12.07.05

Die einen herrschen, die anderen sind untertan

Andrzej Szczypiorski in Die schöne Frau Seidenman über die wahre Bedeutung des Unterdrücktseins:

Immer gab es die Sieger und die Grausamen, die die Erde zertraten, um sie nachgiebiger zu machen, und es gab die anderen, die Opfer von Raub, Unterwerfung und Tyrannei, deren Knochen die Erde düngten. Das war wohl die Bestimmung der Menschen, und nicht sie selbst wählten ihr Los, sondern eine übergeordnete Kraft, die die Geschichte ordnete und nach deren Urteilen die einen herrschten und die anderen untertan waren.[..] Wurde das große Rom nicht auf den Nacken Tausender von Sklaven erbaut? Wer kennt heute deren Namen? Wer erinnert sich ihrer Existenz? Und dennoch haben sie die Macht des Imperiums getragen, alle römischen Bauten und Eroberungen, die ganze römische Kultur und Zivilisation, die weiterhin heilig ist. Das Leiden der Sklaven hat in der Geschichte keine Spuren hinterlassen, während die Römer die Geschichte großer Teile der Welt gestalteten. Wo die Sandale des römischen Legionärs die Erde zertrat, blühte die Geschichte des Menschen auf. Wie viele Sklaven haben diese Erde mit ihrer Asche gedüngt?

chiefpedro in Literatur | TrackBack(0)
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