Wie soll man am besten ein Start-Up gründen? Sich voll dem neuen Unternehmen widmen – oder tagsüber woanders arbeiten und das Start-Up in der Freizeit voran bringen? Dieser Frage geht Luke Johnson in einem Artikel der Financial Times nach (Link zum Artikel). Beide Strategien haben ihre Vor- und Nachteile, aber Luke Johnson empfiehlt, ein Start-up erstmal neben dem normalen Job zu verfolgen.
Vorteile, wenn man neben dem Start-Up noch einen Job hat:
- man kann seine Lebenshaltungskosten und das Start-Up ohne Risiko finanzieren
- für den Fall, dass das Start-Up in die Hose geht, hat man berufliche Sicherheit
- man bleibt in seinem beruflichen Netzwerk
Nachteile:
- es gibt meistens Ärger, wenn die Chefs erfahren, was man da macht
- es bleibt in der Freizeit nur wenig Zeit für das Start-Up
- Start-up bleibt ein Hobby?
Was tun, wenn der Arbeitgeber die freizeitliche Betätigung in einem Start-Up verbietet? Diese Situation haben einige meiner Ko-Gründer in meinem australischen Start-Up. Ihre Arbeitgeber verbieten ihnen im Arbeitsvertrag, Anteile an eigenen Firmen zu halten. Bis unsere Firma den Break-Even geschafft hat und wir davon leben können, umschiffen wir diese Klippe elegant, indem besagte Teilhaber nur Optionen auf Anteile halten – nicht die Anteile selber. Erreichen wir diesen Punkt, wandeln sich die Optionen in Anteile und unsere Teilhaber verlassen ihre Jobs.
Luke Johnson empfiehlt, sich ein Ziel zu setzen: einen Punkt, wo man das Start-Up getestet hat und weiß, dass es funktionieren kann. Und ab dem man sich Vollzeit um seine Idee kümmern muss, weil Teilzeit nicht ausreicht. Das ist der Zeitpunkt, wo man wie Cortes in der Neuen Welt die Schiffe verbrennt und es nur noch einen Weg gibt: den nach vorn.
Bis dahin heißt es aber, in seiner Freizeit viele Stunden investieren. Und das ist ein guter Test, wie viel einem seine eigene Idee wert ist. Denn Vollzeit arbeiten und nebenbei ein Unternehmen gründen kann 80 Stunden Arbeit pro Woche bedeuten. Und wenn man das nicht investieren will, wird man wahrscheinlich auch keinen Erfolg haben, wenn man seine Idee Vollzeit verfolgt hätte.
Das größte Problem eines Start-Ups ist Geld. Es dauert eine Weile, bis der Break-Even kommt und man mehr Geld erzeugt als man verbraucht. Hat man keine Kredite oder Venture Capital-Finanzierung, muss man in diesen ersten Jahren bis zum Break-Even nebenbei noch seinen eigenen Unterhalt bestreiten. In den meisten Fällen lässt sich dies am besten verbinden, wenn man einen Job hat. Der finanziert dann den Lebensunterhalt und die ersten Kosten des Start-Ups.
In meinem Unternehmen weiß ich übrigens ganz sicher von zwei Mitarbeitern, die nebenbei ihre eigenen Start-Ups verfolgen. Bei dem einen tolerieren wir es, weil sich beides nicht im Wege steht und die Sicherheit des monatlichen Gehaltschecks, verbunden mit etwas Freiheit, den Mitarbeiter sehr gut motiviert. Den anderen haben wir extra deswegen eingestellt: er hat uns von vornherein gesagt, er will was gründen und braucht einen Teilzeitjob, um das zu finanzieren.
Ähnliche Beiträge:
- Die besten Start-Up-Links im August 2010 Ich bin in letzter Zeit über einige interessante Artikel gestoßen,...
- Starting up – Zu jung ist keine Entschuldigung Wie jung darf man sein, wenn man ein Unternehmen gründen...
- Jobsuche bei Startups: Warum Du bei einem Startup anfangen solltest In meinem ersten Blogpost bei Startwerk.ch habe ich mich dieser...
Tags: Finanzierung, Job, Startup







