Vor einiger Zeit hatte ich - im Zusammenhang mit einem Vorfall des Schußwaffengebrauchs mit Todesfolge in einer niedersächsischen Familie - auf die Seite buergerbewaffnung.de verwiesen und dabei auch - was mir mittlerweile unter Verweis auf den Eintrag vom 7.11.04 untersagt worden ist - den Namen des Betreibers der Seite erwähnt. Den konnte man seinerzeit im Impressum von buergerbewaffnung.de lesen (leider findet sich im Googlecache nur noch die englische Version - und die wird wohl auch bald nicht mehr zu lesen sein).
[Änderungshinweis: Weil der Betreiber von buergerbewaffnung.de partout nicht mit dem Inhalt seiner eigenen Seite in Verbindung gebracht werden will, besteht er in einer dreifach ausgesandten e-mail auch auf der Löschung des hier vorher zu sehenden Bildes. Es kann leider nur für einige Zeit über den Google-Cache nachvollzogen werden, wie der Name des Betreibers lautet.
Sich über die Vorteile des Schußwaffenbesitzes auf der eigenen Webseite auslassen - auch unter Zuhilfenahme erfundener Zitate und nachweislich gefälschter Studien -, beim Vorhalten eines Nachteils aber jeder Diskussion aus dem Wege zu gehen, die andere Meinung in seinen nicht zur Veröffentlichung bestimmten e-mails aber als "Unsinn", "Absonderung" und "Sch..." zu bezeichnen und dann gar per Anwalt fordern, daß bloß nicht der eigene Name mit dem eigenen Ausführungen in Verbindung gebracht wird, zeugt von der Engstirnigkeit und Provinzialität dieser Leute ebenso wie von der Gefährlichkeit des Umgangs mit ihnen.]
Nach einiger Zeit - sowas dauert halt bei einem eher unbedeutenden Blog wie dem Denkpass - fand der Beitrag Würdigung. Ein gewisser Jeff - vielleicht derjenige, der unter buergerbewaffnung.de diesen Kommentar zum Thema Familientragödien durch Schußwaffengebrauch unter dem Kürzel JS veröffentliche - gab am 9.1.05 folgenden Kommentar ab:
Ja, vor allem die schwangere Frau des Schweizer Zöllners, der aus Rache in der eigenen Wohnung von einem Täter die Kehle durchgeschnitten wurde, hätte von einem restriktiven Waffenrecht nach deutschem Vorbild enorm profitieren können...Angespornt vor allem durch den letzten Satz, lieferte ich folgende Antwort:Mich wundert nur, warum sich offensichtlich niemand über die Familientragödien aufregt, bei denen die Opfer erwürgt, erschlagen, erstochen oder mit einem Samuraischwert filetiert werden.
Schusswaffen gehören nun mal nicht in Kinderhände, sondern in Waffenschränke.
Offensichtlich ist der Denkpass manchmal auch ein Fehlpass...
Achso, lieber Jeff, der schwangeren Frau hätte ein kleines Maschinengewehrchen sicherlich geholfen, meinst Du?Das wiederum erregte einen gewissen "Friedel" am 14.1.05 um 1:01 ungewöhnlich stark. Er kopierte bezeichnenderweise meine persönliche Anrede an Jeff und schrieb:Wenn man Waffenbesitz verbietet, heisst das nicht, und wird auch nicht so behauptet, daß es damit keine Gewaltverbrechen mehr gibt. Die Ursachen von Gewaltverbrechen liegen woanders. Sie fallen allerdings gewalttätiger aus, je mehr Schuß-, Stech- und Explosionswaffen so zur Verfügung stehen im Falle des Konfliktes.
Zu behaupten, die schwangere Frau hätte mit einer Schußwaffe überlebt, ist spekulativ. Zu fordern, daß neben dem Verbot von Schußwaffen auch alle Formen von Messern, Fäusten und Schals verboten werden, ist einfach nur polemisches Gesülze von Waffennarren.
Achso, leber Cheffe!Dabei kommt "Friedel" (auf die Bedeutung der Namen kommen wir gleich nochmal zurück) auf die Kriminalprävention zu sprechen. Meine Antwort zu "Friedels" speziellen Ansichten zu diesem Thema erfolgte noch am 14.1.05 und sah so aus:So ist das also? Ist ja ganz einfach! 8(
Ich glaube, dass ein Begriff wie "kleines Maschinengewehrchen" eher polemisches Gesülze von Anti-Waffennarren darstellt...
Unstrittig könnte eine Frau, die im Umgang mit einer Pistole vertraut und geübt ist, ihr Leben gegen einen körperlich überlegenen Angreifer besser verteidigen als mit bloßen Händen.
Tatsächlich ist aber nicht nur unserem Staat das Schicksal des Einzelnen sch...egal -- Kriminalprävention heißt hier nämlich, den Täter NACH der Tat einzusperren, um dadurch potentielle ANDERE Opfer zu schützen -- sondern auch der Durchschnittsbürger kann ruhig schlafen, solange es nur die anderen erwischt. Doch das ist ja weder Zynismus noch Menschenverachtung, sondern Ausdruck von gesellschaftlicher Harmonie und Pazifismus.
PEACE
Hoho, starker Tobak.Die Unterschrift, ich gebe es zu, mag vielleicht übers Ziel hinaus geschossen sein. Nur wenige Stunden später lässt sich "Mischa" zur Antwort herab:Kriminalprävention kann also nicht bedeuten, den Täter NACH der Tat einzusperren, sondern offensichtlich DAVOR, entnehme ich Deinen Ausführungen. Das heißt, wir sperren prophylaktisch ein, ja? Ich denke, einige der radikaleren Vertreter der Waffenlobby sagen dann auch, wo wir mit den Verhaftungswellen (denn ausreichende Prophylaxe wird sicherlich nur über ausreichende Verhaftung zu realieren sein) beginnen, oder?
Wie wärs für die weiteren Schritte mit Maßnahmen präventiver Kastration oder vorbeugender Tötung?
Ein polemisch sülzender Anti-Waffennarr, der darauf auch noch stolz ist
Es kennzeichnet die Diskussion mit Waffengegnern, dass Aussagen verdreht und Unterstellungen gemacht werden. Wer darauf stolz ist hat wirklich Durchblick...Weil sie so interessant ist, die Aussage von "Mischa", wollen wir sie der Reihe nach mal durcharbeiten:Es ging in meiner Aussage nicht um Kritik an der Verhaftung und Verurteilung von Tätern. Es ging vielmehr darum, dass die beste Prävention die Verhinderung der ersten Tat ist. Die Abwehr eines gewaltsamen Angriffs kann nur durch das potentielle Opfer selbst geschehen. Die Vertreter der Bürokratie behaupten regelmässig, an dieser ersten Tat sei nichts zu verhindern, da der Täter immer im Vorteil sei. Wer das glauben will mag das tun...
Mir ist dieser Diskussionsstil jedenfalls zu blöd. Faschingsreden gibt es wieder in ein paar Wochen in der Bütt. Da wäre Chiefpedro bestens aufgehoben: "Wer hier muckt und nicht pariert, der wird gleich vom Chef kastriert. Effftääää!"
Die ersten Sätze beziehen sich - ganz klar - auf die Thematik der Kriminalprävention. Dazu hatte sich "Friedel" geäußert. "Mischa" meinte nun, ich habe diese Aussage "verdreht und Unterstellungen gemacht". Aber schauen wir mal nach: "Friedel" hatte hier davon gesprochen, daß "unserem Staat das Schicksal des Einzelnen sch...egal [sei] -- Kriminalprävention [hiesse] hier nämlich, den Täter NACH der Tat einzusperren[.]". "Friedel"s Ansicht, wie Kriminalprävention zu verstehen sei, bezieht sich auf das Wörten "sch...egal" - und kann nur so verstanden werden, daß er eine andere Form der Kriminalprävention vorziehen würde. Mit der Großschreibung, die er für "NACH" vorsieht, gibt "Friedel" aber zu erkennen, wo er den Fehler im Denkansatz des Staates sieht: Er möchte Kriminalprävention VOR der Tat. Hier wurde nichts verdreht und Unterstellungen kann man auch nicht erkennen. Aber weiter.
Im dritten Satz lüftet "Mischa" das Geheimnis seiner Identität. Er bezieht sich auf die Aussage von "Friedel": "Es ging in meiner Aussage nicht um Kritik an der Verhaftung und Verurteilung von Tätern". Also zuerst einmal ging es genau darum. "Friedel" sprach über "Kriminalprävention" und "einsperren". Interessanter ist aber, daß "Mischa" also "Friedel" ist, wie er zugibt (und wahrscheinlich auch "Jeff", wie zu vermuten ist), denn er versteht Friedels Anmerkung als die seine. Warum aber kann "Mischa" dann nicht immer als "Mischa" auftreten und zeigt sich mal als "Friedel" oder "Jeff"? Vielleicht, weil er auch nicht "Mischa" heisst, sondern so wie - oben zu sehen - der Betreiber von buergerbewaffnung.de?
Nächste Frage: Warum wird als Verweis auf das Impressum von buergerbewaffnung.de dort oben eigentlich der Googlecache gezeigt? Ja, warum wohl? In seinem Schreiben, dessen Veröffentlichung mir untersagt wurde, konnte sich der Betreiber von buergerbewaffnung.de eine Rüge bezüglich meines fehlenden Impressums nicht verkneifen. Apropos Angaben im Impressum: Schauen wir doch mal heute beim Impressum von buergerbewaffnung.de nach. Man sieht also gleich, wie ernst man diese Waffenfreunde wirklich nehmen sollte.
Zum letzten Teil der Antwort von "Mischa"-"Friedel"-"Jeff" - dem Teil mit dem Fasching - wollen wir erklären, daß man über die e-mail-Adresse, über die das Schreiben mich erreichte, auf eine Webseite findet, hervorheben, daß man auf der dortigen Seite erkennen kann, daß der Betreiber von buergerbewaffnung.de ein Doktor zu sein scheint und daher schlußendlich antworten:
Doktor, bleib bei Deinen Leisten.chiefpedro in Politische Notizen | TrackBack(0)