30.01.05

In Siemenszentrale wird geklaut

Viel Aufregung gibt es derzeit in der Siemenszentrale um eine verschwundene Rolex-Uhr. Während einer Fotosession kam dem neuen Vorstandschef Klaus Kleinfeld sein wertvolles chronographisches Instrument abhanden, so behauptet dieser.

Kleinfeld mit und ohne Rolex: Verschiedene Fotos oder nicht?

Die Ermittlungen der Polizei laufen derzeit auf Hochtouren, geht es doch um mehrere tausend Euro. "Wir beschäftigen uns mit dieser Sache voll und ganz.", ließ ein Kripobeamter telefonisch verlauten, "Aber erstmal liegt jetzt draußen Schnee und wir ermitteln gerade, wer für diese Sauerei verantwortlich ist." Immerhin, Zusammenhänge zwischen dem Rolex-Diebstahl und der allgemeinen Wetterlage könne man bereits zum frühen Stand der Ermittlung "eigentlich" ausschliessen.

Die Ermittlungen gehen dabei in alle Richtungen - auch Versicherungsbetrug von Seiten des Siemensvorstandes komme da in Betracht, wie die Polizei bekannte. Um das Rekord-Quartals-Ergebnis seines Vorgängers zu übertrumpfen, könnte Kleinfeld den Verlust der Uhr fingiert haben. Dazu passende Behauptungen des Fotografen, die Uhr sei nur "digital" retuschiert worden, weil Kleinfeld keine Zeit für mehrere Shootingsessions habe, konnten jedoch von einem Sprecher des Konzerns sofort widerlegt werden - nach dessen Aussage gab es zwei Fotoserien, und seit der zweiten Serie fehlt das teure Teil. Und sowieso seien dem Fotografen "handwerkliche Fehler" unterlaufen.

Ins Visier der Fahnder rückte auch der Gast des Siemens-Forum, dessen Handy Kleinfeld in ein Glas Wasser geschmissen hatte. Der Gast hatte zuvor gefragt, wie der neue Siemensvorstand die Handys von Konkurrent Nokia fände. Kleinfeld wurde daraufhin von seinem Vorgänger unterstellt, "nicht mehr ganz nüchtern" gewesen - sprich: ein Suffke - zu sein, was sich wohl darauf bezogen haben mag, daß Kleinfeld dem Gast zur Entschädigung zwei Siemens-Handys überreichte. "Eins hätte doch wohl genügt.", so Heinrich von Pierer. Wenn sich von Pierer da mal nicht getäuscht hat - dem Gast stiess die Sache jedenfalls übel auf: "Zwei Billighandys von Siemens, was soll ich damit?"

Eine weitere Möglichkeit sei die "Vortäuschung einer Straftat", um verdeckte Werbung für neue Geschäftsfelder zu machen, so ein Ermittler der Polizei. Denn die vorliegenden Fotos sehen doch eher so aus, als ob Siemens demnächst ganz groß in den Markt der Telefonabzocke im Fernsehen einsteigen wolle. "Wir dürfen auch diese Möglichkeit nicht außer Acht lassen.", gähnte der Ermittler.

Unabhängig davon scheint man bei der Belegschaft von Siemens die Sache gar nicht spaßig zu finden. Ob denn das weitere Streichen von Stellen in Deutschland nicht doch mit dem Frust des Siemens-Chefs über den Verlust seines teuren Spielzeugs zusammenhängt, will man in den unteren Ebenen nicht ausschließen. "Wir hoffen nur, daß das jetzt nicht wöchentlich so weitergeht, bis sich diese Uhr anfindet.", so ein nicht näher benanntes Mitglied des Betriebsrats.

chiefpedro in Lebensächliches | TrackBack(0)
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