Allein auf dem Mars

Derzeit läuft ein einjähriges Experiment der NASA, das das Leben menschlicher Raumfahrer auf dem Mars simulieren soll: Life on Mars, geschrieben von einem der Teilnehmer, Sheyna Gifford.

Sechs Menschen1 wohnen für ein Jahr in einem Mars-Habitat am Hang des Mauna Kea auf Hawaii. Damit sich das dort auch so anfühlt wie auf dem Mars gibt es die folgenden Beschränkungen:

  • Kommunikation mit der Außenwelt erfolgt mit 20-minütiger Verspätung (um zu simulieren, wie weit der Mars entfernt ist)
  • Essen und Wasser werden periodisch zur Verfügung gestellt, in der Zwischenzeit muss die Mannschaft mit den vorhandenen Lebensmitteln auskommen
  • Reparaturen hat das Team selber zu erledigen (so haben die Wasserstoff-Zellen bislang noch nie richtig gearbeitet, wie sie sollten)

Aber das scheint alles zu klappen und fühlt sich sogar gut an:

That needful sense of independence from Earth – and interdependence on each other – is the huge upside to the long, dark, 20-minute delay. Plus, without a phone or internet to distract us, we get lots of work done.

Das Team muss sich selbst versorgen und hat nebenbei Experimente durchzuführen (und manchmal auch nur Experimente zu simulieren). Es geht darum, die Belastungen, die man auf dem Mars erwartet, zu simulieren und herauszufinden, wie ein Team das schaffen kann:

What this means is that life up here is eclectic, experimental, and occasionally unpredictable. There are scheduled tasks, unscheduled time for play and rest, experimental communication methods, virtual-reality trips to beaches and forests on Earth, and a lot of negotiation among the crew.

Gifford führt uns im Text durch ihre Schwierigkeiten als Teamdoktor, von beengten Raumverhältnissen bis hin zur Angst, im Notfall nichts ausrichten zu können. Gifford sieht das Hauptproblem bei künftigen Missionen übrigens in etwa gleich verteilt zwischen Technik und Teampsychologie.

Wirklich lesenswerter Text! Ich bin neidisch – von sowas habe ich mein Leben lang geträumt, aber nie entsprechend gehandelt.

  1. Ein Doktor, ein Ingenieur, drei Wissenschaftler und ein Weltraum-Architekt (was immer das genau ist) sind Teil der Crew. ↩︎