Wie es bei Startups auch laufen kann

Eine weder besonders beliebte noch allseits anerkannte Theorie über Startups sagt, Startups seien in Wirklichkeit nur eine wunderschöne Philosophie, um das Gelt zumeist alter Männer sich stark vermehren zu lassen, indem zumeist jungen Männern (und manchmal auch Frauen) der Traum vom großen Geld versprochen wird.

Aber manchmal werden solche jungen Männer wirklich super-super-reich, wie z.B. Reid Hoffman, Marc Zuckerberg oder hier in Deutschland ausgerechnet die Samwers. Das sind die Gründer, und da um die 95% aller Startups scheitern, geht’s selbst denen nicht so oft so gut wie den hier genannten Beispielen. Was aber ist mit den Mitarbeitern?

Manchmal läuft es für die Mitarbeiter so ab wie bei Good. Good war ein kalifornisches Startup, das im Bereich mobile security tätig war. Und Good war mit mehr als 1 Mrd. $ bewertet, also ein Einhorn, etwas, wo ja für alle Beteiligten sehr viel Wert entsteht und verteilt wird. War aber bei Good nicht so, wie die NY Times schreibt (When a Unicorn Start-Up Stumbles, Its Employees Get Hurt).

Good wurde an Blackberry verkauft, für insgesamt 425 Mio. $. Das lag deutlich unter der letzten Bewertung von 1,1 Mrd. $ (was Good zu einem Unicorn machte) und vor allem deutlich unter einem Übernahmeangebot von 825 Mio. $ in cash, das ein halbes Jahr früher vorlag (allerdings ohne, dass der Vorstand jemanden unterrichtete).

Für die Mitarbeiter von Good kam es allerdings noch dicker: ihre normalen Aktien wurden im Zuge des Deals mit 0,44$ bewertet, die Vorzugsaktien der Geschäftsführung und Investoren jedoch mit 3$. Viele der Mitarbeiter hatten allerdings bereits Steuern auf ihre Aktien gezahlt, als diese mit knapp 4$ bewertet waren. Bei einigen war die bereits gezahlte Steuer1 höher als der verbliebene Wert der Aktien – statt von der Wertschöpfung des Startups zu profitieren, fuhren sie Verluste ein.

Und in diesem, zugegebenermaßen anekdotischen Beispiel haben die zumeist alten Männer profitiert (aber zumindest die Chefin von Good war eine Frau: Christy Wyatt), die bereits genug haben, um es in riskante Investitionen zu packen. Und die zumeist jüngeren Männer (und auch Frauen), die diese Ideen umsetzten, zahlten mit Lebenszeit und Geld ein, ohne am Ende was davon zu haben.

Aber ist das wirklich nur anekdotisch?

“It’s not unusual for employees to be wiped out while venture capitalists make money,” said Dennis J. White, a partner in Boston at the law firm Verrill Dana, who has studied deals like Good’s.

Im Fall von Good liest sich das wie ein Krimi: drei Tage, nachdem der 825 Mio$-Deal abgelehnt wurde, meldeten sich die Banker und rieten an, den kommenden IPO zu verschieben. Die Marktlage sei leicht prekär, ähnliche IPOs wurden abgestraft. Während der Termin verschoben wurde, verschlimmerte sich die eigene finanzielle Situation – wusste der Markt bereits, dass solche IPOs nur bestimmten Geldgebern Glück bringen?

Am Ende wird ein Deal durchgehämmert, der nicht mehr nett ist für die Angestellten:

“We listened to these executives and, in the end, incurred huge tax bills because we trusted them,” Mr. Parks said. “Employees essentially ended up paying to work for the company.”

  1. In einigen Fällen bis zu 150.000$. ↩︎