17.12.04

Was Gebrauchtwagen und Versandhauskataloge so anrichten können...

Die Zeitschrift Creditreform verweist in ihrer aktuellen Ausgabe auf eine Analyse ihrer Tochterfirmen Microm und CEG, die sich die Schuldenverteilung unter deutschen Haushälten zum Inhalt genommen hat. Dabei ergab sich folgende Darstellung des Anteils verschuldeter Haushalte an der Gesamtzahl der Haushalte eines PLZ-Bereichs (dunkelgrün - unter 6% / .. / dunkelrot - über 14%):

Schulden.JPG

Die ostdeutsche Hysterie der frühen 90er Jahre, unter allen Umständen einen westdeutschen Gebrauchtwagen besitzen zu müssen, zeigt also deutliche Spuren. Die Unerfahrenheit im Umgang mit Versandhauskatalogen übrigens auch.

Spitzenreiter unter den Bundesländern sind mit einem Anteil von mehr als 13 Prozent überschuldeter Haushalte Bremen und Berlin, die ja auch als Bundesländer gerne Schulden machen. Am seltensten Besuch vom Gerichtsvollzieher erhalten demnach die Einwohner Bayerns und Baden-Württembergs, wo weniger als 8 Prozent der Haushalte nennenswerte Schulden haben.

Betrachtet man Städte, so haben Inkasso-Unternehmen in Heidelberg mit wengier als 7 Prozent verschuldeter Haushalte am wenigsten zu tun und in Bremerhaven mit satten 17 Prozent mehr als genug.

Gründe für das offensichtliche Nord-Süd-Gefälle benennt die Analyse keine. Oberflächlich betrachtet, würden bundesweite Darstellungen von Durchschnittsgehältern, Beschäftigungszahlen und vorhandenem Pro-Kopf-Vermögen sicher ähnliche Verteilungen erzeugen, die durch ihre Verknüpfungen auf den Anteil der verschuldeten Haushalte durchschlagen.

Gleiche Lebensverhältnisse in Ost und West wird´s also nicht geben. In Nord und Süd aber auch nicht, wie man sehen kann.

chiefpedro in Politische Notizen | TrackBack(0)
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