15.05.05

Warum MBA? Teil II

[Fortsetzung von gestern]

Damit stellt sich aber auch sogleich eine Frage: Wie bleibt man mit seiner eigenen Biografie weiterhin begehrenswert auf dem Arbeitsmarkt? Denn der Schritt in Richtung Nachfolge bietet keine unbegrenzte Sicherheit für lebenslange Beschäftigung. Es bestehen aus meiner Sicht einige Risiken oder Gründe, die mich wieder auf den Arbeitsmarkt bringen könnten: ich könnte nicht imstande sein, die Geschäfte eines solchen Unternehmens zu führen, übergeordnete Zwänge könnten die Ertragslage des Unternehmens negativ beeinflussen, ein Interessent könnte ein Angebot zur Übernahme unterbreiten, das man selbst beim besten Willen nicht vorüberziehen lassen würde oder aber es stellt sich heraus, dass ich es einfach nicht zustande bringe, mit meinen Verwandten zusammen zu arbeiten (das ist nämlich tagein tagaus ein hartes Geschäft).

Um also mich selber zum einen besser auf die Belange der Geschäftsführung eines kleinen mittelständischen Unternehmens vorzubereiten, um aber gleichzeitig auch ein potenzielles Standbein für die Zeit "danach" zu haben, richtete sich mein Augenmerk auf die aus dem angelsächsischen Raum stammende Ausbildung zum Master of Business Administration MBA. Daher der Titel des Beitrags und der gleichnamigen Kategorie, in deren Rahmen über meine Bewerbungsbemühungen und - im Falle meiner Zulassung zu solch einem Programm - auch über meine Sicht der Ausbildung berichtet werden soll.

Der MBA ist ein Managementstudium, in dem Nicht-Betriebswirten zusätzliches betriebswirtschaftliches Wissen ebenso vermittelt wird wie Wissen über Managementtheorien, Zeit- und Selbstmanagement, Team- und Führungskompetenzen und vieles weitere. Es werden Einblicke in volkswirtschaftliche Zusammenhänge gegeben, rechtliche Fragen erläutert und dem MBA-Studenten im allgemeinen das Wissen vermittelt, das ihn zur Führung von Unternehmen oder Teilen davon befähigt. MBAs sind keine Heuschrecken, sie sind z.B. Ingenieure oder Anwälte, die sich betriebswirtschaftliche Kompetenz aneignen wollen, um technisches oder juristisches mit finanziellem Verständnis verknüpfen zu können.

In meinem Falle erhoffe ich mir dadurch folgende Vorteile: Ich werde in die Lage versetzt, das Unternehmen und seine Mitarbeiter kontinuierlich und ertragreich zu führen. Ich erzeuge mit dem Titel MBA bei den Mitarbeitern, Partnern, Lieferanten und Kunden das Vertrauen, das eine erfolgreiche Zusammenarbeit benötigt und das ich als Sohn und Bauingenieur nicht voraussetzen kann. Das Unternehmen und ich profitieren von dem Netzwerk, das man während einer Ausbildung zum MBA mit seinen Kommilitonen knüpft. Durch die durchgängige Darbietung des Stoffes in englischer Sprache perfektioniere ich nebenbei meine Englischkenntnisse. Sollte es dazu kommen, daß ich das Familienunternehmen verlasse, bin ich mit meinen Kenntnissen und der Ausbildung auf dem Arbeitsmarkt sehr gut positioniert (im Gegensatz zu einem Bauingenier mit längeren Erfahrungen in der Elektronikbranche).

Die Entscheidung war also gefallen. In einem nächsten Schritt ging es um die Auswahl der Schulen, bei denen ich mich bewerben würde sowie die Art des Programmes. Dazu aber später mehr.

chiefpedro in MBA | TrackBack(0)
Comments
Post a comment









Remember personal info?