- Kreativer denken mit den Sechs Denkhüten
- Vorteile der Sechs Denkhüte
- Sechs Denkhüte, sechs Farben
- Die Sechs Denkhüte richtig einsetzen
- Der Weiße Hut: Neutrale Informationsbeschaffung
- Der Rote Hut: Emotionen und Eindrücke
- Der Schwarze Hut: Kritische Vorsicht
- Der Gelbe Hut: Konstruktiver Optimismus
- Der Grüne Hut: Kreatives Wachstum
- Der Blaue Hut: Denken übers Denken
- Die Sechs Denkhüte als Mindmap
Zusammenfassung: Beim dritten Hut in der Serie über de Bonos Sechs Denkhüte, dem Schwarzen Hut, geht es um kritische Vorsicht. Um zu überleben, müssen wir vorsichtig sein. Was sollten wir vermeiden? Was darf auf keinen Fall passieren?
Der Schwarze Hut ist der westlichen Denkweise traditionell am nächsten, denn beim Schwarzen Hut geht’s ums kritische Denken. Traditionell sind wir darauf geeicht, in Streitgesprächen hervorzuheben, wenn etwas nicht stimmt oder inkonsistent ist. Wie bereits gezeigt, geht das zurück auf die Denkweise von Sokrates, dem griechischen Philosophen. Beim Schwarzen Hut zeigen wir auf, wenn etwas mit unseren Ressourcen, unserer Strategie oder unseren Werten und Annahmen nicht stimmt. Denkt beim Schwarzen Hut an die Robe eines Richterin, die das vor ihr liegende Problem kritisch beäugt.
Wichtig ist dabei zu verstehen, dass der Schwarze Hut nur einer von sechs Denkhüten ist. Das Problem ist nicht, dass wir darauf konditioniert sind, kritisch zu denken. Das Problem ist, dass wir darüber die anderen Hüte vergessen. Es ist also sehr wichtig, kritisches Denken nur im vorgesehenen Zeitfenster des Schwarzen Huts einzusetzen.
Achtung! Vorsichtig!
Das Denken beim Schwarzen Hut ist naturgemäß der Logik unterworfen. Eine Kritik, die zutage tritt, muss logisch erklärbar sein und für sich alleine gelten. Ist sie es nicht, und fusst auf Emotionen, gehört diese Kritik zum Roten Hut. Der Schwarze Hut beschäftigt sich mit folgenden Fragen:
- Passt etwas nicht zu unseren Erfahrungen?
- Warum wird etwas wahrscheinlich nicht klappen?
- Wo liegen Schwierigkeiten und Probleme?
- Bewegen wir uns innerhalb der Gesetze?
- Halten wir uns an unsere ethischen Maßstäbe und Werte?
- Warum wird etwas nicht funktionieren wie geplant?
- Warum ist es falsch, diese Idee weiter zu verfolgen?
Der Fokus beim Denken unter dem Schwarzen Hut liegt auf potenziellen Gefahren, Problemen und Hindernissen. Wichtig: am besten betrachtet man dabei Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Auf welche Erfahrungen können wir zurückgreifen? Wie sieht die Situation heute aus? Was wird wahrscheinlich in der Zukunft passieren?
Das Gegenteil des Schwarzen Huts ist der Gelbe Hut, der in einem späteren Teil der Serie beschrieben wird und sich mit Positivem Denken beschäftigt. In diesem Sinne ist der Schwarze Hut dann das negative Denken.
Es gibt zwei verschiedene Rollen für den Schwarzen Hut. Die eine ist die Bewertung eines Problems. Sie soll helfen zu entscheiden, ob man weiter macht mit einer Idee. Die andere betrachtet das Design, und versucht Probleme zu identifizieren (und später Lösungen zu finden).
Den Schwarzen Hut anwenden
Unser westliches Denken beschäftigt sich viel zu sehr mit dem Prozess der Argumentation, als mit dem Ergebnis. Anwälte vor Gericht bringen Anträge ein, verhindern welche der Gegenseite etc. Bestimmte Aussagen sind nicht verwendbar, und wenn eine Seite die Wahrheit wüsste, die ihr schadet, redet sie nicht darüber. Wir denken anscheinend, wenn der Prozess falsch ist, muss auch das Ergebnis falsch sein. Dabei kann durchaus der falsche Weg zum richtigen Ziel führen.
Obwohl die Sechs Denkhüte den Prozess klar vorgeben, und sich das kritische Denken des Schwarzen Huts somit nicht mit damit beschäftigen muss, Argumente prozesstechnisch zu rechtfertigen, kann der Schwarze Hut nützlich sein, Defizite im Denkprozess hervorzuheben:
Deine Anmerkung ist eine Annahme, keine Tatsache.
Die Schlußfolgerung, die Du da ziehst, ist aus meiner Sicht nicht zwangsläufig.
Die Zahlen hier sind nicht dieselben wie letzte Woche!
Das ist eine mögliche Erklärung, richtig. Aber es ist nicht die einzig mögliche Erklärung.
Diese Art von Anmerkungen stört den Denkprozess der anderen Denkhüte. Erlaubt man das, ist man wieder bei der argumentativen Konfrontation, die wir ja gerade mit den Sechs Denkhüten vermeiden wollen. Das bedeutet zwangsläufig, dass sich die Teilnehmer ihre Anmerkungen unter den anderen Denkhüten aufschreiben, um sie beim Schwarzen Hut vorzubringen.
Kein Streitgespräch!
Und in aller Deutlichkeit muss klar sein: auch beim Schwarzen Hut gibt es keine argumentative Konfrontation. Auch hier fangen wir jetzt nicht an, gegeneinander zu argumentieren. Wir können Denkfehler aufzeigen, parallele Ansichten zu einem Problem vortragen, die verschiedenen Seiten betrachten und abwägen. Am Ende sollte eine Landkarte unserer Idee stehen, auf der alle möglichen Probleme, Hindernisse, Schwierigkeiten und Gefahren verzeichnet sind.
Oft bleibt es eine der schwersten Aufgaben des Moderators, darauf zu achten, dass die Teilnehmer die Disziplin wahren und nicht in konfrontative Argumentation verfallen. Es ist leichter, zu kritisieren als konstruktiv zu denken. Es ist leichter, am Design einer Maschine rum zu mäkeln, als die Maschine selber zu designen.
Viele Leuten unterbauen ihre Selbstachtung mit ihrem Willen, andere zu kritisieren. Wenn neue Ideen geäußert werden, gibt es immer wieder jemanden der sagt “Ja, aber…”. 95% der Idee sind gut, aber diese Leute konzentrieren sich auf die 5%, die nicht gut sind. Das ist in der Designphase, wo man Ideen generiert und verbessert, gut. Dann kann die Kritik dazu beitragen, die Idee zu verbessern. In der Bewertungsphase, wenn man sich unter vielen Ideen eine aussuchen muss, ist es tödlich. Dann sollte man nämlich die 95% hervorheben, die gut sind.
Sechs Denkhüte anderswo
Zu guter Letzt noch einige Links zu anderen Blogs, die sich mit den Sechs Denkhüten beschäftigt haben:
>> Sechs Denkhüte bei Creaffective.de
>> Sechs Denkhüte bei Brainlogs.de
>> Sechs Denkhüte bei Marketingwelten
>> Sechs Denkhüte im Einsatz bei einem Podcast vom Kreativblog
>> Best-Practice-Business.de zu Lateralem Denken
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Tags: de Bono, Denkhüte, Kreativität, Kreativitätsmethode







