16.05.05

Über die wohltuende Wikrung eines Abwaschs

Eine der Forderungen, wenn nicht die wichtigste, die wir an unsere Freizeitbetätigung stellen, ist die Möglichkeit zur völligen Befreiung unseres geplagten Geistes von Alltagssorgen. Dies wird in der Regel am einfachsten gehandhabt, indem man sich geistig total aus der üblichen, problembehafteten Umgebung löst. Dafür bieten sich zum einen gewisse psychoaktive Substanzen an, deren Nebenfolgen bei allzu optimistischer Dosierung aber in manchen Fällen von jeglicher Erinnerung nicht nur an die teuer erarbeitete Freizeit, sondern auch an die Sorgen selber sowie den ganzen Rest der eigenen Persönlichkeit befreien. Eine wirksame Lösung von Alltagssorgen ist aufgrund fehlender Erinnerung an sorgenfreie Freizeit-Zustände leider kaum befriedigend.

Dann gibt es da ja noch den Sport. Die ebenso anspruchsvolle wie aufregende Teilnahme an einer Mannschaftssportart, meinetwegen auch im Dark Room der einschlägigen Clubszene, hilft einem dabei, Probleme des Alltags vorübergehend zu verdrängen. Die sorgenfreie Erinnerung an den sorgenfreien Zustand ist in diesem Falle, außer bei gewissen Sportarten mit vollem körperlichen Kontakt, eigentlich immer möglich. Ich zum Beispiel suche mir meine Alltagssorgenbefreiung beim Joggen oder Baseball, was mir zugleich den dringend benötigten körperlichen Ausgleich verschafft.

Aber es gibt noch eine weitere Möglichkeit, den Sorgen des Alltags zu entfliehen: Hausarbeit. Ja! Nehmen wir zum Beispiel den Abwasch. Ich mache das gerne. Da kann man einfach so abschalten, sich voll auf die runden und eckigen Formen der Teller und Pfannen konzentrieren, hier ein bisschen Fett abschrubben, dort etwas festgebratenes Gemüse abkratzen und sich immer freuen, wie toll sauber das Abgewaschene aussieht, während man nebenbei das Abwaschwasser im Auge behält und so die Mahlzeiten der letzten Woche Revue passieren lassen kann. Und am Ende freut man sich, was man alles so geleistet hat und wie toll es in der Küche aussieht. Geschirrspüler? Pahh. Ist was für Schwuchteln. Richtige Männer waschen selber ab. Jawohl!

So, Freunde, eins müsst ihr mir aber versprechen: Das Ganze bleibt unter uns! Wehe, ihr verratet das meiner Frau.

chiefpedro in Lebensächliches | TrackBack(0)
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