Vor einigen Tagen - präzise: am 22.6. - habe ich mir bei der Deutschen Bahn AG eine Bahncard 50 bestellt. Da ich sie demnächst einzusetzen gedenke (klar: Warum würde ich sie sonst bestellen?), habe ich wegen bislang ausgebliebener Lieferung der Karte per e-mail nachgefragt.
Gerade eben zum dritten Mal. Die Bahn hüllt sich in elektronisches Schweigen. Weil mich das langsam - aber sehr sicher - in Wut versetzt, betrachten wir das Ganze mal von der logischen Seite:
• Vielleicht ist das eben die Art und Weise, wie man im Bahnkonzern mit Kunden umgehen möchte. e-mails nicht beantworten, Züge verspäten lassen, mit undurchsichtigen Preissystemen die Kunden verärgern und ab und zu auch ruhig mal die Wartung eines Radreifens vergessen. Was soll´s? Kunden gibt´s genug, wenn man ein Quasimonopol hat.
• Vielleicht sind die Leute aber auch einfach zu dumm, um auf e-mails antworten zu können. Windows ist zwar allgemein recht intuitiv zu bedienen, aber Mindestanforderungen an die Intelligenz seiner Benutzer gibt es allemal. Wie lautete der Spruch früher? Hast Du einen dummen Sohn, schicke ihn zu Robotron. Ist dein Sohn noch dümmer, die (Reichs-)Bahn nimmt ihn immer.
• Vielleicht hat Hartmut Mehdorn einen derart autoritären Führungsstil, daß er selbst belanglose e-mails wie die Frage nach dem Zusendungsdatum einer Bahncard erst gegenzeichnen möchte. Wär nicht sonderlich effektiv, aber Effizienz ist auch keines der Wörter, mit denen die Deutsche Bahn AG öffentlich in Verbindung gebracht wird.
Wir werden sehen. Und bis dahin stur täglich e-mails verschicken.
-UPDATE-
Sich dem medialen Druck des Denkpasses beugend, hat jemand bei der Deutschen Bahn AG ein Einsehen und auf die dritte e-mail geantwortet. Das heißt, eigentlich auf die erste e-mail.