Die Queen treibt ihr Unwesen in der Bundeshauptstadt. Schießt mit übergroßem Hut in einer grellgrünen Verkleidung durch die offizielle und inoffizielle Partyszene, die Hände unter einer wärmenden Wolldecke dem rauhen deutschen Klima entzogen. Heute, so meldet die Berliner Zeitung, will sie unter Anderem eine Klimakonferenz eröffnen und die Stadt Potsdam besuchen.
Der Verkehrsfunk weist in diesem Zusammenhang vorsorglich auf die Staugefahr hin. Dabei ist es interessant, zu wissen, daß sich die Queen und der Duke of Edinburgh zur Nachtruhe im Adlon niedergelassen haben. Das aber ist gerade wegen seiner Lage für offizielle britische Gäste prädestiniert - befindet es sich doch im selben Gebäude wie die Britische Botschaft. Und so warnt der Verkehrsfunk, daß die Queen im Laufe des Morgens vom Adlon zur Britischen Botschaft fahren werde - um besagte Klimakonferenz zu eröffnen.
Auch gut. Die fünfzehn Meter vom Eingang des Adlons zur Straßenecke und die anschließenden fünfzehn Meter von der Straßenecke bis zum Eingang der Britischen Botschaft kann man ihr auch nicht zumuten - schon gar nicht, wenn sie eine Klimakonferenz eröffnen soll, bei der es mit Sicherheit auch um die Reduktion von Kohlendioxid-Emissionen geht.
Aber vielleicht ist die Dame ja zu Fuß recht schwach unterwegs. Da kann man aber nur hoffen, daß die Queen auf dem Zimmer gefüttert wird. Denn wenn sie Breakfast im Palaissaal des Adlons gebucht hat, wird es wohl eine mühsame Episode werden:

Der Weg vom Fahrstuhl zur Futterstelle wäre dann nämlich länger als zur britischen Botschaft, dreimal um den Tiergarten, zweimal durch die Spree getaucht und zurück ins Adlon. Und bei weitem nicht so interessant. Ob die im Adlon ein Golfcar haben?
chiefpedro in Berlinerlei | TrackBack(0)