Zuckerberg: Problem und Lösung in einer Person?

Nachtrag zum Blogpost vom 2. Dezember (Philanthropie: Mark Zuckerberg wirklich tugendhaft?): Devon Maloney von The Guardian zeigt uns ein paar Nachteile, wenn Leute wie Zuckerberg philanthropisch werden (Priscilla Chan and Mark Zuckerberg’s 99% pledge is born with strings attached):

Simply by creating and overseeing the world’s largest social network and one of the most influential corporations on Earth – by gathering and selling untold amounts of data under the protection of inscrutable legal jargon, by implementing shaky harassment and reporting policies that permit certain kinds of abuse, by employing 68% men and fewer than 50 black people in a company of more than 10,000 employees (to say nothing of the unholy spectre of gentrification) – Mark Zuckerberg himself continues to reproduce the inequality he and his wife are taking aim at with their pledge.

Zuckerberg will also Ungleichheiten beseitigen, aber seine Firma und sein Vermögen bestehen aufgrund von Ungleichheiten. Wie Teju Cole dazu gesagt hat: Leute wie Zuckerberg unterstützen und vertiefen Ungleichheit am Morgen, spenden was für Philanthropie gegen Ungleichheit am Nachmittag und werden dann am Abend dafür gefeiert.

Ich frage mich ja immer, ob es nicht eigentlich viel mehr Nutzen stifte würde, wenn nicht irgendein Milliardär den Leuten erst Milliarden aus der Tasche zieht und dann seinem eigenen Gusto nach in philanthropische Projekte investiert, sondern das Geld bei den Leuten bliebe, aus deren Taschen es kam, und diese vielen Leute dann selber Gutes tun würden. Wenn wir wirklich an Wizdom of Crowds glauben, wäre es besser.

Aber ich kenne die Entgegnung: lässt Du den Leuten das Geld in der Tasche, konsumieren sie nur blöd vor sich hin, oder? Aber das hiesse, dass ich erst alle abziehen muss, bevor Gutes passiert? Echt jetzt?

2 Gedanken zu „Zuckerberg: Problem und Lösung in einer Person?“

  1. Ich glaube tatsächlich nicht, dass sich irgendetwas ändern würde, wenn man das Geld bei den Leute ließe. Ich glaube innerhalb kürzester Zeit hättest du wieder eine ähnliche Kluft zwischen Arm und Reich, leider.

    Aber eine Sache stört mich bei all dem sehr: Wie viel Steuern zahlen Unternehmen wie Facebook & Co. eigentlich? Das ist der eigentliche Skandal in meinen Augen. Apple, Amazon, Starbucks, wie sie alle heißen rechnen sich arm, um keine Steuern zu zahlen oder gehen in Ländern, in denen sie fast nichts zahlen. Und das muss den Politikern vorgeworfen werden. Wie kann es sein, dass solche Unternehmen Milliarden einstreichen, die Gesellschaft aber nicht davon profitiert, weil sie kaum Steuern zahlen? Wie fair ist eigentlich unser Steuersystem?

    1. Na ja, aber das meine ich ja: wenn diese Leute bereits beim Steuernzahlen signalisieren, wie wenig sie von unserer Gesellschaft halten, wie können wir auch nur ernsthaft annehmen, sie wären dann altruistisch, wenn sie ihre egoistisch angehäuften Profite potzblitz spenden?

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