Dies ist Teil 2 der Buchvorstellung für The Power Laws – Science of Success von Richard Koch. Im ersten Teil gestern gab es eine Einleitung, die Aufzählung aller Naturgesetze, die Richard Koch auf die Wirtschaft anwendet und erste Erkenntnisse aus der Biologie.
Erkenntnisse aus der Physik
Die von Richard Koch aufgeführten Gesetze der Physik (siehe Teil 1) beschäftigen sich mit Materie und Energie. Sie sind verantwortlich dafür, wie wir das Universum sehen und verstehen. Sie können somit auch benutzt werden, so Koch, um unsere Gesellschaft, Industrie und Märkte zu verstehen.
Wettbewerber üben Gravitation auf uns aus. Große Wettbewerber mehr, kleine weniger. Wie bei der Gravitation gilt auch: wenn der Abstand zwischen zwei Wettbewerbern sich vergrößert, nimmt auch ihre Wirkung aufeinander ab. Somit lässt sich die Gravitation des Wettbewerbs beeinflussen, indem man sich vom Wettbewerb weg bewegt:
- Unterscheiden sich die Wertversprechen der Produkte?
- Sind die Produkte anders?
- Gibt es geographische Unterschiede?
- Sprechen wir andere Kunden an?
Weitere Erkenntnisse, z.B. aus der Relativitätstheorie: Zeit ist relativ, auch in der Wirtschaft. Zeit ist Bestandteil eines Produkts oder einer Dienstleistung und steht für Geld und Wettbewerbsvorteile. Das Internet beschleunigt den Fluss von Informationen dramatisch. Es macht Zeit zu einem wichtigen Faktor: liefere kostengünstig und schnell.
Aber auch die Quantenmechanik liefert Einsichten: Quantenteilchen verhalten sich sehr merkwürdig und sind schwer bestimmbar. Die Unschärfe-Relation von Heisenberg sagt beispielsweise, dass wir von einem Quantenteilchen entweder die Position oder die Geschwindigkeit bestimmen können – nicht beides. Denn die Messung beeinflusst das Ergebnis. Das gilt interessanterweise nicht nur für Quanten: ein Kamera-Team in Afrika, das eine Löwenfamilie begleitet, verändert durch seine Anwesenheit die Realität. Und es liefert auch für die Wirtschaft folgende Erkenntnisse: Es gibt keine einzelne Wahrheit, wie Wirtschaft funktioniert, weswegen man immer mehrere Modelle braucht, um Märkte zu verstehen. Und es ist am besten, immer mehrere Optionen zu verfolgen und zu testen – um die Position der besten Idee genau zu bestimmen.
Erkenntnisse aus Nicht-Linearen Gesetzmäßigkeiten
Nicht-Lineare Gesetze sagen, dass die Welt nicht linear funktioniert: einfache Ursachen können komplexe Folgen haben und umgekehrt. Das hat dann nichts mit Glück zu tun. Koch empfiehlt, sich in neuen Märkten als erster zu bewegen, um am schnellsten vom potenziellen Wachstum zu profitieren. Und Wirtschaft funktioniert fraktal: jedes Unternehmen hat seine eigenen Muster, die sich endlos variieren aber auch ähneln, aber niemals wiederholen. Der Erfolg liegt darin, diese Muster zu erkennen, wofür man sich spezialisieren muss und Erfahrung und Instinkt braucht.
Ganz wichtig und sicherlich Teil einer eigenen Buchvorstellung ist das 80/20-Prinzip von Richard Koch. Mit 80% unseres Einsatzes (an Zeit, Geld, Arbeit etc.) schaffen wir üblicherweise 20% unseres Outputs und umgekehrt. Es lohnt sich, herauszufinden, was die guten 20% sind – und sich auf diese Arbeiten und Ideen zu konzentrieren und sie auszubauen!
Fazit
Das ist ein wirklich lesenswertes Buch, das Richard Koch hier geschrieben hat. Anfangs hatte ich Angst, es bliebe abstrakt – aber Koch gibt praktische Hinweise, die sich leicht umsetzen und anwenden lassen. Das Buch ist spannend, unterhaltsam und lehrreich. Ich finde es sehr hilfreich, diese Gesetze aus anderen Bereichen für unser Verständnis von Wirtschaft und Ökonomie zu nutzen. Ein Grund dafür ist, dass wir diese Modelle bereits verstanden haben – und dieses Verständnis uns nun hilft, Wirtschaft und Ökonomie besser zu verstehen.
LESEN! DAS IST EIN BEFEHL!
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Tags: 80/20-Prinzip, Gesetze des Erfolgs, Richard Koch, The Power Laws







