Kreativer denken mit den Sechs Denkhüten

Teil 1 von 11 in der Serie Sechs Denkhüte

Zusammenfassung: Die Sechs Denkhüte sind eine Kreativitätsmethode, die kreatives Denken einfach macht. Denkarbeit in Gruppen wird effizienter, was Zeit spart. Die Sechs Denkhüte beschäftigen sich nicht nur mit “Was ist?” sondern darüber hinaus mit “Wie soll es sein?”. Im Rahmen einer Serie werden die Sechs Denkhüte vorgestellt.

Eine Antilope steht in der Savanne und frisst Gras. Sie hört ein Geräusch. Urplötzlich wird in ihrem Gehirn das Gefahrenzentrum aktiviert, und bevor die anschleichende Löwin aus dem Gras bricht, kann die Antilope fliehen. Diese Sensibilisierung ist ein wichtiger Teil der Arbeit des Gehirns und Grund dafür, warum es so effizient ist (und immer noch lebt). Wie Edward de Bono herausfand, ist unser Gehirn nicht in der Lage, in verschiedene Richtungen gleichzeitig zu denken. Die Sechs Denkhüte ermöglichen es uns und unserem Gehirn jedoch, in verschiedene Richtungen zu verschiedenen Zeiten maximal sensibilisiert zu sein.

Im Rahmen einer Serie stelle ich die Sechs Denkhüte vor und erläutere ihren Einsatz. Heute beginnen wir mit einer Einleitung, warum diese Methode so mächtig ist. Demnächst folgen dann:

  • Vorteile der Sechs Denkhüte
  • Sechs Hüte, sechs Farben
  • Hinweise, wie die Sechs Denkhüte am besten genutzt werden
  • Der weiße Hut
  • Der rote Hut
  • Der schware Hut
  • Der gelbe Hut
  • Der grüne Hut
  • Der blaue Hut

Die Sechs Denkhüte wurden von Edward de Bono erfunden. Alle Informationen in dieser Artikelserie stammen aus seinem Buch darüber, oder aus meinen Erfahrungen beim Einsatz der Sechs Denkhüte.

Was stimmt nicht mit unserem bisherigen Denken?

Die Art und Weise, wie wir in der westlichen Welt denken, ist geprägt von der griechischen Kultur. Sokrates legte großen Wert auf konfrontative Argumentation. Das Gewicht liegt dabei darauf, herauszufinden, was falsch ist. Aristoteles systematisierte die Logik. Unser Denken ist seither bestimmt durch unseren Fokus auf das Jetzt, das wir durch Analyse, Urteil und Argumentation bestimmen wollen.

Konstruktives Denken und Kreativität kommen zu kurz. Wir sind darauf konditioniert, uns nur selten damit zu beschäftigen, was sein kann. Gerade in einer Welt, die sich immer schneller ändert, wird diese Frage aber immer wichtiger. Es ist besser für uns, unseren Weg vorwärts nicht durch unsere Analyse des Jetzt-Zustandes zu wählen. Wir sollten diesen Weg besser ausgestalten und entwerfen. Der bisherige westliche Denkansatz reicht nicht mehr. Die Sechs Denkhüte helfen, diese Lücke zu füllen.

Wie helfen die Sechs Denkhüte?

Nehmen wir an, vier Personen stehen vor einem Haus, jeder vor einer Seite. Sie unterhalten sich über ihre Handys. Jede vertritt die Meinung, dass ihre Seite die einzig wahre Seite des Hauses sei.

Nun lassen wir die Personen als Gruppe ums Haus laufen. Alle schauen gleichzeitig auf eine Seite, wandern dann weiter, und schauen gemeinsam auf die nächste Seite. Zu jedem Zeitpunkt schauen alle gleichzeitig in dieselbe Richtung. Dieses parallele Denken hilft, konfrontativer Argumentation aus dem Weg zu gehen. Zudem sehen alle Personen alle Seiten des Hauses, das Denken ist somit für alle Personen vollständig.

Der Ansatz ist also, dass alle gleichzeitig in dieselbe Richtung schauen. Aber diese Richtung kann geändert werden. Wir brauchen nur noch ein Werkzeug, das uns diese Richtungswechsel erlaubt. Das sind die Sechs Denkhüte.

Warum Hüte?

Warum nicht Hosen, Jacken, Stempel oder Stöcke? Ein Hut ist das Kleidungsstück, das man am schnellsten an- und ablegen kann. Zudem sitzt ein Hut auf dem Kopf, also genau dort, wo unser Gehirn ist. Es gibt sechs Denkhüte: weiß und rot, schwarz und gelb, grün und blau.

Die Denkhüte geben die Richtung an. Sie sind nicht zur Beschreibung gedacht. In einer Diskussion sollen die Teilnehmer also alle parallel in eine Richtung denken, anstatt durcheinander ihr Denken wiederzugeben und mit den Hüten zu beschreiben, um was für eine Art Denken es sich handelt. Es soll auch nicht so sein, dass jeder im Meeting einen bestimmten Hut aufhat (das wäre dann wieder die Situation, wo jeweils eine Person vor einer Seite des Hauses steht).

Im nächsten Teil der Serie werden wir uns mit den Vorteilen der Sechs Denkhüte beim Einsatz in kreativen Meetings beschäftigen. Habt ihr bis dahin Fragen oder Hinweise? Schickt mir einen Kommentar!


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