Vorgestern habe ich einen Artikel zu The Descent von Jeff Long geschrieben. Das war eins der fesselndsten Bücher, die ich seit langer Zeit gelesen habe. Aber ich habe es nicht vorgestern zu Ende gelesen, sondern irgendwann in 2005 (auch damals habe ich drüber geschrieben, wie mir gerade einfällt). Den Artikel gab’s jetzt, weil ich im Urlaub bin und wie besessen lese (seit Freitag im Urlaub, werde ich heute, Montag, mein 3. Buch abschliessen). Und eins dieser Urlaubsbücher ist Deeper von Jeff Long, die Fortsetzung von The Descent:
10 Jahre nach dem 1. Teil regt sich im unterirdischen Tunnelsystem etwas. Kinder werden entführt. Viele der Menschen, die unter die Erde gegangen sind, um Bodenschätze zu finden, haben Visionen vom Kontakt zu toten Angehörigen.
Ein hungriger, allmächtiger Gott sitzt tief unter der Erde fest und wartet seit Anbeginn der Zeit darauf, sein Gefängnis verlassen zu dürfen. Einer der beiden Überlebenden aus dem 1. Buch erkennt, dass man Satan nicht töten kann – die Figur, die im 1. Teil starb, war nur ein Platzhalter. Er will wissen, wer da unten ist, und folgt seinem Ruf. Er trifft eine böse Kreatur, allmächtig und doch machtlos. Gefangen in einem Gefängnis, von dem dieses Wesen erst erfuhr, als der erste Mensch der es besuchte, ihm von der Welt erzählte.
Jeff Long hat sich sehr viel Gedanken gemacht, wie er seinen Bestseller fortsetzen konnte. Ich war zutiefst beeindruckt vom 1. Teil: aus meiner Sicht war ich dem Bösen, dem Konzept Satan, noch nie so nahe gekommen. Und egal, was die Lesermeinungen und Kommentare auf Amazon.de sagen, ich finde, im 2. Teil bin ich noch näher gekommen. Ike, der Überlebende des 1. Teils, wird Schüler des Teufels – um zu lernen: über sich, sein Schicksal und die Welt.
Und auf den mehr als 400 Seiten packt einen das Grauen. Mein Herz schlug die ganze Zeit wie rasend, auch als ich das Buch nicht las. Auf Seite 200 etwa habe ich vorgeblättert und gesehen, dass es nur noch 270 Seiten bis zum Ende sind. Ich habe mich geärgert! Es gibt selten einen Schriftsteller, dessen Bücher mich so packen. Jeff Long ist einer davon. The Descent und Deeper sind spannend bis zum Umfallen – und man lernt sehr viel über den Teufel. Und damit auch über uns Menschen.
Empfehlenswerter geht’s nicht mehr. Das muss man lesen, wenn man sich mal richtig gruseln will.
(Weiter geht’s übrigens mit einem ähnlich teuflischen Thema: eine Biographie über Reinhard Heydrich, den Leiter des Reichssicherheithauptamts und damit den Architekten der Endlösung)
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