Wie wichtig Kommunikation für funktionierende Kreativität als Team ist, zeigt Paul Downs in einem Blog-Artikel für die New York Times (Link zu I know I’m doing this wrong). Paul Downs, Besitzer eines exklusiven Möbelherstellers, wundert sich, warum er zwar exzellente Mitarbeiter mit bemerkenswerten Fähigkeiten hat – aber er sich nicht erinnern kann, dass seine Leute ihm jemals Vorschläge und Ideen präsentiert haben, wie die Arbeit produktiver zu gestalten sei. Veränderungen in seinem Unternehmen, so denkt er, folgen also immer dem Top Down-Schema.

Dann beschreibt Paul Downs einen Fall von Bottom-Up-Problemlösung. Es handelt sich um ein Problem, das wir alle von unserer Arbeit kennen. Ich nenne es mal das Linke-Hand-Rechte-Hand-Problem. Das Möbelunternehmen von Paul Downs macht hauptsächlich kundenspezifische Möbel und versendet daher gerne Samples, kleine Holzstückchen, die dem Kunden Farbe, Textur und Beschaffenheit verschiedener Oberflächen zeigen. Anscheinend verschicken die tonnenweise diese Samples, denn sie wissen anscheinend oft nicht genau, welches Sample an wen ging etc. Einer von Pauls Mitarbeitern hat eine Lösung entwickelt: ein Label, das auf die Rückseite des Samples kommt und Felder für den Namen des Kunden, Datum, Holzart etc. bereit hält.

Es gibt aber eine selbst programmierte Software, wo all diese Informationen abgelegt werden. Auf der Rückseite des Samples vermerkt man dann einfach eine Nummer (und kann die Samples so mehrfach verwenden, weil keine Kunden-Informationen enthalten sind). Das wusste der Mitarbeiter, der die Labels entwickelte anscheinend nicht. Paul Downs ist Co-Autor eines New York Times-Blog, das den Untertitel The Art of Running a Small Business trägt. Anzunehmen ist also, dass seine Möbelfirma auch ein small business ist und nicht besonders viele Mitarbeiter hat. Trotzdem diese unnötige Doppel-Arbeit bei der kreativen Lösung eines bereits gelösten Problems?

Fassen wir zusammen:

  • Paul Downs wundert sich, warum seine Mitarbeiter keine Vorschläge machen
  • wenn sie dann mal Vorschläge machen, ist es für ein Problem, das bereits besser gelöst wurde

Das Denken seiner Mitarbeiter steht in keinem Zusammenhang mit seinen Bedürfnissen als Firmenchef. Das sei das Problem und es hat mit Größe zu tun. Diese fehlende Verbindung zwischen tritt umso schneller auf, umso größer ein Unternehmen ist. Vielleicht gibt es Mitarbeiter, die Ideen haben, wie man einige akute Probleme der Geschäftsführung lösen kann. Nur leider wissen diese Mitarbeiter nicht, dass es diese Probleme überhaupt gibt. Umgekehrt genauso: vielleicht hat das Management Ideen, wie man einige Probleme der täglichen Arbeit der Mitarbeiter lösen könnte – und weiß nichts von diesen Problemen und kann sie demzufolge auch nicht lösen. Ganz klar – es ist Paul Downs’ Schuld, dass dieses Problem auftritt. Zu hoffen, dass Innovation einfach auftritt UND die richtigen Probleme löst, funktioniert nicht. Was Paul Downs daraus gelernt hat, zeigt er in einem zweiten Artikel (Link zu More on Soliciting Employee Ideas):

  • es gibt seit kurzem ein wöchentliches All-Hands-Meeting (Inhalte: Sales, anstehende Lieferungen, aktuelle Qualitätsprobleme)
  • er überlegt sich, ein Blog oder Wiki für den internen Gedankenaustausch anzulegen (fragt sich aber, ob seine Handwerker sich daran beteiligen werden)
  • er lehnt ein Belohnungs-System für Ideen ab, da es zu kompliziert umzusetzen sei
  • er überlegt sich, einen Vertriebler einzustellen, um selber mehr Zeit für interne Kommunikation zu finden

Haben Sie in Ihrem Unternehmen ähnliche Probleme bemerkt? Wie gehen Sie vor, um die Kommunikation von Problemen und Ideen im Team zu fördern? Welche Hilfsmittel benutzen Sie?

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