17.01.05

Spezialeinheiten im Iran unterwegs

Spezialeinheiten der amerikanischen Streitkräfte sind im Iran unterwegs, um Ziele für einen möglichen Angriff zu identifizieren, so ein Bericht von Seymour Hersh im New Yorker. Die Lage im Nahen Osten, und dabei vor allem die Sicherheit des Staates Israel lassen es nicht zu, so wird Israels Außenminister Silvan Shalom zitiert, daß der Iran über Nuklearkapazität verfüge.

Probleme gäbe es, so der Bericht Seymore Hershs, weil Irans Atombombenprogramm seit der Zerstörung des Osirak-Reaktors im Jahre 1981 durch israelische Luftangriffe in den Untergrund gegangen sei und seitdem nicht nur schwerer zu lokalisieren, sondern auch schwerer anzugreifen sei. Im Fokus der bereits seit letzten Sommer unternommenen Aufklärungsmissionen stehe "die Sammlung von geheimdienstlichen und Zielinformationen über iranische Nuklear-, Chemie- und Raketenwaffen", und zwar bekannter und vermuteter Art. Ziel ist die Identifikation von etwa drei Dutzend solcher Ziele zur nachfolgenden Zerstörung durch präzise Luftangriffe oder Kommandounternehmen, so Seymour Hersh.

Ein Mitarbeiter des Weißen Hauses, Dan Bartlett, sagte zu dem Bericht, er "sei voller Ungenauigkeiten" und er "glaube nicht, daß einige seiner Schlüsse den Tatsachen entsprechen", so melden CNN und Spiegel Online.

Interessant ist der Wortlaut dieses Dementi. Bartlett spricht nicht davon, daß es falsch sei, daß amerikanische Spezialeinheiten im Iran unterwegs seien, um Ziele zu identifizieren. Statt dessen verweist Bartlett auf Ungenauigkeiten im Bericht von Seymour Hersh, die er aber nicht näher spezifiziert - anders gesagt, die Ziele seines Dementi bleiben unidentifiziert.

Zudem glaubt der im Weißen Haus für Kommunikation zuständige Dan Bartlett auch nur, daß einige von Hersh´s Schlüssen nicht den Tatsachen entsprechen. Auch hier gibt es keine näheren Informationen, welche Schlüsse dies sein mögen. Vom qualitativen Unterschied zwischen Wissen und Glauben ganz zu schweigen.

Es darf also weiterhin davon ausgegangen werden, daß Seymour Hersh mit seinem Bericht ins Schwarze getroffen hat.

chiefpedro in Politische Notizen | TrackBack(0)
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