Auf Twitter.com kann man kurze Texte von max. 140 Zeichen versenden, denen jeder folgen kann. Nun berichtet sogar die Financial Times drüber [Das waren 140 Zeichen]
Wenn ein Internet-Service es in die Financial Times London schafft, dann kann man sagen, das ist jetzt im Mainstream angekommen. So geschehen gestern, als die Financial Times inen ganzseitigen Artikel über Twitter veröffentlichte. Gibt es interessante Neuigkeiten zu vermelden, wie die Printmedien den neuesten Online-Hype sehen?
Selbst wenn Twitter niemals so viele User wie Facebook erreichen sollte, und auch wenn sich kein Weg abzeichnet, wie die kleine Silicon-Valley-Firma und ihre derzeit 29 Mitarbeiter jemals damit Geld verdienen können, Twitter sorgt dafür, dass seine Nutzer und Nutzerinnen Gewohnheiten entwickeln, die auf eine Form der sozialen Interaktion im Web hindeuten. Twitter ist ein leicht zu handhabender Weg, sich selbst auszudrücken und mit Freunden in Kontakt zu bleiben, neue Kontakte zu machen und informiert zu bleiben:
The blizzard of short messages on the service “extends peripheral awareness”, [John Seely Brown, co-author of The Social Life of Information] says, with the nuggets of observation and information flying by creating a richer “context” for online life.
Es sind Elemente wie sein Echt-Zeit-Charakter, die Möglichkeit, alle Tweets zu durchsuchen, und dass Followers sich frei entscheiden können, wem sie folgen wollen, die Twitter so stark machen. Und das zieht von Barack Obama bis Hubertus Heil, von Lance Armstrong bis Jamie Oliver, von Brittney Spears bis Yoko Ono nun mittlerweile auch Politiker und Berühmtheiten an, oder zumindest deren im Hintergrund laufenden PR-Maschinen.
Was der Beitrag in der Financial Times nicht ergründet, aber zumindest erwähnt, ist das Suchtpotenzial von Twitter. Das kann ich nur bestätigen. Meine Statistik sagt, dass ich im Schnitt mehr als 9x täglich tweete, hauptsächlich vormittags, öfter am Anfang der Woche als am Ende. Und ich bin noch ein recht zurückhaltender Zwitscherer.
Diese Statistik ist übrigens ein Beispiel für einen weiteren geschickten Schachzug von Twitter. Es ist leicht möglich, den Stream aller Tweets von Twitter durchsuchen zu können. Und so gibt es unzählige Applikationen, die ihre Daten aus Twitter speisen und ähnlich funktionieren wie Tweetstats.com:
- in Facebook können eigenen Tweets angezeigt werden
- Tweetscan ist eine Twitter-Suchmaschine
- Twitterment ist auch eine Suchmaschine für Twitter
- Twitslikeme hilft, Twitterer mit ähnlichen Interessen zu finden
- Twittervision zeigt an, wo auf der Welt gerade getwittert wird
- Twitterbuzz zeigt an, welche Webseiten auf Twitter gerade verlinkt werden
- Twitterholic.com ist eine weitere Statistik-Seite (ich bin also heute in der Berliner Twitter-Rangliste auf Platz 165!)
- Twitalyzer zeigt sehr viele Statistiken und ermöglicht Vergleiche mit anderen Twitterern!
Echtzeit ist ein Vorteil, den eine Suche bei Twitter im Vergleich zu einer Suche bei Google bietet. Während Google abbildet, was war, findet man bei Twitter, was gerade ist. Und so wurde über den Flugzeugabsturz im Hudson River oder den in Schiphol vor einigen Tagen zuerst auf Twitter berichtet (sogar mit Fotos) bevor die großen Medien das mitbekamen. Aus dem Artikel der Financial Times:
“You get this picture of what’s happening really quickly”, says Frank Eliason, director of digital care at Comcast, the US cable television company, “On Facebook you can search groups, but you can’t search what people are doing or saying.”
Mein Twitterprofil findet ihr übrigens unter Twitter.com/gregorgross. Wäre schön, wenn wir in Kontakt bleiben!
Nachtrag: Eine Übersicht über die aktuellen Twitteraktivitäten deutscher Parteien findest Du bei Parteigeflüster (via Textdepot via @csommer).
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