Bloggen macht Spaß. Für viele Blogger ist es ein Bedürfnis. Bloggen verbessert die Welt und trägt zu einer bunteren Medienlandschaft bei. Trotz alledem ist Bloggen aufwändig und oft mit Arbeit verbunden. Und manchmal auch mit einigen Risiken.
Viele Blogger versuchen, beim Schreiben die finanziellen Aspekte nicht aus den Augen zu verlieren. Es wird ja kolportiert, dass Journalisten Unmengen an Alkohol brauchen: Blogger sind da keine Ausnahme, und hochkalorische Drinks kosten nun mal was. Dazu kommen Kosten für Server, Software, Plug-Ins, Designs, Templates etc. Und natürlich kann niemand etwas dagegen haben, wenn für all die viele Zeit, die wir Blogger investieren, auch ein bisschen was für uns rausspringt. Ergo versuchen auch Blogger, Geld zu verdienen: Basic Thinking kam für rund 47.000 Euro unter den Hammer. Andere Blogger schalten Werbung, was von der am weitesten verbreiteten Blogsoftware WordPress mit vielen Plug-Ins für Google AdSense unterstützt wird. Ich selber habe den Denkpass bei Trigami angemeldet, einem Anbieter für Social Media Marketing, und habe auch schon ein Produkt bewertet.
Gerade sowas gerät nun in den USA unter Beschuß. Wie die Financial Times schreibt, geraten berühmte Personen und Blogger (warum eigentlich dieses “und”?) zunehmend in den scharfen Blick von Verbraucherschützern. Die amerikanische Federal Trade Commission (FTC) hat am Montag Regeln erlassen, die Produktempfehlungen zum Inhalt haben. Dies betrifft nicht nur Celebrity Endorsements, sondern auch Produkttests in Blogs:
Wann immer jemand ein Produkt empfiehlt, sei es eine berühmte Person oder ein Blogger, muss die erhaltene Entlohnung explizit hervorgehoben werden. Diese Regel betrifft jeden von Filmstars, die Produkte umsonst erhalten, als auch Blogger.
Die meisten Regeln beschäftigen sich mit Online-Word of Mouth-Berichten und Social Media Marketing. Werbende Firma und die beteiligten berühmten Personen oder Blogger werden fortan für falsche Angaben haften. Wenn also ein Blogger umsonst Hautcreme erhält, und die begleitenden Information bloggt, dass diese Hautcreme Ekzeme heilt, dann haften Blogger und Firma dafür gemeinsam. Selbst qualifizierende Phrasen wie “Resultate können variieren” reichen nicht aus, um dieser Haftung zu entgehen. Die Regeln sind in den USA wirksam ab dem 1. Dezember 2009.
Nun findet das in den USA statt, nicht in Deutschland. Von daher betrifft es mich und all die anderen deutschen Blogger zur Zeit noch nicht. Es ist aber wohl bloss eine Frage der Zeit, bis auch deutsche Verbraucherschützer sich diesem Thema zuwenden werden.
UPDATE:
Ein weiterer Artikel der Financial Times London zum Thema: diesmal mit einem Beispiel, wie Bloggerin Julia Allison über einen Besuch von Seaworld schrieb. Berichte dieser Art sind genau das, was die Regelungen der FTC erfassen wollen. (Das Blog von Julia Allison sieht übrigens auf den ersten Blick aus wie ein Versandhaus-Katalog: allein auf der ersten Seite locker 40 Produkte im Fokus).
Der Artikel kommt auch auf Soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook zu sprechen. Auch dort gelten diese Regelungen, aber es ist unklar, wie genau das überwacht und durchgesetzt werden soll. Immerhin, Facebook berücksichtigt Werbung bereits in seinen amerikanischen Geschäftsbestimmungen:
You will not user your personal profile for your own commercial gain (such as selling your status update to an advertiser).
Tags: Blogger, Endorsement, Social Media Marketing, Testimonial, Werbung








