Falsche Motivation für Hedge Funds Manager

In seinem neuesten Artikel für den Undercover Economist spricht Tim Harford über die Bonus-Regelungen der Hedge-Funds-Manager. Sehr interessante Lektüre, thematisch passend zu den Denkpass-Artikeln Krisensichere Kreativität (wo darüber gesprochen wurde, die Bonuszahlungen bei Bankern mit toxic assets zu verknüpfen) und Krisensichere Kreativität, Teil 2.

Typischerweise sind die Boni für die Manager von Hedge Funds nach dem 2 and 20-Prinzip gestaltet. Es gibt eine Management-Gebühr von 2 Prozent auf alles, was man dort einlegt. Von den vom Funds-Manager erwirtschafteten Gewinnen verbleiben 20 Prozent als Motivationsanteil beim Funds-Manager. So hofft man, die Interessen des Funds-Managers mit denen der Investoren gleichzurichten.

Wie Tim Harford zeigt, ist das aber nicht, was am Ende raus kommt. Da der Manager eines Hedge Funds bei Gewinnen mitkassiert, bei Verlusten aber nicht, sollte der Funds-Manager am besten die gesamte Kohle seiner Kunden nehmen, ins nächstgelegene Casino wackeln und dort am Roulettetisch alles, was er hat, auf Schwarz setzen. Gewinnt er, kassiert er 20 Prozent vom Gewinn. Verliert er, bleiben ihm immer noch die 2 Prozent Management-Gebühr, die er vorher natürlich abgezogen hat.

Es kommt noch schlimmer: Da Investoren die Funds-Manager nach ihren Erfolgen vergleichen, hat der Funds-Manager sogar einen sehr hohen Anreiz, anstelle auf Schwarz auf eine Zahl wie 22 zu setzen. Denn wenn das meiste Geld der Investoren zu den Funds strebt, die die höchsten Gewinne erwirtschaften, reicht die Verdopplung des Einsatzes beim bloßen Schwarz-Setzen gar nicht aus. Dass dabei die Risiken für die Investoren ins Unermeßliche steigen, ist sozusagen der Catch-22 dabei.

Vielleicht ist das der Grund, warum Barack Obama den Banken verbieten will, “auf Steuerzahlers Kosten” nach Las Vegas zu fahren?

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