01.12.05

Was ist riesengroß und schwimmt in einem Kochtopf?

Machen wir uns mal nichts vor: Irgend jemand hat was gegen Geflügelfleisch. Soviel ist klar. Erst die Vogelgrippe und nun eine Reihe von , deren Ausgangspunkt eine mehrere Tonnen schwere Ladung verdorbenes Geflügelfleisch war.

Wie es scheint, tobt hinter den Kulissen der fleischverarbeitenden Industrie ein gnadenloser Verdrängungswettbewerb. Vielleicht angestiftet von englischen Rinderzüchtern, die ja seit BSE nur noch selten lächeln und ihr Fleisch als das von walisischen Rindern verkaufen? Die Geflügelzüchter-Mafia hat jedenfalls sofort zurückgeschlagen - bei einem der nächsten Funde war dann beinahe jede Fleischsorte, die Mitteleuropäer zu sich nehmen, enthalten: Huhn, Schwein, Rind und Pferd.

Aber was können die bundesdeutschen Verbraucher denn nun sorgenfrei in sich hineinstopfen? Döner jedenfalls nicht. Schweinefleisch vielleicht? So richtig nicht. Auch Schweine werden krank. Zudem sind sie Teil des Skandals um verdorbenes Fleisch. Also - Rinder! Aber da gibt es ja BSE. Zur Freude unserer indischen Weltenbürger nimmt die Kuhfresserei also ab.

Was bleibt? Pferde? Nein, auch schon verdorben ausgeliefert worden. Zudem emotionaler Bezugspunkt fast aller jungen Mädchen. Gar nicht auszudenken, die seelischen Qualen und der konzentrierte Hass, sollte dem Papa des Sonntags am Mittagstisch eine vor Fett triefende Pferdekeule aus dem Schlund ragen.

Straußen vielleicht. Aber nein. Zwar werden auch die Riesenvögel mittlerweile in Deutschland industriell angebaut, sie können aber ebenso wie der kleinste Piepmatz der Vogelgrippe zum Opfer fallen.

Wie sieht's mit Hunden aus? Die Chinesen, und an denen werden wir uns ja mittelfristig orientieren müssen, als Leitnation sozusagen, die Chinesen jedenfalls verdrücken ja gerne mal einen Köter. So sagt man jedenfalls. Eine schöner Nebeneffekt einer konzertierten Hundefressaktion wäre ja auch die Befreiung der innerstädtischen Gehwege von deren Ausscheidungen. Die werden offensichtlich nur von Nicht-Hundehaltern wahrgenommen, sind aber gerade von der BILD-Zeitung in einem Hamburg-Berlin-Vergleich thematisiert worden.

Wie wär's mit Fischen?`Erstmal eine Kopfnuß demjenigen, dem diese schwachsinnige Idee zuerst einfiel! Warum? Ganz klar - Fische sind kein richtiges Fleisch. Pfui! Aber selbst wenn wir mal beide Augen eines Carnivoren zudrücken, gibt es Probleme. Fische sind nämlich überfischt (seltsam: gibt es das auch beim Schwein? Oder nur beim Menschen?). Einer der beliebtesten Speisefische vergangener Tage, der Kabeljau, ist vom Aussterben bedroht.

Zootiere! Ja, das ist doch mal ein Vorschlag. Elefanten, Känguruhs, Tiger und Pandabären, die sitzen da den ganzen Tag herum und fressen sich die Wänste voll. Ossis und Arbeitslose werden dafür als Sozialschmarotzer beschimpft. Und die Viecher im Zoo? Grinsen uns ins Gesicht! Schluß, aus, basta! Ab in den Kochtopf mit dem Viehzeug. Dem Gesockse werden wir ein für allemal zeigen, wer am Ende der Nahrungskette steht. Dann kann auch keiner mehr rummotzen, daß die Tiere im Zoo gequält werden. Was aber machen wir mit den leeren Käfigen? Wen führen wir unseren Kindern vor? Na, ganz klar: in die Käfige packen wir Ossis und Ein-Euro-Jobber. So haben alle was von der Sache.

Es gibt natürlich eine weitere Lösung unseres Fleisch-Engpasses. Eine, bei der wir die Sozialschmarotzer innerhalb und außerhalb der Zoos in Ruhe lassen können. Es ist Zeit, daß wir bei unseren anhaltenden Problemen in der Fleischversorgung jedes Tabu überprüfen. Jedes. Auch das Walfangverbot. Die Bestände haben sich doch mittlerweile erholt, oder?

chiefpedro in Lebensächliches | TrackBack(0)
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