07.02.04

Altes Europa

Auf dem in München stattfindenden Treffen der NATO-Verteidigungsminister, bei dem man sich über die Rolle des Bündnisses in Afghanistan und Irak verständigte, sagte Donald Rumsfeld, er "bedaure es nicht", Deutschland und Frankreich zum alten Europa zu zählen. Zum Wortlaut seiner damaligen Aussage habe ich mich früher schon mal positioniert - so abwegig war das eigentlich nicht. Und die Atmosphäre bei der Zusammenarbeit kann man mittlerweile wieder als "gut" bezeichnen, so der deutsche Verteidigungsminister Struck, die Probleme seien nämlich "alle gelöst".

Naja, nicht ganz. Wir haben zwar Saddam (was macht der eigentlich so in der Zwischenzeit?), aber nicht Osama. Wir haben keine Massenvernichtungswaffen gefunden, wie wir es vorhatten, aber es gab ja auch keine, so sagt man (oder frau in der CIA oder anderen Geheimdiensten). Wir haben den Irak befriedet, aber es sind schätzungsweise zehn amerikanische Soldaten und viel mehr Iraker, die pro Woche in diesem Frieden gewaltsam ums Leben kommen. Wir haben übrigens auch große Probleme, einige der Täter zu verurteilen (hier bei uns), geschweige denn angemessen als Sträflinge zu behandeln (in Guantanamo Bay). Und so weiter und so fort...

Übrigens, daß die amerikanische Regierung gelogen hat, was die Massenvernichtungswaffen angeht, scheint ja wohl klar. Kommt das von ungefähr? Na, der gute Donald Rumsfeld hat seinerzeit schon in der Regierung von Richard Nixon gearbeitet (so eng, daß er einige Erfahrungen über die Manipulation von Wahrheiten sammeln konnte, aber nicht so eng, daß er mit der Regierung Nixon in den Bach fiel). Und da scheint er eine gute Ausbildung bekommen zu haben. Übrigens: man rate einmal, wer die offizielle Untersuchung über 9/11 geleitet hat - kein anderer als Henry Kissinger, seines Zeichens National Security Advisor und anschließend Außenminister der Regierung Richard Nixon...passt doch, oder?

chiefpedro in Politische Notizen
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