Die Herrscher im Alten China hatten haufenweise riesige Bauprojekte zu erledigen: die Große Mauer, eine Stadt für den Kaiser, eine Terrakotta-Armee. In dieser Hinsicht unterscheiden sie sich wenig von den Herrschern im heutigen China. Deren Expo ist die größte aller Zeiten. Das Qualitäts-Image jedenfalls war ein anderes damals: Große Mauer, Kaiserstadt und Terrakotta-Armee stehen immer noch, Spielzeuge und Klamotten aus dem heutigen China zerschleissen gefühlt oft bei erster Berührung. Wie haben die das damals hingekriegt?

Die Große Mauer: auf jedem Stein ein Name (Bildquelle: Wikimedia.org)

Die Große Mauer: auf jedem Stein ein Name (Bildquelle: Wikimedia.org)

Im Alten China gab es anscheinend das erste Produkt-Rückverfolgungs-System in der Geschichte der Menschheit. Ich bin darüber bei der Lektüre von Jeff Longs The Reckoning gestolpert und habe es auch hier und hier gefunden: Anscheinend waren auf Ton-Produkten, wie z.B. Mauersteinen und Terracotta-Soldaten, die Namen der sie fertigenden Arbeiter eingebrannt. Brach ein Stein oder eine Figur, konnte man das Produkt zu seinem Hersteller zurück verfolgen.

Wahrscheinlich ging des den Herrschern damals nicht darum, von dem Problem betroffene, ähnliche Produkte aus dem Verkehr zu ziehen und mit Hilfe eines 8D-Reports die Ursache künftig auszuschliessen, so wie man das heute macht. Viel wahrscheinlicher ist, dass man Qualität als ein evolutionäres Problem betrachtete: wer Mist liefert, wird entsorgt. Die besten Arbeiter überleben, langfristig steigt die Qualität. Das wäre dann Qualitäts-Darwinismus, also noch eine Vorschau auf ein Konzept, das wir erst mehrere tausend Jahre später ausformulieren würden.

So oder so. Die Idee ist brilliant, finde ich: sehr kreativ. Die Umsetzung entspricht nicht unseren heutigen Maßstäben, war damals aber sicher sehr innovativ.

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