Cem Basman (eins meiner Web2.0-Idole) hat darüber getwittert und dabei auf einen Blog-Eintrag bei Mario Sixtus verwiesen, der heute erschien. Dieser wiederum bezieht sich auf einen Blogeintrag bei Social Media Today vom 11. Oktober 2009, die sich wiederum auf eine selbstgemachte Grafik von StuffThatHappens.com beziehen, die bereits am 5. März 2008 erschien. Hier ist sie:

StuffThatHappens.com: Simplicity is why Apple and Google win - and you dont

StuffThatHappens.com: Simplicity is why Apple and Google win - and you don't

Und ja, das ist eins der Erfolgsgeheimnisse von Apple und Google. Deren Produkte sind einfach zu bedienen und haben dabei aber richtig was unter der Haube. Mächtige Funktionen, die ohne große Lernkurve nutzbar sind und das machen, was die Benutzer erwarten. Das Ganze ist dann noch intuitiv zugänglich. Nicht nur in dieser Hinsicht, aber vor allem darin, sind Google und Apple marktführend: Bedienbarkeit. Einfachheit. Schlichtes Design.

Aber ganz so einfach ist das nun auch wieder nicht. Zwar sind Apple’s Produkte denen der Konkurrenz in einfacher, intuitiver Bedienung überlegen und überzeugen die angesprochene Zielgruppe durch schlichtes, zeitloses Design.

Einfaches Design als einzige Erklärung?

Aber wie ist das mit der Konkurrenz von Google? Der Beitrag von Eric Burke, bekräftigt und aufgenommen von Social Media Today und Mario Sixtus, unterstellt ja beinahe, dass Google gegen seine Konkurrenz “gewinnt”, weil sein Produkt so einfach zu bedienen sei. Dabei haben Yahoo und Bing dieselbe schlichte Eingabemaske, bringen dieselbe Funktionalität mit und kommen sogar, im Falle von Bing, an manchen Tagen in schönerem Gewand daher.

Anscheinend gibt’s für Googles Dominanz also auch andere Gründe. Wenn Googles Wettbewerber Burkes Zeichnung sehen, werden sie jedenfalls laut aufschreien. Denn auch sie haben fast zum Verwechseln ähnliche, einfach zu bedienende Webseiten, und werden trotzdem von Google dominiert. Allein daran liegt es also nicht. Einfachheit ist ein notwendiges Kriterium für den Erfolg im Web, aber kein hinreichendes.

Kreative Einfachheit

Das Thema hat natürlich auch viel mit Kreativität zu tun: ein Produkt so zu gestalten, dass es leicht bedienbar ist und allen gefällt, ist schwere Arbeit. Microsoft beispielsweise kriegt beides nicht immer wirklich gut kombiniert. Apple scheint da anders vorzugehen: Apple scheint sowas wie einen Status Quo nicht zu kennen, sie lassen ihr Denken nicht von Gegebenheiten behindern. Die Innovationen von Apple sind demzufolge oft sprunghaft.

Bei Microsoft liegt der Fall genau andersrum. Als eine der ältesten Softwarefirmen der Welt begreift man sich im Rahmen einer langen Tradition. Software muss abwärtskompatibel sein, so Microsoft. Gegebenheiten sind zu beachten. Die Innovationen von Microsoft sind demzufolge oft evolutionär, kleine aber laufende Veränderungen.

Das Ganze so schön und einfach darzustellen, hat übrigens auch was mit kreativer Einfachheit zu tun (dafür Dank an StuffThatHappens.com!).

(Danke an @CemB für den Hinweis und @Sixtus für den Blogartikel)

UPDATE:

Für Apple und Google interessiert sich gerade auch Focus Money: In einem Pro und Contra wird erwogen, welche Aktien künftig besser laufen werden.

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