Als er in seinem Artikel "Champagner literweise. Langeweile ist schlimmer als der Tod: Es lebe die Biographie", der in der FAZ am 14. Januar 1998 erschien1, auf die Abneigung der Deutschen gegen biografische Lesegenüsse zu sprechen kam, gelangte Klaus Harpprecht zu folgendem vernichtenden Urteil:
[Die Abneigung gegen die Biographie entstammt der] schmerzlichen Einsicht, dass sie in Gottes Namen auch Literatur ist: dass sie Gestaltung, Formkraft, Urteilswillen und vor allem Sprache verlangt - Talente, die der Schöpfer nicht im Übermaß auf die akademische Welt der Deutschen herabregnen ließ.