Tiefschlaf macht kreativ

Tiefschlaf in der sogenannten REM-Phase (Rapid Eye Movement) hilft, Informationen zu verarbeiten und Stress abzubauen. Darüber hinaus, so eine Studie der Universität von Kalifornien in San Diego, fördert Tiefschlaf auch die Kreativität. Testpersonen schnitten besser in kreativer Problemlösung ab, wenn sie zuvor in den Tiefschlag gefallen waren, im Vergleich zu Testpersonen, die bloß nickern oder sich ausruhen durften.

“In der Nacht vor Ostersonntag in jenem Jahr bin ich aufgewacht, habe das Licht angemacht und einige Notizen aufgeschrieben. Dann schlief ich wieder ein. So gegen 6 Uhr morgens erinnerte ich mich, dass ich etwas Wichtiges aufgeschrieben hatte, aber ich war nicht in der Lage mein Geschreibe zu erkennen. In der nächsten Nach, gegen 3 Uhr, kam die Idee wieder. Es war das Design eines Experiments, das meine These der chemischen Transmission beweisen sollte, die ich 17 Jahre zuvor postuliert hatte. Ich stand sofort auf, ging ins Labor und führte ein Experiment am Herzen eines kleinen Frosches durch, genau wie ich es geträumt hatte. Das war der Beweis.”, Otto Loewi, Nobelpreis 1936 für die Entdeckung der chemischen Weiterleitung von Nervenimpulsen (kurz: Neurotransmitter)

Die Forscher um Sara Mednick und Denise Cai an der Universität haben Anekdoten wie die von Otto Loewi zum Anlass genommen, den Einfluss von Erholung und Schlaf auf die Kreativität genauer zu untersuchen. Sie kamen zu folgenden Ergebnissen:

  • unabhängig vom Schlaf hilft bereits der Ablauf von Zeit, in dem sich das Gehirn unbewusst mit den Fakten beschäftigen kann (eine entsprechende Kreativitätstechnik heißt Set & Forget)
  • Tiefschlaf erhöht die Kreativität, wenn das Problem bereits vor dem Schlaf bekannt ist
  • diese Tiefschlaf-Steigerungen der Kreativität haben nichts mit selektiven Verbesserungen des Erinnerungsvermögens zu tun
  • die generelle Fähigkeit zur Problemlösung ist vom Erholungszustand unabhängig

Mednick und Cai begründen das damit, dass im Hirn im Tiefschlaf neue Informationen in vergangenen Erfahrungen eingebettet werden und so für ein reicheres Netzwerk an Assoziationen sorgen. Der Wunsch des Nobelpreisträgers Friedrich A. Kekule erlangt eine völlig neue Bedeutung:

Lasst uns lernen, zu träumen.

So gesehen, müsste das Beamtenheer unseres Landes aber sehr kreativ sein, oder? Sagt man denn nicht, die Beamten seien den ganzen Tag im Tiefschlaf?

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