Google und Apple standen sich anfangs sehr nahe, vereint im Kampf gegen einen gemeinsamen Feind – Microsoft. Der Erfolg ihrer Produkte war eng verknüpft, nicht nur im einfachen Design. Mittlerweile hat sich die Situation aber geändert. Da ist zum einen das Nexus One, ein Smartphone von HTC, das über Googles Webseite vertrieben wird. Und da ist auch die Gefahr für Google, dass Apple seine erfolgreiche Taktik der kreativen Zerstörung nach Märkten wie Smartphones, Musik- und Videodistribution und Handheld Gaming Devices nun auch auf Paid Content im Internet anwendet, wie Sascha Lobo bei Webciety mutmaßt. Dieser Wettbewerb von Google und Apple fällt auch John Gapper von der Financial Times auf, der darin vor allem einen Wettstreit offener und geschlossener Systeme sieht: Apple mit streng kontrolliertem, proprietärem Betriebssystem, Google beispielsweise mit offenem Code für Google Android.
Immerhin, so erkennt man auch bei Financial Times, sind diese Rollen aber nicht so festgefahren, wie man meinen könnte. So profitiert ja das iPhone insbesondere vom App Store, wo aufgrund des frei verfügbaren Software Development Kit eigentlich fast jedermann eigene Applikationen entwickeln kann, auch wenn Apple sich die letzte Entscheidung darüber vorbehält, welche Applikationen verkauft werden dürfen und welche nicht. Auf der anderen Seite propagiert Google zwar Open Source, legt aber den Suchalgorithmus seiner Suchmaschine auch nicht offen.
Zumindest in Letzterem sieht ein Leserkommentar in der Financial Times einen großen Vorteil. Der Kommentar von Nils Beimanis aus Riga dokumentiert, dass Open Source nicht immer nur gut ist, sondern durchaus auch negative Seiten hat:
Seit dem Erscheinen sogenannter Experten für Search Engine Optimization SEO haben die Suchmaschinen-Resultate stark gelitten. Das Kerngeschäft dieser Experten ist es, die Suchergebnisse so zu verändern, dass ihre Kunden davon profitieren – sehr oft zum Ärger aller anderen Suchmaschinen-Nutzer.
Um dazu in der Lage zu sein, brauchen sie ein sehr gutes Verständnis dafür, wie Suchmaschinen den gefundenen Inhalt indizieren und ranken. In dieser Hinsicht ist es vorzuziehen, dass Google so geheimniskrämerisch wie möglich bleibt. (eigene Übersetzung)
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