Man denkt ja immer, im Jahre des Herrn 2009 sind bestimmte Sachen einfach unmöglich. Mitten in Deutschland, in Zeiten eines globalen wirtschaftlichen Abschwungs, sollten Firmen begriffen haben, das jeder einzelne Kunde einen unschätzbaren Wert darstellt. Denn Kunden bezahlen die Leistung, die sie erhalten. Das ist dann der Umsatz für das Unternehmen, der Kosten decken hilft und die Gehälter der Mitarbeiter bezahlt. Sollte doch jedem klar sein, oder?

Nun, anscheinend ist es der Deutschen Telekom und den angeschlossenen Unternehmen noch nicht so klar. Jeder kennt die eine oder andere Horrorgeschichte, was sich der Quasimonopolist so raus nimmt – hier kommt meine:

Lügen beim Entstören

Ich habe Telefon und DSL für meine Wohnung bei einem anderen Anbieter. Beides ist seit letzten Donnerstag gestört, worauf hin ich meinen Anbieter informiert habe. Die Störung wurde aufgenommen, sie sei auf der sogenannten letzten Meile. Diese wird von der Deutschen Telekom gewartet – übers Pfingstwochenende liesse sich da nichts machen, aber ein Termin für die Entstörung durch die Deutsche Telekom sollte am Dienstag nachmittag frei sein. Natürlich hat sich bis Dienstag Abend nichts entstört, woraufhin ich bei meinem Anbieter nochmal nachfrage. Der Techniker der Deutschen Telekom sei dagewesen, habe aber nicht in die Wohnung kommen können. Kein Wunder, denn Termine werktags tagsüber sollte man vorher vereinbaren, finde ich. Das stimmt, so der Servicemitarbeiter meines Anbieters, und es sei auch nicht klar gewesen, dass Zugang zur Wohnung notwendig sei. Der Techniker der Deutschen Telekom solle aber laut Informationen meines Anbieters eine Nachricht hinterlassen haben, um nun einen Termin zu vereinbaren.

Gut, denke ich. Schauste mal nach. Aber es findet sich keine Nachricht. Nirgendswo im ganzen Haus ist etwas zu finden, erst recht nicht im Briefkasten.

Merke: Lüge Deine Kunden oder potenziellen Kunden nicht an.

Denn so lässt sich kein Vertrauen aufbauen. Willst Du also beim Kunden eines Konkurrenten für Unzufriedenheit sorgen, indem Du schlampig entstörst, dann hoffe nicht darauf neue Kunden zu gewinnen, indem Du die Entstörung verzögerst. Und auf keinen Fall solltest Du lügen, indem Du behauptest eine Nachricht hinterlassen zu haben, wenn das offensichtlich nicht stimmt. Ich als Kunde fühle mich jedenfalls in keinster Weise animiert, die bestehende Geschäftsbeziehung aufzulösen und zu dem Unternehmen zu wechseln, das mich gleich zu Anfang belügt. Wobei ich über die Anmietung der letzten Meile durch meinen TK-Anbieter ja indirekt Kunde der Deutschen Telekom bin. Die kriegen fürs Lügen also noch Geld.

Probleme beim Postversand, aber nicht beim Rechnungseinzug

Für die Zweitwohnung meiner Eltern an der Ostseeküste wollten wir auch DSL haben, aber kein Telefon. So könnte man da oben surfen, vielleicht mal unter der Woche hinfahren und nebenbei arbeiten und was weiss ich. Also nach möglichen Anbietern gesucht, und Congstar gefunden. Anscheinend sehr kostengünstig. Dort angerufen und gefragt, wie schnell die Technik verschickt würde, damit wir den Anschluss benutzen können. Das Problem bei einer Zweitwohnung ist nämlich, dass man da nicht immer ist. Deswegen das seltsame Wort “Zweit”. Erstwohnung steht im Rahmen dieser Logik dann für die Location, wo man die meiste Zeit abhängt. Aber wir hatten für einen Zeitraum von 2 Wochen nach dem Anruf und der anschliessenden Beauftragung immer jemanden oben in der Zweitwohnung.

Allein, das Paket kam nicht. Ich hatte gefragt, wie lange es dauern würde und ausdrücklich auf diese zwei Wochen hingewiesen. Sollte das nicht funktionieren, so sollte die Technik besser in die Firma geschickt werden und ich würde sie dann selber mitnehmen und später installieren. “Nein, das klappt. Don’t worry!”, war die freundliche Aussage der Servicemitarbeiterin von Congstar. Wie gesagt, es klappte nicht. Im 21. Jahrhundert scheint das sehr schwer zu sein, mitten in Deutschland ein Paket von A nach B zu schicken und das innerhalb von 2 Wochen.

Das Paket kam später, so erfuhren wir. Sei aber kein Problem, da es nicht abgeholt wird. Dann käme es zurück und dann wird es in die Firma geschickt, so das Ergebnis eines zweiten Anrufs. Heute, 4 Wochen später, ist besagtes Paket immer noch nicht da. Vielleicht könnte Congstar mir eine Bauanleitung schicken, oder eine Liste mit Anforderungen, dann bau ich mir das Modem selber – wäre schneller als die Logistik von Congstar.

Merke: Wenn Du unfähig bist, dem Kunden die Technik zu schicken, die er für die Nutzung Deines Services benötigt, dann beleidige ihn/sie nicht, indem Du bereits Geld einziehst.

Was aber verlässlich klappt, ist der Einzug der Gebühren. Denn obwohl wir das DSL noch nicht benutzen können, weil Congstar die benötigte Technik noch nicht zugeschickt hat, werden bereits seit zwei Monaten fleissig die monatlichen Gebühren abgezogen. Ein Anruf ergab, dass das auch richtig sei. Allenfalls könne man mir 10 Euro gutschreiben (weniger als 1 Monat). Das habe ich bei Congstar sofort auf 20 Euro hochgehandelt, aber das ist ja auch nicht richtig. Denn ein DSL von Congstar, das ich nicht benutzen kann, weil die benötigte Technik trotz mehrerer Telefonate und Abstimmungsversuche nicht zugesandt wird, brauche ich auch nicht zu bezahlen. Finde ich jedenfalls.

Und weil mich die Verbindung von Unfähigkeit und Dreistigkeit, die Congstar in meinem Falle zur Schau stellt, richtig dolle ärgert, wird die Geschäftsbeziehung jetzt beendet. 

Fazit

Wer sich also gerne für ein Telekomunternehmen entscheidet, dass

  • Geschäftsbeziehungen damit anfängt, indem es mögliche Kunden belügt
  • im 21. Jahrhundert schwerwiegende Probleme mit dem innerdeutschen Versenden von Paketen hat
  • Gebühren für Leistungen vom Konto einzieht, die wegen dieser Probleme gar nicht einsatzfähig sind
  • ein Mobilfunknetz betreibt, das auch mal tagelang nicht nutzbar ist (s. Link)

dem seien Deutsche Telekom, Congstar und T-Mobile wärmstens empfohlen. Dem Rest der Welt empfehle ich: Flieht diese Unternehmen, solange ihr könnt.

PS: Sollte jemand von diesen Unternehmen dies lesen, bitte keinen Kommentar hinterlassen. Da ich aufgrund meiner kürzlich gemachten Erfahrungen den Wahrheitsgehalt nicht beurteilen kann, ist Kommunikation sinnlos, finde ich. Ich weiss ja nicht, ob es stimmt, was ihr mir erzählt – oder ob es nur eine zweckdienliche “Notlüge” ist. So ist das halt, wenn man einmal beim Lügen ertappt wurde: Das Vertrauen ist weg.

Print Friendly

Ähnliche Beiträge:

  1. Telekom und Apple: Taktische Manöver rund ums iPhone 5 Die Marke Apple ist vielleicht die beste der Welt. Finde...
  2. Was ich mache, damit eMails mich nicht vom Arbeiten abhalten In unserer Arbeitswelt kommt man sich vor wie ein 3jähriges...
  3. Kunden richtig segmentieren Ohne Kunden keine Geschäfte. Das ist eine banale Erkenntnis, trotzdem...

Tags: , , , , ,

  • http://www.lenamaus.gnx.at MausiMaus

    Hihi, da gehts ja zu wie in Österreich.
    Ich dachte nur bei uns sind die so Lahmarschig unterwegs und schicken die Rechnung vor der erbrachten Leitung *gg*
    Nur ned ärgern lassen, einfach nur wundern.

    Lg aus Wien