Richard Koch ist bekannt für seine Power Laws: Science of Success (die ich in zwei Teilen vor einiger Zeit vorgestellt habe). Eins dieser Naturgesetze, die sich auch im Geschäftsleben anwenden lassen, ist das Pareto-Prinzip, oder wie Koch es nennt, das 80/20-Prinzip. Auch darüber hat Richard Koch gleich ein ganzes Buch geschrieben (Das 80/20 Prinzip: Mehr Erfolg mit weniger Aufwand), das ich heute vorstelle:

Das 80/20 Prinzip von Richard Koch (Bildquelle: Amazon.de)

Das 80/20 Prinzip von Richard Koch (Bildquelle: Amazon.de)

Der Kern des Pareto-Prinzips

Eine Beobachtung von Richard Koch, die wir alle schon gemacht haben, ist dass wir sehr oft in sehr kurzer Zeit sehr viel erreichen. Die meiste Arbeit in Projekten wird am Anfang und am Ende erledigt. Trotz unermüdlicher Arbeit an meinem Diplom und an meiner Master-Thesis habe ich den größten Teil der Texte, die letztendlich ausgedruckt wurden, erst kurz vor Schluss geschrieben. Das liegt nicht nur daran, dass ich vorher zwischendurch gerne mal ausgiebig prokrastiniert habe. Es liegt auch daran, dass ich erst kurz vor Schluss bereit war, wichtige Entscheidungen sofort zu treffen – und sie vorher aufschob. Und erst kurz vor Schluss habe ich zielgerichtet gearbeitet, während ich mich vorher gerne auch in Rand-Gebieten meines Themenkomplexes ausgetobt habe. Das war wichtig, aber es kostet Zeit.

Es ist also häufig so, dass wir in 20 Prozent der zur Verfügung stehenden Zeit 80% der Arbeit erledigen. Dieser Bezug des 80/20 -Phänomens zur Zeit hängt mit den Parkinsonschen Gesetzen zusammen, vermute ich. Koch begründet es mit der Chaos-Theorie. Fakt ist, dass seine Manifestationen überall und ständig beobachtbar sind. In 50% der Zeit 50% der Arbeit erledigen, klappt jedenfalls nie. In einem kleinen Teil der Zeit schaffen wir einen Großteil der Arbeit. Oder: mit einem geringen Aufwand erzielen wir einen Großteil unserer Erfolge – ob das dann immer 20% und 80% sind, oder manchmal 9/91 oder 41/59, ist selbst Koch egal. Die Auswirkungen dieses Gesetzes lassen sich laut Koch auch sonst überall erkennen:

  • 20% der Produkte eines Unternehmens sind so erfolgreich, dass sie 80% des Umsatzes erzeugen
  • 20% der Mitarbeiter einer Organisation erzeugen 80% des Nutzens
  • 20% der Ausgaben eines Staates erzeugen 80% der gesamten Wirkung auf Land und Einwohner
  • 80% des Vermögens sind auf 20% der Einwohner eines Landes konzentriert
  • 20% des Teppichs erleiden 80% der Abnutzung

Das Geheimnis lautet für uns als einzelne Person also: Einfachheit und Konzentration auf die Dinge, die wir wirklich gut können. Das sind übrigens ganz oft auch die Dinge, die uns wirklich viel Spaß machen. Finde also heraus, welche Dinge Dir Spaß machen und wie Du damit Geld verdienen kannst, konzentriere Dich auf diese Dinge – und lass den Rest, die ineffektiven und unrentablen 80%, einfach weg (oder delegiere sie).

Das 80/20-Prinzip anwenden

Es geht um Konzentration aufs Wesentliche. Um das Wesentliche und Einfache zu erkennen und vom Unwesentlichen und Komplexen zu unterscheiden, sind Erfahrung, Kreativität und Intuition wichtig. Die Frage lautet: welche 20% sind ausschlaggebend für 80% des zu erwartenden Erfolgs? Um das heraus zu bekommen, macht Koch einige Vorschläge:

  • finde auf Umwegen eine Abkürzung
  • konzentriere Dich auf die Arbeit, die Dir liegt und bringe dabei Top-Leistung
  • betreibe möglichst wenig Aufwand (vereinfache Prozesse und Materialaufwand)
  • delegiere viel
  • feiere Deine Erfolge und baue sie aus

Dann gibt Richard Koch spezifische Empfehlungen für Unternehmen, Entrepreneurs, Marketing und auch für die Entwicklung des persönlichen Erfolgs (z.B. Verhandeln). Dabei wendet er diese Vorschläge konsequent auf die jeweiligen Gebiete an. Wer sich dafür interessiert, sollte das Buch einfach kaufen. Ich will hier nur noch Kochs Empfehlungen widergeben, wie man mit Hilfe des 80/20-Prinzips seine Entscheidungsfindung optimiert:

  • Nur wenige Entscheidungen sind wirklich relevant – lass andere die unwichtigen Entscheidungen treffen
  • Wichtige Entscheidungen entstehen oft aus eigenen oder fremden Versäumnissen – forsche nach, warum Sachen unerwartet gut oder schlecht laufen
  • in 20% der zur Verfügung stehenden Zeit musst Du 80% der Daten analysiert haben – und danach 100% zu Deiner Entscheidung stehen
  • erkennst Du, dass Deine Entscheidung falsch war, ändere sie sofort
  • Hast Du die richtige Entscheidung getroffen, multipliziere sie

Fazit: Die Allgemeingültigkeit des 80/20-Prinzips ist unbestritten – jeder von uns hat es schon am eigenen Leib erlebt. Richard Koch nennt viele Beispiele, wie das Prinzip erfolgreich eingesetzt wurde und leitet daraus Empfehlungen ab. Mit diesen Empfehlungen kannst Du Dein Leben verändern und mehr Erfolg haben. Selbst Tim Ferriss in seinem Buch Die 4-Stunden-Woche greift auf das 80/20-Prinzip zurück. Ergo: lesen und schauen, was Du für Dich und Deine Situation verwenden kannst! So viel wirst Du für knapp 25 € nicht oft lernen können (aber denke dran: lies die wichtigen 80% 20% des Buchs, die Dir 80% des Erfolgs dieses Prinzips geben werden! Danke an Michael für diesen Hinweis mit den 80%!)

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  • http://freizeittipps-nrw.blog.de Michael

    Guter Buchtipp! Interessantes Prinzip!

    >>(aber denke dran: lies die wichtigen 80% des Buchs!)

    Wenn ich das Konzept richtig verstanden habe, steht in 20% des Buches, ca. 80% des wichtigen Inhalts. Oder stehe ich da auf dem Schlauch? Wenn dem so wäre, recht es doch die richtigen 20% zu finden und zu lesen?!??!

  • http://www.denkpass.de gregorgross

    Ähhhhmmmm…. ja. Das war der Test, um zu schauen, ob jemand aufpasst ;-)