D-Day von Antony Beevor hat mich beinahe einen Monat in Beschlag genommen, trotz seiner Spannung (hier der Link). Im Anschluss brauche ich immer was Spannendes. Damit ich nicht erst lange im Buchladen stöbere, habe ich für sowas meine Projekt-Ablage im Bücherregal, so benannt weil dort, in zwei Reihen kreuz und quer gestapelt, alle meine Lese-Projekte schlummern:

Teil meines Bücherregals mit den ungelesenen Büchern

Teil meines Bücherregals mit den ungelesenen Büchern

Daraus habe ich mir also vor 3 Tagen etwas Spannendes gegriffen, in diesem Fall Amazonia von James Rollins:

Amazon.de: Buchcover Amazonia by James Rollins

Amazon.de: Buchcover Amazonia by James Rollins

Amazonia: Die Story

Die Geschichte ist schnell erläutert: Eine Expedition in den Amazonas-Dschungel ist seit 4 Jahren verschollen. Eins der Mitglieder kehrt aus dem Dschungel zurück, kurz bevor er zerfressen von inneren Krankheiten stirbt. Aufgebrochen zur Expedition mit einem amputierten Arm, kehrt sein Leichnam nichtsdestotrotz mit zwei Armen nach Hause zurück. Eine neue Expedition wird ausgeschickt auf der Suche nach dieser regenerativen Kraft, die dem letzten Überlebenden seinen Arm wieder gab. Tief im Dschungel führt der Weg zu einem Stamm geheimnisvoller Krieger, einer Legende, von der nur geflüstert wird.

Weil wir in Deutschland sind, entschuldige ich mich gleich dafür, so belanglose Literatur zu lesen. Literaturkritiker wie Reich-Ranitzky und Hans Mayer verlangen uns ja immer die volle intellektuelle Breitseite ab. Dieses Buch hier ist nicht sozialkritisch. Es philosophiert nicht. Es eröffnet einem keine neue Perspektive aufs Leben. Aber es ist spannend.

Spannend erzählt

Und damit kommen wir zum Punkt: Über all der tiefen Belesenheit vergessen Literaturkritiker manchmal, dass Bücher auch gelesen werden müssen. Wichtigstes Kriterium dafür, ein Buch aktuell von vorn bis hinten zu lesen, ist aus meiner Sicht die Dramaturgie. Stimmt die, legt man das Buch nicht aus den Händen. Stimmt sie nicht, wird das Lesen zur harten Arbeit.

Jetzt vermeide ich mal einen Rundumschlag hinsichtlich der Dramaturgie in deutschen Büchern. Ich sage nur soviel: die Dramaturgie von Michael Crichton ist mir hierzulande noch nicht untergekommen. Crichton schreibt so, dass es von der ersten bis zur letzten Seite spannend ist. Page Turner nennt man seine Bücher oft.

Und James Rollins liest sich eben auch sehr gut, weil seine Bücher einen von Anfang an fesseln. Das liegt zu einem großen Teil an der Erzählweise: Rollins, wie Crichton, mischt die Erzählstränge munter durcheinander. Erzählt werden Handlungen in kurzen Passagen. Die Passagen mehrerer Handlungen werden bunt durcheinander gewürfelt, so dass immer eine oder mehrere Handlungen in Suspension sind. Und so kann man es kaum erwarten, das zwischengeschobene Stück zu lesen, um wieder in den ursprünglichen Handlungsstrang zu kommen. Kaum beim alten Handlungsstrang angelangt, ist die zwischengeschobene Handlung im Wartezustand, und man sehnt sich danach, dass diese weiter geht. Und so weiter und so fort – Rollins verwendet diese Cut scenes in hervorragender Weise bei Amazonia.

Fazit

Das macht es zu einem spannenden Buch. Wer also kurzweilige Unterhaltung sucht, die ihn 3 Tage in Beschlag nimmt, ist hier bestens aufgehoben! Ich habe mich kaum lösen können von diesem spannenden Buch.

Print Friendly

Tags: , , , , ,