Douglas Adams hat dem Teil der Menschheit, den es interessiert, eines der wohl unterhaltsamsten Bücher der Geschichte überlassen. The Hitchhikers Guide to the Galaxy (für Leser, die es in deutscher Übersetzung bevorzugen: Per Anhalter durch die Galaxis) und seine vier Folgebände dürfen für sich zumindest in Anspruch nehmen, absolut einzigartig zu sein. Adams spezieller Humor hat zu einer fanatischen Leserschar geführt, und dies wiederum dazu, daß sich Hollywood drei Jahre nach dem Tod des Autors an eine Verfilmung des ersten Teils wagt.
Wie dem auch sei, in einem der Bände mit höherer Nummerierung stößt Arthur Dent, einer der wenigen Menschen in der Handlung, auf einen Mann mit speziellen Fähigkeiten. Übrigens einen der wenigen anderen Menschen in der ansonsten die Weiten des Weltalls umspannenden Handlung. Seine Bekanntschaft, der Regenmann, hat das traurige Los gezogen, Zeit seines Lebens von Regen begleitet zu werden. Als sich die beiden kennenlernen, ist der Regenmann ein mürrischer Lastwagenfahrer, der Arthur erzählt, er kenne über 300 verschiedene Regenarten. So wie die Eskimos an die 120 verschiedene Wörter für Schnee verwenden, müsse er die verschiedenen Arten des Regens unterscheiden können, so weist er hin.
In einem späteren Teil taucht der Regenmann wieder auf. Da scheint er glücklicher zu sein. Wirtschaftlich erfolgreicher ist er allemal. Denn er lässt sich von Trockengebieten dafür bezahlen, daß er sie besucht und ihnen Regen bringt. Und er lässt sich von Erholungsgebieten in nah und fern dafür bezahlen, daß er ihnen fernbleibt. Manchmal lässt er sich sicherlich auch von konkurrierenden Touristengegenden bezahlen, eben der Konkurrenz den Sommer zu verregnen. Und wiederum manchmal wird er selber zahlen müssen. Zum Beispiel, wenn er eine Wurst essen will. Oder wenn er ein öffentliches Verkehrsmittel oder eine öffentliche Toilette benutzt. Oder beides. Aber wir schweifen ab.
Was mir im Zusammenhang mit dem Berliner Sommer 2004 auffält, ist die Tatsache, daß Deutschlands Haushaltskasse so leer ist, daß unsere Regierung den Regenmann anscheinend nicht dafür bezahlen kann, daß er bleibt, wo der Pfeffer wächst. Das wiederum bedeutet zweierlei.
Das dreckige Schwein rennt hier irgendwo rum. Es regnet täglich.
chiefpedro in Berlinerlei | TrackBack(0)