09.08.04

Reformstau

Die Rechtschreibreform sei eine zwansneurotische Bürokratenlösung, so Spiegel-Chefredakteur Stefan Aust, weswegen sein Blatt zur alten Rechtschreibung zurückkehre. Dem schlossen sich auch die Blätter des Axel-Springer-Verlags sowie die Süddeutsche Zeitung an. Da vorher bereits die Frankfurter Allgemeine Zeitung den Schritt gewagt hatte, arbeiten die wohl einflußreichsten Zeitungen der Bundesrepublik an einer Reform der Reform.

Der Druck auf das neue Regelwerk nehme auch sonst zu, wie die Basler Zeitung meldet. So wollen sich die Kultusminister der deutschsprachigen Länder noch im August zusammensetzen, um über die Fortführung der Reform zu beraten.

Der Denkpass kann die ganze Aufregung kaum nachvollziehen. Zielte die Rechtschreibreform doch darauf ab, Gesprochenes und Geschriebenes einander anzugleichen. Komplizierte, starre Regelungen durch leicht Verständliches zu ersetzen. Eben so zu schreiben, wie die kommende Generation bereits spricht.

Und dabei ist man doch nur halbherzig zu Werke gegangen. Spiegelt die Rechtschreibreform denn wie gewünscht die Sprache der jungen Generation wider? Nein. Ist die reformierte deutsche Sprache lebendig genug, um die Geschwindigkeit im Leben eines modernen Deutschen auch nur annähernd zu erfassen? Wieder nein.

Hört doch in U-Bahnen und Discos den Leuten einfach zu. Schaut doch nur mal in den Foren, Chatrooms und Weblogs nach, wie die Sprache auszusehen hat. Diese Rechtschreibreform geht noch lange nicht weit genug.

DeR DeNkPaSs FoRdErT eInE nEuE, eInE bEsSeRe ReFoRm. EiNe ReFoRm, DiE sIcH aN dEr SpRaChE dEs VoLkEs OrIeNtIeRt, IhR bItChEs. SoNsT JiBtS FrAtZeNjEbAlLeR oHnE eNdE. AlLeT KlAr?

chiefpedro in Politische Notizen | TrackBack(0)
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