Teil 3 von 7 in der Serie Entrepreneurship

Vor einiger Zeit habe ich das Buch Überflieger von Malcolm Douglas vorgestellt. Es beschäftigt sich mit den Geheimnissen von Erfolg. Das ist auch das Ziel des Buches The Power Laws – The Science of Success von Richard Koch, das ich heute vorstelle. Richard Koch ist bekannt als der Autor des 80/20-Prinzips.

The Power Laws by Richard Koch (Bildquelle: Amazon.de)

The Power Laws by Richard Koch (Bildquelle: Amazon.de)

Koch identifiziert 17 wissenschaftliche Prinzipien, die sich auf die Planung unseres Erfolgs in der Wirtschaft anwenden lassen, so seine Argumentation. So überträgt er die Evolution aus der Biologie in die Wirtschaft. Koch wendet aber auch Erkenntnisse der Gravitation, der Relativitätstheorie und der Quantenmechanik auf wirtschaftlichen Erfolg an.

Das Prinzip der Power Laws

In allen Bereichen der Wissenschaft treten universelle Muster und Gesetzmäßigkeiten auf, Grundprinzipien der Natur. Diese gelten auch in der Wirtschaft, so Koch. Das Verständnis dieser Prinzipien erlaubt uns, wirtschaftlichen Erfolg vorherzusagen. Kochs Liste dieser universellen Gesetze sieht so aus:

  • Darwins Evolutionstheorie
  • Theorie der Wirtschafts-Gene
  • Gesetze von Gause: Überleben durch Differenzierung, Wettbewerbsausschluß, Koexistenz, Dominanz und Bistabilität
  • Evolutionäre Psychologie
  • Das Gefangenen-Dilemma
  • Punktualismus
  • Newtonschen Gesetze
  • Relativitätstheorie
  • Quantenmechanik
  • Chaos-Theorie
  • Komplexität
  • 80/20-Prinzip (nach seinem eigenen Buch)
  • Tipping Point (nach dem Buch von Malcolm Gladwell)
  • Skalenelastizität (Increasing Returns)
  • Paradox der Anreicherung
  • Entropie
  • Gesetz der unbeabsichtigten Konsequenzen

Mit Hilfe dieser Erkenntnisse können wir unsere Effektivität vergrößern, aussichtsreiche Geschäftsmöglichkeiten identifizieren und die richtigen Kunden finden und behalten.

Erkenntnisse aus der Biologie: Evolution

Ideen entstehen, treten in Wettbewerb zu anderen Ideen, entwickeln sich oder sterben aus. Sie sind die Gene unserer Wirtschaft.

  • wirtschaftliche Gene sind ökonomische Informationseinheiten und Ideen, die Werte schaffen
  • diese Ideen entwickeln sich
  • Firmen sind die Zellträger dieser Gene
  • so betrachtet, gilt die Evolutionstheorie auch in der Wirtschaft

Der Wettbewerb zwischen Unternehmen ist eigentlich ein Wettbewerb zwischen Ideen – also ein evolutionärer Wettlauf der Gene. Wichtig für Kreativität: dieser Wettbewerb der Ideen folgt Naturgesetzen. Ideen werden variiert, auf ihren Erfolg getestet und weiter entwickelt, bis sie sich besser an das wirtschaftliche Umfeld anpassen. Schlechte Ideen sterben aus, gute überleben, werden weiter entwickelt und pflanzen sich fort.

Das führt zu folgenden Erkenntnissen:

  • Ideen werden stärker, wenn sie aus einem gesunden Wettbewerb hervorgehen
  • Es wird immer neue Produkte und Produktvarianten geben (unabhängig davon, ob Du das willst oder nicht)
  • Breite Dich rund um Dein Kern-Produkt aus, damit niemand anders diese Nischen des Lebens füllt
  • Beschleunige Produkt- und Service-Entwicklung

Firmen sind aber nicht nur Zellträger für die Gene, sie können auch betrachtet werden als selbstorganisierende Systeme von Mitarbeitern und Teams. Auch hier gilt übrigens die Evolution: erfolgreiche Mitarbeiter und Teams existieren länger und entwickeln sich fort, weniger gute müssen sich schnell anpassen oder suchen sich Nischen, in denen sie unangreifbar sind.

Der Vorteil bei der evolutionären Betrachtungsweise ist, dass sich der Fokus von der Firma als Ganzes zu ihren Genen verschiebt: den Ideen und selbstorganisierenden Systemen, aus denen sie besteht. Der Wert liegt in der Idee und der für ihre Implementierung erforderlichen Umstände (z.B. Technologie). Die besten Ideen suchen sich die für sie passenden Zellträger. Bei Bedarf wechseln sie den Zellträger und lassen den ursprünglichen Zellträger leer zurück. So lässt sich Wert nicht nur durch neue Ideen schöpfen, sondern auch durch das Identifizieren vorhandener Ideen, die noch nicht vollkommen entwickelt sind (sprich: noch nicht den richtigen Zellträger gefunden haben).

Erkenntnisse aus der Biologie: Überleben

Gauses Gesetze sagen, dass ein Organismus es schwer haben wird, wenn er seinen Lebensraum mit anderen teilen muss, die genau dasselbe machen. Genauso gilt, dass ein Organismus dominiert wird, der von anderen Organismen in seinem Lebensraum bedroht wird, aber in deren Lebensräume nicht eindringen kann. Übertragen auf die Wirtschaft bedeutet das folgendes: verlasse alle Geschäftsfelder, die Du mit Wettbewerbern teilen musst, deren Geschäftsfelder Du aber NICHT angreifen kannst.

Im zweiten Teil gibt es morgen die Erkenntnisse aus Physik und nicht-linearen Gesetzmäßigkeiten, bevor wir zum Fazit kommen. Das wird übrigens positiv ausfallen, so viel ist sicher.


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