhalt dieses Beitrags:

Moskau ist die Hauptstadt Russlands. Russland ist das größte Land der Erde und liegt auf zwei Kontinenten - Asien und Europa. Im Kern leitet sich alles Weitere aus diesen beiden Sätzen ab. Den Anspruch, den Moskau an sich und seine Bewohner stellt, kann man mit dem Titel Hauptstadt des größten Landes der Welt erklären. Die Arroganz und Unfreundlichkeit, mit denen Offizielle von der Klofrau über die Passkontrolleurin bis zum Polizisten die Menschen behandeln, steht im Zusammenhang mit dem Stolz und der Gewißheit, dem größten Reich der Erde zu dienen. Die Fremdartigkeit, die Unterschiede zu Mitteleuropa (die besonders auffallen, weil die Moskoviter selber sehr mitteleuropäisch aussehen), die die Stadt aufweist, erklären sich aus der Schnittstellenfunktion zwischen Asien und Europa. Und so weiter...

Die Stadt ist ein Schmelztiegel hunderter Völker. Das Fernsehprogramm im Hotel wies acht russische Sender, zwei französische, fünf deutsche, drei englische und einen japanischen Sender auf. In den Straßen begegnet man den vielen Völkern der ehemaligen Sowjetunion ebenso wie Westeuropäern und Asiaten. In einem Schmelztiegel findet sich aber nicht nur eine Vielfalt verschiedenster Zutaten, sondern manchmal auch einige ungewollte Nebenprodukte, kurz: Schmutz. Die Stadt präsentiert sich (außer rund um den Kreml) schmutzig und ungepflegt. Dabei ist es die Nähe von güldenem Glanz und abstoßendem Schmutz, die Westeuropäer überrascht. Keine drei Minuten Fußweg vom Hotel finden sich Ruinen und kaum begehbare Bürgersteige und gleich um die Ecke - ein hochmodernes, sündhaft teures, in Berlin unvorstellbares Appartmenthochhaus. Die Bebauung generell läßt eine ordnende Hand vermissen - hier wird gebaut, wie der Investor es für richtig hält.

Auf den Straßen sieht man so ungefähr alles, was drei, vier oder mehr Räder hat. Zweirädrige Fortbewegungsmittel sind eher selten, was zum großen Teil an der aggressiven und regelverletztenden Fahrweise der Moskoviter liegt. Die hat auch Einfluß auf fehlende Hunde im Stadtbild, die geringe Anzahl sichtbarer Kinder und das Nichtvorhandensein von Bäumen am Straßenrand. Beispiele für diese Aggressivität gefällig? Der Sinn von Ampeln, Einbahnstraßen, Fußgängerüberwegen oder Fahrstreifenbegrenzungen erschließt sich dem Betrachter nicht. Moskoviter Autofahrer folgen eigenen Regeln. Dafür sind die Staus unvergleichlich: Bei der Rückfahrt zum Flughafen benötigte die Hotellimousine für 500m etwa eine halbe Stunde. Wegen der Importe aus allen Himmelsrichtungen sind häufig auch Lenkräder auf der rechten Seite des Wagens zu sehen. Ansonsten sieht man alles: uralte Schrottkarren aus Zeiten des Kommunismus und blitzende Maybach-Nobelkarossen. Wegen der schlechten Straßen und des billigen Benzins sind riesige Geländewagen sehr beliebt. LKW sind seltsamerweise im Vergleich zu Deutschland eher selten. Tankstellen habe ich keine einzige gesehen, war aber meistens im unmittelbaren Innenstadtbereich unterwegs.

Hauptsächlich findet der Personentransport aber in der Metro statt. Die hat riesige Rolltreppen, fährt pünktlich alle neunzig Sekunden und funktioniert einwandfrei. Einige der Bahnhöfe sehen einzigartig aus und würden den Betrachter zum Verweilen und Erkundschaften einladen, wäre da nicht das ewige Gedränge und die schlechte Luft. Auch die Zeiten, die man zum Umsteigen benötigt, sind beachtlich. Denn Stationen, die auf dem Metroplan als übereinander liegend dargestellt sind, befinden sich in Wirklichkeit in mehr als fünfhundert Meter Entfernung.

An den Autobahnen finden sich riesige Werbeschildtürme, über den Straßen der Moskauer Innenstadt prangen Werbebanner und Leuchtreklamen. Werbung findet sich auch sonst überall: In der Metro (wo man auch beschallt wird), im größten Kaufhaus GUM und an jedem freien Quadratzentimeter Fassade. Der Eindruck verstärkt das Chaos der Bebauung. Wegen der Vielzahl der Werbung nimmt man das einzeln allerdings gar nicht wahr. Man sieht nur überall ein farbiges Schimmern. Hauptsächlich wird für Banken und Mobiltelefonie geworben.

Trotz der Vielzahl zahnmedizinischer Kliniken verwundert die Anzahl schlechter Zähne, die man zu sehen bekommt. Sie dürfte weltrekordverdächtig sein. Träger von Gold- oder anderen Metallzähnen, einst Kennzeichen Osteuropas, sterben mittlerweile im wahrsten Sinne des Wortes aus. Was auch auffällt: Chirurgen, die sich auf Fehlstellungen von Füßen spezialisieren, werden in Moskau steinreich. JEDE Moskauer Frau unter 40 Jahren trägt mindestens fünfzehn Zentimeter hohe Absätze. JEDE. Das fing am Zoll an, wo eine der Beamten ihren Minirock mit kniehohen High-Heel-Lederstiefeln komplettierte und setzt sich quer durch Moskau fort. Grund dafür ist offensichtlich die Hoffnung vieler junger Frauen, so entdeckt zu werden. Ansprechen hübscher Frauen auf der Straße mit anschließender Einladung zum Mittagessen seien durchaus normal, so russische Verwandte. Weiterführendes Abend- und Nachtprogramm sehr oft auch. In der Hotelbar saßen denn abends auch immer professionell aussehende Damen mittleren Alters, die von sich aus auf die anwesenden Westeuropäer zugingen.

Fazit: Es war aufregend. Berlin ist verglichen mit Moskau ein Dorf. Und ich bin Berliner und liebe meine Stadt. Moskau brodelt rund um die Uhr, man sieht viele haarsträubende und unglaubliche Dinge und spürt den Puls des Lebens. Hier bewegt sich etwas, hier ist Geld im Spiel. Letztendlich möchte man in Moskau aber nur Urlaub machen. Zum Kinder aufziehen bin ich dann gerne wieder zurück in Berlin.

Let the good times roll

From the great Hunter S. Thompsons second volume of the Gonzo Papers, Generation of Swine:

Maybe there is no heaven. Or maybe this is all pure gibberish - a product of the demented imagination of a lazy drunken hillbilly with a heart full of hate who has found out a way to live out there where the real winds blow - to sleep late, have fun, get wild, drink whiskey and drive fast on empty streets with nothing in mind except falling in love and not getting arrested...

Res ipsa loquitur. Let the good times roll.

25.05.04

Was Fernsehen mit den Menschen macht

Ein Zitat von Günther Jauch:

Fernsehen macht kluge Menschen klüger und dumme Menschen dümmer.
Weil es aber mit Sicherheit mehr dumme als kluge Menschen gibt, ist der Einfluß des Fernsehens in der Summe als schädlich, weil mehrheitlich verdummend anzusehen. q.e.d.

-UPDATE-
Der Michael fragt nach, wo Günther Jauch dieses Zitat getätigt haben will. Ich habe es im TKK-Magazin gefunden, eine Quellenangabe gibt es dort nicht. Eine kleine Google-ei ergibt seltsamerweise eine Vielzahl möglicher Zitat-Urheber:

• CSU-Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium des Innern Hermann Regensburger
• Hertha Sturm
• Marcel Reich-Ranitzky
• Günther Jauch

Die Zuordnung zu Jauch war also nicht verkehrt, wenn gleich die Chancen hoch sind, daß Jauch nur ein fremdes Zitat wiedergab.

24.05.04

Namenspate

An der Kreuzung Vozdvizhenka und Mokhovaya ulitza, keine fünf Minuten Fußweg vom Kremlin entfernt, befindet sich Russlands größte Bibliothek. Über einem Fenster des imposanten Baus der Leninbibliothek findet sich eine Denktafel für den Namenspaten des gegenwärtigen Moskauer Gesellschaftssystems:

darwin.jpg

Es handelt sich um Sozialdarwinismus in seiner reinsten Form. Das Leben in Moskaus Innenstadt, dem Bereich innerhalb des Gardenrings, bevorzugt junge, schöne Frauen und starke, rücksichtslose Männer. Für Alte, Kranke oder auch nur durchschnittlich aussehende Menschen bietet die Leiter des Erfolges wenig Platz, für Menschen mit Gewissen gleich gar keinen.

22.05.04

I´m back

Geschafft! Zurück im Land der Verlässlichkeit. Vielleicht auch der organisierten Langeweile. Aber: Schuster, bleib bei Deinen Leisten!

20.05.04

Überflüssiges

So, so. Der spanische Kronprinz beabsichtigt, demnächst eine bürgerliche Frau zu trauen. Das war heute morgen sogar dem ZDF einen Bericht wert (obwohl es das Satellitenprogramm im Hotel hier in Moskau war, denn um diese Zeit kommt eigentlich Morgenfernsehen) und findet sich auch in allen einschlägigen Zeitungen und Magazinen.

Jedenfalls wird hier mit einer Vehemenz über die Hochzeit eines Monarchen berichtet, der sich in meinen Augen durch nichts von der Masse der Menschen, die diesen Planeten bewohnen, hervorhebt. Es geht weiter: Ich habe mehr Respekt vor dem geistigen Vater eines intelligent durchgeführten Bankraubs als vor einem durch seine Geburt zu Ansehen, Reichtum und Macht gekommenen Berufssohn.

Und obwohl der einge gejagt und der andere gefeiert wird, haben Bankräuber und Thronfolger eines gemeinsam: Sie sind auf unrechtmässige Weise zu Geld gekommen. Mit anderen Worten - Diebe.

15.05.04

Moskau

Nur am Rande sei darauf hingewiesen, daß die geistige Onanie des Denkpasses in der nächsten Woche allerhöchsten sporadisch auftreten wird. Zumindest, was das Bloggen angeht. Als personifizierter Denkpass werde ich mir den denkbar schlechtesten Einfluß auf die Menschen in meiner Umgebung kaum verkneifen können. Wer hätte das gedacht, he?

Grund ist jedenfalls ein Messe-Auftritt in Rußlands Hauptstadt, der wegen des erschwerten Internetzugangs, der seltsamen Tastaturen und generell einer ausgelassenen Vergnügungssucht meinerseits eine regelmäßige Beschäftigung mit den für den Denkpass üblichen Themen in Frage stellt. Glücklicherweise nur vorübergehend, und vielleicht auch nur zum Teil. Am Sonnabend sollte der Spuk vorbei sein und der Denkpass in der Lage, Euch allen wieder fröhlich in die Suppe zu spucken.

Na starowje!

13.05.04

Piloten haben viel Sex

Auf der ILA 2004 findet der aufmerksame Beobachter genügend Mittel zur Steigerung der eigenen sexuellen Attraktivität. Bewiesen werden kann dies ganz einfach dadurch, daß eine auffallend hohe Anzahl äußerst gut aussehender Frauen in der Nähe von Männern gesehen werden, die sich beispielsweise so ein Spielzeug anschauen:

piper.jpg

Es handelt sich um eine Piper-Maschine und wahrscheinlich ist ein Teil der sexuellen Attraktionsfähigkeit mit der Intelligenz verknüpft, die erforderlich ist, um ein Cockpit wie das dieser Maschine zu beherrschen:

cockpitpiper.jpg

Ein anderer, wahrscheinlich viel wichtigerer Anteil der sexuellen Anziehungskraft, die Flugzeuge wie dieses ihrem Besitzer verleihen, ist sicherlich der Rückschluß auf die finanzielle Leistungsfähigkeit desselben. Immerhin kostet die Maschine so wie dargestellt knapp 280.000 $. Für ein kleines Würstchen wie mich natürlich viel zu viel. Aber deswegen auf Hilfsmittel zur Steigerung der sexuellen Aktivitäten verzichten? I wo.

Und darum habe ich mich auf die Suche nach einer vernünftigen, finanzierbaren Alternative gemacht. Hier ist sie:

kleinflugzeug.jpg

12.05.04

Thirty seconds flat

A quote from Heat that is also used in the album Widescreen by rmb:

"You want to be making moves on the street, have no attachments, allow nothing to be in your life that you cannot walk out on in thirty seconds flat if you spot the heat around the corner."

Dicke, schwere Hämmer

Ein gebärfreudiges Becken, eine Wespentaille und darüber zwei monströse Apparate sind für Männer nicht allein als Vorlage für absurden Onaniertrieb interessant. Derart ausgeprägte Formen weisen auf handfeste Vorteile bei möglicher Paarung hin: Wie eine Studie der Universität Krakau zeigt, sind sie Anzeichen für erhöhte Hormonwerte der jeweiligen Frauen. Deren Werte für das weibliche Geschlechtshormon Östroradiol lagen im Mittel um 26 Prozent über denen anderer, nicht als ganz so attraktiv eingestufter Frauen. Damit einher geht eine zwei- bis dreimal so hohe Chance der erfolgreichen Befruchtung.

Allerdings, bei diesem Gedanken vergeht den meisten Vertretern des starken Geschlechtes wohl die plötzliche Wollust. Wackeln zwei so fruchtige Milchtüten an einem vorbei, denken die meisten doch an unverbindlichen Sex und nicht an einen Zwillingskinderwagen, oder?

09.05.04

Mit den Augen eines Kampfpiloten

Eine Gesetzesvorlage hat in den USA die erste Hürde genommen, geltendes Recht zu werden. Sie sieht vor, Personen zu bestrafen, deren Kleidung zuwenig Körper bedeckt:

"I don't relish the idea of seeing the beginning of people's pubic hair," Westwego City Councilman Glenn Green told the House Criminal Justice Committee on Thursday.

"I don't relish seeing the beginning of the crease of people's buttocks. And I don't enjoy watching young men letting their sexual organs show through their red or black silk underwear," Green said.

Verstöße werden mit gemeinnütziger Arbeit oder bis 175 $ Geldstrafe geahndet. Die bislang nur von Republikanern unterstützte Gesetzesvorlage solle Exhibitionisten ebenso einen Riegel vorschieben wie einer sonst vielleicht nicht mehr aufzuhaltenden Versexualisierung der Gesellschaft, so die Argumente der Befürworter.

Eine Frage stellt sich dem Denkpass: Haben die Amerikaner alle so gute Augen wie Westwego City Councilman Glenn Green? Denn der sieht überall um sich herum nur Schamhaare, Arschbackenansätze und die sexuellen Organe junger Männer. Oder ist der gute Glenn Green vielleicht am Ende das Gegenstück eines Exhibitionisten - ein Voyeur? Ein Voyeur mit den Augen eines Kampfpiloten allerdings.

07.05.04

Yo mei!

Viel zu tun ... somit kommentarlos: Ein wunderschönes Wochenende!

06.05.04

Destroyer of worlds

J. Robert Oppenheimer about the moments after he and his team tested the first nuclear bomb:

We knew the world would not be the same. A few people laughed, a few people cried, most people were silent. I remembered the line from the Hindu scripture, the Bhagavad-Gita. Vishnu is trying to persuade the Prince that he should do his duty and to impress him takes on his multi-armed form and says, “Now, I am become Death, the destroyer of worlds.” I suppose we all thought that one way or another.

05.05.04

Beruf Blogger

Heiko Hebig hat erreicht, was dem Denkpass gern gelänge: das Bloggen mit dem Beruf zu verbinden. Nun liegen aber zwischen hebig.com und denkpass.de Welten, und das hat seine Gründe.

Da wäre zum einen die sprachliche Eleganz in Deutsch und Englisch, die Heiko in ungenierter Verspieltheit zum Tragen bringt. Der schwebenden Leichtigkeit seines Ausdrucks und der geradlinigen Zwangsläufigkeit seiner Gedankengänge kann ich häufig nur planbare Tollerei und zähen, in Algorithmen erstarrenden Fleiß entgegen setzen. Auch bei der Treffsicherheit in der Wahl seiner Worte zeigt Heiko ein sicheres Händchen, das sich bei mir nicht immer einstellen will. Ohne Zweifel: Heiko ist ein Virtuose - und ich der Handwerker.

Es wartet also ein hartes Stück Arbeit auf mich, will ich Ähnliches erreichen wie Heiko. So wie in Heikos Fall den verdienten Erfolg in Form von anerkennender Aufmerksamkeit genießen. Ein so intensives und befriedigendes Hobby wie Bloggen zum Beruf zu machen. So viel Zeit wie nur irgend möglich dem Bloggen widmen. Denn Bloggen macht Spaß. Bloggen macht uns zu anderen, zu lebensfrohen und aufgeschlossenen Menschen. Bloggen öffnet die Augen und schärft die Sinne. Bloggen ist einfach wunderbar.

Und deswegen gratuliere ich dem Heiko. Und bin zutiefst neidisch.

-UPDATE-
Um Verwirrung vorzubeugen: Heiko Hebig schreibt manchmal auch in Deutsch.

29.04.04

Bum-Bum-Boris

Jochen fordert uns Männer auf, Boris neue Sendung zu sehen. Er befürchte ansonsten den Einbruch von Ange Engelke in die Männerdomäne Late-Night-Talk. Dem stimmt der Denkpass zu, versucht aber eigene Intelligenzansprüche mit dem Kampf um Männerdomänen dadurch zu verbinden, beide Sendungen NICHT anzuschauen.

Wer ist Boris überhaupt, daß wir uns seine durch die Schlichtheit der Gedankenführung so auffälligen Interviews anschauen sollen? Man schaue sich nur einmal Boris´ Bild in Jochens Eintrag genau an:

smalltalk.jpg

Was ist das da für ein seltsamer Fleck auf dem Hals? Etwa der Grund, weswegen der Eintrag drüben bei word2go auf ein fehlendes K(n)öpfchen verweist? Ein Schatten also?

Oder hat Boris früher zuviel geraucht? Hatte er Kehlkopfkrebs? Das würde immerhin den seltsamen Ton seiner Stimme erklären. Aber er war Spitzensportler und hat sich seinen Spitznamen Bum-Bum-Boris mit ´nem tollen Tennisarm schwer verdient. Geraucht haben kann in der Zeit höchstens seine Omme - wegen der vielen Interviews, die er da so geben mußte. Wegen der Anstrengung stehen ihm heute noch die Haare zu Berge. Also was anderes.

Ist das vielleicht so ein schwuchteliges Ganzlörper-Tattoo, obendrein in Rosa? Der Name Bum-Bum-Boris bekäme eine völlig neue Bedeutung. Ein Tennisarm käme da auch ganz handy, weil die Jungs in der Szene doch gerne richtig zur Sache gehen. Dies würde auch erklären, warum die russische Mutter seines letzten Kindes den Umweg über eine Windbestäubung gehen mußte - Bum-Bum is only for man. Laut Jochen der Late-Night-Talk übrigens auch.

28.04.04

High School Abschlußball

Und so zieht man sich dafür an!

Fünfe gerade sein lassen

Der Tagesspiegel über die fehlenden Kinder in unseren Wohnzimmern:

Wer Kinder bekommt, kann gar nicht alles richtig machen. Kinder sind der Einbruch des Unberechenbaren in eine nicht mal halbwegs geordnete Welt. Kinder bedeuten Chaos, sind eine Zumutung, eine Überforderung, der Inbegriff der Unvernunft, das Ende jeglicher Perfektion. Wer Kinder bekommt, bekommt sie wider besseres Wissen und garantiert ohne Garantie. Vielleicht brauchen wir Deutschen also nicht mehr Kinderfreundlichkeit und eine „neue Kultur der Fürsorglichkeit“, wie Hans Bertram es nennt, sondern vor allem mehr Gelassenheit: den Mut, Fehler zu machen und fünf gerade sein zu lassen.

23.04.04

Voreingenommenheit

Lieber Oliver Hüttmann,

es gibt da einige Aussagen in Deinem tollen Bericht über Quentin Tarantinos neuesten Film, die so nicht wahr sind. Man kann ja verstehen, wie sehr es Dir am Herzen liegt, uns diesen Film näher zu bringen. Man spürt, wie der Film Dir gefallen hat. Wahrscheinlich bist Du obendrein in Tarantino und/oder Uma Thurman verliebt. Ich mache Dir keinen Vorwurf deswegen. Der Film ist sicherlich sehr gut (viele von Tarantinos Filmen sind das) und wen Du anbetest, ist Deine Sache. Was Du in Deiner vom Spiegel veröffentlichten Lobeshymne so zum Besten gibst, ist aber doch zu viel des Guten. Schauen wir mal genauer hin:

1. Du sagst: Der neue Film von Quentin Tarantino ist noch immer sein vierter Film. "Kill Bill". Das Werk, zwei Hälften.

Wie man hier sehen kann, gibt es keine einzelne Kategorie, in der man diesen Film als Nummer vier ansehen kann. Ob als Schauspieler, Regisseur, Produzent, Drehbuchschreiber oder Chamäleon (das ist die Bezeichnung für den Kurzauftritt einer Berühmtheit) - Quentin Tarantino war auf Grund seines berechtigten Erfolges weitaus fleißiger, als Du wahrhaben möchtest.

2. Deine Beschreibungen Uma Thurmans Schönheit betreffend sind voreingenommen. Auszüge: Tarantino zeigt dies ebenso in Nahaufnahmen wie Carradines zerfurchtes Gesicht und den makellosen Teint von Thurman. oder Und Uma Thurman ist nun eine Ikone des Kinos, die derzeit schönste Frau von Hollywood, deren anbetungswürdige Aura anscheinend nur Tarantino auf die Leinwand bannen kann.

Was ich zu Uma Thurman zu sagen habe, ist natürlich nur subjektiv. Es mag aber verdeutlichen, welche Meinung andere Personen über die nach Deinen Worten schönste Frau von Hollywood haben. Ich schrieb in diesem Beitrag über einen anderen Hollywood-Film (Paycheck, ein anderer Regisseur hat offensichtlich kläglich dabei versagt, ihre anbetungswürdige Aura auf die Leinwand zu bannen) folgendes über die liebe Uma, die sich selber als durchschnittlich bezeichnet:

Uma Thurman ist häßlich - riesige Nasenlöcher, Falten um die Augen, struppige Haare und ein buckliger Rücken fallen auch bei gutem Willen ins Auge. In meinen Augen noch nie wirklich hübsch - allenfalls interessant - ist sie so sehr gealtert, daß ich ihr eine Rolle als Frau, in die Männer wie Ben Affleck sich schlagartig verlieben, nicht abnehmen kann.
Lass es mich anders formulieren: Uma Thurman ist in meinen Augen die häßlichste Hauptdarstellerin Hollywoods aller Zeiten. Das Makabre daran ist, diesen Titel wird sie auf ewig behalten. Der Grund, fragst Du? Nun, sie war bisher die häßlichste Hauptdarstellerin aller Zeiten. Und daß sie es in Zukunft bleibt, dafür sorgt einzig und allein die Evolution, lieber Oliver. Die entwickelt Lebewesen nämlich bergauf statt bergab, um es bildlich auszudrücken. Und sollte der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika nicht völlig verzweifeln und militärische Menschenversuche erlauben, bei denen man Wildschweine mit Menschen kreuzt, dann wird die gute Uma ihren Titel nicht mehr abgeben können.

Na klar, auch in meinem Fall schlägt das Pendel zu weit aus. Sooooooo häßlich kann man gar nicht sein. Sooooooo schön, wie Du sie beschreibst, mit Sicherheit aber auch nicht. Was ist schön? Schönheit ist sicherlich eine subjektive Wahrnehmung. Aber die Milliardenindustrie Hollywood zieht die schönsten Frauen und Männer der Welt an. Dabei unterscheide ich der Einfachheit halber mal zwei Schönheitstypen. Der eine Frauentyp ist sexy in einem animalisch perfekten Sinne: einfachen Stammhirndenkern wie uns Männern läuft der Sabber aus den Mundwinkeln, der Schock fährt einem im wahren Sinn des Wortes in die Eier. Gemeint sind Frauen wie Hale Berry, Salma Hayek, Denise Richards, Liz Hurley, Natasha Henstridge oder Kristanna Loken. Der andere Typ sind Frauen, die trotz ihrer visuellen Reize unter dem Radar durchfliegen. Lieb-Schön, aber unsexy, wie beispielsweise Julia Roberts oder Julia Ormond. Und es gibt Frauen, die je nach Rolle zwischen beiden Typen wechseln, wie Natalie Portman oder Monica Belluci.

Der Punkt ist einfach der: Unter der schönsten Frau Hollywoods stelle ich mir etwas anderes als Uma Thurman vor. Ich stelle mir darunter eine Liebesgöttin vor, die extremste Verhaltensweisen bei allen Männern ihrer Umgebung hervorruft. Läuft sie außen an einer Kirche vorbei, tritt der Bischof während der Messe ein Loch ins Kirchenfenster, um eine bessere Sicht zu haben. Bringt sie Kaffee auf eine Aufsichtsratssitzung von General Motors, springen die Herren auf, reissen sich lautstark die Schlipse herunter und erdrosseln sich gegenseitig beim Kampf um die Ehre, ihr die Tür offenhalten zu dürfen. So eine Art Frau meine ich. Ich hoffe, den Punkt jetzt ins Ziel gehämmert zu haben: Uma Thurman ist jedenfalls nicht so eine Art Frau. Wenn jemand das behauptet, kann er auch gleich sagen, daß Edmund Stoiber so sexy ist, daß er sich für Liebe bezahlen lassen kann. Uma Thurman ist allenfalls interessant - in einem alternativen Sinne. Und von Mann zu Mann, wie in Deinem Falle, vielleicht sogar aufregend.

3. Du behauptest von Tarantino: Und Tarantino ist der Superheld des Kinos. Der beste Regisseur nicht nur seiner Generation, auch der Gegenwart. Und mit dem Geniestreich "Kill Bill", seinem erst vierten Film in zwölf Jahren, ist sein Gesamtwerk noch immer ohne Makel.

Auch das stimmt so nicht ganz. Pulp Fiction ist ein einzigartiger Film. Interessante, lustige Story aus dem Graubereich unserer Zivilisation, aufbereitet in einer ungewöhnlichen Erzählweise und mit harten, knackigen Dialogen und satten Bildern. Jackie Brown war von diesem Niveau weit entfernt - aber immer noch ganz interessant. Filme, bei denen er als Produzent oder Drehbuchautor auftrat, hatten gleich ein ganz anderes Niveau - von überflüssig (From Dusk till Dawn) bis verschenkt. Er ist einer der besseren Regisseure, hat einen Hang zum leichtfertigen Umgang mit Gewalt und passt in keine Kategorie. Der Mann verfügt über ausgezeichnetes handwerkliches Wissen, was Filme angeht, ist aber beiweitem kein Handwerker, der Auftragsware abliefert. Virtuos erzählt er seine Geschichten, witzig bis unterhaltsam und mit Blick für Absurditäten unserer Gesellschaft. Einzigartig somit, aber der Beste seiner Generation, der Gegenwart?Ich glaube nicht. Einen wirklich großen Film - von der Klasse eines Es war einmal in Amerika z.B. - hat er bislang noch nicht produziert.

Man merkt Dir also deutlich an, wie voreingenommen Du bist, lieber Oliver. Das hättest Du dann aber auch offenlegen können, indem Du Deine Aussagen subjektivierst. Hier klingen sie so objektiv, so wahr. Wir Deutsche glauben nämlich sehr oft, was geschrieben steht. Und da sollte man eben aufpassen. Ich stimme Dir aber zu, daß Quentin Tarantino ein außergewöhnlicher Regisseur gerade in den Augen junger Leute ist. Und seine Filme sind zumindest eines nie gewesen: langweilig.


22.04.04

Nicht werfen!

So, so. Nicht werfen, den Stuhl. Wer hätte das gedacht?

stuhl.jpg

Am Rande bemerkt, auch minderwertige Stühle zu werfen könnte als unhöfliche Handlung aufgefasst werden.

21.04.04

Von Armbrüsten, Katapulten und Harpunenabschußgeräten

Eine Liste der Gegenstände, die von Fluggästen nicht mit ins Flugzeug genommen werden dürfen, findet sich auf dieser Seite des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Wohnungswesen. Sie wurde veröffentlicht, um Passagiere vorab zu informieren, welche Gegenstände bei der Kontrolle abgewiesen werden. Trotz ihres Umfanges sei die Liste nicht abschließend und kann jederzeit ergänzt werden. Allzuviele Punkte wird man aber nicht mehr aufnehmen müsse, so denke ich.

19.04.04

Trying to do the job alone

... can be tough on you:

Dear Sir,

I'm writing in response to your request for additional information.

In block #3 of the accident report form I put "Trying to do the job alone" as the cause of the accident. In your letter you said that I should explain more fully and I trust that the following details should be sufficient.

I'm a bricklayer by trade. On the date of the accident I was working alone on the roof of a new 3 story building. When I completed my work I discovered I had about 300 pounds of brick left over. Rather than carry the bricks down by hand I decided to lower them in a barrel by using a pulley that was attached to the side of the building at the 3rd floor. Securing the rope at ground level I went to to the roof swung the barrel out and loaded the bricks into it. Then I went back to the ground and untied the rope while holding it tightly to insure a slow descent of the three hundred pounds of bricks.

You will note in block #2 of the accident report form that I stated I weighed 165 pounds. Due to my surprise at being jerked off the ground so suddenly I lost my presence of mind and did not let go of the rope. Needless to say, I proceeded at a rather rapid rate up the side of the building. In the middle of the second floor I met the barrel coming down. This explains the fractured skull and broken collar bone.

Slowed down only slightly by the barrel I continued my rapid ascent, not stopping until my right hand was two knuckles deep into the pulley. Fortunately, I retained conciseness and was able to hold tightly to the rope in spite of my pain and injuries.

At approximately the same time, however, the barrel of bricks hit the ground and the bottom of the barrel broke out. Devoid of the weight of the bricks the barrel weighed approximately 50 pounds. I refer you again to my weight in box #2. As you might imagine, I began a rather rapid descent down the side of the building. In the middle of the second floor, I again met the barrel coming up. This accounts for my two fractured ankles and lacerations of my legs and lower body. This encounter with the barrel slowed me enough to lessen injuries when I fell onto the pile of bricks. Fortunately only three vertebrate were cracked.

I'm sorry to report however as I lay there on the bricks, in pain, unable to stand or move, I lost my presence of mind and let go of the rope. The empty barrel, weighing more than the rope, came back down and broke both of my legs.

I hope I furnished the information that you need to complete the processing of my claim and that you understand how the accident occurred by trying to do the job alone.

Sincerely,

S. Anderson

Of course, the story is made up. Or so they say.

16.04.04

Klebezettel-Terror

Also, ich finde gelbe Klebchen nützlich wie Damon auch. Welches Schicksal ihn aber ereilte, will ich gar nicht wissen. Äußerst lustig ist es aber alle Mal.

[via Weltentummler]

15.04.04

Eisenbahnromantik pur

Nix zu tun an Wochenenden in Mai und Juni? 367 Freunde und du selber langweilen sich? Schon immer ein bisschen von der Eisenbahnromantik berührt gewesen? Dann ist das hier die ebay-Auktion deines Lebens:

Die Deutsche Bahn versteigert im Internet-Auktionshaus eBay einen kompletten ICE 2 für eine Charter-Tagesfahrt. Der erfolgreiche Bieter kann die Fahrtroute der Hin- und Rückreise selbst bestimmen und gleich noch 367 Menschen mit auf die Reise nehmen, teilte die Bahn am Mittwoch mit. Als mögliches Reisedatum stehen verschiedene Samstage im Mai und Juni in der Zeit zwischen 6 Uhr und 22 Uhr zur Auswahl. Zum Einsatz kommen kann der ersteigerte ICE auf allen Strecken in Deutschland, auf denen ICE 1 oder 2 fahren. Betreut werden die Fahrgäste von DB-Mitarbeitern.

Die Auktion beginnt am 16. April um 16.16 Uhr und endet am 26. April zur selben Zeit. Vor dem ersten Gebot muss sich jeder Bieter mit einer Kopie seines Personalausweises bei eBay freischalten lassen. Das Mindestgebot liegt bei einem Euro. Der Reinerlös der Aktion geht an die Stiftung für Straßenkinder "Off-Road-Kids".

13.04.04

Europawahl: Ich bin dabei!

Sollten auch die in Deutschland zur Auswahl stehenden Politikerinnen für die Europawahlen so aussehen wie die in Estland ... also dann sag´ ich euch ... dann werde ich mich ganzzzzzzzzzzzzzz intensiv mit dieser Wahl auseinander setzen. So intensiv, daß mein Schädel zu klappern anfängt ...

Star Ship Trooper 2 - Hero of the Federation

Einer der (zumindest in meinen Augen) besten Science-Fiction-Filme aller Zeiten - Star Ship Trooper - findet demnächst eine Fortsetzung. Warum mir Teil 1 gefallen hat, habe ich in aller Kürze hier schon mal aufgeführt. Einige Aussagen zu Inhalt und Erscheinungsform des zweiten Teils finden sich auf dieser Seite. Es gibt einige Überraschungen:

• der Film wird nur auf DVD erscheinen - nicht im Kino (aus Budgetgründen, wie es heißt)
• nur ein Charakter aus dem ersten Teil wird teilnehmen (und spielte damals in einer Nebenrolle)

Zur Story: der Krieg mit den Insekten dauert an. Die im ersten Teil gelungene Gefangennahme eines Brainbugs hat also nur einen neuerlichen Gleichstand geschaffen und nicht die erhoffte Wende gebracht. Wieweit im zweiten Teil auf die großpolitische Wetterlage eingegangen wird, wie sehr die surreale Welt des ersten Teils wieder aufersteht, bleibt unklar. Hier der Plot:

A small group of troopers find themselves taking refuge in an abandoned outpost as they attempt to fight the encroaching Arachnids - not realizing that a much graver danger is actually infiltrating their unit...

11.04.04

Schuhe falsch geknotet?

Dann nix wie rüber zu Ian und seinen Schnürsenkelknoten!

Es sind Seiten wie diese, die den wirklichen Wert des Internets widerspiegeln. Wo sonst wäre für solche Exzentrizitäten ein Forum zu finden? Und im Internet kommt das Ganze nun sogar mit einer wirklichen Daseinsberechtigung daher, ist es doch lesens- und anschauenswert aufbereitet, bietet Wissen über einen Bereich, der sonst nie angesprochen (weil bei jedermann vorausgesetzt) wird und nimmt sich doch selber nicht allzu ernst. Wunderbar! sagt der Denkpass.
[via Plastic Thinking]

Die Feinde eiliger Einkäufe

Michael lässt ein bissiges Remark los:

Warum gehen so viele Asoziale nach 20:00 Uhr einkaufen, wenn der Laden eigentlich schon geschlossen hat? Können die ihre paar Pullen Billigbier nicht am frühen Nachtmittag, gleich nachdem sie aus dem Koma vom Vortag aufgewacht sind, besorgen? Haben die so viele Termine? Neue Lederhandytasche für den Gürtel auswählen? Mit Bernd vom Schnellimbiss plaudern? Den Kampfhund zum Gassi gehen zerren? Jugendliche auf dem Sportplatz anpöbeln?
Wir wissen warum! Tagsüber, aber vor allem vormittags regieren Renter die Läden:

Sie schlurfen langsam durch die Gänge und schieben dabei fast leere Einkaufswagen vor sich her. Oft bleiben sie mitten im Gang stehen, kramen umständlich ihre Brille aus der Handtasche und lesen sich sorgfältig eine Verpackung durch, die sie anschließend zurück ins Regal legen. Endlich am Fleischstand angelangt, ordern sie von fast allem etwas, aber jeweils nur 50 Gramm. Bei der Obst- und Gemüseauslage grabbeln sie geduldig alles an und nehmen es unter die Lupe, bevor letzten Endes ein eingeschweißter Sechserpack Äpfel und etwas Suppengrün im Einkaufswagen landen. Am Zeitungsregal greifen sie sich eine der nur für diese Zielgruppe aufgelegten, bunten und inhaltsleeren Gesellschaftsmagazine und eine ebenso inhaltsleere Tageszeitung mit großen Buchstaben auf der Titelseite. Nach einer dreiviertel Stunde an der Kasse angekommen, erfüllen sie erst einmal ihren sozialen Bedarf, den einzigen wirklichen Grund für diesen täglichen Einkauf, indem sie mit jedem, der da zu finden ist, ein Gespräch übers Wetter und die Alltagsprobleme vom Stapel treten. Beim Bezahlen kramen sie minutenlang in ihren Portemonnaies herum, um etwas Kleingeld zu finden, bevor sie, verzweifelt durch das ungeduldige Gestöhne der anderen, die Kontrolle über ihr Geld an die Kassierin abtreten.

08.04.04

Alle Achtung!

Indianer Frauen kennen keinen Schmerz.

07.04.04

Auf dem Weg nach Hollywood ...

So, so. Der Giga-Daniel hat also sturmfreie Bude, weil sein Mädel für paar Monate in New York ist. Und was macht er? Stellt sich vor den geöffneten Kühlschrank und rülpst ganz laut. Stellt sich einem sofort die Frage, ob man derzeit vor bestimmten Fenstern drüben im Big Apple auch so tolle Laute vernehmen kann?

PS. Also, wenn das auch was ist, was man zum Fernsehen so talentmäßig braucht ... dann sag ich euch ... dann bin ich bald in Hollywood!

04.04.04

Wegwerfgesellschaft

Wie die funktioniert? Beispielsweise so:

Villeroy & Boch bietet Demjenigen zwanzig Prozent Preisnachlass auf die eigene Produktlinie, der altes Geschirr mitbringt und überläßt. Natürlich jeweils eins zu eins. Kaufland verkloppt gerade überproduziertes Restgeschirr zu 10 Cent pro Teil. Somit kauften wir gestern zwölf nagelneue Teller für insgesamt 1,20 €, die wir morgen in Edelgeschirr mit zwanzigprozentigem Preisnachlass verwandeln werden.

So sieht sie aus, die Wegwerfgesellschaft.

01.04.04

Ostereierproduktion läuft an

Und zwar so!

31.03.04

Nur zu Ausstellungszwecken

Wenn man im Jahr auf vier bis sechs Messen ausstellt, sieht man so einige schräge Sachen. Bufetts auf dem Messeball zum Beispiel, bei denen trotz identischen Angebots auf einer Seite mehr als hundert Menschen Schlange stehen und man auf der anderen Seite sofort zum Zuge kommt. Oder Ausstellerparkplätze, die zu Fuß ungefähr dreimal so weit entfernt sind wie das Hotel, aus dem man morgens aufbrach.

Bei der ILA 2004 jedenfalls gibt es auch einige Aussteller mit Waffen-Exponaten. Deswegen füllt jeder Aussteller im Rahmen der Anmeldung zur Messe ein Formular aus, auf denen man Ausstellungsgüter angibt, die unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fallen. Ich habe heute dieses Formular für mein Unternehmen ausgefüllt. Was kann man dort alles angeben? Zum Beispiel folgendes:

• Flugkörper
• Startanlagen für Lenkflugkörper, ungelenkte oder sonstige Flugkörper
• Triebwerke für Flugkörper
• Kampfflugzeuge
• Kampfhubschrauber

... und noch einiges Weiteres. Einige Zeilen weiter wird der geneigte Kriegswaffen-Aussteller zur Friedfertigkeit angehalten. Man versichert durch Unterschrift:

Die oben aufgeführten Kriegswaffen werden nur zu Ausstellungszwecken auf der ILA 2004 verwendet.

Wär ja auch noch schöner, sollte man die mitgebrachten Konflikt-Bereinigungs-Utensilien zum sofortigen Konflikt-Bereinigen verwenden, oder?

29.03.04

Das Licht, das Dich fort trug

Also, der Michael, der hat ja in letzter Zeit so einige Probleme. Er stellt nämlich sein Weblog von Movable Type auf Textpattern um. Das macht jetzt fast jeder, weil es einige Vorteile bietet. Der Denkpass beobachtet das und bedankt sich bei all diesen - nennen wir sie ruhig so - Beta-Testern für ihre gebloggten Hinweise, sollte dieser Schritt auch hier einmal vollzogen werden.

Jedenfalls hat der Michael aufgrund seiner Probleme leider weniger Zeit für seine kostbaren Einträge. Und das, meine Freunde, ist etwas, das wir - und alle anderen sollten es auch tun - sehr bedauern. Denn oft - wir kommen nicht umhin, es hervor zu heben - da schreibt der Michael auf außergewöhnlich gutem Niveau. Womit wir nicht andeuten wollen, daß er sonst außergewöhnlichen Mist von sich gibt. Nein, das tut er nie. Aber auch wenn der Himalaja das höchste Gebirge der Welt ist, so ragen doch einige Gipfel über die anderen hinaus.

Ein Beispiel gefällig? Wie wäre es mit dieser Sonntagsarabeske, in der Michael dauerhaften Abschied nehmen muß von jemandem, den er bewundert. Zugleich stellt er lesenswerte Überlegungen darüber an, wie grausam und doch zugleich hoffnungsvoll ein Abschied sein kann:

Ich sehe das goldgelbe Licht, das vielleicht Deine Wangen gestreichelt hat, wärmend, ein Schimmer von Frühling, ein Wink, dass es Zeit sei, Zeit zu einem letzten kleinen Wagnis, dem man nicht mehr entkommen kann. Ein Licht, in dessen Verlängerung bald die ersten Blüten sprießen und Knospen grün leuchten werden. Es hat Dich in das Jahr hinein getragen und im Arm gewiegt. Aber wie soll ich sie ertragen, diese Sonne, deren verlöschende Strahlen Deine schweren Lider geküßt haben?
Wir schauen neidisch auf Michaels schreibende Kraft und sagen: Weiter so!

27.03.04

Wochenende?!

Zumindest für heute gilt:

1:0 Privat für den Denkpass.

25.03.04

Kleidungsunterschiede

Die Unterschiede der Kleidung von (Geschäfts-)Frau und Mann wurden in den letzten Tagen der Reihe nach bei den reisenotizen, dem Brosamen und A2O - Business pur behandelt. Naja, der Brosamen zitiert eigentlich nur.

Mit meinem zugegebenermaßen begrenzten Erfahrungsschatz erlaube ich mir trotzdem, mich in die Diskussion einzuschalten. Woher nehme ich diesen Mut? Zum einen habe ich die Erfahrung nicht nur vieler Messebesuche, sondern auch des einen oder anderen Messebesuchs als Aussteller. Gerade auf Messen aber neigen die Kleidungsgewohnheiten zu Überspitzungen. Zum anderen studiert meine Frau Fashion Design. Ja, richtig gelesen, ich bin verheiratet sie studiert Mode.

Auf die bei A2O angesprochene Gratwanderung mancher Frauen zwischen Gesprächspartner und (Lust-)Objekt wollen wir nur insofern hinweisen, als ein Zuviel an Chic dem menschlichen Auge mehr schmeichelt als ein Zuwenig. Die Aufmerksamkeit, die die meisten Frauen ihrer Kleidung und ihrem Äußeren widmen, neide ich Ihnen als typischer Vertreter meines Geschlechts. Nicht in übertriebener, oftmals schlichtweg unangepaßter, weil zu freizügiger Manier, sondern eben als Ausgangspunkt eines gepflegten, geschmacklich abgestimmten Ensembles.

Was einem an Männern in der Geschäftswelt so vor die Flinte läuft, ist manchmal kaum zu ertragen:

- Micky-Maus-Krawatten
- Tennissocken zu Lederschuhen
- hellbraune Schuhe zum dunklen Anzug (in Italien vielleicht zu dulden?!)
- überlange Ärmel oder Hosenbeine
- ungebügelt und zerknittert
- schlecht gebundene Schlipse (entweder zehn Zentimeter zu lang oder zu kurz)

Ich will zugleich darauf hinweisen, daß mich über meine Holprigkeiten des Geschmacks (oder der Faulheit) meine Frau hinweg schubst. Sie rettet mich öfter vor peinlichen Auftritten, als mir lieb sein kann (obwohl ich der Sache langsam, so glaube ich, selber auf die Schliche komme).

Ich glaube, es war Coco Chanel, die einmal sagte:

Trägt jemand gute Kleidung, achtet man auf die Person. Trägt jemand schlechte Kleidung, achtet man auf die Kleidung.
Dem kann ich - als Opfer und Täter - nur zustimmen.

Zwischenbilanz

Jemand, der sich von Alpha bis Omega im Business auskennt, fasst das ganze Brimbamborium der Generation Blockhead zusammen - und verpasst en passant dem Denkpass vernichtende Kritik:

[ 04 ]
Der Denkpass: Generation Blockhead

"Ich bin ein pickliger, chipsfressender Spätpubertierer. Ich gebe es ja zu. Eines bin ich aber mit Sicherheit nicht: ein peinlicher, jammernder Lappen, der damit nicht klar kommt, daß keiner sein bedrucktes Klopapier kauft."

Zur Selbstauskunft provoziert.

Stellt diese unbemerkt stark reflektierende Selbstauskunft denn wirklich das Maß der Dinge dar? Stimmt das knackige Urteil? Ich glaube: Leider ja.

Der eigentliche Denkpass leidet. Er kümmert dahin und entfernt sich zusehends von dem, was ich eigentlich vorhatte mit ihm. Ich wäre ja gerne immer geistreich, eloquent und unterhaltsam (immer: das dazwischen gezwängte Wörtchen wahrt mir den Anschein). Allein die Realität zeichnet ein anderes Bild. Ich beobachte es ja selber: Mich zu sehr mit scheinbar originellen Kurzbeiträgen weitläufigster Thematik aufhaltend, verwischt sich das Bisschen an geplantem Denkpass-Profil in zwanghaften Exzentrizitäten. Wo doch einige Leser gerade meine Weitschweifigkeit bevorzugen und dies manchmal auch offen deklamieren, lasse ich mich von der eigenen Ungeduld hetzen. Hüpfe von Thema zu Thema und kenne kein Ziel.

Von daher: Danke, Silke. Trägt Dein vernichtendes Urteil auch einen leichtfertigen, oberflächlich recherchierten Geruch, hält es der Denkpass mit Kritik wie Erich Kästner:

Auch aus Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du etwas Schönes bauen.
Der Stein, den Deine Aburteilung ins Rollen brachte, ändert hoffentlich den Weg des Denkpasses. Vielleicht läßt sich mit etwas Erfahrung und einiger Übung aus den vereinzelten Ansätzen was Schönes bauen (Ich greife ganz hoch - eine Blogperle zum Beispiel). Ich arbeite daran. Und auch an mir.

P.S. Zur Klärung meiner Selbstauskunft sei mir zum Abschluß ein Rückfall ins pubertäre Niveau gestattet: In Wirklichkeit scheiße ich auf Chips.

24.03.04

Der ...-Generator

Weil darüber immer gerne gebloggt wird, hat sich auch der Denkpass umgeschaut, um seinen Lesern irgendeinen Generator präsentieren zu können. Weil nun aber der Denkpass in den Herzen seiner Leser einen besonderen Platz erobern möchte, gibt es hier ein bisschen mehr zum Generieren. Sozusagen für jede Lebenslage den richtigen Generator:

- Marks Apology Note Generator hilft Männlein wie Weiblein, passende Entschuldigungen zu finden (SEHENSWERT!)

- Der Postmodernism Generator könnte beispielsweise Studenten helfen, ihre Studienarbeiten anzufertigen

- Cooltext.com hilft dabei, graphische Logos oder Buttons zu erstellen

- Der Banner Generator hilft ebenso, Logos zu erstellen

- Der Internet Anagram Server hilft, Buchstabenschütteleien zu bestimmten Wörtern zu finden

- Der web economy bullshit generator sucht überstrapazierte Phrasen zur Stärkung der eigenen Business-Rhetorik

- Rubriken, die beim Beurteilen helfen, erschafft der Rubric Generator für die allerverschiedensten Zwecke

- Die Erzeugung von sinnlosem Fülltext übernimmt der Lorem Ipsum Generator

- Der Hobbit Name Generator erzeugt aus dem realen Namen Hobbit-Namen

- Der Fantasy Name Generator hilft zufällige Namen für Elfen, Zwerge, Orks und ähnliche Wesen zu finden

- Der Cyborg Name Generator wandelt den realen Namen in eine Bezeichnung für einen kybernetischen Organismus um

23.03.04

Fünf Planeten mit bloßen Auge sichtbar

Aufgepaßt! Am Abendhimmel kann man derzeit fünf Planeten gleichzeitig mit bloßem Auge beobachten: Merkur, Venus, Mars, Saturn und Jupiter.

Allabendlich [erscheint] bei Sonnenuntergang gegen 19 Uhr über dem westlichen Horizont Merkur als hell leuchtender Punkt. Weiter oben leuchtet die Venus, momentan mit Abstand der hellste Punkt am Abendhimmel. Auf der verlängerten imaginären Linie, die Merkur und Venus verbindet, kann der Beobachter auch die anderen Planeten finden: den rötlichen, recht schwach leuchtenden Mars und den eher gelblich erscheinenden Saturn. Jupiter, ebenfalls strahlend hell und deutlich größer als Venus oder Merkur, komplettiert die seltene Himmelsformation.
Während der nächsten zehn Tage sei diese Formation sichtbar, so die NASA. Außerdem wandere die zunehmende Mondsichel die Planeten in der angegebenen Reihenfolge ab. Also nichts wie raus heute abend, den Arm um die Dame seines Herzens geschlungen und - eng umschlungen - in den Himmel gestarrt.

- UPDATE - Auch der Spiegel berichtet. Jetzt bräuchte man nur noch sternenklare Nächte.

Die Welt, in der wir leben möchten

Vor kurzem wurden Studien veröffentlicht, die darauf hinweisen, daß der Erde ein neues Massensterben an Tierarten bevorsteht. Wir hatten das unter plakativem Titel hier angemerkt.

Nur nicht aufregen, sagt Stuart Grimm, ein Biologe der Duke University. Von dem Massensterben wissen wir schon länger. Überraschend an der Studie sei nur, daß Schmetterlinge vor Vögeln sterben, also offensichtlich untere Bereiche der Nahrungskette vor den oberen Bereichen vom Aussterben bedroht sind.

Grimm zeichnet außerdem ein düsteres Bild der Erde in 50 Jahren: versteppt, eintönig und langweilig werde die Landschaft aussehen. Um das zu verhindern, sollten wir unser Verhalten überprüfen und ändern. So gebe es Maßnahmen, die nicht nur ökologisch sondern auch ökonomisch sinnlos seien. Grimm nennt die globale Subvention des Fischfangs als Beispiel, die eben in beiderlei Hinsicht Schaden erzeuge. Auf den Punkt gebracht:

We have to be smart, be informed and understand where the connections are.
Unsere Chancen stünden nicht schlecht, so Grimm, wenn wir sofort handeln:
There are lots of big things that could be done right away to help keep the world a more enjoyable place. And that's the kind of world people want to live in.

22.03.04

High Heels

Pssst, Mädels, pssstttt. Ich verrat Euch ein Geheimnis: Jeder Mann steht auf Frauenbeine mit High Heels dran. Jeder. Wirklich.

Also? Ab und welche kaufen. Jetzt. Sofort.

Aber welche Absatzhöhe gefällt Männern denn? Gaaaaaaaaaaaaaaaaaanz lang sollen sie sein. Und wie lang dürfen sie sein, ohne daß frau dabei zu Schaden kommen kann? Haben Männer sich auch schon Gedanken drüber gemacht. Hier ist die Formel:

h = Q • (12+3s / 8)

mit
h - Höhe der Absätze in cm
s - Schuhgröße gemessen in britischer Damengröße

Q = p • (y+9) • L / [(t+1) • (A+1) • (y+10) • (L+ 20 £)]

mit
p - Sexwert des Schuhes von 0..1 (1=SEXY)
y - Erfahrung der Frau mit High Heels in Jahren
L - Wert der Schuhe in £
t - Zeit in Monaten, seit dieses Paar High Heels in Mode kam
A - Anzahl der alkoholischen Getränke der Trägerin an diesem Abend

Alles klar? Ist doch einfach, oder? Also ab in den Laden, Mädels, und den Herren der Schöpfung eine optische Freude verpaßt.

Des Denkpasses prägnantes Urteil: Juchhuuuuu - Forschung, die sich sofort rentiert!!!!

Generation Blockhead

Ich bin ein pickliger, chipsfressender Spätpubertierer. Ich gebe es ja zu. Eines bin ich aber mit Sicherheit nicht: ein peinlicher, jammernder Lappen, der damit nicht klar kommt, daß keiner sein bedrucktes Klopapier kauft.

[via Plastic Thinking]

Web-Junk

Auch sowas gibt es:

1. Da scheint jemand eine Spam-Sucht entwickelt zu haben. Orlando Soto aus New York jedenfalls kauft wöchentlich für mehrere hundert Dollar Produkte, die ihm via Spam-Mails empfohlen werden. Wie e-mail-Marketing-Firmen angeben, sind ein Fünftel der Kunden, die durch Spam generiert werden, Wiederholungstäter wie Soto und damit verantwortlich für den Großteil der Umsätze. Generell brauche man in etwa eine Rückantwort je 10.000 Spam-Mails, so ein Spammer.

Orlando Soto kaufe Produkte, um sie teilweise weiter zu verkaufen. Dafür setze er Webseiten ein, von denen er mehrere betreibe. Die Idee dazu kam aus einer Spam-Mail. Trotzdem müsse er zugeben, mit dieser Methode kaum Geld zu verdienen. Auswirkungen? Mr. Soto sei enttäuscht, wenn er nur 17 Spam-Mails in seinem Postfach finde...

2. David C. Parker verklagt eine Firma, die Penisverlängerungs-Medikamente verkauft. Parker habe das Mittel über einen Zeitraum von acht Monaten eingenommen - aber letztendlich blieb alles, wie es war. Die Klage war nötig geworden, so sein Anwalt, weil die Firma nicht länger die Möglichkeit der Doppelt-Geld-zurück-Garantie einräume. Das Unternehmen habe Verweise auf Untersuchungen, die die Penisverlängerung bestätigen, mittlerweile aus der Werbung genommen.

Was lernt man daraus? Nicht allem glauben, was man zu lesen oder hören kriegt...

2004 Jahre exzentrische Dümmlichkeit

Der Sloganizer hilft Einfaltspinseln wie mir, aussagekräftige Slogans zu finden. Sollten wir sowas brauchen, natürlich.

Tests ergaben folgendes:

Röcheln mit Denkpass - intellektuell werden mit Stil.

Denkpass - nicht einer bemerkt exzentrischer und auch nicht schlampischer.

Denkpass kommt und 2004 Jahre Dümmlichkeit sind Geschichte.

[via schreibblogade]

19.03.04

In einem Riesenhaufen Scheiße

... sitzt unser Planet: Den Untersuchungen britischer Forscher zufolge scheint das nächste große Artensterben auf diesem Planeten bevorzustehen. Die Untersuchungen zeigen, daß gerade bei Schmetterlingen, aber auch anderen Insektenarten die Zahl der Arten dramatisch zurückgeht. Durch intensive Landwirtschaft sinkt auch die Vielfalt in der Pflanzenwelt. Die Forscher werten dies als erste Anzeichen einer kommenden Katastrophe. Inwieweit die Menschheit verantwortlich ist, geht aus der Untersuchung nicht hervor.

Übrigens, zusätzlich zum größeren Schema, in dem sich unsere Welt wiederfindet, sitzt das Indyblog in einem recht idyllischen Privat-Scheißhaufen.

NEIN!

Das wollen wir uns nicht vorstellen...

18.03.04

CeBit

...heißt die Messe, die den heutigen Tag meines Lebens verschlungen hat - und zwar mit Haupt und Haar von früh bis spät. Es war ein schöner Tag, wenn auch anstrengend. Aber liegt nicht in erschöpfender, schaffender Anstrengung eine befriedigende Tiefe, die mich nur zu einem Urteil kommen lassen kann? Nämlich, daß dieser Tag eine entsprechende Fortsetzung des Tags zuvor gewesen sei? Und sollte es so weitergehen mit dieser Aneinanderreihung schöner Tage, so kann ich nicht umhin, als festzustellen: Es formt sich eine Welle. Und ich sitze drauf.

Am Rande bemerkt, die Aussichten für den morgigen Tag sind blendend. Aber genug mit den persönlichen Ansichten, wie glücklich und rosa sie auch sein mögen. Wir wollen uns hinwenden zu zwei Nachrichten, die ich einzelnen Lesern von dieser großen Verkaufs- und Werbeveranstaltung mitbringe:

- Dem Daniel seien die Grüße ausgerichtet, die ich auch seinen Kollegen auftrug (zur Kontrolle: es handelte sich um diesen und jenen)

- Dem intellektuellen Proleten sei gesagt, auch die Titten der Messemäuse sind zuweilen erstklassig

Den anderen Lesern sei mitgeteilt, daß mich der Scharfsinn nach diesem langen Tage längst verlassen hat. Aber das merkt man auch so, oder? Stinknormale Grüße müssen also reichen...

17.03.04

Ein wunderschöner Tag

Oft braucht es nicht viel, um einem Tag etwas Besonderes zu verleihen, einen goldenen Schein, der ihn aus der schier endlosen Wiederholung gleichförmigsten Dahinlebens heraushebt. Der heutige Tag protzt mit goldenem Schimmer, daß mir die Augen tränen, daß mein Herz vor Freude hüpfen mag und die Seele lauthals lacht. Soll ich die Gründe nennen? Mich beschleicht das Gefühl, daß die Gründe nur der äußere Motor einer inneren Maschine sind, einer Überzeugung, eines siegesgewohnten Gefühls - eines Glückszustandes, der auch ohne äußeren Anlass sich breitmachen und der ganzen Welt um den Hals fallen würde.

Doch würde ich die Gründe nicht nennen, schmälerte ich den Beitrag anderer zu meinem erhabenen Gefühl. Der Reihe nach aufgezählt, präsentiert sich der Lauf der Dinge folgendermaßen:

- das Wetter in Deutschlands größter Stadt ist unglaublich - 20° C in etwa, Sonne und ein warmer Wind pusten die letzte Kälte aus den Ecken
- ein lange überfälliger, aber dringend benötigter versicherungstechnischer Durchbruch gelang heute
- die schweißtreibende, Knochen zermahlende Arbeit, die der Denkpass bereitet, findet schmeichelnde Anerkennung

Mein herzlichster Dank gilt allen, denen ich die treibende Kraft meines Glücksmotors verdanke: Der lieben Sonne ebenso wie dem Herrn Assekuranzmakler Hans Fissenewert, und natürlich in besonderem Maße dem Michael und seinen Remarks.

Panda-Porno

Nein, gemeint ist nicht öffentliche Kopulation in Fiats kleinstem Modell. Hier geht es um Wissenschaft, Freunde!

Weil Pandalady Hua Mei sich über Sex bislang keine Gedanken gemacht hat, aber vier Männchen Schlange stehen, um sich mit ihr zu vergnügen, haben sich ihre Pfleger Gedanken gemacht, wie man Hua Mei aufklären könne. Des Rätsels Lösung: Hua Mei schaut sich vorbereitender Weise Filmchen mit kopulierenden Pandas an - als Einstimmung und Anregung sozusagen.

16.03.04

Rechenkünste

In der langen Serie aufbauender Artikel zum Thema Bauingenieurabsolventen und ihre Berufschancen will sich auch Die Welt hervortun. Man liest:

"In drei bis vier Jahren rechnen wir mit einer großen Nachfragelücke", erklärt Jochen Uhlenberg, Vizepräsident der Ingenieurkammer-Bau Nordrhein-Westfalen. Die Rechnung, die der Prognose zu Grunde liegt: Heutzutage nehmen rund 6500 Erstsemester pro Jahr das Studium auf, von denen etwa die Hälfte den Abschluss zum Diplom-Ingenieur absolviert. Die Wirtschaft fragt aber jährlich rund 4500 Bauingenieure nach. Rein rechnerisch fehlen also 1250 Bauingenieure jährlich.
Etwas weiter unten im Text dann folgende Zahlen:
Während im September 1994 nur 5375 Bauingenieure arbeitslos gemeldet waren, hat sich die Zahl bis September 2003 auf 15.576 fast verdreifacht.
Alte Klugscheißer, wie wir sind, rechnen wir sofort mal nach:
15.576 : 1.250 = 12,8 Jahre

Solange würde es bei gleichbleibenden Absolventenzahlen dauern, um den Arbeitslosenstand im Bauingenieurwesen abzubauen. Von sich ändernden Verhältnissen wie etwa geringerer Baunachfrage wegen der Altersstruktur dieses Landes, geringeren Investitionen wegen des hohen Lohnniveaus in Deutschland oder billiger Ingenieurs-Konkurrenz aus zehn neuen EU-Staaten wollen wir gleich ganz schweigen. Aber Mathe war ja noch nie gefragt, oder?

Acht, neun oder zehn?

Michael Himsolt hat es erwähnt, und zwar hier und besonders ausführlich hier. Der Weltentummler hat es auch erwähnt. Wir erwähnen es nun auch: Die Zahl der bekannten, größeren Himmelskörper in unserem Sonnensystem steigt.

Wie Michael Himsolt hinweist, handelt es sich aber nicht um einen neuen Planeten. Auch Pluto ist nur aus historischen Gründen als Planet geführt, wenn man Himsolt glauben darf. Interessant bei Sedna ist eine der Erklärungen für die extremalen Verhältnisse seiner Umlaufbahn: dreimal so weit entfernt von der Sonne wie Pluto, benötigt er für einen Sonnenumlauf 10.500 Jahre. Grund könnte u.a. ein etwa marsgroßer, bisher unentdeckter Planet in etwa doppelter Plutoentfernung von der Sonne sein. Also doch neun oder zehn?

Weitere Informationen zu den bisher mit Sicherheit entdeckten Himmelskörpern und Planeten findet der interessierte Hobbyastronom beispielsweise auf dieser Seite. Neben Tips zur Beobachtung erfährt man dort auch etwas über bisherige Kandidaten für den zehnten Planeten wie beispielsweise einen hypothetischen Zwillingsstern der Sonne mit gigantischer Umlaufbahn.

- UPDATE -

Auch der Spiegel kommt nun mit den Daten rüber, die Michael Himsolt schon vor geraumer Zeit präsentierte.

15.03.04

Angst vor Ansteckung erklärt niedriges Kommentar-Aufkommen

Der Denkpass überlegt schon lange, warum manch anderes Blog so viele Kommentare erhält - und man selber kaum. Ein Blick in die Yahoo!-Nachrichten brachte nun die lang gesuchte Erkenntnis: Die zu hohe Ansteckungsgefahr scheint der Grund zu sein.

Eine Studie der Universität Arizona untersuchte die Anzahle der Krankheitserreger auf verschiedenen Oberflächen wie Telefon, Maus, Tastatur und - um die Ecke gedacht - Toilette. Dabei gelang der Studie ein bahnbrechender Durchbruch hinsichtlich der Ursachen für Krankheiten: Die Zahl der Krankheitserreger auf Toiletten ist bis zu vierhundertmal kleiner als die auf Computermäusen, Tastaturen oder Telefonen.

Mäuse schneiden dabei besser ab als Tastaturen. Das aus Sicht des Denkpasses bedauernswerte Desinteresse an der eifrigen Abgabe von Kommentaren scheint nun endlich geklärt - Leser des Denkpasses meiden unnötige Selbstgefährdung durch Benutzung ihrer Tastatur und surfen einzig und allein mit Hilfe ihrer Maus.

Kopf an Kopf

Der Zeichentrickfilm Findet Nemo hat auf meinen Sohn - und auf mich - den allergrößten Einfluß. Der Film ist perfekt: gleichermaßen geeignet für Erwachsene und Kinder, verbindet er modernste Tricktechnik mit einem außergwöhnlichen Drehbuch, herausragender Kameraführung und komischen Dialogen. Im gesamten Film gibt es nebenbei bemerkt nicht einen bösen Charakter, sieht man einmal von dem Barracuda in der ersten Szene ab (und dessen Auftritt und Relevanz ist nach zehn Sekunden beendet).

Jedenfalls haben verschiedene Charaktere im Film verschiedene Rituale. Die Haie im Film zum Beispiel haben ein den anonymen Alkoholikern abgeschautes Ritual, um sich selber auf der vegetarischen Spur zu halten. Nemo und sein Vater Marlin kennen die Glücksflosse, eine Fischvariante von Gib mir fünf! Mein Sohn steht nun auch auf die Glücksflosse und so klatschen wir mehrmals am Tag gegenseitig unsere Hände ab. So weit, so gut.

Die Schildkröte Crush und ihr Kind Rocker haben ein weiteres Ritual: Sie stoßen ihre Köpfe aneinander. Sohnemann mag das auch...und weckt einen morgens manchmal auf schildkrötisch.

E.T. und das Apple-Logo

Die wahre Bedeutung des Apple-Logos erfährt der interessierte Leser auf dieser Seite vom Spiegel. Hinweise auf die Größe von Steve Jobs IQ sind ebenso enthalten wie über die Körperhaltung Außerirdischer bei der Leibesentleerung...

12.03.04

Werbung?

Der Bibliomaniac bedankt sich in aller Liebenswürdigkeit für ständige Erwähnung seiner unermüdlichen, missionarischen Tätigkeit zur Verbreitung der Leselust:

Danke für die Blumen und die Werbung, die du weiter unten und überhaupt schon des öfteren für mich machtest. Dank RSS-Feed bleibt mir nichts verborgen. :-)
Der leichte Hauch eines schlechten Gewissens, der dem aufmerksamen Leser bei der Lektüre dieser Zeilen übers Gemüt fährt, ist sicherlich auf zarteste Weise mit des Bibliomaniacs fehlender Kommentarneigung verknüpft. Dies sei im Falle des mit der stattlichen Zahl von vier Weblogs bis über beide Ohren beschäftigten Bibliomaniacs kein Grund für erziehende Ermahnungen seitens des Denkpasses, sind wir doch froh und stolz, so hoch geschätztes Publikum wie eben jenen Bücherverrückten in der Mitte unserer Leserschaft begrüßen zu dürfen. Bedanken möchte sich der Denkpass stattdessen für den Dank, um so von Dank zu Dank ein Band zu knüpfen, das unsere durchs Lesen begründete Beziehung weiter vertiefen mag.

Worauf wir aber unweigerlich die Aufmerksamkeit des geneigten Lesers lenken möchten, ist die Bedeutung des Wortes Werbung. Eine Nutzen bringende und dabei mehr als verdiente Werbetrommel, lieber Bibliomaniac, kann der Denkpass ja nur rühren, wenn es in seiner Macht läge, zumindest den einen oder anderen Websurfer weiter zu verweisen. Solcherart unter der Lupe betrachtet, ist der erhoffte Multiplikationseffekt wahrscheinlich sehr gering und tendenziell als gegen Eins konvergent zu betiteln. Sehr wahrscheinlich ist es gar, daß die Leserschar des Denkpasses eine Teilmenge der Leserschar des Bibliomaniacs ausmacht, ja ihre alleinige Existenz den zwar seltenen aber um so mehr geschätzten Erwähnungen des Denkpasses in den Weblogs des Bibliomaniacs verdankt. Der Dank, den wir vorhin erbrachten, sei demnach verdoppelt.

Auf einen weiteren Punkt möchte der Denkpass das scharfe Auge des Lesers lenken. Die Wikipedia, des Internets gutes Gewissen die freie Verteilung von Informationen bestreffend, definiert den Terminus Werbung in folgender Weise:

Werbung ist die öffentliche wirksame Bekanntmachung von Gütern oder Dienstleistungen, meist durch bezahlte Anzeigen.
Wir möchten dem anfügen, daß Werbung nicht nur für Güter oder Dienstleistungen wirksame Bekanntmachung sein kann, sondern auch für ein außergewöhnlich gutes Projekt wie eben jenes Archiv für Bibliomanika und Ausdruck [des] Verfallenseins an das Lesen und die Welt der Bücher. Bezahlt wird hier gar nichts, außer mit Zuneigung und schwer erarbeitetem Respekt seitens des Denkpasses.

Fazit dieser langwierigen Betrachtung: Bitte sehr!

Manner-Schnitte

Gestern hat sich Der Denkpass kurz des Bildungssegments im Privatfernsehen angenommen. Weil wir heute auf einer transeuropäischen Wirtschaftsveranstaltung im Ludwig-Erhard-Haus der IHK Berlin auch auf Österreicher treffen, haben wir die sich bietende Chance genutzt und nach der Bedeutung der Manner-Schnitte gefragt. Einer von drei WLAN-Zugängen ermöglicht uns duie Live-Berichterstattung:

- Ja, die Manner-Schnitte ist bekannt, berühmt und ein kulinarisches Schmankerl.

- Ihren Siegeszug trat sie laut meinem Kontakt an, als sie in Tankstellen angeboten wurde. Dies war ein bahnbrechendes Ereignis, weil es Vergleichbares damals nicht gab. Tankstellen waren damals zum Tanken da.

- der ursprüngliche Name war Neapolitaner Schnitte No. 239

Na, wenn das nicht für jedermann die Vorteile von Wireless LAN eindeutig demonstriert, dann weiß ich auch nicht. Jetzt aber Schluß, ein Kunde wartet...

11.03.04

Bildung im Privat-Fernsehen

In der heutigen Ausgabe des Super-Duper-Bildungs-Magazins Galileo ging es - der Vollständigkeit halber sei es angemerkt - um irgend so eine österreichische Waffel-Keks-Variation. Der Start in den Beitrag, bezeichnend für das Sendeniveau des Privatfernsehens, hatte folgende Dramaturgie:

Quer durch ein leeres Cafe bewegt sich der Bildausschnitt in Schritthöhe auf eine Chromstahlsitzgruppe zu, an der eine junge, bildhübsche Frau mit langen Haaren und hellem Oberteil sitzt. Sie trinkt - nicht unerwartet - etwas, wahrscheinlich einen Cafe Latte oder sowas. Während der Bildausschnitt sich auf ihre glänzenden Lippen zentriert, die lasziv Schaum vom Teelöffel lecken, tätigt des Sprechers männliche Stimme folgende Aussage:

Ey, cool! Schwänzen und Kaffee trinken...
Ein Wissen & Lifestyle-Magazin eben. Oder, wie wir uns früher in unserer Muttersprache ausdrückten: Bildungsfernsehen. Auf Pro7 halt verbunden mit der Aufforderung, die Schule zu schwänzen...

Wehrpflicht mal anders

"Ich muss mich doch dazu äußern.", sagte er während einer verbalen Auseinandersetzung, "Ist doch meine Wehrpflicht."

10.03.04

Busy, busy

Moe hatte gestern wohl einige Freizeit. Jedenfalls hat er am Dienstag, den 9. März, NEUN Einträge auf Plastic Thinking vorgenommen. Fleißig! Und: Weiter so.

Übrigens, Moe: heute ist der ZEHNTE März.

09.03.04

Höchste Vollendung

Das nenne ich mal einen Hochgenuss:

- Einen in ästhetischer Hinsicht nur als epochal zu bezeichnenden BBC-Film über die Wunder unserer Erde sehen
- Mitten im Film eine Vertreterin der einzigen bekannten Seegurkenart, die schwimmen kann, bei diesem phantastischen Farbkaleidoskop ihrer Schwimmübungen beobachten
- Dazu den einzig und allein passenden Sound hören: Soundtracks for Underwater Listening
- sich intellektuel, emotional und körperlich auf die Einswerdung mit der Seegurke vorbereiten
- allerlangsamst vom Sofa rutschen, zufrieden röcheln und sabbern
- vollkommen glücklich verenden

Zumindest vorübergehend.

07.03.04

Who am I? Rerun, Nigel Rerun.

Weil das ja gerade Mode ist, machen wir es auch einmal:

Rerun
Which Peanuts Character are You?
brought to you by Quizilla

[via Meinungen & Deinungen]



Und, weiter damit:

You are NIGEL!
What Finding Nemo Character are You?

brought to you by Quizilla

[via Plastic Thinking]

05.03.04

Der e-mail Account von George W. Bush

Daniel hat ihn entdeckt: So sieht er aus.

(Man nehme sich die Zeit und lese alle Betreffs. Man achte aber auch auf die verschiedenen Mailordner am linken Rand.)

04.03.04

Mitten ins Schwarze

Giga-Daniel läßt tief blicken: Seit er seine Glühbirnenwattzahl verdreikommasiebenfünffacht habe, gehen ihm Toilettenbesuche nicht mehr so an die Nerven.

Also, ich kenne da auch so eine Geschichte:

Da ging mal jemand, mittelschwer angesoffen wie sonst auch, bei irgendeiner Fete so nichtsahnend aufs Klo. Fummelte an seinem Hosenschlitz herum, rülpste ohrenbetäubend und fing an zu pissen. Wie er da so steht und sich gemütlich in diesem fremden Bad umschaut, merkt er, daß die Gegenstände in Relation zu ihm an Fahrt aufzunehmen schienen. Ein verunsicherter Blick zeigte ihm nach kurzer Zeit, daß er mit einem Fuß auf einem Teppich stand, mit dem anderen auf den Fliesen. Trotz eindringlichem Zureden - ja Flehen - schien der Teppich sich nicht davon abbringen zu lassen, weg zu rutschen. Die Aufmerksamkeit unseres Helden wand sich nunmehr für die nächsten Augenblicke seiner momentanen Hauptbeschäftigung zu: Dem Zielen auf ein sich mittlerweile bewegendes Objekt....

Als er wenige Minuten später durchgeschwitzt das Wohnzimmer betrat, trug er ein herausforderndes Lächeln zur Schau. Unabhängige Beobachter würden später aussagen, er hätte Jahre älter ausgesehen.

Das Universum furzt

Auf dem Mars sei zum wiederholten Male Wasser entdeckt worden, so Michael Himsolt, und deswegen gehen nun sogar die Londoner Buchmacher davon aus, das dort Leben existiere. Zum Abschluß äußert Michael sich folgendermaßen:

Heute ist der Mars ein steriler, toter Planet; wenn es dort einmal Leben gab, dann ist es schon lange ausgestorben. Vielleicht tut sich auf einem Mond wie Europa oder Titan noch etwas. Aber wahrscheinlich leben wir in einer einsamen, langweiligen Ecke der Milchstrasse.
Vielleicht leben wir aber auch bloß in einem einsamen langweiligen Universum. Das führt mal wieder zur alles entscheidenden Frage:
Sind wir nun Teil eines großen Plans oder nur ein zufälliger Furz des Universums?
Auch als kosmischer Furz könnten wir hoffen, daß das Universum weitere Blähungen hat (und wenn man sich die Geschichte und Entstehung desselbigen anschaut, so wird man zu keinem anderen Schluß kommen: Dieses Universum leidet daran!). Es bliebe uns auch in dieser verqueren Allegorie Hoffnung, nicht allein zu sein.

Und so ist es sicherlich wahr, daß wir letztendlich gerade wegen der wechselvollen Geschichte, aber auch der immensen Größe unseres Universums doch nur ein Teil eines größeren Bildes sind. Daß da draussen irgendwo andere geistige Entitäten mit derselben Sehnsucht nach Gemeinsamkeit wie wir sie empfinden ins Universum lauschen.

Teil eines großen Planes womöglich? Ich hoffe es.

Oralsex im Cafe Berlin

Einer der grundlegenden Schritte, die ich jeden Morgen...nein. DER grundlegende Schritt, den ich jeden Morgen durchführe, ist die Analyse meiner Serverstatistik. Sie sagt mir zum einen, wieviele Hits, Visits, Pages usw. am vergangenen Tag von den Internetnutzern dieser Welt angeschaut wurden - und zwar auf meinem Server. Da sich dort größtenteils nur Seiten des Denkpasses befinden, wie jeder vermuten mag, gibt mir dies recht genaue Auskunft über den Erfolg des Denkpasses und die Zusammensetzung seiner Leserschaft. Recht genau übrigens deswegen, weil bereits jetzt ein Großteil der Hits über Direct Requests zustande kommt: Bookmarks also. Weitere Informationen, wo diese Bookmark-Nutzer herkommen gibt es aber nicht - und deswegen eben nur recht genau. Aber wir schweifen ab und kommen nicht zur Sache.

Die Sache ist nämlich die: Heute morgen fand ich dort einen neuen Referrer - das Cafe Berlin. Und siehe, es scheint dort einen Link auf den Denkpass zu geben. Wir hatten ja mal erwähnt, daß Oralsex die Krebsgefahr erhöhe und das als das Ende aller Träume bezeichnet. Diese Information scheint auch im Cafe Berlin Schockzustände auszulösen, denn man gibt mich dort als Link zum Weiterlesen an. Leider bezieht sich der angegebene Link nicht auf den Eintrag, sondern global auf den Denkpass.

Was lernen wir daraus? Sex sells, ganz klar. Oralsex im Cafe Berlin erst recht.

03.03.04

Dr. Bittner - Wo sind Sie?

Eines der interessanten Blogprojekte der Zeit, nämlich das des Dr. Jochen Bittner zum Thema Terrorismus meldet sich nicht mehr: Server nicht gefunden heißt es lapidar.

Eigentlich sollten Amateurpublizisten wie wir Blogger nun mal sind, darüber froh sein. In diesem Falle aber führt der liebe Doc Joc(hen) eine heiße rhetorische Klinge (man merkt ihm seinen professionellen Hintergrund eben an) und er hatte einiges an interessanten Beiträge zu vermelden. Nur nicht am Wochenende, wenn man etwas genauer hinschaut. Und so blieb uns Hobbyjournalisten eben noch Zeit, um alleine das Web zu durchstreifen. Sei es wie es wolle, alle Zeit-Blogs sind nicht auffindbar.

Warum? fragen wir uns sofort. Schauen wir mal:

- Nun, vielleicht ist Doc Bittner dem Geheimdienst, dem Establishment oder einem Terroristen auf den teuren Schlips getreten und wurde aus dem Netz gefegt?
- Vielleicht hat der liebe Dr. Bittner sein Wochenende diesmal verlängert und sicherheitshalber den Serverstecker gezogen?
- Vielleicht läuft der Karneval in der Zeitredaktion noch?
- Vielleicht will man nur gezielt gegen den Denkpass vorgehen und ihm die interessantesten Neuigkeiten vorenthalten?

- UPDATE -
Alles wieder beim Alten - Dr. Bittner ist wieder zu erreichen. Oder lag es an der Seite des Internets, auf der ich mich befinde?

- UPDATE II -
Wie es ausschaut, erreiche ich Dr. Bittners hochinteressantes Blog über den Terrorismus wieder nicht. Da es gestern aber von zu Hause so funzte, wie es sollte, tendiere ich zu folgender Annahme: Die Seite des Internets auf der ich mich befinde ist schuld.

Damit an alle folgender Hinweis: Nicht immer alles so ernst nehmen, was ich hier vom Stapel lasse. Aber das wußtet Ihr ja sowieso, oder?

01.03.04

72 Stunden

Aus den Außendienst Informationen des Verlags Norbert Müller:

"[Eine wichtige] Regel besagt, daß Sie, um einen guten Vorsatz in die Tat umzusetzen, innerhalb von 72 Stunden, nachdem Sie sich ein Ziel gesteckt haben, auch einen ersten Schritt darauf zu machen müssen. Andernfalls sinken Ihre Chancen, das Ziel jemals zu erreichen, auf 1:99 gegen Sie."
Und: Ich habe meinen ersten Schritt getan. Und werde das jetzt immer so machen.

29.02.04

Sternenstaub

Wie der Spiegel berichtet, sind Forscher bei der Untersuchung von kosmischen Staub auf Überreste organischen Materials gestoßen, das aus der Zeit stammen könnte, bevor unser Sonnensystem entstand. Es sei außerdem wegen der unterschiedlichen Neutronenzahl in den Staubatomen sehr leicht festzustellen, daß der Staub nicht aus unserem Sonnensystem stammen kann, sondern aus interstellaren Molekülwolken.

Zu hoffen bleibt, daß die Jungs bei ihren Untersuchungen immer auf Nummer sicher gehen: Sonst passiert es vielleicht, daß man Organismen einschleppt, die hier keinerlei natürliche Feinde besitzen...

27.02.04

Das Ende aller Träume?

Wie französische Wissenschaftler herausfanden, kann Oralsex zu Mundkrebs führen. Die Gefahr sei aber bei Rauchen und Alkoholkonsum eindeutig höher. Änderungen im Sexualverhalten empfehlen sie daher nicht. Quintessenz:

Trotz Krebsgefahr empfehlen französische Wissenschaftler französischen Sex.

25.02.04

Das Ende der Welt

Der stets unterhaltsame und über astronomische Zusammenhänge sehr gut informierte Michael Himsolt hat darauf hingewiesen, daß neueste Erkenntnisse ein bisher nicht für möglich gehaltenes Ende des Universums wahrscheinlich machen. Ich versuche das mal mit einfachen Worten zu erklären, so wie ich es verstanden habe.

Bisher hielten die Astronomen zwei Szenarien für möglich. Beide hängen stark davon ab, wie schnell sich das Universum ausdehnt. Der Unterschied bei beiden bisherigen Szenarien dreht sich einzig und allein um die Ausdehnungsgeschwindigkeit - ist sie groß genug, die Massenanziehung zu überwinden oder nicht? Wäre sie es, würde sich das Universum endlos ausdehnen, soweit, daß später auf der Größe unseres heutigen Universums ein Atom verteilt ist. Ist die Ausdehnungsgeschwindigkeit geringer, so wird die Ausdehnung irgendwann zu einem Ende kommen und das Universum anschließend in sich zusammenfallen. Möglich wäre es, daß dann alles durch einen neuerlichen Big Bang von vorne beginnen würde.

Nun gibt es offensichtlich eine dritte Möglichkeit. Schuld daran ist die Masse- und Energiebilanz des Universums. In unserem Universum fehlt nämlich einiges an Masse, was auch durch Kohlenstoffwolken, Planeten um ferne Sonnen und andere visuell nicht registrierbare Objekte in Ordnung gebracht werden kann. Wissenschaftler neigen deswegen zur Annahme, daß dunkle Materie existiere, die nicht nachweisbar sei - außer über Impuls- oder Bilanzierungsberechnungen. Da wir seit Einstein wissen, daß Materie und Energie verschiedene Ausdrucksformen des gleichen Objektes sind, liegt die Vermutung nahe, daß auch dunkle Energie existieren mag. Und deren Existenz, so scheint es, kann das Universum in ferner Zeit in einem Big Rip vernichten.

Interessant soweit. Kommen wir zu den, sagen wir mal, philosophischen Konsequenzen dieser drei Möglichkeiten. Der Tod des Universums durch unendliche Ausdehnung sowie der Tod durch einen Big Rip machen mir Angst. Warum? Wie Michael Himsolt selber in den Kommentaren zu seinem Artikel hinweist, sind vor den möglichen Endszenarien noch 30 Milliarden Jahre voll anderer Gefahren zu überdauern.

Vorher hat sich die Erde eine neue Sonne zu suchen, denn die wird in 4,5 Milliarden Jahre zu einem Roten Riesen. Vorher wird die Erde, in ihrem ständigen Fall Richtung Sonnenoberfläche, aber auch den für kohlenstoffbasierte Lebensformen zulässigen Temperaturgürtel rund um die Sonne verlassen. Es werden Asteroideneinschläge zu verkraften sein, gigantische Erdrutsche in Hawaii oder den Kanarischen Inseln oder aber Vulkanausbrücke der Klasse VEI-8, die nur alle hunderttausend Jahre einmal vorkommen.

Aber nehmen wir einmal an, das Universum hat einen Sinn. Um selber von seiner Existenz zu wissen, braucht das Universum geistige Kraft, wie unsere oder die von E.T. Und vielleicht ist eben die Herausbildung und Fortentwicklung dieser geistigen Kraft der wirkliche und einzige Grund der Existenz des Universums.

Dann wären aber Szenarien für das Ende des Universums, die endgültig sind, erschütternd. Eben deshalb, weil sie keine Hoffnung auf Kontinuität zulassen. Weil sie dem Leben ein grausames und unbarmherziges Ende voraussagen. Vor allem aber, weil sie dem Leben - uns - nur eine Rolle als zufällige und willkürliche Erscheinung übrig lassen. Leben wäre eine Posse der Natur, eine Laune - ein kosmischer Scherz.

Warum aber wären nur diese Szenarien erschütternd und grausam? Nun, das Szenario mit der zu kleinen Ausdehnungsgeschwindigkeit bietet immerhin den Reiz der Wiederholung. Welchen Reiz denn, möge man fragen. Nun, vielleicht den, daß Neo oder Jesus einen Weg finden, das ewige Spiel aufzuhalten. Nicht, daß ich an Neo oder Jesus glaube - in dem Sinne, daß ich mich auf sie verlasse. Aber so bleibt zumindest eins: Hoffnung, daß aus dem Experiment Leben etwas werden möge. Und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

20.02.04

GIGA-ntisch!

Es gibt sie - die Leser dieses Blogs!

Komme ich da gerade aus Nürnberg wieder und, als Bloggomaniac erster Klasse, schaue ich mir sofort meinen Server-Report an. Und was sehe ich durch meine übernächtigten und verklebten visuellen Sinnesorgane? Einige neue Referrer... und unter anderem jemand namens Daniel van Moll. Unbändige Neugier, Kennzeichen jedes Bloggers, packt mich sofort mit eisernem Handschuh - und läßt mich dem Link zu Daniels Seite folgen. Daniel arbeitet, so scheint es, für NBC Giga und ist dort mit Gregor Teicher für Sport & Stars verantwortlich. Dazu kommen wir gleich nochmal zurück.

Fakt ist jedenfalls, daß Daniel auf seiner Seite einige Links aufführt, zu Freunden, Real News, Literatur, Comics und einer Rubrik mit dem Namen Einfach anders. Und siehe da - unter dieser Rubrik findet sich ein Link zum Denkpass. Es gibt sie also, die Leser dieses Blogs. Fanta-, ähh... ich meine, GIGA-ntisch. Weil wir sowas immer begrüßen, findet sich Daniel van Moll nun auch in meiner Linkliste wieder.

Kommen wir zu einigen Fragen, die sich unzweifelhaft ergeben, und die der geneigte und nun auch eingeweihte Leser mit Hilfe der Kommentarfunktion beantworten mag. Wie bei Dr. Jochen Bittner auch schreiben wir für die unterhaltsamste Antwort einen Preis aus: Ein T-Shirt mit dem Aufdruck Denkpass.de!

- Welches der Gesichter auf NBC Giga ist das von Daniel van Moll?
- Kann Daniel den Gregor vom FC Bayern überzeugen?
- Wofür steht Einfach anders?
- Wieviel Fragen ergeben sich denn noch?

19.02.04

Schneeflöckchen...

Hat gestern geschneit hier unten. Sieht toll aus:

Nürnberg

18.02.04

Messestrapazen

So, jetzt hat sich ein Weg ergeben, endlich ins Internet zu gelangen: über das Pressezentrum der embedded world, wo man an vier Arbeitsplätzen und - wenn man so möchte - auch über Wireless LAN kostenfrei ins Internet gelangt.

Der eigentliche Plan war ja, im Hotel mit dem Laptop ins Internet zu gehen. Leider war dort zuerst das Telefon kaputt und anschließend ergab es sich, daß die Einwahl meines Providers zu sehr einer Sex-Vorwahl ähnelt, die vom Hotel großzügig ausgesperrt wurden. Zu guter Letzt war dann auch noch der Internetrechner im Foyer des Hotels außer Betrieb, so daß mir letztendlich nur die Einwahl übers Handy blieb. Die ist aber teuer - und deswegen erst jetzt, nach verzweifelter Ausschau nach "Hot Spots" diese Möglichkeit, etwas über den Messe-Alltag zu berichten.

Aber zuerst noch ganz kurz einige Worte zum Schreibtisch: Er ist nicht sehr hoch, nicht sehr tief und sehr, sehr mittelmäßig. Für einen Messe-Übernachtungspreis von sage und schreibe 179,- € erwarte ich nicht allzuviel, aber einen besseren Schreibtisch allemal. Dem Zitat Thomas Manns möchte ich mich in aller Schärfe anschließen.

Was gibt es also auf Messen zu beobachten? Mehrere Sachen:

- die Mädels sind alle rausgeputzt (die Jungs übrigens auch)
- alle lächeln immer und sind nett zu einander
- eine größere Vielfalt unterschiedlichster Gegenstände auf kleinem Raum als in einem Messeschrank gibt es nicht
- Kaffee und Kuchen scheinen die Hauptnahrungsmittel aller Messebesucher zu sein
- auf Toilette kann man Amerikaner mit Zanhbürste und Zahnpasta begegnen
- Büfetts auf Messebällen haben immer zwei Schlangen, eine kurze und eine ganz schön lange
- auf jeder Messe gibt es ein Pressezentrum mit viel Getränken und Naschzeug, die dort verteilt werden
- in Hotels schlafen ist nicht wirklich toll

So, soviel in aller Kürze aus dem schönen Nürnberg (von dem ich nun auf meiner zweiten Messe noch immer nicht mehr als die Innenansichten des Messegeländes, einiger Restaurants, vieler Taxis und des Hotels kenne sowie den kürzesten Fußweg zwischen Hotel und Messezentrum).

Übrigens: Morgen wird mein Sohn zwei Jahre alt. Ist das nicht toll?

15.02.04

Schreibtische in Hotels

Der Bibliomaniac zitert Albert Vigoleis Thelen mit folgender Aussage über Thomas Mann:

Thomas Mann, dem ich im Sommer 1938 in Locarno zum ersten Male begegnete, klagte Stein und Bein über die leidige Frage der Schreibtische in Hotelzimmern. Nie fände er einen, der seinen Ansprüchen in allem entspräche, und je teurer die Unterkunft, je zweifelhafter sei es um das Möbel bestellt.
Ich bin ja mal gespannt, wie mein Schreibtisch im Novotel Nürnberg sein wird. Weil nämlich in der nächsten Woche vom Dienstag bis zum Donnerstag die embedded world ihre Pforten in Nürnbergs Messehallen eröffnet, und ich das mich beschäftigende Unternehmen dort vertreten darf, werde ich meine Nachtruhe von Montag bis Freitag in ebenjenem Hotel verbringen. Keine Angst, was dieses Blog angeht - ein Laptop ist zur Hand! Es wird vielleicht auch einige knackige Beobachtungen des Messe-Alltags hier geben, zumindest aber die gewohnte tägliche Dosis Denkpässe.

13.02.04

40 Jahre, arbeitslos, weiblich sucht nettes Onlinespiel

Neueste Untersuchungen des Verhaltens von Surfern und Computerspielern zeigen einige erschreckende Tendenzen:

So scheinen Frauen über 40 Jahre die fleißigsten Onlinezocker zu sein - und zocken zwischen 0 und 5 Uhr am liebsten. Scheinen also alles erwerbsuchende Mitbürgerinnen oder Hausfrauen zu sein.

Der typische Netznutzer, so der Spiegel, entspreche folgendem Profil:

- er geht gern aus
- schaut kaum fern
- liest oft
- hat rege soziale Kontakte

Da ich mich in vier von vier Punkten erkenne, bin ich also einer der typischen Netznutzer.

Gerade zum Thema Gewaltspiele - unter Zockern auch Shooter genannt - wird verstärkt geforscht. So scheint regelmäßiges Spielen die Aktivitäten im Frontallappen, dem vermutlichen Emotionszentrum des Hirns, einzuschränken. Diese Einschränkung hat nicht nur unmittelbare Konsequenzen auf das Verhalten der Probanden, sondern auch auf die langfristige Ausprägung neuronaler Verbindungen in diesem Bereich.

Die resultierende "Abstumpfung" gegenüber Gewaltreizen produziere emotional eingeschränkte Heranwachsende.
Inwieweit das Einfluß auf die künftige Gesellschaft hat, sei einmal hingestellt. Die Generationen vor uns jedenfalls haben sich ihre emotionale Eingeschränktheit in zwei Weltkriegen verdienen können.

Olympos Mons

Jeder kennt so eine Situation: Man reist gemeinsam Auto und langweilt sich dabei. Abhilfe schafft man sich manchmal durch Fragespiele. Meine schönste - weil schwerste und fieseste - Fragestellung dabei war folgende:

Wie heisst der größte Berg des Sonnensystem, auf welchem Planeten befindet er sich und wie hoch ist er? (Antwort: Olympos Mons, auf dem Mars, 21287 m)

Und so sieht er aus. Hier ein kleiner Bericht dazu.

Das war es aber auch mit guten Nachrichten für Astronomie-Freunde. Und deswegen eben auch eine schlechte Botschaft: Das Weltraumteleskop Hubble, das bisher ungeahnt scharfe Photos des Universums lieferte, wird wegen zu hohen Risikos nicht - wie vorgesehen - im Jahre 2006 zur Reparatur angeflogen. Dies bedeutet somit ein vorgezogenes Ende für das ansonsten 2010 planmäßig außer Funktion zu setzende Hochleistungsinstrument.

12.02.04

Whitehouse.com

Hat sich doch jemand die Domain Whitehouse.com gesichert - und in letzter Zeit über 30 Mio. Pagevisits pro Monat erhalten. Was macht man damit? Natürlich fette Kohle ... vor allen Dingen mit Porno. Aber weil der gute Mann jetzt eine Familie hat, will er das Ganze jetzt loswerden. Will jemand über Nacht stinkreich werden?

Gih ma her, den Jooint!

Da hauen sich also auch mal die Lehrer einen rein. Wird ja auch Zeit: Irgendeiner in dieser Republik muß doch mal normal werden, oder?

09.02.04

Starship Trooper 2

Laut diesem Text können wir uns auf eine Fortsetzung von Starship Trooper freuen, einem Film, der zweifellos zu den besten puren Sci-Fi-Filmen aller Zeiten gezählt werden muß. Teil 1 war:

- perfekt besetzt (mit so schönen Frauen, daß die Perfektion der präsentierten Welt auch darin ihren Ausdruck fand)
- perfekt gedreht
- perfekt geschrieben

und einfach ein göttliches Filmvergnügen. Ich freue mich jedenfalls...

[Via generation next]

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Frauenhasser Moe?

Moe, der hinter Plastic Thinking steckt, wird also als Frauenfeind ausgemacht. Ich halte das für ungerechtfertigt, ohne mich allzugroß involvieren zu wollen, aber am Rande bemerkt: Sind wir Männer nicht alle Frauenfeinde, wenn es hart auf hart kommt? Ich weiß es nicht.

Ich weiß nur eins: Das ist das Titelblatt vom Time-Magazine aus der Woche, in der ich zur Welt kam. Und was liest man also in meiner Geburtstagsausgabe ganz unten rechts in der Ecke?

Male Chauvinist

Kommt also nicht von ungefähr, zumindest in meinem Falle. Habe ich aber auch erst einmal gesagt gekriegt - "Frauenfeind" - und die Frau, die mir das sagte, war nun wirklich besoffen.

Also? Also nichts. Ich wollte das nur mal sagen. Und dem Moe zeigen, daß ich auf seiner Seite stehe - so oder so.

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06.02.04

Politische Gründe?

Weil wir also heute ein bisschen vom lieben Ben Affleck reden (dem man sein gutes Aussehen neidlos anerkennen muß), wollen wir aber auch nicht verschweigen, daß er sich vor Kurzem von der allerliebsten J.Lo getrennt hat. Wir dachten ja alle sofort, diese Trennung hat er nur wegen ihrer überaus unübersehbaren Rückenverlängerung forciert - aber NEIN! Die wahren Gründe offenbart dieses Interview, das von Obernews aufgegabelt wurde:

Ben Affleck: I just can't believe that we're really going to let Saddam get executed. The last thing we need is for him to become a martyr in the eyes of the Arab people.

Jennifer Lopez: Well babe, I really don't think Saddam has enough of a base of support left for any suggestion of martyrdom to really spread to any meaningful degree.

Ben Affleck: Goddammit, Jennifer, don't you understand? All US action in the Middle East is viewed by the Arab world through the prism of the Israeli-Palestinian conflict! Anyone who dies defying the United States is a hero.

Jennifer Lopez: Well, I think you're vastly over-simplifying things, Ben. The collective Arab psyche is fragile, yes, and the issue of Israel is indeed pervasive, but I think you're selling them short. Certainly they can recognize personally that Saddam Hussein is an evil man, and that to some extent the United States has done them a favor, albeit at great cost. Just look at the recent Shi'ite demonstrations demanding his execution.

Ben Affleck: Yes, but the prism--

Jennifer Lopez: Oh Ben. You and your Israeli-Palestinian prism. Listen, that was a great model for understanding the Middle East five, maybe ten years ago. But I need a man who can conceptualize the present day realities better than that, without relying on some outdated model that ignores the fact that the post 9-11 world is radically different from the pre 9-11 one.

Ben Affleck: But Jen--

Jennifer Lopez: Listen, Ben. It's been a blast, really. Gigli was a great film, and I think history will show that to be true. And the "Jenny From the Block" video wouldn't have been the same without you. But I just can't be with a man who thinks that the execution of Saddam Hussein will lead to his inevitable martyrdom. That belief effectively reduces the importance of individuals by saying that they can all be expected to react to certain things in a certain way--it dehumanizes them, just as it dehumanizes all of us. Here. Take back your 6.1 carat pink diamond Harry Winston engagement ring. I don't want it anymore.

Ben Affleck: But J, I can change! I can start looking at Arabs as individual people who don't necessarily think the same way on every issue! I can downplay the direct importance of the Arab-Israeli conflict in my arguments about Middle East policy in the post 9-11 world...!

Jennifer Lopez: No, Ben. I don't think you can. Goodbye.


Wir schließen uns der Forderung von Obernews nur an: Wieviele Promi-Liebschaften müssen zerplatzen, bevor George W. Bush seine Nahostpolitik überdenkt?

[Via Unqualified Offering]

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Paycheck

Die unergründbaren Wege, auf denen wir wandeln, haben die holde Maria und mich gestern ins Kino geführt. Angeschaut haben wir uns den neuesten Hollywood-Science-Fiction-Kracher - Paycheck. Ohne allzuviel verraten zu wollen, versuche ich meine Eindrücke hier mal wieder zu geben:

Hervorragend - zumindest dem Namen nach - besetzt mit Ben Affleck, Aaron Eckhart und Uma Thurman, liegt der Reiz des Filmes darin, dem Zuschauer Teile des Puzzles vorzulegen, ihn aber über die Gesamtansicht des Puzzles so lange wie möglich im Unklaren zu lassen. Der Film beginnt mit einer kurzen Erläuterung der Tätigkeit des von Ben Affleck gespielten Überingenieurs Michael Jennings, der für zahlungskräftige Kunden Projekte bearbeitet, um sich anschließend die Erinnerungen an seine Tätigkeit löschen zu lassen. Ein neuer Auftrag erfordert nun eine Tätigkeit über einen Zeitraum von mehreren Jahren - mit anschließender Löschung aller Erinnerungen an dieses Projekt. Da die Bezahlung außergewöhnlich gut ist, willigt Jennings ein. Als er wieder aufwacht, gibt es anstelle der Bezahlung - 92 Mio. $ - nur einen Briefumschlag mit einer Reihe unscheinbarer Gegenstände, ein Wechsel in der Art der Entlohnung, der offenbar sogar von Michael Jennings gewünscht war. Der kann sich nur leider nicht daran erinnern. Die Gegenstände scheinen der Schlüssel zur Vergangenheit zu sein - doch die Zeit zur Lösung der Rätsel ist denkbar knapp, wird Jennings doch vom FBI in die Mangel genommen und von Killern gejagt.

Auf diesen Spannungsbogen beruht somit die Geschichte:
- Wer hat auf die 90 Mio. $ verzichtet, Jennings oder die Firma?
- Was will das FBI von Jennings?
- Was für einen Auftrag hat er da ausgeführt und warum hat er ihn offensichtlich sabotiert und so den Grund geliefert, daß seine Auftraggeber ihn töten wollen?
- Welche Bedeutung haben die Gegenstände in dem Briefumschlag?

Und - soviel läßt sich mit Sicherheit sagen - diese Vielzahl von Rätseln führt zu einer anhaltenden Neugier beim Zuschauer, die der straffen Handlung sehr gut tut. Die Actionszenen sind erstklassig inszeniert, nur selten an der Grenze zur Unglaubwürdigkeit und immer nur nötiges Beiwerk, nie Hauptanliegen des Films. Auch die Einsätze, um die die Protagonisten spielen, sind genügend hoch gewählt - Spannung also auch von dieser Seite. Kamera und Schnitt professionell wie von John Woo gewohnt, vervollständigen die bis hier fast perfekte Note für den Film.

Kommen wir zu den negativen Auffälligkeiten:

Uma Thurman ist häßlich - riesige Nasenlöcher, Falten um die Augen, struppige Haare und ein buckliger Rücken fallen auch bei gutem Willen ins Auge. In meinen Augen noch nie wirklich hübsch - allenfalls interessant - ist sie so sehr gealtert, daß ich ihr eine Rolle als Frau, in die Männer wie Ben Affleck sich schlagartig verlieben, nicht abnehmen kann. Diese Diskrepanz, gesteigert durch ihr lasziv-erotisches Auftreten, verleiht dem Liebes-Aspekt der Geschichte eine unüberbrückbare Unglaubwürdigkeit. Darunter leidet letztendlich der gesamte Film spürbar.

Alle Hauptdarsteller, Affleck, Eckhart, Thurman und weitere, gehen im Universum des Films mehr oder weniger gewöhnlichen Berufen nach - Entwicklungsingenieur, Vorstandschef eines High-Tech-Unternehmens, Doktorin der Biologie und Leiterin einer Forschungsabteilung. Sie sind aber alle durchweg in der Lage, sich nicht nur im Nahkampf, sondern auch mit Schußwaffen effektiv verteidigen zu können. Dem im Film umherlaufenden Securitypersonal sind sie mehr als ebenbürtig. Wie eigentliche alle Fähigkeiten sind aber perfekte Anwendung von Nahkampftechnik und Schußwaffengebrauch eine Frage des Trainings, und hier scheinen die Hauptberufler den Freizeitkämpfern unterlegen zu sein. Die fahrerischen Qualitäten aller (besonders die sehenswerte Motorradverfolgung ist hier gemeint) lassen wir dabei mal unberücksichtigt wie auch den Fakt, daß Waffen in allen Büros sofort greifbar waren.

Der Einsatz der Gegenstände, die Michael Jennings häufig den einzigen Fluchtweg aufzeigen, erinnert manchmal an MacGyvers Talent, aus Schnürsenkel, Marmelade und der Funkantenne eines Thunfischfangbootes eine funktionierende Flugabwehrrakete zu bauen. Fand ich damals schon etwas konstruiert, und macht mich auch heutzutage etwas nachdenklich.

Insgesamt lautet meine Note für den Film 7,5 von 10 möglichen Punkten. Da alles über 6 sehenswert ist, kann ich also auch Paycheck empfehlen. Unterhaltsame zwei Stunden sind es allemal. (Eine Übersicht zu Kritiken des Films gibt es übrigens bei filmz.de.)

Einige Fragen bleiben noch:
- Wie öffnet man Smirnov Ice-Pullen, ohne sich den Kronkorken ins Auge zu schießen und die sprudelnde Flüssigkeit über die Leute in der Vorderreihe zu verteilen?
- Die U-Bahn, der Ben Affleck in einer Szene nur knapp entrinnen kann, hat die Nummer 162. Meine Reservierung für die Karten übrigens auch. Zufall oder Zeichen?
- Was soll sich mit dem Popkorn-Korn anfangen, das ich nach dem Film in meiner Hosentasche fand? Ist es ein Schlüssel zu meiner Vergangenheit?

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05.02.04

Merry Thinking

Der gute, alte Moe hat Geburtstag. Also, nicht er, sondern eigentlich sein Blog. Und auch nicht heute, sondern gestern (autsch). Weil aber der Moe unter anderem ein wirkliches lesenswertes Blog unterhält, und weil die Seite dem Webjunkie täglich immer neue Ansichten liefert, gehen wir jetzt nacheinander da rüber und singen ihm ein Lied...

Happy Birthday!

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02.02.04

Klare Worte

Morgen, soviel scheint klar, geht es nach Hamburg. Was weiteres ist auch klar, auch wenn man mittlerweile von Entwarnung spricht, ich werde morgen mit einem Taschentuch vor der Fresse herum marschieren. Na klar, werde ich wahrscheinlich nicht. Aber ich werde ganz flach atmen. Neben Spielzeug, Leiterplatten, raffiniertem Essen und Wirtschaftsflüchtlingen exportieren unsere asiatischen Erdmitbewohner ja in letzter Zeit auch viele Viren, so scheint es. Und gerade jetzt muß ich nach Hamburg, Deutschlands größtem Überseehafen...übrigens, bisher dachte ich immer, nur männliche Thailandurlauber fangen sich auf unklare Weise Krankheiten ein.

Egal. Wird ja eh nur ein kurzer und schmerzloser Ein-Tages-Trip mit Übernachtung. Rausspringen soll am Ende ein Job. In Hamburg? Mal sehen. Wählerisch darf man ja heute nicht mehr sein - die schwächste Regierung der Geschichte der Bundesrepublik, mit eifrig-tolpatschiger Hilfe der schwächsten Opposition der selben Geschichte, schlingert ja auch auf dem Arbeitsmarkt mit 630.000 PS tüchtig auf dem Glatteis umher. Sieht übrigens auch Punxsutawney Phil so: "Der Winter, der wird bleiben!", sagt er klipp und klar und meint damit auch unsere - die deutsche - Arbeitsfront.

Nichtsdestotrotz nehme ich diese Hamburg-Reise zum Anlaß, verschiedenste Dinge in aller Gründlichkeit klarzustellen:
- Wer in Hamburg keinen Hamburger verdrückt, ist nicht ganz klar in die Birne
- Zug fahren tut man des Lesens wegen
- Schwager haben hat Sinn - vor allem wenn sie in Hamburg arbeiten und in glasklarer Nacht durch die Jazzkneipen ziehen, Klare kippen

So. Nun aber die schlechte Nachricht: Bis Donnerstag ist hier erstmal Pause, Freunde. Alles klar?

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Plastic Linking

Der liebe Moe, seines nicht unwesentlichen Zeichens Blogautor auf Plastic Thinking und einiger weiterer Webprojekte (die man von dort aus sehr bequem anlaufen kann) hat diesem unscheinbaren Projektchen, das ich hier betreibe, seine Referenz erwiesen und - so zum Start - erstmal meine Existenz bemerkt. Grund dafür ist sicherlich die e-mail, die ich ihm am Wochenende schickte, aber trotzdem mein Dank dafür, daß er vielleicht Teile seines Besucherstroms hier her schickt.

Sein Vorteil war eigentlich schon immer, daß er von Anfang an (soweit ich das mitkriegen konnte) auf eigenen Server und Software gesetzt hat. Ich tat das nicht, habe ein dreiviertel Jahr mit Blogger herumexperimentiert (auf dieser Seite) und letzten Endes fast mit all meiner Freude an diesem Hobby dafür bezahlt. Was die Ursache für die Häufung der technischen Probleme war, ist mir bis heute nicht klar. Und so kann es sein, daß andere mit dem Service bei Blogger.com zufrieden sind. Ich war es über ein halbes Jahr auch.

Mein heutiges Modell (eigener Server, eigene Domain, eigene Software) hat aber einige nicht unwesentliche Vorteile. So sind bezahlte Server in den meisten Fällen schneller. Blogger.com hatte gerade mit der Schnelligkeit einige Probleme. Dann ist eine deutsche Domain für deutsche Surfer besser zu merken. Weiterhin zwingen einen die entstehenden Kosten für den Server dazu, am Ball zu bleiben (denn sonst würde man ja zahlen, ohne Nutzen zu haben). Ich kann auch, wie ich es vorhabe, einigen meiner besten Photographien hier ein Podium bieten, was bei Blogger.com nur über Umwege und Geschwindigkeitseinbußen funktioniert.

Es gibt noch mehrere Punkte, die ich aber dem geneigten Leser ersparen möchte. Nur eines sei noch genannt, bis jetzt bin ich mit Movable Type mehr als zufrieden. Und damit Schluß mit diesem Ausschweifungen...

Danke, Moe und: Jetzt auf immer!

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30.01.04

Start

Jetzt geht es los, oder? Dann aber ab...

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