Der zweite Roman von Arabella Edge handelt vom Floss der Medusa.

Anfang des 19. Jahrhunderts ist Frankreich gespalten in Royalisten und Republikaner. Als man die Kolonie Senegal von Großbritannien zurück erhält, schickt der König eine kleine Flottile aus, angeführt von der Fregatte Medusa. Als Kapitän wird ein loyaler Royalist ausgewählt, der die letzten Jahrzehnte in seinem Büro in London verbracht hat und wenig Erfahrung auf der See hat. Die Unfähigkeit des Kapitäns führt dazu, dass die Medusa sich von der Flottile trennt und vor Westafrika auf eine Sandbank läuft.

Da es nur vier Ruderboote gibt, die für die Adligen, Frauen und Kinder vorgesehen sind, baut man auf Anordnung des Kapitäns ein Floss. Das soll mit den Ruderbooten an die bereits sichtbare afrikanische Küste gezogen werden. Kaum im Wasser, überlassen Kapitän und Gouvernör das Floss den Wellen und rudern in Sicherheit. Als man das Floss zehn Tage später findet, sind von 150 Männern nur noch 13 am Leben.

In Paris angekommen, werden die Überlebenden kaltgestellt, um einen Skandal zu vermeiden. Ursache des Unglücks ist die Auswahl des Kapitäns aufgrund seiner Loyalität zum König, und nicht aufgrund seiner Seetüchtigkeit. Theodore Gericault, ein junger und aufstrebender Maler, findet durch diesen Skandal endlich wieder Begeisterung fürs Malen. Gericault will dieses Thema in einem Bild verarbeiten, und arbeitet besessen daran. Es soll das Bild seines Lebens werden:

 

Theodore Gericault: Das Floss der Medusa (Quelle: Wikipedia.de)

Theodore Gericault: Das Floss der Medusa (Quelle: Wikipedia.de)

Das Buch von Arabella Edge erweitert die Fakten mit ein wenig Fiktion. Was heraus kommt, ist definitiv lesenswert. Spannend wird erzählt, was sich auf dem Floss zugetragen haben muss. Als die Überlebenden gerettet wurden, so sagt man, hatten sie am Mast Menschenfleisch zum Dörren aufgehängt. Das wird verwoben mit der Geschichte von Theodore Gericault, der trotz seines Talentes nur wenige fertige Bilder hinterliess. Ich mag solche Bücher in der Tradition von Autoren wie Timothy Findley!

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