Einst ausgezogen, den amerikanischen Traum zu suchen, taumelte Hunter S. Thompson zeitlebens einen schmalen Grat entlang, der ihn immer nahe genug an sein Ziel führen sollte, so daß er gerade noch wach und Herr seiner Sinne blieb - aber nie nah genug, um es fassen zu können.
Der amerikanische Traum. Wer würde ihn nicht gerne finden und leben? Die Mär von unendlicher Freiheit, grenzenloser Weite und den unbegrenzten Möglichkeiten. Von weit unten bis fast ganz oben.
Oder: umgekehrt. Denn zu guter Letzt erreichte Hunter S. Thompson sein Ziel. Er fand ihn, den amerikanischen Traum. Oder das, was davon übrig war.
Getrieben vom Wahnsinn seiner Drogen, gehetzt von der Unberechenbarkeit einer tiefen, lebenslangen und kräftezehrenden Trunkenheit erblickte er den amerikanischen Traum am Ende des kalten, geölten Laufes seiner Schrottflinte. Und drückte ab.
Denn Drogen, Gewalt und Tod - sie gehören zum amerikanischen Traum dazu wie die Freiheitsstatue zu New York. Hunter wußte das - und zog seine Konsequenzen.
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[Ein Nachruf des Denkpasses auf einen der größten Autoren des 20. Jahrhunderts muss besser sein als dieser stümperhafte Versuch!]
chiefpedro in Literatur | TrackBack(0)