17.03.05

Opfer zweiter Klasse

David von Dialog International fragt sich, warum die Sympathie, die manche Leute für kommunistische Regime hegen oder hegten, nicht ebenso scharf hinterfragt wird wie beispielsweise die Nähe Heideggers zum Nationalsozialismus.

Wie Alexander Solschenizyn in den drei Bänden seines Buches Archipel Gulag beschreibt, stand der Kommunismus dem Nationalsozialismus in der Vernichtung von Menschenleben in keinster Weise nach (er beziffert dort mehr als 40 Mio. Opfer, die in den Lagern der Sowjetunion den Tod fanden). Aber auch in der Beschneidung von Menschenrechten waren und sind kommunistische Regimes rücksichtslos.

Warum diese Fakten sich bis heute nicht in einer negativen Bewertung von Leuten niederschlägt, die mit dem Kommunismus sympathisieren, ist unklar. Kommunismus hat immer noch den Anschein eines Systems, dass zwar in der Variante des Kalten Kriegs seine Einwohner ein bisschen rigoros herumschubste - aber letztendlich doch vom Wesen her als gut befunden wird. Brüder zur Sonne, zur Freiheit - aber nur, wenn ihr die Schnauze haltet, wenn´s mal nicht so läuft.

Es wird Zeit, daß damit Schluß gemacht wird. Daß auch der Kommunismus als das dargestellt und betrachtet wird, was er ist: menschenverachtend und lebensfeindlich.

Und man hätte bei der Verschärfung des Versammlungsrechts anfangen können. Und zwar, indem man auch die Verhöhnung der Opfer des Kommunismus wie z.B. den Toten an der Mauer oder in den Lagern und Gefängnissen unter Strafe stellt. Denn bislang schützt Deutschlands neues Versammlungsrecht nur die Opfer des Nationalsozialusmus.

chiefpedro in Politische Notizen | TrackBack(0)
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