22.11.04

Hitler sells!

Die Berliner Volksbühne hat seit gestern abend die "Die ultimative Show: Good bye, Adolf Hitler" im Programm. Ein Redakteur von Spiegel Online hat sie sich angesehen. Grund für das spezielle Thema dieser Revue? Die vielen Publikationen, Dokumentationen und Fernsehabende, die sich den Führer zum Inhalt nehmen und selten Neues berichten können. Oder anders formuliert:

"Südafrika hat Diamanten, Kuweit ist auf Öl gebaut und Deutschland? Deutschland hat seine Vergangenheit. Die stinkt zwar, aber dessen ungeachtet lässt sie sich auch prima vermarkten. Hitler sells!"
Das Programm tue sich aber schwer, das Niveau zu überwinden, daß es den unzähligen "Hitler-Bücher[n], Hitler-Filme[n] und Hitler-Dokumentationen" vorwirft, so Spiegelredakteur Henryk M. Broder. Der "NS-Unterhaltungsabend" blieb seltsam, wenn er auch seine Höhepunkte hatte. Hitpotenzial zum Beispiel bei Grönemeyers "Männerrrrrr", "Schuld war nur der Adolf Hitler" auf der Melodie von "Schuld war nur der Bossa Nova" und "Am Tag als Adolf Hitler starb" nach "Am Tag als Conny Cramer starb". Der Teil mit Gesangseinlagen dürfte aber in Broders Notizbuch auf der Seite mit dem Plus so ziemlich alleine stehen.

Denn letzten Endes war es ein Abend, bei dem das Mittelmäßige überwog. Es war, so Broder, ein "grausames Spiel mit einem leichten Thema". Oder vielmehr - und nur da wollen wir Henryk M. Broder korrigieren - eine leichte Revue zu einem grausamen Thema.

chiefpedro in Berlinerlei | TrackBack(0)
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