Vor kurzem habe ich darauf hingewiesen, das vieles, was man zur aktuellen Krise und ihrer Bewältigung an Vorschlägen hört, aus kreativer Sicht nicht durchdacht ist (der Beitrag hiess Krisensichere Kreativität).
Ein weiteres Beispiel war am Freitag in der Zeitung:
Amerikanische Politiker haben Banken und Versicherungsunternehmen vorgeworfen, doch auf Geschäftsreisen und firmeninterne Konferenzen zu verzichten. Firmenevents in Las Vegas seien nicht wünschenswert, solange die Firmen doch staatliche Unterstützung aus Steuergeldern erhielten, so Barack Obama.
Wenn Banken und Versicherungskonzerne Firmenkonferenzen oder -events abhalten, dann kostet das Geld. Dieses Geld aber wird ja nicht einfach “verbrannt”, sondern ausgegeben, und zwar für Flüge, Taxi, Hotelzimmer, Konferenzzentren, alkoholfreie Getränke, saubere Toiletten und beispielsweise Gebackenen Lachs, in Koreander und Zitrone gebadet, auf Sahnerisotto und jungen Fingermöhrchen, oder was sonst das Catering so auf die Tische liefert.
Wenn man nun den Banken und Versicherungskonzernen wie AIG oder Citibank abrät, Geschäftsreisen oder firmeninterne Events abzuhalten, dann finden diese Gelder nicht mehr ihren Weg in die Reise- und Eventindustrie. Dies bedrohe, so die Financial Times, immerhin 200.000 amerikanische Jobs in den betreffenden Industrien.
Ganz offensichtlich haben die Politiker mit dieser Wirkung ihrer Aussagen nicht gerechnet. Ein weiteres Beispiel für ein Problem, das mit den Sechs Denkhüten besser gelöst würde.
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