Universitäten und Unternehmen setzen zunehmend auf kreative Lernmethoden wie Business-Simulationen, so die Financial Times. Die Vorteile von Simulationen in Lehre und Assessment, bislang nur von großen Organisationen genutzt, sind der Spaßfaktor, die Interaktion in Gruppen und das spielerische Vermitteln von Teamarbeit, Training beim Entscheidungsfinden und Präsentationsfähigkeiten.
Unternehmen wie BNP Paribas oder Airbus setzen Simulationen ein, um neue Mitarbeiter bereits sehr früh auf ihr Unternehmen aufmerksam zu machen und Kontakt zu außergewöhnlichen Talenten zu kriegen. Darüber hinaus werden die Simulationen auch für das Testen neuer Ideen und die kreative Ideenfindung genutzt. Immerhin kann man hier auf unbelastete Denkmuster und die kollektive Weisheit setzen.
Business-Simulationen sind deshalb so gut für die Teilnehmer, weil das Erlernte schnell angewandt und eingeübt werden kann. Zudem sind die Teilnehmer meist hoch motiviert, weil es gruppendynamische Motivation gibt, entweder zu gewinnen oder zumindest nicht Letzter zu werden. Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Wir haben mehrere solche Business-Simulationen an meiner Business School gehabt (wer’s wissen will: Ich habe meinen MBA bei TiasNimbas, University of Bradford und Queensland University of Technology gemacht).
Die Arbeit in den Gruppen ist, wenn das Team stimmt, meistens angenehm aber immer lehrreich. Und dabei treten, gerade in Business-Simulationen, erstaunliche Ergebnisse ein. Wenn alle Teilnehmer ausreichend motiviert sind, und das Team zusammen gefunden hat, erreicht man häufig den Status einer sogenannten Hot Group, eines kreativen Phänomens das besonders gut funktionierende Teams beschreibt. Beispiele sind z.B. das OP-Team im Krankenhaus oder die Mechaniker eines Formel-1-Teams, wenn sie die Reifen wechseln. Ich habe solche Hot Groups seltsamerweise noch nie über einen längeren Zeitraum auf Arbeit erleben können, aber schon über kurze Zeiträume bei Business-Simulationen.
Business-Simulationen sind also interessant und bieten Ausrichter und Teilnehmern viele Vorteile. Dumm nur, dass sie soviel Aufwand bereiten, und deswegen bislang eigentlich nicht für kleine Unternehmen empfehlen. Was anderes wäre es, wenn jemand auf die Idee käme, sowas für KMUs vorzubereiten und durchzuführen. Wüssten Unis, wie das Geschäftsleben aussieht, könnten sie das ja machen. So bleibt es eine Geschäftsidee, die darauf wartet, umgesetzt zu werden.
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